Forum: Leben und Lernen
Ihr größter Kulturschock?

Wer im Ausland arbeitet, erst recht in exotischen Ländern, erlebt oft einen Kulturschock - und erwischt spielend die Fettnäpfe, im Berufsleben wie in der Freizeit. Was haben Sie in fernen Ländern erlebt?

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TommIT 05.05.2009, 12:36
1. Was soll man sagen

in Indien typisch deutsch direkt aufs Thema zuzusteuern oder gar als Kontaktaufnahme zuerst ne E-Mail loszuschiessen (No go).
Dann sollte man sich besser mit Geduld wappnen...mit sehr sehr sehr viel Geduld.
Und Kopfnicken ist keine Zustimmung und seinen deutschen Zeitbegriff sollte man schnell ablegen.

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LouisWu 05.05.2009, 12:47
2.

Als ich das erste Mal nach Düsseldorf kam und sah, dass mich meine Kölner Freunde und Verwandten belogen hatten.
Die hatten in Düsseldorf doch richtige Straßen und sogar elektrischen Strom, auch die Nachttöpfe wurden nicht einfach aus dem Fenster auf die Straße entleert.
Gut, die Menschen dort sind eher einfach gestrickt. Aber das macht nichts, da muß man eben etwas langsamer sprechen...
;-o))

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mooksberlin 05.05.2009, 12:55
3.

Zitat von sysop
Wer im Ausland arbeitet, erst recht in exotischen Ländern, erlebt oft einen Kulturschock - und erwischt spielend die Fettnäpfe, im Berufsleben wie in der Freizeit. Was haben Sie in fernen Ländern erlebt?
Ich finde es interessant, dass in dem Beitrag zu Japan wieder einmal die ganz ollen Kamellen aufgewärmt werden. Eigentlich sollte man im Zeitalter von €399 Flügen nach Tokyo meinen, dass auch der Normalbürger sich selbst ein Bild des Landes der aufgehenden Sonne machen kann, doch scheinbar wird das von den Japanern selbst geschürte Bild vom "wir sind so anders" auch gerne von deutschen Redakteuren übernommen.
Zum einen gibt es schon seit einigen Jahren im Sommer keinen "Krawattenzwang" mehr, dieser wurde während der "Cool Japan" Kampagne des Ex-Premiers Koizumi aufgehoben, dieser hatte wohl selbst keine Lust auf nen Strick um den Hals und verkaufte den Verzicht als eine Massnahme gegen die Klimerwärmung, da man ohne Krawatte die Klimaanlage im Büro nicht so kalt einstellen müsse.

Exotische Lebensmittel gibt es genug, jedoch von Krabbeneis habe weder ich noch all meine japanischen Freunde je gehört, wenn es dies gibt, dann ist es garantiert nicht Mainstream.

Auch wird das dezente Naseputzen in ein Taschentuch, insbesondere bei Ausländern, schon seit Jahren toleriert, das konstante Nasehochziehen hingegen wird auch von vielen jungen Leuten (insbesondere von Frauen) mit Argwohn betrachtet.

Auch hatte ich noch nie Probleme mit dem Taxi dort anzukommen wo ich eigentlich hin wollte. Ich frage den Taxifahrer immer ob er weiss wo das Ziel liegt und hatte schon häufig ein direktes "Nein" zur Antwort.

Man sollte allerdings in etwa wissen wo das Ziel liegt vor der Abfahrt, sonst kann es schon mal problematisch werden.
So hatte ich vor 2 Jahren die Schwierigkeit ein Taxi für einen Kollegen zu bekommen welches ihn ins neu erbaute Hotel "Peninsula" bringen konnte. Mehrere Taxifahrer lehnten die Fuhre ab, da sie noch nie von diesem Luxushotel gehört hatten und dann nicht einen "Gaijin" im Auto sitzen haben wollten, der sich beschwert.

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HariboHunter 05.05.2009, 13:05
4.

Grosse Kulturschocks:

-In China Nanjing, wo ich Huehnerembyos mit den Staebchen aus dem Ei rauspulen und essen sollte. (Hund dagegen war lecker.)

