Forum: Leben und Lernen
Informatik als Pflichtfach: Mathe, Bio, Programmieren
Hilmar Schmundt

Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.

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lordax 02.06.2013, 18:47
20.

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger. Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell.
Ach tatsächlich? Wissen Sie das aus eigener Erfahrung oder nur vom Hörensagen? Selbst die aktuellste, in großen Maßstab eingesetzte Programmiersprache - Java - ist inzwischen 20 Jahre alt. Musikstile wechseln da deutlich schneller. Was sich ändert ist, welche Frameworks gerade Mode sind. Es kommen auch mal ein paar neue Techniken hinzu. Die Grundlagen sind aber sehr stabil.

Außerdem bietet der Informatikunterricht die Chance, ein bisschen diskrete Mathematik einzubringen, die im offiziellen Mathe-Curriculum sträflich vernachlässig wird.

Zitat von cassandros
Es wird auch nicht "Plastikkunde" unterrichtet, obwohl wir überall von Kunststoffen umgeben sind.
So? Also wir haben Kunststoffe im Chemieunterricht behandelt.

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michaelkaloff 02.06.2013, 18:48
21. #7 @ SonOfAnnwn: Wer nur Vorurteile...

projiziert, weil die eigenen Lehrer in der Schule ja so pöhse waren, outet sich selbst als low-performer und sollte mangels Substanz besser schweigen. Oder hätten Sie doch noch etwas sachliches beizutragen? Nööö??? In der Tat: Armes Deutschland.

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spdf 02.06.2013, 18:49
22. re

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger. Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell. Es wird auch nicht "Plastikkunde" unterrichtet, obwohl wir überall von Kunststoffen umgeben sind.
Was soll an Musik wichtig sein? Noten lesen können die Schüler irgendwann, dann sollte es auch gut sein. Kein Schüler muss den Abstand zwischen zwei Noten hören können. Das Fach sollte man ab der 8. oder 9. Klasse abschaffen!

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alexaugust 02.06.2013, 18:52
23. Schlechter Unterricht

Mein Sohn hatte (jetzt 10.) an einem bayrischen Gymnasium mehrere Jahre Informatikunterricht - er zählte zu dem miesesten Unterricht überhaupt und bracht für die Praxis schlicht nichts. Informatik, ja gerne, aber nur mit Qualität!

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Layer_8 02.06.2013, 18:58
24. veraltet...

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger. Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell. Es wird auch nicht "Plastikkunde" unterrichtet, obwohl wir überall von Kunststoffen umgeben sind.
...mitnichten. Veraltet ist in der Informatik so schnell nichts. Höchstens schneller auf kleinerer Hardware. Das Prinzip bleibt, zumindest was das Schulniveau hergeben soll und muss. Und mit Musik haben Sie Recht. Kann später, neben dem künstlerischen und ästhetischen, auch für die (Quanten-)physik sehr nützlich sein. Und zum Artikel: Programmieren gehört zum Allgemeinwissen, genauso wie z.B. Grundkenntnisse der Betriebswirtschaft welche in den Schulen normalerweise auch nicht so vermittelt werden.

BTW Ich hab damals fakultativ schon Informatik gehabt, wenn auch nur BASIC-Programmieren. Abi '83

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utopien 02.06.2013, 18:58
25.

Zitat von sysop
Josef Kraus beispielsweise kann dem Programmieren an der Schule nicht viel abgewinnen: "Was den computerisierten Unterricht angeht, hat sich die Euphorie bei Eltern und Lehrern auf ein vernünftiges Maß reduziert", sagt er. Seit 26 Jahren ist er Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, er hat gegen die Rechtschreibreform und die Pisa-Studien gewettert. Er trägt das Bundesverdienstkreuz am Bande, sein Wort hat Gewicht.
Ein Satz noch als Ergänzung zu meinem Vorhergehenden Beitrag:

Diese Einstellung erinnert mich doch stark an das Mittelalter. Wozu muss ich die Bibel lesen können, wenn mir doch der Pfarrer sagt was drin steht?

Einfach anschauen... Der Film sagt alles: https://www.youtube.com/watch?v=To9S-iunY0c

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Greetings 02.06.2013, 18:58
26. Informatik ist wichtig!

