Forum: Leben und Lernen
Informatik als Pflichtfach: Mathe, Bio, Programmieren
Hilmar Schmundt

Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.

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brucewillisdoesit 02.06.2013, 21:40
140. Basic

Zitat von singlesylvia
Die Kids brauchen kein Unterrichtsfach "Informatik", sondern nur die Ausrüstung. Den Rest lernen die Kids allein viel schneller, als die Lehrer je hinterherkommen werden.
Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber von alleine lernen die "Kids" niemals Informatik, sondern bestenfalls wie man einen Rechner benutzt. Das kann im grunde jeder Trottel und das in der Schule zu vermiteln wäre in der Tat sinnfrei. Einige wirklich interessierte werden sich selbst das Programmieren beibringen. Wenn sie Pech haben probieren sie es dann zuerst mit Basic (siehe Dijkstra). Aber auch denen fehlt dann ein Teil des theoretischen Rüstzeugs.

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kdshp 02.06.2013, 21:41
141. Deutschland

Zitat von sysop
Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.
Bildung bringt eben erstmal keinen gewinn UND in deutschland geht es zu 99% nur noch ums schnelle geld. DAS nationale sozialwesen scheint hier in deutschland verloren gegangen zu sein.

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mrsa 02.06.2013, 21:43
142.

Zitat von K.U.R
Erst nach der Schule habe ich mich ganz langsam an die webentwicklung heran gewagt. Zehn Jahre später bin ich Programmierer. Durch die Informatik habe ich begriffen wozu Mathematik überhaupt gut ist. Das Denken das dahinter steht ist fantastisch. Es geht nur um Problemlösungen, Strategien und deren Beschreibungen. Wenn mir das jemand mal in der Schule gesagt hätte wäre mir schon geholfen gewesen.
Wahrscheinlich hat Ihnen das jemand gesagt, nur haben Sie nicht zugehört, wie so viele Jugendliche in einem bestimmten Alter.

Das ist mir übrigens auch aufgefallen, einige Haß-Fächer aus der Schulzeit entpuppten sich nachträglich als ganz interessant. Allerdings habe ich mich verändert, z.B. Interessen entwickelt und größerer Zusammenhänge erkannt. Nachträglich finde ich den damaligen Geschichtsunterricht doch nicht so sinnlos. Die Schule kann pubertierende und post-pubertierende Jugendliche eben nur bedingt erreichen.

So erging mir das z.B. auch im Fach Informatik, in dem wir Pascal auf dem AppleII erlernten. Nach anfänglicher Euphorie, die auf eigener Erfahrung mit Basic auf dem C64 beruhte, stellte sich schnell Ernüchterung ein. Anstatt coole Spiele zu programmieren wurde nur "langweilige" Logik angewandt, gepaart mit dem Auswendiglernen der Syntax. Für uns damals echt öde, aus heutiger Sicht allerdings durchaus sinnvoll.

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Übrigensnebenbeibemerkt 02.06.2013, 21:44
143. Wozu?

Zitat von nathanderweise73
Es ist kein Wunder, wenn Deutschhland immer mehr in die Mittelmäßigkeit abdrifet, wieder einmal werden wichtige Weichenstellungen verschlafen. Die Grundzüge der Programmierung sollte jeder Schüler lernen - die Programiersprachen werden sich ändern - aber wer die Grundzüge beherscht, kann sich anpassen. Der Rest der Welt hat das verstanden
Wozu sollte jeder Schüler Programmieren könne? Dieser Unfug wird seit Ende der 80iger/Anfang der Neunziger betrieben. Damit am Ende jeder sein eigenes WinWord herstellen kann? Ich habe Verständnis, dass zum Beginn des Computerzeitalters diesbezüglich noch andere Vorstellungen vorherrschten. Aber heutzutage? Da könnte ich ebenso versuchen, Vebrennungsmotorentwicklung zu lehren.
Die Praxis sieht demzufolge übel aus. Ein ständig veraltender Hardwarepark, Kosten der Adminidtration und am Ende Surfen die Kinder/Jugendlichen wild im WWW oder spielen irgendwelche Desktopspiel. Die Erstellung eines Zehnzeilenprogramms zu Addition von zwei Zahlen in einer unübersichtlichen Entwicklungsumgebung macht in meinen Augen keinen Sinn. Dann lieber Werken, Musizieren, Rechnen, Nadelarbeit, Sport oder Kochen.

