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Internationaler Vergleich: OECD rügt Deutschland für geringe Akademiker-Rate
DPA

Die Hörsäle sind voll, nie gab es so viele Studenten in Deutschland. Trotzdem sind es nicht genug, mahnt die OECD. In anderen Industrieländern schließen weit mehr Menschen ein Studium ab.

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bebreun 19.01.2015, 16:32
30. was haben die uns vorzugeben?

Was bilden sich solche Vereine ein? Dass wir nicht falsch liegen zeigen unsere Exportquoten. Wie im Artikel erwähnt haben wir unser duales Ausbildungssystem. Das sorgt dafür, dass wir u.a. einen wettbewerbsfähigen Mittelstand und hohe Produktqualität haben. Wir brauchen keine arbeitslosen Akademiker, die keinen Hammer halten können. Oder wollen die, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit verlieren?

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darkmattenergy 19.01.2015, 16:33
31. Die politische Durchsetzbarkeit von irssinnigen Projekte wie die Energiewende,...

...verhält sich gewiß umgekehrt proportional zum Anteil von Naturwissenschaftlern an der Menge der Wahlberechtigten.

Daß Deutschland auf dieser alternativen Sondersackgasse voran stürmt, wie keine andere Nation, ist daher keineswegs ein Zufall, sondern das zu erwartende Resultat.

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drachenreiter1968 19.01.2015, 16:40
32. Vergleichsgrundlage überdenken

Es sollte an dieser Stelle vielleicht einmal die Vergleichsgrundlage überdacht werden. Es wäre vielleicht sinnvoller die Zahlen zu formalen Berufsausbildungen zu vergleichen, universitär und berufspraktisch (duales System oder vergleichbares). In diesem Fall dürften die Zahlen nämlich plötzlich ganz anders aussehen. Viele Berufe die in Deutschland als Ausbildungsberufe im dualen System ausgebildet werden werden in anderen Ländern an Universitäten und Hochschulen als Ausbildungsstätte gelehrt oder es gibt nichts äquivalentes. Als Ergebnis fehlen dann anderen Ländern in den entsprechenden Bereichen qualifiziertes Fachpersonal. Die Qualität "Made in Germany" beruht unter anderem auch auf der Kombination an theoretischem und praktischem Wissen der in Deutschland ausgebildeten Facharbeiter und Angestellten. In meiner Berufspraxis habe ich in vielen Ländern die Erfahrung gemacht das es häufig fast unmöglich ist qualifiziertes Personal für, nach deutschen Maßstäben, Alltagsaufgaben zu bekommen für Dinge bei denen Wissen und Erfahrungen benötigt werden welche Universitäten und Hochschulen nicht liefern. Eine Konzentration auf rein akademische Ausbildungswege nach OECD Standards ist nach meinem dafürhalten ein Fehler der der Verlust eines Standortvorteils bedeuten würde.

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liberalerfr 19.01.2015, 16:42
33. Unsinnige OECD Empfehlung

Die OECD vergisst, dass in Deutschland noch viele Arbeitsplätze in der Produktion vorhanden sind. Diese Arbeitsplätze verlangen keinen Hochschulabschluss, sind aber dringend notwendig, um den mittel- und weniger qualifizierten eine Beschäftigung zu sichern.

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chilischweiz 19.01.2015, 16:46
34. wer braucht all die Akademiker

Die Schweiz hat noch weniger Akademiker als Deutschland und ist in Hinblick auf Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung noch erfolgreicher

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turbi 19.01.2015, 16:49
35. Wem nutzt dieser Trend?

Der inflationäre Anstieg der Zahl der Akademiker führt zwangsläufig zu einer Qualitäts-Verschlechterung bei gleichzeitig steigenden Druck auf die Löhne der Akademiker.

Fragen wir uns doch mal, wem diese Entwicklung nutzt?
1. den Universitäten/Hochschulen und den darin Beschäftigten
2. den Arbeitgebern in zweifacher Hinsicht
2A. sie haben die große Auswahl und können dadurch die Gehälter drücken
2B. sie brauchen keinen Cent für die Ausbildung bezahlen
3. den Vermietern in den Uni-Städten

Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt: Die Studenten (bzw. deren Eltern) bezahlen die Ausbildung über das BAfögG.
Ein Lehrling bekommt Ausbildungsvergütung!

