Forum: Leben und Lernen
Ist das Gymnasium noch eine zeitgemäße Schulform?

Nach Pisa standen Ausbildung und Schulformen in Deutschland auf dem Prüfstand und werden bis heute eingehend diskutiert. Ist das althergebrachte Gymansium noch eine zeitgemäße Schulform, oder sollte es im Rahmen einer tiefgreifenden Reform besser ganz abgschafft werden?

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haltetdendieb 19.11.2009, 17:45
960. Es kommt zur Entscheidungsschlacht!

Und die gewinnen die Bürger!

Ich verstehe auch nicht, wem die reichlich verblödeten GrünINNEN eine Schulzeit von zusammen sechs Jahren als Erfolg verkaufen wollen.
Zehn Jahre zusammen wie in Skandinavien!
Das wäre ein Schuh.

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serdna 19.11.2009, 17:45
961. eben nicht

Zitat von DanielaMund
Aber wie man lernt muss jeder für sich selbst rausfinden - und Sie können nicht alle möglichen Arten des Vokabellernens im Unterricht beibringen. Bei mir haben Lieder immer nur sehr partiell geholfen, viel lesen war besser, aber das geht erst mit einem gewissen Wortschatz.
Es geht aber nicht darum, was Ihnen als Individuum behagt. Professionelle Didaktik heißt eben, verschiedene Lernstrategien zu respektieren, aufzuzeigen und einzuüben. Dilettantisch ist es aber, außer der Befähigung Vokabel abzuprüfen nichts auf der Pfanne zu haben.
Zitat von DanielaMund
Lernen muss ich die aber auch - den anderen Ansatz kann man ja verstehen, wobei es keine mathematisch-logische Erklärung dafür gibt, sondern Sie ihn ebenso lernen müssen, bis er Ihnen ins Blut übergeht.
Nein das muss man eben nicht. Die Seiten kennen Sie jetzt wohl. Dort können Sie mal nachlesen, konkret, was komparative Grammatiken leisten, z.B. Zeitensystem. Dann macht übrigens auch die Vermittlung der deutschen Grammatik mehr Sinn.

....bis er Ihnen ins Blut übergeht... Genau das ist falsch. Kästchenübungen bringen fast nichts. Abgesehen davon, können dann auch den Lehrer abschaffen, die Teile kann man nämlich ziemlich simpel programmieren.

Zitat von DanielaMund
Da haben Sie recht - also Häääh? Was wollen Sie mir damit sagen? Das lassen wir jetz mal so stehen...
Damit will ich sagen, dass es Leute gibt, ein extremes Beispiel unser argusäugiges Altertum, für die Bildung, also nicht Ausbildung sondern Bildung, beides ist wichtig, lediglich einen Tauschwert hat, der dazu dient, seine Pfauenfedern zu spreizen.

Das kann man ekelhaft finden und vor allem muss man dafür keine Steuergelder ausgeben.

Zu den Europaschulen gibt es nichts zu sagen. Ich kenne die persönlich, bzw. Schüler. Perfekt zweisprachig. Es mag die hier zahlreich versammelten Halbgebildeten, die meinen mit dem Abitur auf eine Gymnasium, die höchsten Weihen universaler Bildung erklommen zu haben, irrietieren, aber wie man das Teil nennt, ist völlig wurscht. Es gibt ein Problem mit der Didaktik, nicht mit den Schultypen.

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DoktorMS 19.11.2009, 17:54
962.

In den Ratesendungen früherer Jahre mussten die Befragten antworten ohne Wahlmöglichkeiten zu haben. Heute kann man allein durch Glück in den Ratesendungen "glänzen". Mit Wissen und Bildung hat das wenig zu tun.

Es ist aber mehr als bezeichnend für das Bild, das die Deutschen in Sachen Bildung abgeben.

Gesamtschulen als Alternative neben dem dreigliedrigen Schulsystem sollten vorhanden sein. Damit die Eltern entscheiden können. Mal sehen, ob dann die Kinder der ideologisch verblendeten Gesamtschulbefürworter dann nicht doch aufs Gymnasium geschickt werden. Wetten?

Bei Ganztagsschulen muss ich passen. Wann soll ich denn als Lehrer meine Vorbereitungen für den Unterricht machen, wann die Korrekturen durchführen?

Bereits jetzt bin ich an vier Tagen die Woche von 8 bis 15 Uhr in der Schule, am fünften Tag "nur" bis 13 Uhr. D.h. an vier von fünf Arbeitstagen beginnt meine häusliche Arbeit erst dann, wenn viele andere Menschen schon Feierabend haben.

