Forum: Leben und Lernen
Interview zur Bildungstudie 2011: "Lernen macht glücklich und reich"

Eine große Studie zeigt erstmals, wie es im Detail ums Lernen in Deutschland steht: Der Süden liegt überall vorn. Architekt der Bildungsvolkszählung ist Bertelsmann-Vorstand Jörg Dräger. Im Interview erklärt er, warum für ein glückliches Leben der Einklang von Schule, Arbeit, Kultur und Sozialem unabdingbar ist.

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maemo 21.11.2011, 16:32
20. Naja,

Zitat von Sarnath
Genau so ist es. Hört auf das Spiel Links gegen Rechts, Hartz4 gegen Mittelklasse, Nord gegen Süd, West gegen Ost usw. mitzuspielen und an solche Untersuchungen zu glauben. Das sind alles Nebelkerzen, in die die große Mehrheit der Bevölkerung eingetaucht wird um nicht mehr die wahren Probleme zu sehen. Immer mehr arbeiten für immer weniger Geld, Abbau sozialer Leistungen, Erhöhung von staatlichen Beitragen, immer höhere Privatbeteiligung bei den Arztkosten usw.
die allseits bekannte Stiftung halt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bertels...tiftung#Kritik
Sie hat ja bereits die Agenda 2010 eingestielt und macht jetzt munter damit weiter, die Gesellschaft "verbessern" zu wollen und die Politik zu beeinflussen. Brauchen wir das?

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Fackus 21.11.2011, 16:33
21. was man vor allem aus der Studie lernen kann ...

dass es möglich ist, aus jeder Schnapsidee eine Studie herauszupressen.
Lernatlas Deutschland! Toll. Demnächst kommt der Vergess-Atlas Europa, ein Wutatlas Deutsche Bundesländer, etc.

Ein solchen Schwachsinn hat man selten gelesen. Chapeau den Autoren für den Mut, das auch noch zu veröffentlichen. Was hat's denn gebracht die Herren - so finanziell?

Die Motivation zum Lernen ist eine ganz persönliche Angelegenheit und hat mit der Stadt in der das passiert nicht viel zu tun.
Mal wieder eine schöne Gelegenheit zum Nord-Bashing aus dem wirtschaftgeilen Süden.

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naabaya 21.11.2011, 16:36
22. Fehler

Zitat von Chris110
Ich habe mein Leben lang Bildung genossen, und zwar im Süden; es gibt auch eine Menge völlig unnützes Wissen. Meiner Meinung nach ist das .....
Dann hat das aber mit Bildung nichts mehr zu tun. Warum noch Musik, Kunst, Sport, Geschichte Geographie usw. Die Berufsausbildung findet im Betrieb oder an den Hochschulen statt. Oder woher soll ein Kind wissen, was es einmal wird. Da fällt mir die Geschichte ein, die mir eine verwandte Kindergärtnerin erzählte.Eine Mutter fragte sie, ob sie ihren Sohn (4 Jahre) nicht mehr in Richtung Chirurg fördern könnte. Auf die erstaunte Fragie:Warum antwortete die Mutter: Weil er so gut mit einer Schere umgehen kann.

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wkaiser 21.11.2011, 16:36
23. .....

Zitat von rauchzeichen
Ich möchte heute auch gerne noch was neues lernen: Wie sehen Schrauben ohne Gewinde aus?
Die nennt man Nägel...

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wkaiser 21.11.2011, 16:39
24. .....

Zitat von victor_lazlo
Unser 9 Jähriger ist weder glücklich noch reich. Er steht unter brutalem Leistungsdruck .....
Bei solchen Eltern haben Kinder echt keine Chance....

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naabaya 21.11.2011, 16:39
25. Frage

Zitat von kphilipp
Schule soll die Kinder fördern, sie aber nicht überfordern. Das Potential der Kinder soll genutzt werden. Leider kommt es viel zu häufig vor, dass die Kinder nicht verstehen, warum sie etwas lernen sollen. Fächer wie Mathematik, .....
Haben Sie beim Durchlesen der Forenbeiträge schon mitbekommen, dass das Wissen der Kinder in den Ländern am geringsten ist, wo sie am wenigsten gefordert werden.

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mahkacz 21.11.2011, 16:41
26. Reich durch Lernen?

Das ist genauso witzig, wie: 'Lieber reich und gesund als arm und krank'!

Lernen macht vielleicht 'glücklich', aber am reichtumg muß ich wohl wie viele andere dabei vorbeigelaufen sein!

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Chris110 21.11.2011, 18:40
27. Re

Zitat von heiko1977
Was bitte ist denn "unnützes Wissen"? Wie soll "praxisnahe Bildung" aussehen und wer soll bestimmen was "praxisnah" ist?
Als Beispiel, ich bin der Meinung, wenn wir Schülern in der Schule Sprachen beibringen, dann müssen sie diese Sprachen am Ende der Schule auch passabel sprechen können.
Sie müssen kommunizieren können.
Sie wissen selbst, dass dies bisher nicht der Fall ist. Westerwelle, Öttinger sind zwei Beispiele. Es ist keinesfalls deren Schuld, sondern ein systemisches Problem des dt. Gymnasiums. Also wer Kinder hat sollte darauf achten, dass sie die Sprachen auch sprechen können. Ein bisschen Vokabeln lernen bringt nichts.

