Forum: Leben und Lernen
Informatik als Pflichtfach: Mathe, Bio, Programmieren
Hilmar Schmundt

Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.

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graetz777 02.06.2013, 20:01
70. Der Vergleich mit der Schreibmaschine hinkt

In Physik, Chemie und Biologie werden auch praktische Experimente durchgeführt. Wer (einfaches) Abgesehen davon, das Informatik viel mehr ist als nur Computer programmieren und es wirklich kaum noch einen Bereich in unserem Leben gibt, der nicht davon betroffen ist sollte die Old-School Anhänger den Computer als eine Art mathematisches Labor ansehen - oder eben auch Physk und Chemie abschaffen.

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Crom 02.06.2013, 20:02
71.

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger. Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell.
Das ist falsch. Die Programmiersprachen ändern sich vielleicht, aber die Grundgedanken und die Herangehensweise dahinter bleiben gleich.

Darüber hinaus sollte der Informatikunterricht nicht nur hier ansetzen sondern auch erklären, wie ein Computer allgemein funktioniert, wie man sich sicher im Internet bewegt etc.pp.

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Fuerchtegott79 02.06.2013, 20:03
72. Bio, Mathe, "Programmieren"

Zitat von sysop
Bio, Mathe, Programmieren
Wenn man es tatsächlich für nötig hält, Schülern Fertigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, die sie spätern beim Software entwickeln nutzen können, dann sollte man berücksichtigen, dass man mit dem Programmieren aus "Mathe, Bio, Programmieren" zu kurz springt.
Viele können programmieren, nach kurzer Anleitung kann das fast jeder. Dagegen ist Software entwickeln ein sehr schwieriges Handwerk und eine Kunst, für die man Fähigkeiten zum abstrakten Denken, Modellieren, Umgang mit Modellen, mathematisches Verständnis, Psychologie, Textverständnis, Kommunikationsfähigkeit, kreative Problemlösungsfähigkeit, kaufmännisches Gespür etc. benötigt.
Wer jetzt meint, das alles mit Programmierunterricht vermitteln zu können, weil das in Indien so üblich ist, der sollte mal in einem nicht ganz strikt durchgeplanten Projekt mit indischen Kollegen zusammenarbeiten.
Aber wer vor diesem Hintergrund und auch vor dem Hintergrund, dass es kaum jemanden gibt, der das alles vernünftig vermitteln kann, den Programmierunterricht für verzichtbar hält, ist aus der Sicht von einigen Experten hier im Forum ein pöser, pöser Grüner oder sonstwie Linker.

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homer76 02.06.2013, 20:04
73. IT ist out

<Ironie>
Nein, Informatik brauchen wir wirklich nicht mehr. Wozu auch, um Interesse an MINT zu wecken? Die IT machen dann die „Checker“ von Indien oder vom Ostblock für eine Green-Card und 2,99 €/h. Brutto versteht sich. Die Jungs haben es echt drauf! Nein, nicht wirklich aber „Geiz-ist-halt-geil“.
</Ironie>

<Realität>
Was an Schulen meist von einem eher älteren Pädagogen gelehrt wird ist Micro“blöd“. Sorry, aber da wird von Redmond schon infiltriert. Blödes Monopol. Der Lehrer hangelt sich an den Leitfäden und Dokumenten der Redmonder entlang. Die wo es blicken, haben schon längst ihre Fühler mit eigenem Elan in Linux-Distributionen gesteckt und langweilen sich. Einfach mal über den Einheitsbrei drüber schauen.
Es ist jedoch gut, dass – unabh. von dem Microsoft-Zeugs - diejenigen einigermaßen abgeholt werden um einige wirklich simple Grundkenntnisse wie TAB != Leertaste überhaupt mal zu verstehen und zukünftig vielleicht umzusetzen. Es ist bei Dokumenten immer wieder ein Katastrophe fürs Auge, wenn Abstände mit einer Leertaste erfolgen.
</Realität>

Dann schafft mal fleißig die Computerkurse an den Schulen ab. Die Firmen freuen sich noch mehr auf richtig gut für das Berufsleben vorbereitete Schüler.

Es ist ja auch wichtig, Musik und Kunst in den Vordergrund zu stellen, damit man seinen Vornamen beim Vorstellungsgespräch auch zusätzlich tanzen kann.

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tflip10 02.06.2013, 20:04
74. Informatik != Programmieren

Informatik bedeutet nicht gleich programmieren oder das Verstehen und Anwenden von Office Programmen.
es geht viel mehr darum , die Grundlagen zu verstehen.
Ein Bestandteil der Informatik ist z.B Sprachen und deren Grammatiken zu definieren.
Außerdem wird in diesem Fach das logische und lösungsorientierte Denken gefördert.

