Forum: Leben und Lernen
Informatik als Pflichtfach: Mathe, Bio, Programmieren
Hilmar Schmundt

Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.

Seite 10 von 27
stormking 02.06.2013, 20:29
90.

Zitat von cassandros
Und was soll an Programmiersprachen wichtig sein?
Es geht nicht um Programmiersprachen, sondern um die Prinzipien der Programmierung und die Funktionsweise eines Computers. Und das ist sehr wichtig, weil die Informationstechnologie als Wirtschaftszweig weiter wachsen wird und Computer auch weiterhin an Bedeutung gewinnen werden. Wer glaubt, Computer seien Maschinen wie andere auch und nur Spezialisten müßten sie verstehen können, ist auf dem Holzweg.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mr_supersonic 02.06.2013, 20:29
91. Kunst und Musik

Zitat von brucewillisdoesit
Aber nicht doch. Welche Bedeutung haben denn Musik und Kunst fuer die Erhöhung der Überlebenswahrscheinlihkeit der Menschheit ? Keine Informatik ? Nun diese fuehrt immerhin zu besseren (Software-)Werkzeugen. Informatik und Mathematik tun sich in Ihrer Bedeutung nichts, beide sind gleich wichtig (auch wenn der Großteil der Bevölkerung beides nach der Schule wahrscheinlich nie wieder aktiv verwenden wird und alles bis zum Dreisatz vergessen hat) Die eigentlichen Grundlagen der Informatik ändern sich genau so wenig, resp. langsam wie die Grundlagen z.B. der Biologie oder Chemie. Grundlagen sind sowas wie P=NP, Turing Maschine, Codds Normalformen oder die von Neumann-Architektur. Gerade was die Informationstheorie angeht gibt es über die Entropie enge Verbindungen zur Thermodynamik. Wer Excel, Windows, Browsernutzung oder IOS für "Informatik" hält, hat da etwas falsch verstanden. So etwas waere tatsaechlich unsinnig. Und selbst wenn eine Programmiersprache veraltet ist ? So what ? Wer einmal prozedurale und objektorientierte Programmierungsparadigmen in jeweils einer Sprache verstanden hat, braucht ca. 1 Wochendende um sich in eine neue Sprache einzuarbeiten (nicht das er danach richtig GUT darin programmiert, dazu brauch man ein paar Monate bis Jahre, aber es geht).
Nicht falsch verstehen, aber den einleitenden Satz hätten sie sich sparen können. Die Menschheit hat auch ohne Informatik überlebt.
Ich finde es traurig, dass einige Foristen wesentliche Kulturgüter gegeneinander ausspielen.
Musik und Kunst als Ausdruck von Gefühlen und Kreativität ist genauso wichtig wie die Logikgesteuerte Informatik. Nicht ohne Grund sind viele meiner Bekannten Mathematiker, Physiker, Informatiker, Biologen und Ingenieure nicht nur auf ihr jeweiliges Fach fokussiert, sondern auch musisch begabt und teilweise auch musikalisch "unterwegs".
Ein Mensch kann nicht reduziert werden, und auch die vielen Methoden, die es nicht nur in der Informatik braucht, ersetzen nicht die "Idee".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DarkEnginseer 02.06.2013, 20:30
92.

Zitat von sysop
Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.
Die Kinder und Jugendlichen lernen den Umgang mit dem Rechner in Freizeit und Alltag wahrscheinlich schneller und besser als im Informatikunterricht.

Ich denke, auf ein entsprechendes Schulfach kann man verzichten und Programmieren bringt man sich eh am besten selber bei -indem man es einfach tut und mit einem gewissen Maß an Selbstkritik schaut was dabei herauskommt.

Zurückblickend muß ich sagen, die Schulfächer, die für mein späteres Leben bis jetzt am wichtigsten waren, sind Mathematik, Deutsch und Englisch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
whaleryda 02.06.2013, 20:30
93. (@cassandros) Blödsinn!

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger. Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell...
Was Sie meine, ist PC-Unterricht, den es an der VHS für Anfänger oder für Rentner gibt. Informatik, also das, was dahinter steckt, ist so vergänglich oder unvergänglich wie Mathematik. Auch wenn neue Programmiersprachen kommen und es immer einfachere Systeme gibt, von objektorientierter Umgebung bis zu den sogenannten Baukästen für diejenigen, die wirklich gar keine Ahnung haben, ist ein grundlegendes Programmverständnis wünschenswert. Das gilt gerade auch für die spätere Arbeit. Heutzutage müssen in vielen Firmen nur deshalb Informatiker beschäftigt werden, weil die meisten der sonstigen Mitarbeiter nicht einmal das kleine Einmaleins der Informatik kennen. Außerdem ist gut und anschaulich gemachter Informatik-Unterricht eine Schule in logischem Denken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
inko.gnito 02.06.2013, 20:31
94.

