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Inklusion an einer deutschen Schule: "Frau Hess kann das gar nicht schaffen"
Thomas Binn / BINN-Medienprodukt

Inklusion an Schulen kann dramatisch schiefgehen. Das zeigt der Dokumentarfilm "Ich.Du.Inklusion" auf eindringliche Weise. Die Kinder kommen zu kurz, ist das Fazit von Autor Thomas Binn.

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Herr Bayer 04.05.2017, 13:13
1. Deutschland hatte das beste inklusive Schulsystem

kein Kind wurde das Recht auf Bildung verweigert. Nur werden (bald: wurden früher) Kinder, die besondere Förderung benötigen, in eigenen, speziellen Einrichtungen (Förderschulen) unterrichtet.
Wie haben sich die Leistungen der Schüler im Vergleich zu Klassen ohne Inklusion entwickelt?

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alaba27 04.05.2017, 13:22
2. Das zeigt doch nur

und der Filmemacher sagt es ja selbst, dass diese Form der Inklusion gescheitert ist. Warum unterrichtet man die Kinder nicht (wie früher) an eigens dafür vorhandenen Schulen mit ausschließlich dafür ausgebildeten Pädagogen ? Nur weil es manchen Eltern nicht passt ??! Einen anderen Grund gibt es nämlich nicht. Und ob ich in jede Klasse 2 - 3 Lehrer (wer hat denn hier das Sagen ?) stecke oder wieder Sonderschulen einrichte, kostet dasselbe.

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Freidenker10 04.05.2017, 13:25
3. Sträflich vernachlässigt

Den Lehrern wird doch seit Jahren viel zu viel aufgebürdet! Von G9 auf G8 und wieder zurück, Inklusion, Flüchtlingskinder, Brennpunkte usw. und das alles bei vielerorts maroder Infrastruktur und viel zu wenigen Lehrern! Dazu kommen noch immer mehr nervige Eltern die ihre Kinder alle auf Gymnasialniveau sehen, obwohl es nicht so ist. Die Politik versagt hier schon seit Jahrzehnten, obwohl alle Parteien wacker mit Bildung Wahlkampf betreiben! Bei den staatlichen Finanzen wäre es doch ein leichtes ALLE Schulen zu sanieren und mehr Lehrer einzustellen, aber passieren tut recht wenig! Da verstecken sich die Bundespolitiker hinter dem Abkommen nicht in Schulen investieren zu dürfen weil dies Ländersache sei, ist doch ein schlechter Witz! Bildung ist unsere einzige wirkliche Ressource und die vernachlässigen wir so sträflich...

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inmado 04.05.2017, 13:27
4. Offizieller Kinostart...

Kinostart? Echt jetzt? - Das ist wohl mehr ein Film für's TV...

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zippelzappel 04.05.2017, 13:31
5. Nicht ganz...

Zitat von Herr Bayer
kein Kind wurde das Recht auf Bildung verweigert. Nur werden (bald: wurden früher) Kinder, die besondere Förderung benötigen, in eigenen, speziellen Einrichtungen (Förderschulen) unterrichtet. Wie haben sich die Leistungen der Schüler im Vergleich zu Klassen ohne Inklusion entwickelt?
Sie haben offensichtlich den Unterschied zwischen Integration und Inklusion nicht verstanden.

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earnhardt 04.05.2017, 13:31
6. Hat mal einer das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gelesen

Im gesamten Text des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen kommt das Wort "Inklusion" nicht vor. Artikel 24 "Bildung" verwendet nur den Begriff "Integration". Ein integratives Bildungssystem hatten wir mit den Förderschulen auch bisher schon. Meine Vermutung ist, dass die Möglichkeit Geld zu sparen gesehen wurde. Kann das hier jemand widerlegen? Wiegen die Betreuungsstunden der heutigen Förderschüler den früheren Aufwand mehr als auf? Von den indirekten Kosten mal abgesehen: Verlieren wir netto Bildung, da der persönliche Erfahrungsgewinn des behinderten und nicht behinderten Schülers den niedrigeren Wissenszuwachs aufgrund der verringerten Lerngeschwindigkeit und -menge (fachlich) nicht ausgleicht? Gibt es dazu schon Untersuchungen? Ich wäre an einer Darstellung interessiert.

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benuron 04.05.2017, 13:33
7. Es fehlt an allem.

Nachdem ich nun gerade und endlich zwei Kinder durch eine Grundschule gebracht habe, kann ich das nur bestätigen. Die Dampfplaudereien und Lippenbekenntnisse der politischen Profilneurotiker auf lokaler wie auf Bundesebene sind hohle Phrasen, wie üblich. Es fehlt an weiblichen und vor allem männlichen Lehrkräften, geeigneten Unterrichtsmaterialien, Räumlichkeiten, Lehrplänen und Organisationsstruktur.

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steven doll 04.05.2017, 13:35
8. Gut gemeint, aber schlecht gemacht

Ungesehen kann man über den Dokumentarfilm(er) wohl sagen. Gut gemeint, aber schlecht gemacht. Da wird willkürlich eine Schule ausgesucht - wahrscheinlich weil sie sich um die Ecke des Wohnsitzes des Regisseurs befindet. Anders ist die 3-jährige Begleitung wohl auch nicht zu machen. Dann kommt man zu der Erkenntnis, dass Inklusion unter schlechten Rahmenbedingungen scheitert. So wie eigentlich alles scheitert, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Interessant wäre doch gewesen, wie Inklusion funktioniert, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. So ein Film würde wahrscheinlich die Bereitschaft und Mittel erhöhen, die Rahmenbedingungen zu optimieren. Für funktionierende Inklusion gibt es nämlich viele schöne Beispiele. Wahrscheinlich aber nicht wohnortnah für den Regisseur.

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t_mcmillan 04.05.2017, 13:36
9. Im Grunde genommen ist es nur peinlich

Bildung ist unsere wichtigste Ressource. Ich finde es schlicht peinlich, dass die Länder (und der Bund) nicht mehr Geld in die Hand nehmen, um das, was man grundsätzlich für richtig erkannt hat, gut zu machen statt schlecht. Wir brauchen mehr und besser bezahlte Lehrer, mehr und besser bezahlt Sonderpädagogen, mehr und besser bezahlte Sozialpädagogen in den Schulen. Der Schuss ins Knie ist vorprogrammiert, wenn der Zweck der Inklusion nicht in erster Linie das Wohl der Kinder, sondern die Einsparung der Sonderschulen ist.

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