Forum: Leben und Lernen
Informatik als Pflichtfach: Mathe, Bio, Programmieren
Hilmar Schmundt

Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.

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spdf 02.06.2013, 20:14
80. re

Zitat von Ynne
Als Lehramtsstudentin (nicht für Informatik) höre ich in der Uni ständig von Medienkompetenz und wie wichtig diese für allgemeingebildete Schüler ist. Uns als angehenden Lehrern wird gesagt, dass wir dies in unseren Unterricht mit einbauen sollten - doch wenn man mal ehrlich ist: die meisten anderen Kompetenzen, die von den Bildungsministerien gefordert werden, sind durch mindestens ein Fach vertreten: lese- und schreibkompetenz, mathematisches Verständnis usw. Wieso also nicht auch Informatik? Ich selbst ärgere mich, dass ich in der Schule nie Informatik gelernt habe - sondern Latein und Musik.
Lese- und Schreibkompetenz ist an der Schule nicht vertreten! Da geht es nur um falsch verstandenen Literaturfetischismus.

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stormking 02.06.2013, 20:17
81.

Zitat von cassandros
Informatik als Schulfach ist Unfug. Das dort ggf. gelernte veraltet viel zu schnell.
Das ist vollkommener Unsinn. In unserer heutigen Gesellschaft ist der geübte Umgang mit Computer- und Kommunikationstechnologie eine Kulturtechnik, die in ihrer Bedeutung beinahe schon an das Lesen und Schreiben heranreicht. Menschen, die ihrer nicht mächtig sind, werden in Zukunft nur noch in geringqualifizierten Jobs arbeiten können, wenn überhaupt.

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brucewillisdoesit 02.06.2013, 20:18
82. groteske Ideen

Zitat von andi5lebt
gleich in den Schulen mitlehren? Wenn man aus irgendwelchen Gründen programmieren lernen sollen muß, dann bitte auch nähen, Autos reparieren, per Bank Steuergeld vernichten und Bio-Gemüse anbauen als Pflichfächer. Ernsthaft: gerne den Umgang mit Computern und allem was dazugehört ein bischen tiefer als bis Word vermitteln. Aber programmieren? Was später 2% der Schüler in ihrem Beruf mal brauchen? Groteske Idee. Dasselbe gilt allerdings auch irgendwie für Musik.
Es handelt sich hierbei nicht um irgendeinen "Beruf", sondern um eine der zentralen Technologieprinzipien unserer Gesellschaft. Welcher Mensch arbeitet denn heute nicht an einem Computer (das muss nicht unbedingt ein PC sein) ? Das dürfte die große Ausnahme sein. Allen anderen (> 90% der arbeitenden Bevölkerung) kann es nicht schaden ansatzweise zu verstehen, womit genau sie ihr Geld verdienen.
Nach Ihrer Argumentation könnten wir ja auch Mathematik, Naturwissenschaften und Staatskunde streichen. Brauch ja kein Menschen im späteren Leben und ist somit vollkommen unnütz. Damit haetten wir auch wieder mehr Zeit im Stundenplan für wichtige Fächer wie Bibelkunde.

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ali.wie.brecht 02.06.2013, 20:19
83. Welches Fach sollte also weichen?

Zitat von michaelkaloff
sind die Stundentafeln voll. Welches Fach sollte also weichen?
Latein nicht!!! Das braucht man um logisch denken zu lernen! Und das gibt es seit 2500 Jahren. So neumodischen Kram wie Physik, Chemie und Informatik ist doch zu anwendungsabhängig und interessiert doch keinen mehr in ein paar Jahren.

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peddersen 02.06.2013, 20:21
84.

Zitat von Hamberliner
....Was nicht passieren darf ist, dass sich bei den Kindern das Gefühl verfestigt, dass sich im Rechner mystische, mysteriöse Dinge abspielen die kein Mensch verstehen kann, so dass sie ohnmächtig mit diesem Gegenstand schimpfen wenn etwas nicht funktioniert so als sei das ein Lebewesen......
Hmmm - das ist der Mensch aber so gewohnt - vom CD-Spieler, dem Fernseher, dem Auto. Sogar an der Bohrmaschine weiß ich nicht, warum die sich dreht - naja, zumindest nicht hundertprozentig.

Hindert mich nicht dran, ein Loch in die Wand zu bohren. Und Auto zu fahren. Und wie es mittlerweile völlig aussichtslos ist, als Laie irgendwas am modernen Auto zu reparieren, so ist es meist unmöglich, am Laptop oder an der Kamera irgendeinem Fehler auf die Schliche zu kommen. Da hilft mir ehrlich gesagt wenig, daß ich nen Käfermotor blind auseinandernehmen könnte oder noch die DOS-Befehle aus irgendeiner Ecke meines Gehirns vorkratzen könnte.

Ganz ehrlich - die Welt ist voll von Dingen, die der Mensch benutzt, ohne zu wissen, wie sie funktionieren. Dafür gibts Leute, die sowas bauen und reparieren. Ich weiß jetzt nicht, was sie im normalen Leben - außer als Programmierer - mit Programmieren anfangen sollten. Zumindest der Großteil der Leute schreibt ja eh nur Mails und guckt Furzvideos - SOOO einen großen Anteil am Leben haben die Grundlagen der EDV denn doch nicht.

Natürlich ist es sinnvoll, ein wenig über die grundsätzliche Wirkungsweise mitzukriegen - ob beim Computer, beim Fernseher oder beim DVD -Spieler. Aber ANFANGEN können Sie mit dem Wissen nix. Da wäre es in der Tat sinnvoller, die Jungen Leute über das Netz und dessen Problematik aufzuklären.