Die Diskussion ist teilweise an Dummheit nicht zu überbieten und liefert ein Spiegelbild der Bildungsmisere in diesem Land.

Es kann doch nicht darum gehen, immer jüngere Dienstleistungsmaschinen zu züchten. Es muß darum gehen, daß der Nachwuchs die Welt versteht und lernt, sich darin zurechtzufinden.

Ob man die Steuerung des Aufzuges mit Basic, C++ oder womöglich PHP programmiert und den Aufzug dann via Amazon Cloud bestellt ist Jacke wie Hose solange man versteht, was passiert.

In Bayern gibt es noch relativ viel Kunst und Musik, sogar Latein und Altgriechisch gibt es noch. Die fahren recht gut damit im innerdeutschen und internationalen Vergleich. Einfach mal nachdenken und schauen, was die Obermotze in unserer Republik eigentlich auf der Schule gelernt haben. Aufsichtsratsvorsitzender wird man u.a. mit Bildung, nicht mit Auswendiglernen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
miber 02.06.2013, 20:31
95.

Zitat von stormking
Das ist vollkommener Unsinn. In unserer heutigen Gesellschaft ist der geübte Umgang mit Computer- und Kommunikationstechnologie eine Kulturtechnik, die in ihrer Bedeutung beinahe schon an das Lesen und Schreiben heranreicht. Menschen, die ihrer nicht mächtig sind, werden in Zukunft nur noch in geringqualifizierten Jobs arbeiten können, wenn überhaupt.

Sie haben's sicher nicht so gemeint.

Aber der "geübte Umgang" ist eher das Problem, das eben aus fehlendem "Informatik"-Wissen entsteht.

"bewusster Umgang"
("ich weiss ungefähr, was ich gerade auslöse und kann beurteilen, was PolitkerInnen und Lobbyindustrie mit dem angelernten IT-Bullshit-Bingo eigentlich durchsetzen wollen)
müsste eigentlich die Zielsetzung sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
michaelkaloff 02.06.2013, 20:35
96. #49 @TimmThaler: Wurde in Thüringen...

...im MatNatbereich etwas gestrichen? In Niedersachsen jedenfalls nicht, davon wüsste ich was. Ich bin Naturwissenschaftler und Gymnasiallehrer. Tatsache ist, dass die Belastung der Lernenden bei annähernd 60h brutto/Woche liegt, jedenfalls bei denen, die mitziehen. Meine Nichte geht in Bayern zur Schule, da ist es noch deutlicher. Zum redundant kolportierten Ossi-Mythos (der mangels inhaltlicher Rechtfertigung nur noch nervt): Es kommt eben nicht auf die Anzahl der Schuljahre an, sondern darauf, was man wie macht. Und da ist das Ossisystem gerne überbewertet, von den Nachgeborenen wird das gerne übernommen, sonst wird Papi noch sauer. Dem einen sein Ampelmännchen.... Aber bevor jetzt wieder das Geheule und Gemecker los geht, zurück zu meiner Frage: Welches Fach sollte raus?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TS_Alien 02.06.2013, 20:35
97. .

Wer etwas gegen Informatik hat, hat auch etwas gegen Logik. Kein Wunder, dass Lehrer ganz bestimmter Fächer Informatik nicht wichtig finden.

Leider wissen informatorische Laien gar nicht, wie breit die Anwendungsmöglichkeiten der Informatik sind. Programmieren ist nur ein ganz kleiner Teil der Informatik. Wer keine Ahnung von Informatik hat, wird immer nur ein Konsument informatorischer Angebote bleiben. Und zwar einer von der besonders schlichten Sorte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tbxi 02.06.2013, 20:36
98.

Zitat von sysop
Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance?
Nö. Das steigert meinen Wert als Fachkraft auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Und das kann mir ja nur recht sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
singlesylvia 02.06.2013, 20:37
99.

Die Kids brauchen kein Unterrichtsfach "Informatik", sondern nur die Ausrüstung. Den Rest lernen die Kids allein viel schneller, als die Lehrer je hinterherkommen werden.
Was man den Kids aber beibringen sollte, ist der richtige Umgang mit Medien und Informationen, ist differenzieren zu können, sind soziale Kompetenz trotz Facebook und Co., Nettikette, Respekt vor dem geistigen Eigentum im Internet und auch sonst etc., sich nicht von smartphones und apps abhängig zu machen, sondern die bei Geburt mitgelieferten Resourcen zu erweitern und zu gebrauchen (je mehr "weiß ich" und je weniger "das google ich", um so besser).

Zitat von utopien
Wozu muss ich die Bibel lesen können, wenn mir doch der Pfarrer sagt was drin steht?
Damit Sie erkennen können, dass, ob und wieviel Bullshit Ihnen der Pfarrer erzählt; das zu erkennen ist das, was ich über den Umgang mit Informationen sagte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 27