Um ein anderes Beispiel zu bringen, möchte jemand Anwalt werden, so lernt er das am besten wo? Beim Anwalt. Ich habe da wirklich revolutionäre Ideen, und halte unsere Art zu lernen weitgehend für falsch. Die Theorie ist nicht etwas unwichtig, sondern die Art, wie sie beigebracht wird, halte ich für falsch. Ich würde die Theorie anhand der Praxis vermitteln.
Nun ja, das ist alles ein weites Feld, mir aber ziemlich wichtig.

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TS_Alien 21.11.2011, 20:50
28. Schlimm!

Man kann als Lobbyist vieles machen, u.a. auch einen Bildungsatlas unters Volk bringen. Mal sehen, wann sich der erste Politiker darauf bezieht.

Menschen, die so etwas Schwammiges wie diesen Bildungsatlas erstellen, spreche ich eine als wissenschaftlich zu bezeichnende Vorgehensweise komplett ab. Der ganze Bildungsatlas basiert sicherlich auf einer bei unwissenschaftlich arbeitenden Menschen sehr beliebten Methode des "mal sehen, was die Daten hergeben". Wenn man zusätzlich noch an ein paar Stellschrauben dreht (z.B. den Gewichtungen für einzelne Kriterien), die Rohdaten bis zur Unkenntlichkeit mittelt und sehr viel ausprobiert, dann wird irgendwann das gewünschte Ergebnis erscheinen.

Zauberei? Nein. Aber auch keine Wissenschaft!

Zahlenspielereien dieser Art bringen einem gar nichts. Wenn man tatsächlich die Bildung in Deutschland nachhaltig verbessern möchte - dieses Ansinnen spreche ich den an dieser Studie beteiligten Menschen ab, dann muss man für kleinere Klassen eintreten und den überlasteten Gymnasiallehrern deutlich weniger Unterrichtsverpflichtungen zubilligen, vielleicht auch fächerabhängig. Und ein Arbeitsplatz, der diesen Namen verdient, sollte für Lehrer in der Schule ebenfalls vorhanden sein. Mittlerweile hat ein Käfighuhn Anspruch auf mehr Platz als ein Lehrer.

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solarfighter 21.11.2011, 21:43
29. Eine Studie zum Schieflachen

Zitat von victor_lazlo
Unser 9 Jähriger ist weder glücklich noch reich. Er steht unter brutalem Leistungsdruck den nötigen Durchschnitt für das Gymnasium in Bayern zu schaffen. Es sagt daß er die Schule hasst, und die Themen Schule, Hausaufgaben, etc bestimmen unser Familienleben. Aber ich habe ja noch ein 13 jährige Tochter die darf sich schon durch die G8 quälen. Es gibt bestimmt Kinder die das ganz toll machen. Meine nicht. Dann schick ich Sie doch einfach auf die Hauptschule, schließlich sind Sie selbst Schuld wenn bei ihnen der Groschen noch nicht gefallen ist.
Die Gaben sind halt unterschiedlich verteilt. Trösten Sie sich: Die Verteilung ist halt eine Gauß-Kurve. Ihre Kinder bewegen sich halt, mit der Mehrheit der Vergleichsgruppe eher an der linken Seite der Glockenkurve oder in der Nähe des Scheitelpunkts.
Zitat von victor_lazlo
Was würde ich dafür geben im "leistungsschwachen" Norden meine Kinder in die Schule gehen zu lassen.
Dort wären ihre Kinder auch nicht viel besser. Das mit dem Bildungsgefälle ist ein Märchen unserer neoliberalen Freunde. Aber trösten Sie sich: Wenn Sie ihre Kinder auf die Hauptschule schicken, dann dürfen diese Hinterher als Hartz IV-Aufstocker-Friseure den zugereisten Akademikern aus dem Norden die Haare schneiden. Ist doch besser, als Hartz IV, oder?

Die ganze Studie unserer neoliberalen Freunde von Bertelsmann ist sowieso zum Totlachen. Es lohnt sich, einfach einmal mit den Zahlen zu spielen: Rubrik „Angebot an Studienplätzen in der Region“. Weiden in der Oberpfalz: 1.18 und abgeschlagen dahinter: Bochum, Dortmund (beide 0,74), Bonn (0,79), Düsseldorf (0,77), Köln (0,90). Die Stadt Weiden ist zwar ein sehr malerisches Städtchen, kann aber als Hochschuleinrichtung lediglich die ehem. Fachhochschule Amberg-Weiden vorweisen, deren Campus sich größtenteils in Amberg befindet. Die Städte in NRW haben, bis auf Dortmund (TU) alles renommierte Volluniversitäten mit entsprechendem Anspruch und Breite des Studienangebots. Die „Hochschule“ Amberg-Weiden hat dabei nur ~1/10tel der Studierenden der oben genannten Universitäten und einen entsprechend engen Rahmen, was Forschungsaktivitäten jenseits des Schulbetriebs darstellt.
Als Grenzregion zu Tschechien befindet sich das ganze Umland schon länger auf dem absteigenden Ast. Aber nach Bertelsmann sollte man ja ruhig dort hinziehen, sich verHartzen lassen und seine Kinder durch das „knüppelharte“ bayrische Abitur jagen, damit die an der „Hochschule“ Amberg-Weiden studieren können. Danach werden die aber auch ihr Bündelchen schnüren, um irgendwo anders einen Job zu bekommen. Hauptsache die zukünftigen Arbeitgeber erinnern sich dann an diese lustige Studie.

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