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Ptrebisz 02.06.2013, 20:05
75.

Zitat von cassandros
Kunst und Musik wichtiger. Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell. Es wird auch nicht "Plastikkunde" unterrichtet, obwohl wir überall von Kunststoffen umgeben sind.
Selten so einen dummen Kommentar gelesen. Chemie ist ein Pflichtfach!

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miber 02.06.2013, 20:06
76.

Zitat von utopien
das ist quark :) In der Informatik veraltet absolut NICHTS!! :) Schon einmal etwas von theoretischer Informatik gehört?
Kommt immer auf die Inhalte eines Fachs "Informatik" an....

Hiwi-Wissen wie word- oder excel-Bedienung veraltet natürlich. Progammiersprachen veralten auch. Aber selbstverständlich nicht Programmiertechniken, das grundlegende Verständnis von Datenbanken und deren Aggregations - Auswertetechniken,... (die man eben an einer spezifischen Sprache am einfachsten verstehen kann).

Zumindest das rudimentäre Verständnis des OSI-ISO-Modells ("wolle wisse was Indernett?") hätte bei 80 Millionen Deutschen nur schallendes Gelächter ausgelöst, als Politikerinnenn und die Bildzeitung "Stoppschilder gegen Pädophile" im Internet aufstellen wollten.

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TimmThaler 02.06.2013, 20:07
77.

Zitat von carolian
Mit Informatik geht´s in das Betriebssystem und in die Programmierung. Und das ist ein Beruf mit langjähriger Ausbildung. Da hat ein Knabe nichts zu suchen. Der soll spielen und lernen.
Genau das haben wir in Info 93/94 gemacht. Leider in TurboPascal, das ist mir dann später im Studium nochmal über den Weg gelaufen.

Wir haben in Info selbst kleine Spiele programmiert, eine Anwendung für den Physikunterricht. Das war Spielen und Lernen, was sonst.

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brucewillisdoesit 02.06.2013, 20:10
78. Basics

Zitat von McMacaber
.. halte Informatik als Hauptfach überzogen - als AG bzw GK in der Oberstufe nett, ansonsten nebensächlich. Wichtiger ist es, den Umgang mit dem Medium zu vermitteln, nicht dessen Programmierung. Daher wäre mir eine Horizontale Integration weitaus lieber als die Vertikale.
Wozu soll das gut sein ? Jeder Trottel kann mit einer Maus auf einer Gui rumklicken und ein Anwendungsprogram nach kurzer Einarbeitung bedienene (ok. Photoshop, CAD und Renderer brauchen tewas länger) . Das haben selbst ca. 80 der deutschen Bevölkerung ohne größere Probleme gelernt. Wichtiger ist eher die Grundlagen prinzipiell zu verstehen, selbst wenn man sie später nicht mehr brauchen sollte (ähnlich wie in der Mathematik).

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homer76 02.06.2013, 20:11
79. Den Nagel auf den Punkt getroffen

Zitat von brucewillisdoesit
Aber nicht doch. Welche Bedeutung haben denn Musik und Kunst fuer die Erhöhung der Überlebenswahrscheinlihkeit der Menschheit ? Keine Informatik ? Nun diese fuehrt immerhin zu besseren (Software-)Werkzeugen. Informatik und Mathematik tun sich in Ihrer Bedeutung nichts, beide sind gleich wichtig (auch wenn der Großteil der Bevölkerung beides nach der Schule wahrscheinlich nie wieder aktiv verwenden wird und alles bis zum Dreisatz vergessen hat) Die eigentlichen Grundlagen der Informatik ändern sich genau so wenig, resp. langsam wie die Grundlagen z.B. der Biologie oder Chemie. Grundlagen sind sowas wie P=NP, Turing Maschine, Codds Normalformen oder die von Neumann-Architektur. Gerade was die Informationstheorie angeht gibt es über die Entropie enge Verbindungen zur Thermodynamik. Wer Excel, Windows, Browsernutzung oder IOS für "Informatik" hält, hat da etwas falsch verstanden. So etwas waere tatsaechlich unsinnig. Und selbst wenn eine Programmiersprache veraltet ist ? So what ? Wer einmal prozedurale und objektorientierte Programmierungsparadigmen in jeweils einer Sprache verstanden hat, braucht ca. 1 Wochendende um sich in eine neue Sprache einzuarbeiten (nicht das er danach richtig GUT darin programmiert, dazu brauch man ein paar Monate bis Jahre, aber es geht).
Prima! Besser hätte man es nicht beschreiben können. Nur noch eine Ergänzung bzw. allg. Fehleinschätzung: IT u. Internet == Micro"blöd".

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