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In der Fußgängerzone ertappt: Jobcenter zahlt Bettler weniger Hartz IV
Tobias Großekemper/RuhrNachrichten

Wenn das Hartz-IV-Geld nicht reichte, ging Michael Hansen aus Dortmund betteln. Bis ihn eine Mitarbeiterin des Jobcenters auf der Straße erkannte.

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susiwolf 21.11.2017, 20:52
10. Gesprächsweise - das BGE - "bedingungsloses Grundeinkommen" !

Bekannterweise läuft seit dem 1.1.2017 in Suomi ein Projekt für 2.000 Sozialgeldempfänger,
denen ein bestimmter Geldbetrag für 2 Jahre monatlich überwiesen wird.
Zufällig Ausgesuchte, die sich ,dem beugen müssen.
Ob es ein Erfolgsmodell wird, werden anschliessende Analysen zeigen.
Die Höhe eben dieses Betrages reicht sicherlich nicht, in einem Land klar zu kommen,
dessen Lebensunterhaltskosten denen der skandinavischen Länder, wie Norwegen, Schweden, Dänemark gleichkommt. Bekanntlich sehr hoch.

Im ,Erfolgsfalle' hätte jedenfalls der in der 'story' Genannte mit Hund nicht mit 'stress' zu rechnen,
und Jobcenter, Sozialstationen und -behörden könnten (erstmal mathematisch gerechnet) einiges an Personal einsparen. Auch Rechencomputer und sonstige Computer bräuchten nicht neu-angeschafft zu werden.
Das Geld für diese Aktion soll wohl durch ,unverschämt höhere' Steuern aufgebracht werden, die folgerichtig auch die 2000 Geldempfänger in Form von allen BGE-Empfängern [später] betrifft.

Wie gesagt: "Gesprächsweise" ;-)

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derpif 21.11.2017, 20:53
11.

Was für eine pflichtbewusste Mitarbeiterin, geht auch in ihrer Freizeit der Arbeit nach. Wie die Petze sich in ihrer Machtposition suhlt lässt tief blicken und zeugt von einem schäbigsten Character. Solche Geschichten sollten zu fristloser Kündigung führen. Widerlich solche Leute.

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mick richards 21.11.2017, 20:53
12.

Das alles was das job-center dort veranstaltet ist ein ähnlicher druck auf den bauch, wie die "hartz-4 erhöhungen" zum nächsten jahresbeginn um durchschnittlich "5 €".
Während nicht wenige produkte quartalsmäßig teurer werden.

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lauras1986 21.11.2017, 20:54
13. Ungleichbehandlung

Ich kann den Betroffenen zwar verstehen, aber dass Jobcenter hat vollkommen richtig gehandelt. Nach meinem Studium habe ich auch drei Monate ALG II bezogen und das Einkommen aus meinem Nebenjob wurde voll angerechnet. Ist das nicht ungerecht? Wenn ich stattdessen gebettelt hätte, wäre mir das zusätzliche Einkommen nicht vom ALG II abgezogen worden. Viele Bettler machen das regelmäßig und erhalten so einen monatlichen Betrag aus dem Betteln, der sogar über der Regelleistung liegt. Meine 60 jährige Nachbarin mit einer schweren Behinderung bezieht seit 5 Jahren ALG II und geht nicht betteln, weil es ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist und weil sie sich wegen ihrer Situation schämt. Ist es gerecht, dass diese Dame deutlich weniger Geld zur Verfügung hat, als der Herr aus dem Artikel, der sein Leid öffentlichkeitswirksam präsentiert?

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legeipsred 21.11.2017, 21:02
14. Armes reiches Deutschland

Zitat: "...wie penibel der Staat mit seinen Steuergeldern umgehen muss..." Ich möchte ja gerne wissen, wieviel die Jamaika-Koalitionsgespräche gekostet haben, die gezielt von Lindner und seiner FDP sabotiert wurden. Vier Wochen lang Hotels, Essen, Transporte, Miete, Bereitschaftsdienst, Security für wohl über hundert TeilnehmerInnen. Nicht zu vergessen, die (bezahlte) Zeit, die alle aufgewendet haben. Und die eigentlich wichtigen Staatsgeschäfte, die in dieser Zeit mehr oder weniger zum Erliegen gekommen sind. Alles im Wissen von Lindner, diesem Rattenfänger, der von Anfang an wusste, das er mit seinen AfD-freundlichen Anliegen nicht zu 100% durchkommen würde. Ich schätze mal, das ganze Abenteuer hat den deutschen Steuerzahler 20 Millionen gekostet. (und dann wird ein Bettler wegen ein paar Euro gebüsst...). Reiches armes Deutschland. Mein Beileid.

