Forum: Leben und Lernen
Informatik als Pflichtfach: Mathe, Bio, Programmieren
Hilmar Schmundt

Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.

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DJ Doena 02.06.2013, 18:32
10.

Ich bin 1994 mit der 11. Klasse an eine komplette neugebaute Schule gekommen. In der 11. und der 12. Klasse hatten wir Informatik als Wahlpflichtfach.

In der 13. Klasse durfte uns der Lehrer nicht mehr unterrichten. Warum? Weil nach Berliner Schulgesetz or whatever ein Informatiklehrer erst zwei zwölfte Klassen unterrichten muss, bevor er eine 13. unterrichten durfte!

Hab trotzdem an der FHTW Informatik studiert.

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DJ Doena 02.06.2013, 18:36
11.

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger. Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell.
Das kommt drauf an, _wie_ man den Unterricht gestaltet.

Ich kann keinen Ton halten und mein Musikgeschmack ist in den 80ern stehen geblieben. Das einzige, was ich zeichnen kann, ist eine Comicfigur. Ich musste nie wieder eine Kurvendiskussion machen. Auch die Mendelschen Regeln habe ich bisher noch nicht wieder gebraucht.

Trotzdem habe ich Mathe und Bio gerne gemacht und Musik und Kunst als notwendiges Übel ertragen.

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gonger 02.06.2013, 18:36
12. Informatik als Pflichtfach

Die Abschaffung von Informatik als Pflichtfach an Hamburger Grundschulen ( sorry, die heisst ja jetzt Stadtteilschule ... ) ist nur ein weiterer Anlass für bildungsnahe Eltern weg von den Stadtteilschulen an die Gymnasien zu flüchten.

Dieses Verhalten kollidiert natürlich mit der linken Schulpolitik, die am liebsten die Gymnasien abschaffen will.

Könnte es auch sein daß es eventuell zu wenig Lehrer an den Stadtteilschulen für Informatik gibt ? Sozialkunde und Religionsunterricht ist doch so viel einfacher zu lehren. Da muss man nicht so viel wissen. Ein linkes Weltbild und die Mitgliedschaft in der GEW genügen.

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shardan 02.06.2013, 18:40
13. Falsche Auffassung - in zweierlei Hinsicht

Was Hamburg macht,ist sträflich. Informatik als Pflichtfach abzuschaffen ist schon mehr als nur grenzdebil. Allerdings gehört der Informatikunterricht in Teilen auch mal renoviert. All zu oft wird Informatikunterricht als "Programmieren lernen" aufgefasst. Allemal ist es sicher heutzutage sinnvoller, C++ als Programmiersprache zu beherrschen anstatt Cäsars "De Bello Gallico" im lateinischen Text lesen zu können. Damit darf sich Informatik aber nicht erschöpfen. Folgenabschätzung gehört mit dazu: "Was sammeln Google, Facebook usw an Daten? Was können sie mit den Daten machen? Auch Integration anderer Fächer wie Mathematik wäre wünschenswert, Mathe und Informatik sind ohnehin schwerlich trennbar. Für wenig Geld sind einfache Prozessorboards erhältlich (z. B. das "Arduino" Board). Steuerungen, Robotik und mehr sind damit möglich. Selbst einfache Sensorik wie Geoposition und Beschleunigung - eine Kombination aus Mathe, Physik und Informatik, ideal für Unterrichtszwecke.

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Nörgelrentner 02.06.2013, 18:41
14. Bildungsbürgertum

Als es darum ging, welche Schreibschrift in Hamburg gelehrt wird kam ein grosser Aufschrei von Walter Scheuerl. Bei der Informatik hält er sich zurück...

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michaelkaloff 02.06.2013, 18:41
15. Im Rahmen von G8....

sind die Stundentafeln voll. Welches Fach sollte also weichen?

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Pung Sunglung 02.06.2013, 18:42
16.

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger. Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell. Es wird auch nicht "Plastikkunde" unterrichtet, obwohl wir überall von Kunststoffen umgeben sind.
Bei uns hat man statt "Plastikkunde" damals "Chemie" gesagt.