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kolonigulus 19.01.2015, 16:49
36.

hmm, mal überlegen wer in Spanien und Griechenland auf der Straße sitzt...
ach, sind ja die Akademiker. Und wer beschwert sich über mangelnden Nachwuchs. oh, sind ja Handwerker und ähnliche Berufsgruppen für die man KEIN Studium braucht...
das heißt wir werden aufgefordert Arbeitslose auszubilden (dumm nur dass es dafür kein Studienfach gibt:Obdachloser). Geil! Da sieht man mal wieder wofür internationale Organisationen und Abkommen gut sind!

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MIS 19.01.2015, 16:50
37. Mit machen Rügen . . .

. . . muß man leben! Dafür ist in Deutschland nicht für jeden Beruf eine akademische Ausbildung notwendig und das ist gut so! Es lebe das Dualebildungssystem, um das uns alle beneiden - also good bye OECD!

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prqc 19.01.2015, 16:51
38.

Ich kann über diese Einschätzung der OECD nur den Kopf schütteln.

Wir haben ohnehin schon zu viele Akademiker, was vor allem daran liegt, dass wir alle als Gesellschaft einer Lebenslüge aufgesessen sind: Und zwar, dass jeder studieren MUSS. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Es geht mir nicht um den Zugang per se, sondern um die Eignung. Viele Menschen haben keinerlei akademisches Talent, aber die Gesellschaft (einschliesslich der veröffentlichten Meinung) hält ein Studium für das einzig Wahre, Gute und Schöne. Manche sind viel besser im Handwerklichen, und dann sollten wir dieser Person doch nicht vormachen, sie wäre damit auf ein Leben hin verdammt. Wir sollten stattdessen dieses Talent fördern!

Wäre es nicht eine viel bessere Idee, dem Abitur wieder einen größeren Stellenwert zu geben, das 13. Schuljahr flächendeckend wiedereinzuführen und meinetwegen die Abiturklausuren auf ein 13.5tes Schuljahr zu verteilen? Wie wäre es zum Beispiel damit, unsere antiquierten Lehrpläne zu reformieren, wirklich motivierte Lehrer für den Lehrerjob zu gewinnen (denen es nicht um den Beamtenstatus geht; in Westdeutschland habe ich schon so manchen kennenlernen müssen, der so ist) und den unsäglichen/unseligen Einfluss der Eltern auf den Spielraum der Lehrer zu reduzieren? Wäre es nicht eine viel bessere Idee, die Herbstferien (die normalerweise nicht einmal 1.5 Monate nach den Sommerferien angesetzt werden und nur Zeit beim Lehrstoff kosten) auf ein längeres Wochenende zu reduzieren und stattdessen den Nachmittagsunterricht (der auch nur eine Stressquelle ist) zurückzudrängen.

Und wäre es nicht an der Zeit, Kindern und Eltern reinen Wein über die Fähigkeiten der Ersteren einzuschenken? Wir brauchen nicht mehr Akademiker, sondern mehr Ehrlichkeit in der Diskussion: Nicht jedes Kind hat den Intellekt, in der Uni mitzuhalten. Das glt für reich und arm, aus allen Bundesländern - alternative Konzepte wie eine Stärukung unseres Berufsschulsystems, eine Renaissance der Selbständigkeit und von Mikrokreditprogrammen werden unserem Land eher helfen, als Absolventen ohne Zukunft. Und Selektion darf nicht länger ein Schimpfwort in unserem Land sein.

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geando 19.01.2015, 16:51
39. Die OECD will Etiketten, keine Leistung

Wenn die OECD solche Vergleiche anstellt, ist das entweder Blödheit oder gewollte Stimmungsmache. Das deutsche Bildungssystem sieht eben nicht für jeden Job einen akademischen Abschluss vor, wie es teilweise in anderen Ländern der Fall ist. In Deutschland gibt es nach wie vor einen hohen Ausbildungsstandard (das wissen auch Studenten und Azubis aus der ganzen Welt zu schätzen) und mehr Akademiker auszubilden, heisst einfach nur den Standard für akademische Ausbildungen zu senken. Wir könnten gewisse Ausbildungsabschlüsse einfach mit einem akademischen Grad belohnen und die OECD wäre zufrieden? Was bringt uns das dann? Es geht der OECD einfach um die Etiketten, nicht um den Inhalt. Das sollten denen mal jemand erklären!

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