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soerenschein 21.11.2017, 21:02
15. Fassungslos

Wie niederträchtig und schlecht muss ein Mensch sein, der privat durch die Innenstadt läuft und einen seiner Schützlinge betteln sieht, diesen Not leidenden Schützling anzuschwärzen mit der Absicht, ihm das Existenzminimum zu kürzen? Vor einiger Zeit gab es vermehrt Berichte über Angriffe auf Obdachlose und für mich steht diese Tat mit diesen Vorfällen in einer Reihe. Die Regelsätze sind deutlich zu niedrig und decken bei weitem nicht den tatsächlichen Bedarf. Wenn es für jeden Menschen gut bezahlte Arbeit gäbe, würde dieses System aus Sanktion und Kürzung vielleicht ansatzweise einen Sinn ergeben, aber so ist es leider eine unmenschliche Nullnummer.
Es wird Zeit, dass das Grundeinkommen kommt und dafür sorgt, dass wir auf das "Fordern" nicht mehr angewiesen sind. Dass manche Mitarbeiter der Jobcenter noch in den Spiegel schauen können, lässt für die gesellschaftluche Situation nichts gutes erahnen.

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Alternator 21.11.2017, 21:04
16. Hätte er…

…ein Gewerbe als Unternehmensberater angemeldet, sich damit selbst Beratungshonorare in Höhe der Einnahmen aus der Bettlertätigkeit gestellt und in Bar kassiert, dann noch einen Fachbuchverlag auf den Bahamas angemeldet, und seinem Unternehmensberatungsgewerbe Rechnungen für Fachmagazine gestellt, sodass er vor der Steuer keinen Gewinn erwirtschaftet hätte, wäre er fein raus gewesen.
Das unterscheidet hierzulande ja Chefs und Hartzer: Die einen können's, die anderen nicht.
Hauptsache, jeder denkt an sich.

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upalatus 21.11.2017, 21:07
17.

Pro Stunde wird ein Ergebnis durch Betteln von um sieben Euro im Durchschnitt angenommen. Die zehn pro Tag sind vom Jobcenter eher niedrig eingeschätzt. Was nach einem Monat dann insgesamt rumkommt, dürfte ein nicht unerkleckliches Ergebnis sein. Der Artikel gibt wohl nicht alles wieder, und natürlich man hat Mitgefühl für den Mann, und Empörung fürs Amt.

Was professionelle Betteltrupps, ausgestattet mit Haustier, Kleinkind und Kniefallpose, einnehmen, das Wie und für Wen, dürfte für die Ämter in jedem Fall von weitaus erheblicherem Interesse sein. Es kommt die Weihnachtszeit, und sie rollen an bis vor die Haustür.

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pedepablo 21.11.2017, 21:11
18. naja

736euro minus Strom 50 Euro minus essen 350 gibt 336 Euro im Monat Geteilt durch 2 sind 168 Euro zur freien Verfügung, Da Kenn ich leute die Arbeiten Tag täglich und haben nur unwesentlich mehr... 168 Euro ist nicht viel 5 Euro pro Tag ca. aber es darf ruhig noch ein Unterschied geben zwischen arbeitenden und nicht arbeitenden. wenn er bettelt OK ihm Leute etwas spenden OK jedem eine eigene Entscheidung aber das abzuziehen finde ich nicht OK....

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mens 21.11.2017, 21:12
19. Zornesröte

Mir fehlen die Worte um meine abgrundtiefe Geringschätzung für diese Behörde auszudrücken. Widerlich. Buchhaltung bei einem Bettler? Typisch für deutsche Ämter: Einnahmen einfach hochrechnen, die es nicht gibt, um der Person einen Strick daraus zu drehen. Und das ganze angeblich damit die braven Steuerzahler geschützt werden? Ich lach mich kaputt! Widerwärtigkeit mit System (Auch Krankenkassen treiben dieses Spielchen mit Selbstständigen). Ein System, dass Millionäre KEINE STEUERN zahlen läßt. Warum fällt DAS niemandem auf?!?! Wer einmal nur kurz mit diesem Verein zu tun hatte, weiß dass unter dem dünnen Firnis einer freiheitlichen Demokratie das erbarmungslose Grauen lauert. Mich wundert gar nicht mehr, was hier vor ein paar Jahrzehnten los war. Wer dem entkommen will, kann nur das Land verlassen, oder muß IM GROSSEN STIL abzocken (meucheln, betrügen, belästigen etc.) Dann sind die Behörden plötzlich überfordert. Es ist zum Heulen.

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