Das mit dem Veralten ist auch grobe Übertreibung. Klar, wenn man den gedanklichen Sprung zwischen "if .. then ... end if" und "if(..){...}" nicht machen kann, steht man irgendwann vor Problemen. Aber bisher ist noch jede Programmiersprache aus Verzweigungen, Schleifen und/oder Rekursionen aufgebaut worden.

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utopien 02.06.2013, 18:44
17. Computer Scientists are the wizards of tomorrow

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger. Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell. Es wird auch nicht "Plastikkunde" unterrichtet, obwohl wir überall von Kunststoffen umgeben sind.
das ist quark :)
In der Informatik veraltet absolut NICHTS!! :) Schon einmal etwas von theoretischer Informatik gehört?
Die konzepte bleiben gleich... immer.
Was ist determinismus, was ist eine turing maschine?
Das bleibt... genauso wie die Grundkonzepte der Mathematik die Gleichen bleiben...
Ich habe selbst Informatik studiert und arbeite als Projektleiter für ein mittelständisches Unternehmen. Die Zeiten ändern sich... heute ist es wichtiger die Welt der Informationen zu vermitteln.
Der Informatik-Unterricht sollte komplett anders aufgebaut werden. Die Basis der 5ten Klasse sollte sein:
Was ist das Internet?
Wie finde ich mich darin zurecht? Was ist Datenschutz? Was kann geschehen wenn meine Daten einmal im Netz sind.
Später sollten grundlegende Kenntnisse in der Theorie vermittelt werden etc. etc. genauso wie in der Physik und Biologie auch.
Es ist wirklich schlimm, dass wie so abgehängt werden. Die Informatik ist der am schnellsten wachsende Bereich der neuen Technologien und dieser Trend wird sich nicht mehr umkehren. Wir verpassen hier den Anschluss. Wir unterrichten Religion, dabei werden Werte heute in der Informationsgesellschaft geprägt. Der Religionsunterricht beeinflusst die KInder lange nicht, wie einen Text den sie im Internet lesen, ob wahr oder falsch. DIESES zu differenzieren, DAS sollte ein grundlegender Aspekt der INformatik sein und zudem: https://www.youtube.com/watch?v=To9S-iunY0c

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Schlangenzung 02.06.2013, 18:45
18. Was ist denn eine Schreibmaschine?

Zitat von sysop
Josef Kraus: "Die Schüler müssen ja auch nicht wissen, wie eine Schreibmaschine funktioniert", sagt er. "Hauptsache, sie können sie bedienen."
Wenn der bedeutende Mann das so sagt, wird's wohl stimmen. Allerdings: Ich habe in diesem Jahrhundert noch keine Schreibmaschine in einer deutschen Amtsstube gesehen - und ich könnte mir vorstellen, dass es inzwischen Grundschüler gibt, die überhaupt nicht wissen, dass es mal mechanische Schreibmaschinen gab. Dafür gibt es allerdings Schüler, die die Präsentationsunterlagen für ihre GFS (schuldeutsch für: "Gleichwertige Feststellung einer Schülerleistung") selbstverständlich mit Impress oder mit Powerpoint herstellen. Wenn ich denen von Tageslichtprojektoren und Folien erzähle und dann noch den Unterschied zwischen nicht löslichen, alkohollöslichen und spuckelöslichen Stifttinten erkläre, lachen die bloß über meine unzeitgemäß gewordenen Kenntnisse.

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Sayadi 02.06.2013, 18:46
19.

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger. Es wird auch nicht "Plastikkunde" unterrichtet, obwohl wir überall von Kunststoffen umgeben sind.
Die Zusammensetzung und die Herstellung von Kunststoffen ist Bestandteil des Chemieunterrichte, zumindest an der Oberstufe. Die "Plastikkunde" hat mir da sehr viel Spaß gemacht.
Ich hab meine ersten IT-Kurse anfang der 90er besucht, teilweise reine Trockenkurse, mit Rechnen im Binärsystem, Basic-Programmierung, etc. . Es ging in erster Linie darum, wie ein PC "tickt", wie er aufgebaut ist, nach welchen Prinzipien er funktioniert. Ich denke, solches Grundwissen veraltet nicht so schnell.

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