Und zu helfen, daß sie den ganzen auf sie eindreschenden Konsumanforderungen mal widerstehen können, um nach der Schule nicht mit einem überzogenen Konto dazustehen. Ist aber ein anderes Thema :)

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billhall 02.06.2013, 20:22
85.

Zitat von sysop
Verpasst Deutschland beim Computerunterricht eine große Chance? Indien, Südkorea, USA - sie alle haben dafür nationale Strategien. Bei uns ist Informatik nur in drei Bundesländern Pflichtfach, gehört aber nach Meinung von Experten längst zur Allgemeinbildung.
Was nutzt es den Kindern wenn diese programmieren können, bei Recherchen im Internet durch die Informationsflut dann aber völlig überfordert sind?
Hier ist das einüben von Medienkompetenz um einiges wichtiger, hilfreicher und bringt auch im Berufsleben mehr als irgendwelche Programmierübungen.

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veremont 02.06.2013, 20:25
86. Programmiersprachen

Kann mich noch ab meinen Informatikunterricht erinnern, der war lächerlich.

Word und Excel kann man machen, damit die Kinder lernen, dass man mit dem Computer auch arbeiten kann und nicht nur zocken. Datensicherheit, Internet als Solches ist auch wichtig. Evtl. Datenbanken

Programmiersprachen kann man sich aber schenken, ich habe mich da 2 Semester mit gequält um Fortran zu lernen und damit Matheaufgaben zu lösen. Was für ein glorreicher Schwachsinn, wenn man nicht Programmierer wird benötigt man das einfach nicht.

Als Wahlkurs sollte es aber angeboten werden. Wer Spaß dran hat soll auch gefördert werden!

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patberlin 02.06.2013, 20:27
87. Also...

...wenn ich mir so anschaue, wieviel Jobs im IT Bereich gibt, lohnt es sich absolut, dort in Ausbildung zu investieren. Dass Computerkenntnisse veralten, höre ich seit zig Jahren, grundsätzlich von Leuten, die so gar keine Ahnung haben. Es gibt in jeden Programmiersprache Ähnlichkeiten mit ältern, deshalb: Wer einmal gelernt ein halbwegs gutes Programm in - ja sogar Basis- zu schreiben, wird die folgenden Hürden dann auch schaffen. Im Übrigen ist das auch für Mädchen eine Gelegenheit. Obwohl fast alles umsonst im Internet zu holen ist ( Entwicklungsumgebungn, Literatur, komplette OS) sieht es im Bereich Programmierung sehr mau aus, im Bereich Administration arbeiten gefühlt etwa 0,5 % Frauen.
Also: Billiger kannst Du nicht für ne abständige berufliche Zukunft sorgen. Ach so: Meine Interessen: Klassische Literatur, Jazz, Oper, ich bin kein Nerd, arbeite unter solchen.

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brucewillisdoesit 02.06.2013, 20:27
88. Automatisierung

Zitat von Boandlgramer
Eigentlich halte ich Informatik nicht für ein eigenes Fach - und genauso, wie heute keiner mehr Autos reparieren kann (außer mir vielleicht ;) ), zumal es an Tankstellen auch keine Glühbirnen (Xenon!) oder Zündkerzen mehr gibt, genauso ist programmieren für 99% irrelevant.
Tatsächlich ? Sie glauben nicht, daß es fast jedem User helfen könnte effizienter zu werden, indem er Routinetätigkeiten auf seinem bevorzugten OS scripted, anstatt ggf. diese immer wieder manuell auszuführen ? Irgendwie sind Rechner genau für sowas da, Automatisierung von Routinetätigkeiten.

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monotrom 02.06.2013, 20:28
89. ...

Zitat von rainbowman1
Die Lehrpläne wurden in den letzten 30 Jahren konsequent auf die Bedürfnisse von Mädchen umgestellt. Physik und Chemie wurden geschliffen, nur Mathe konnte sich halten. Da ist es nur konsequent Informatik nicht flächendeckend einzuführen.
Kann ich nur unterschreiben. Deutsch, Englisch, Musik, Kunst sind eigenständige Fächer in der Grundschule. Und gerade für die grobmotorischen, hippeligen und maulfaulen Exemplare unter dem männlichen Bildungsnachwuchs, derer es ja nicht gerade wenige gibt, bestenfalls Schlaffächer. Dazu Sport max. 3h die Woche.
Physik, Chemie, Biologie gibt es nicht, bzw. sie werden gemeinsam mit Länderkunde, Fahrradtraining und Ritterburgen (4. Klasse!!) in das Allwetter-Fach "Sachkunde" geschmiert.
Top.

Als Mutter eines 10-jährigen Sohnes bin ich daher wenigstens ebenso desillusioniert wie er, der schon seit 2. Klasse denkt das Mädchen prinzipiell schlauer sind als Jungs. Wie man diese Null-Bock-Stimmung bei Kindern (Jungs und Mädchen mit entsprechenden Nerd-Talenten) bzgl. Schule wieder rausschleifen soll, das täte ich mal gern wissen. Meine Hoffnung hängt an der weiterführende Schule.

Wir werden ein Volk von Schwätzern werden, wenn da nicht grundlegend andere Ansätze folgen und Naturwissenschaften und Technik weiter so bei den Aller-Jüngsten ignoriert werden.

Wenn sich dann also die Jungs die Informatik unter den Nagel reißen, bitte. Viel bleibt ihnen ja nicht mehr.

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