Ein grundlegendes Verständnis für die Funktionsweise eines Computers und die Vorgehensweise beim Programmieren ist schon wichtig.
Es ist natürlich nicht alles, aber es tritt in zunehmendem Maße in unser Leben.

In Anbetracht der Tatsache, dass immer mehr digitalisiert wird und dieser Trend mit Sicherheit nicht abnehmen wird, sollte es erstebenswert sein mitreden zu können.

Um zu verstehen wie Programme funktionieren, wie sie erstellt werden, wo die Grenzen liegen, bedarf es grundlegender Kenntnisse. Je weiter diese Wissen verbreitet ist, um so einfacher ist es, Anforderungen an die Software zu formulieren und bewerten zu können.

Das Mindeste sollte sein, die übrigen naturwissenschaftlichen Fächer durch EDV-Umgang zu begleiten. Versuchsprotokolle sollten mit einem Textverarbeitungsprogramm erstellt und die Messreihen sollten mit einer Tabellenkalkulation erstellt werden.

Das ist aber reines Anwenderwissen, und hat weig mit den eigentlich wichtigen Computerkenntnissen zu tun. Auch hierzu sollte es für alle eine gründliche Einarbeitung geben, die dann in Wahlpflichtfächern vertieft werden kann.

Musikunterricht liesse sich auch mit einem PC begleiten. Obwohl hier das Instrument und die Stimme im Mittelpunkt stehen sollten, kann ein sinnvoller Einsatz des PCs den Unterricht anreichern und diesen Part der Musik aufzeigen.

Der Einsatz von Computern ist weitaus mehr als Text und Internet.

Zwei Punkte bremsen den sinnvollen Einsatz von Computern in der Schule aus:

1. Das notwenige Geld. Die Schulen haben ganz schlicht nicht die Ressourcen, um die Schule hinreichend auszustatten.
2. Die Kenntnisse beim Lehrpersonal. Um einen begleitenden Einsatz von Computer im Unterricht zu ermöglich, müssen die Lehrer die Komptenz haben, die Technik einzusetzen, ohne den eigentlichen Unterrichtsinhalt zu vernachlässigen, bzw. ohne die Computer in den Mittelpunkt zu stellen. Und das nicht bei einzelnen Personen, sondern bei allen Lehrern.

Ob das möglich ist?

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McMacaber 02.06.2013, 18:59
27. optional

.. halte Informatik als Hauptfach überzogen - als AG bzw GK in der Oberstufe nett, ansonsten nebensächlich. Wichtiger ist es, den Umgang mit dem Medium zu vermitteln, nicht dessen Programmierung. Daher wäre mir eine Horizontale Integration weitaus lieber als die Vertikale.

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charlybird 02.06.2013, 19:00
28. Wir sind halt zu geizig,

vernünftiges Lehrpersonal dafür einzustellen. Wir halten es eben für wichtiger
den Fokus auf Kindergärtnerinnen, :-), mit pränatalem Hochschulstudium,
5 Jahre Auslandserfahrung, einen Abschluss in Mandarin, Kantonesisch wahlweise, und die Fähigkeit 4 Instrumente im anspruchsvollem
Vorschulstadium zu unterrichten, zu legen. Kann auch helfen. Allerdings
sind in den genannten Ländern die Ausbildungsmöglichkeiten
themenbezüglich nur privater Natur, Stipendien sind möglich, aber nicht
einfach, von daher muss hier schon wieder gänzlich umgedacht werden.
Wer soll das machen ? :-)

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andi5lebt 02.06.2013, 19:01
29. Soll man auch jeden anderen möglichen Beruf

gleich in den Schulen mitlehren? Wenn man aus irgendwelchen Gründen programmieren lernen sollen muß, dann bitte auch nähen, Autos reparieren, per Bank Steuergeld vernichten und Bio-Gemüse anbauen als Pflichfächer.

Ernsthaft: gerne den Umgang mit Computern und allem was dazugehört ein bischen tiefer als bis Word vermitteln. Aber programmieren? Was später 2% der Schüler in ihrem Beruf mal brauchen? Groteske Idee.

Dasselbe gilt allerdings auch irgendwie für Musik.

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