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philophax 02.06.2013, 21:46
144. Überraschung!!!

Informatik ist wichtig? Au weia!
Jetzt mal schnell passende Lehrer einstellen. Die werden in Scharen die Schulen überrennen! Immerhin gibts in NRW endlich Reallohnverluste bei steigenden Arbeitszeiten für die verbeamteten Kollegen. Und woanders gibts in den Ferien für die angestellten Lehrer kein Geld! Kein Thema...da Informatiker eh nicht wissen wo sie arbeiten sollen unterrichten die auch kostenlos.
Vielleicht sogar auf Lateinisch!

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stormking 02.06.2013, 21:47
145.

Zitat von peddersen
Die Kunst ist, DAS zu wissen, was man braucht.
Um überhaupt einschätzen zu können, "was man braucht", sind gewissen Grundlagen unerläßlich.

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abcabab 02.06.2013, 21:49
146. Musik und Sport

sind dich wichtigsten Unterrichtsfächer in der Schule. Der Staat muss jedem Schüler ein kostenloses Instrument ab dem 4.ten Lebensjahr zur Verfügung stellen und täglich sollten brutto 2 Schulstunden Sport auf dem Lehrplan stehen - selbstverständlich OHNE Notengebung.
Musik ist die höchste aller Künste (die siebte), schult alle Fähigkeiten, Sinne, soziale Kompetenzen und Sprachvermögen (Musik ist eine Sprache) und Sortunterricht mit dem Fokuns auf allgemeiner dynamischer aerober Ausdauer wirkt präventiv für sämtliche Zivilisationskrankheiten (Herzinfarkt und Schlaganfall, metabolisches Syndrom und Diabetes Mellitus vom NIDDM-Typ etc. pp.), sorgt obendrein für soziale Kompetenz und Teamgeist.
Informatik sollte ebenso wie Wirtschaftswissenschaften ein Pflichtfach der "zweiten Reihe" sein, da hier kein primärer Hirn- bzw. Körperschulungseffekt wie bei Musik- und Sportunterricht eintritt, trotzdem wichtiges Basiswissen formaler Art vermittelt wird.

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peddersen 02.06.2013, 21:53
147.

Zitat von brucewillisdoesit
Mathe und Englisch verstehe ich ja, aber Deutsch ? Wozu ? Über 90% aller Schüler (fast alle Industriestaaten) weltweit kommen ohne das Fach aus, und haben keine Probleme.
Ähhh-die haben dann aber z.B. englisch. Und was lernen die da? Shakespeare. Oder Chinesisch - und da lernen sie dann Wang-Tschang-Fang oder wie die betreffenden da heißen.

Zitat von brucewillisdoesit
Aber ca. 6 Jahre sinnentleerte Literaturdiskussionen ? Muss das wirklich sein ?
Naja, sinnentleert vor der Kiste zu hocken ist jetzt auch nicht so der Brüller. Es kommt eben darauf an, wie man was lernt. Ich bin fast versucht, zu sagen, es ist völlig egal, WAS man lernt. Man kann auch aus Deutsch und Musik Logik lernen. Und Lernen ist NICHT das Annehmen der möglichst genauen Paßform der Industrieanforderungen.

Was hier offensichtlich gefordert wird. Wenn man wirklich LOGISCH an die Sache herangeht, gehört dazu auch die WARUM-Frage. Sonst ist das alles garnix wert. Und da ist die Chance groß zu erkennen, daß das, was wir herstellen, verbrauchen, mit was wir unseren Lebensunterhalt verdienen, völliger Quark ist. Ne Sackgasse. Zumindest außerhalb derer, die unser Brot backen, unsere Häuser bauen usw. Und daß sich die Sache rumgedreht hat und die Menschen für die Industrie und nicht andersrum da sind.

Ohne geistige Reife, ohne Persönlichkeit abseits der messbaren Leistung sind das alles nur Zombies, die wir ausbilden. Die dann die Drohnen programmieren.

