Forum: Leben und Lernen
Informatik als Pflichtfach: Mathe, Bio, Programmieren
Hilmar Schmundt

Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.

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mielforte 02.06.2013, 19:51
60. Wenn das so wäre,

Zitat von rainbowman1
Die Lehrpläne wurden in den letzten 30 Jahren konsequent auf die Bedürfnisse von Mädchen umgestellt. Physik und Chemie wurden geschliffen, nur Mathe konnte sich halten. Da ist es nur konsequent Informatik nicht flächendeckend einzuführen.
wird unsere Volkswirtschaft vorsätzlich gedrosselt. Dazu noch das passende Bildungssystem und hohle Medien. Gute Nacht.

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carolian 02.06.2013, 19:51
61. Das bringen die Knaben sich gegenseitig bei.

Dafür brauchen die keine Schule.

Opa reicht.

Wobei Informatik für die Bedienung eines PC´s wohl etwas sehr hochgestochen ist. Mit Informatik geht´s in das Betriebssystem und in die Programmierung. Und das ist ein Beruf mit langjähriger Ausbildung. Da hat ein Knabe nichts zu suchen. Der soll spielen und lernen.

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abryx 02.06.2013, 19:53
62.

Bereits 1987 hatte ich in der Schule Informatik.
Mitten in Deutschland!
Allerdings nicht auf einer Regelschule sondern auf dem 2. Bildungsweg im Tageskolleg der VHS in Köln.
Wir hatten einen sehr engagierten Lehrer, der das Fach dort auufgebaut hat.
Wir hatten gute Computer für die damalige Zeit und sogar eine computergesteuerte Fräse.
Ein großer Teil der Schüler bestand - wie zu meiner Generation üblich - aus begeisterten Computerfreaks der 80er Jahre, die sich in Spieler und Programierer aufteilte und so erreichten wir sogar, das teilweise Schüler die anderen Schüler in speziellen Dingen wie z.B. einem 10-stündigen Kurs in Assembler unterrichteten und als Schulprojekt eine Mailbox errichtet wurde.
Mit der Fräse liessen wir uns Platinen für andere Computerprojekte fräsen und bei vielen Kristalisierte sich schnell heraus, das sie hier auch beruflich weitermachen wollten.

Heute ist der Computer ein alltägliches Werkzeug zum Zocken, für Kommunikation und andere Dinge, bei denen sich die wenigsten Anwender fragen, wie so etwas geht und wer so etwas erstellt.
Ich stelle auch häufig unter "Kollegen" fest, das es meistens nur darum geht, den meisten Profit aus kurzlebigen Hypes zu generieren.
Viele Jungprogrammierer konnen zwar Kklometerlangen Code generieren, haben aber meistens kaum eine Ahnung von praxisorientierten Anwenderschnittstellen, geschweige denn echten Geschäftsprozessen.
Kurzum - die Technik ist da aber meistens fehlt die Seele sie sinnvoll zu beleben ...

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spdf 02.06.2013, 19:55
63. re

Zitat von cassandros
Und was soll an Programmiersprachen wichtig sein? Den Knopf der Maus drücken können die Schüler irgendwann, dann sollte es auch gut sein. Den Abstand zwischen 4- und 5 sollte man schon wahrnehmen, weil in diesem Intervall die Versetzungsgefährdung liegt. Ein schriller Ton!
Sehr schwache Argumente. Sonst fällt ihnen nichts ein? Das Fach Informatik könnte man mit dem Deutschunterricht verbinden, zwecks logischer Aufbau von Texten. Das ist etwas was sie in der Uni brauchen. Der Musikunterricht hingegen ist eine total sinnlose Angelegenheit, um nicht zu sagen Zeitverschwendung. Wer Musik studieren will tut das garantiert nicht wegen dem Unterricht! Und Schülern irgendwelche Sachen auf dem Klavier vorzuspielen und die dürfen dann den Abstand zwischen den Noten erraten, was soll das?

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discipulus_neu 02.06.2013, 19:55
64. !

Zitat von hj.binder@t-online.de
Wenn Josef Kraus gegen Informatik wettert hat dies wahrscheinlich mit dem zu tun, dass er sich persönlich vor 26 Jahren von dieser Welt in Richtung Präsident eines Verbandes verabschiedet hat, den kein Mensch kennt.
Im Gegensatz zu manchem akademischen Trockenschwimmer oder professoralem Kathederstrategen kennt Josef Kraus Schüler noch als lebendige Wesen!