- In Mexiko Saltillo, als mir ein 8 Jaehriger Junge in einem grossen Kaufhaus die Einkaufstuete zusammengepackt hat und ich echte Cowboys zu sehen bekam.

- Letzten Samstag beim Kentuckyderby, wo neben mir plotzlich eine Frau fuer eine Plastikhalskette Ihre Brueste auspackte.
Dieses Verhalten scheint im prueden Amerika sehr ueblich zu sein. Hatte mich schon gewundert warum so viele Maenner bei Veranstaltungen mit den Ketten rumlaufen.

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TommIT 05.05.2009, 13:11
5.

Zitat von HariboHunter
Grosse Kulturschocks: -In China Nanjing, wo ich Huehnerembyos mit den Staebchen aus dem Ei rauspulen und essen sollte. (Hund dagegen war lecker.) - In Mexiko Saltillo, als mir ein 8 Jaehriger Junge in einem grossen Kaufhaus die Einkaufstuete zusammengepackt hat und ich echte Cowboys zu sehen bekam. - Letzten Samstag beim Kentuckyderby, wo neben mir plotzlich eine Frau fuer eine Plastikhalskette Ihre Brueste auspackte. Dieses Verhalten scheint im prueden Amerika sehr ueblich zu sein. Hatte mich schon gewundert warum so viele Maenner bei Veranstaltungen mit den Ketten rumlaufen.
Was genau hat sie da denn geschockt, wenn ich fragen darf, waren die eckig wie die japanischen Melonen?

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FastFertig 05.05.2009, 13:16
6.

"Und meine Blamage? Habe ich zuerst gar nicht mitbekommen: Es war mein stark duftendes Deo. So etwas mögen die meisten Japaner nicht"

Sowas mögen die meisten Menschen nicht. Ich bekomme praktisch sofort Kopfweh wenn mir eine von diesen Stinkschwalben über den Weg läuft.

Also bitte: Wascht euch und verwendet neutrale Deos.

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nimbochen 05.05.2009, 13:24
7. Krabbeneis

Das Krabbeneis können Sie z.B. bei Mitsukoshi an der Ginza kaufen! Es schmeckt nicht wirklich gut ist aber etwas süß. Mir hat der Artikel gut gefallen... auch wenn er einen echetn "GlobalPlayer" wie mooksberlin sicher nur langweilen kann;-)!

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Catweazle123 05.05.2009, 13:40
8. Benehmen ist Glückssache

Guten Tag,

wer sich in Deutschland zu benehmen weiss, wird auch in Japan nicht anecken. So kompliziert wie beschrieben, ist es nämlich nicht, sich dort zurechzufinden.

C.

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Wolfgang Jung 05.05.2009, 14:09
9. Gefangen, gehangen!

Unsere Freundin Yuko brachte eigentlich nur wenig aus der Ruhe, wenn wir uns "daneben" benahmen. Als wir sie am letzten Abend in ein italienisches, japanisch geführtes Edel-Restaurant in Odaiba einluden und Platz genommen hatten, der Kellner uns bereits Wasser auf den Tisch gestellt und die Speisekarten gebracht hatte, sahen meine Frau und ich, dass die Pizzen und andere "italienische Spezialitäten" auf den Tischen der anderen Gäste aussahen, als kämen sie aus der Mikrowelle: matschig-blass-klebrig.
"Yuko, komm, wir machen eine Fliege!" Wir standen auf, Yuko stand auch auf und ließ sich fast aus dem Restaurant ziehen, und blieb dann draußen mit wächsernem Gesicht stehen. "Wartet bitte einmal einen Augenblick!" Sie verschwand wieder im Restaurant und kam fünf Minuten später völlig aufgelöst wieder zurück. "Wisst ihr nicht, dass man so etwas nicht machen darf? Wenn man einmal in einem Restaurant Platz genommen hat, dann bleibt man dort, bis man fertig mit dem Essen ist und bezahlt hat, egal, was man vorgesetzt bekommen hat. Ich musste mich für euch entschuldigen."
Es dauerte eine Weile, bis uns Yuko wieder gewogen war.

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