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michaelkaloff 02.06.2013, 21:54
148. #132 @qwsdvc: Der nächste.....

low-performer, der nichts zur Sache beizutragen hat. Wirtschaft ist Pflichtfach und Informatik wird abseits des Pflichtunterrichts von engagierten Lehrern unterrichtet. Anders als auf der Hilfsschule, von der Sie zu kommen scheinen- zumindest Ihrer Argumentation zufolge. Im den Pflichtunterricht geht es hier.

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Markenfetischist 02.06.2013, 21:55
149.

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger.
Nein, alle drei sind wichtig. Und alle drei sollten bis in die 11. Klasse (bei 9er-Abi) durchgehend Pflichtfächer sein und auch angeboten werden. Ja, gerade Informatik ist auch für jüngere Schüler wichtig. Der Umgang mit den neuen Medien (Medienkompetenz) ist ein wirksamer Schutz der Kinder vor den Gefahren und Fallstricken des Webs. In späteren Klassen kann man sich dann mehr der Technik widmen.

Zitat von cassandros
Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell.
Auf die für Jugendliche sehr wichtige Medienkompetenz trifft deine Aussage zu, und schon gar nicht auf das Erlernen einer Programmiersprache. Dies sind sehr langlebige Sprachen, C++ ist mittlerweile 30 Jahre alt. COBOL sogar schon über 50 Jahre und wird in einigen Großunternehmen noch eingesetzt. C# ist mittlerweile auch schon 13 Jahre alt und wird es noch genauso wie Java einige Jahrzehnte geben, welches auch schon fast 20 Jahre alt ist.

Die Sprachen ähneln sich auch alle mehr oder weniger, so dass es leichter fällt in andere Sprachen einzusteigen, wenn man ersteinmal eine beherrscht. Wer z.B. einmal eine objektorientierte Sprache erlernt hat wie Java, kann ohne große Probleme eine andere objektorientierte Programmiersprache lernen wie C#.

Darüberhinaus haben sich die Grundlagen der Informatik seit über einem halben Jahrhundert nicht geändert, werden aber natürlich immer erweitert. Doch die Logik und Mathematik, die in den Programmiersprachen lediglich ihren Ausdruck finden, sind universal und werden auch noch in etlichen Jahrzehnten gelten.

Nein, deine Aussage ist totaler Unfug. Durch die Minituarisierung der Computer und dem Weggang der "Heimcomputer" und Desktop-PCs erleben wir schon seit den 00er-Jahren einen bedenlichen Anstieg der technologischen Legasthenie unter Jugendlichen. Ein Jugendlicher in den 90ern konnte noch mit höherer Wahrscheinlichkeit einen PC zusammenbauen, heutige Jugendliche können das nicht mehr! Je einfacher die Bedienung der Gadgets wird, desto wichtiger ist die Vermittlung der tatsächlichen Grundlagen der Technik.

Beschränkt sich der Informatikunterricht auf Excel- und Word-Bedienung, so ist das ein Armutszeugnis und zeigt, dass wir mehr Informatiklehrer brauchen, die das Fach auch wirklich studiert haben. Wie man Textverarbeitung benutzt gehört in den Deutsch- und wie man Tabellenkalkulation benutzt in den Mathematikunterricht!

Zitat von cassandros
Es wird auch nicht "Plastikkunde" unterrichtet, obwohl wir überall von Kunststoffen umgeben sind.
Willst du unmündige Technologieopfer haben? Ich muss nicht verstehen wie man Kunststoffe herstellt um sie benutzen, aber ich muss auf jeden Fall verstehen wie Google funktioniert, wenn ich es täglich nutze!

Und übrigens gibt es die "Plastikkunde" in der Schule, nennt sich Chemie-Unterricht.

Ich wittere bei dir diese kurzsichtige Technologiefeindlichkeit, dabei gilt: Nur wer die Technik kennt, kennt ihre wirklichen Gefahren. Ein Verzicht auf Informatik bedeutet: dumme Erwachsene, die von den Technologiefirmen ausgenutzt werden können.

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