Schulleitung und Verwaltung

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Christian Wernecke 02.06.2013, 19:55
65. Es läuft eine Menge schief

Zitat von sysop
Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.
Wenn ich sehe, wie wenig das Thema EDV in den Schulen präsent ist, wenn ich sehe, dass es sogar Lehrer gibt, die den Gebrauch des Internet explizit ablehnen (so bei einer Lehrerin der eigenen Kindern erlebt), dann wundert mich nichts mehr. Lieber setzt sich die Politik für die Abschaffung der Noten und des Sitzenbleibens ein, als sich um die fundamentalen Notwendigkeiten einer modernen Wissensgesellschaft zu kümmern. Hinzu kommt die Not der Handwerker, die erhebliche Probleme haben, geeignete Auszubildende zu finden, die ein ordentliches Deutsch sprechen, richtig rechnen und lesen und schreiben können. Es läuft eine Menge schief bei uns.

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brucewillisdoesit 02.06.2013, 19:58
66. altmodisch

Zitat von SonOfAnnwn
Informatik an Schulen? Verblödete und weiterbildungsunwillige Lehrer die keine Ahnung haben, antike Computer mit noch älteren Betriebssystemen, dazu dümmliches Rumgeschreibsel mit Word und Co. Armes Deutschland.
Dann haben sie nicht verstanden, worum es wirklich geht. Es reichen z,B. ein 386er mit DOS oder einer frühen Linux Distribution (so um Kernel 1.2). Sie brauchen nicht diesen ganzen GUI Krempel für Grundlagen. Für Mathematikunterricht benötigt man ja auch keine Numbercruncher.

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Ynne 02.06.2013, 19:58
67. Informatikunterricht ist absolut logisch

Als Lehramtsstudentin (nicht für Informatik) höre ich in der Uni ständig von Medienkompetenz und wie wichtig diese für allgemeingebildete Schüler ist. Uns als angehenden Lehrern wird gesagt, dass wir dies in unseren Unterricht mit einbauen sollten - doch wenn man mal ehrlich ist: die meisten anderen Kompetenzen, die von den Bildungsministerien gefordert werden, sind durch mindestens ein Fach vertreten: lese- und schreibkompetenz, mathematisches Verständnis usw. Wieso also nicht auch Informatik? Ich selbst ärgere mich, dass ich in der Schule nie Informatik gelernt habe - sondern Latein und Musik.

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verdammteaxt 02.06.2013, 19:59
68. Allgemeinbildung

So ein Blöddsinn. Diese sog. Experten wissen wahrscheinlich selber nicht mal, was der Warschauer Pakt, der Versaillier Vertrag o.ä. ist.

Sicher gibt es einige (technische!) Berufe die das nun brauchen, aber man sollte damit Normalos nicht quälen ;) Da gibts jawohl wichtigeres, was die Allgemeinheit wissen und vorallem BEHALTEN sollte. Denn eine Programmiersprache behält man nicht und brauch auch fast keine Sau für sein Leben.

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Hamberliner 02.06.2013, 20:01
69.

Zitat von sysop
Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.
Das "ob" steht außer Frage. Sorgen mache ich mir um das "wie". Ich halte es für entscheidend, ein Verständnis der Grundlagen zu erlernen, das uns immer mehr beinahe gezielt aberzogen wird. Wenn ich so Revue passieren lasse, was ich mir autodidaktisch beibringen musste, und was früher viel leichter zu erlernen war: Zu verstehen, wie ein Mikroprozessor funktioniert. Dass er mit einem Adressbus und einem Datenbus mit dem Hauptspeicher verbunden ist. Welche Register er hat. Ich erlernte dies (autodidaktisch) anhand des 8086. Zuerst von Hand, dann durch primitive Assembler-Programmierung. Was für eine tiefe Befriedigung empfand ich dann, als ich mit debug ein bisschen Müll nach B800:0000 schrieb und sah, dass sich auf dem Monitor etwas tat! Nach dem Siegeszug der GUIs kommt man an diese Kommandozeilen-Welt heute gar nicht mehr von selber spielerisch heran, wenn einem niemand sagt, wie wichtig das fürs Grundlagenverständnis ist. Auch das Begreifen, wie die Bytes sich aus Bits zusammensetzen, war ein Genuss. Wie ein spielendes Kind schloss ich einen Analogschreiber an die serielle Schnittstelle des Terminals an (Pech für die Kinder, wenn es heute keine Terminals mehr gibt), schaltete die auf extrem langsam, und siehe da, wenn ich abc tippte kam als Gezappel aus Nullen und Einsen genau das Diagramm aufs Papier das ich erwartet hatte. Unvorstellbar ist für mich auch, wie man das Internet verstehen will wenn man nie übungshalber einmal ein Socket von Hand geöffnet und TCP-Befehle von Hand eingegeben hat, z.B. POP3 oder ftp.
Was nicht passieren darf ist, dass sich bei den Kindern das Gefühl verfestigt, dass sich im Rechner mystische, mysteriöse Dinge abspielen die kein Mensch verstehen kann, so dass sie ohnmächtig mit diesem Gegenstand schimpfen wenn etwas nicht funktioniert so als sei das ein Lebewesen.
Demgebenüber wär es der völlig falsche Weg, denen MS Office und AutoCAD beizubringen und das wa's dann.

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