Und mit Ganztagsschulen kann das nur noch schlimmer werden.

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Didi55 19.11.2009, 17:55
963.

Zitat von serdna
Es geht aber nicht darum, was Ihnen als Individuum behagt. Professionelle Didaktik heißt eben, verschiedene Lernstrategien zu respektieren, aufzuzeigen und einzuüben. Dilettantisch ist es aber, außer der Befähigung Vokabel abzuprüfen nichts auf der Pfanne zu haben. Nein das muss man eben nicht. Die Seiten kennen Sie jetzt wohl. Dort können Sie mal nachlesen, konkret, was komparative Grammatiken leisten, z.B. Zeitensystem. Dann macht übrigens auch die Vermittlung der deutschen Grammatik mehr Sinn. ....bis er Ihnen ins Blut übergeht... Genau das ist falsch. Kästchenübungen bringen fast nichts. Abgesehen davon, können dann auch den Lehrer abschaffen, die Teile kann man nämlich ziemlich simpel programmieren. Damit will ich sagen, dass es Leute gibt, ein extremes Beispiel unser argusäugiges Altertum, für die Bildung, also nicht Ausbildung sondern Bildung, beides ist wichtig, lediglich einen Tauschwert hat, der dazu dient, seine Pfauenfedern zu spreizen. Das kann man ekelhaft finden und vor allem muss man dafür keine Steuergelder ausgeben. Zu den Europaschulen gibt es nichts zu sagen. Ich kenne die persönlich, bzw. Schüler. Perfekt zweisprachig. Es mag die hier zahlreich versammelten Halbgebildeten, die meinen mit dem Abitur auf eine Gymnasium, die höchsten Weihen universaler Bildung erklommen zu haben, irrietieren, aber wie man das Teil nennt, ist völlig wurscht. Es gibt ein Problem mit der Didaktik, nicht mit den Schultypen.

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Sir_Lancaster 19.11.2009, 17:55
964. An alle Ideologen hier

Wann werden Politiker begreifen, Eltern geht es nur um eines - das Wohl ihrer Kinder!! Und damit eignen sich Schulen nicht für ideologische Grabkämpfe oder Parteitaktik. Den Eltern ist egal wer mit wem regieren will oder nicht, sie werden Widerstand leisten, wenn sie das Wohl ihrer Kinder in Gefahr sehen.
Wer also Schulpolitik machen will sollte
- für kleinere Klassen sorgen,
- die Mitbestimmung der Eltern erhöhen z.B. das diese Lehrer entlassen können oder deren Gehalt mitbestimmen,
- die Gebäude instandsetzen,
- besser Lernmittel anschaffen, etc.

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Colonel Panic 19.11.2009, 17:57
965.

Zitat von anders_denker
Teilweise liegt es in der "Entwertung" des Abiturs. Ich bin Abi Jahrgang 93, wenn ich heute sehe, was als Prüfung abverlangt wird, kommt mir das grauen. Stoff der damals maximal 7-8 Schuljahr war. Was zum Teufel lernen die dort noch?
Kann ich überhaupt nicht bestätigen. Ich habe Abitur in Baden-Württemberg gemacht, mit Zentralabitur, Leistungskurs u.a. Physik. Wir haben massenhaft Klausuren aus den 80ern geübt. DAS war trivial. Der Schwierigkeitsgrad hat sich in allen Belangen (auch in der dafür nötigen Mathematik) bis Ende der 90er mindestens verdoppelt.

Zum anderen muss ich sagen: Ich habe überhaupt gar kein Verständnis für den Egoismus des Bürgertums, die um jeden Preis die Gymnasien erhalten wollen, weil sie ihre Sprösslinge übervorteilt. Ich selbst war, wie gesagt, auf dem Gymnasium, habe das Abitur mit Note 1,3 abgeschlossen, und bin absolut für die Abschaffung des Dreigliedrigen Schulsystems. Wer wirklich clever ist und Leistung bringt, der braucht keine überkommenen Privilegien, um sich von der offensichtlich als Feind wahrgenommenen unprivilegierten Schichten abzuschotten.

Aber wie gesagt: Der Egoismus des privilegierten Bürgertums kennt keine Grenzen.

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Huhutzi 19.11.2009, 18:01
966.

Zitat von serdna
Es geht aber nicht darum, was Ihnen als Individuum behagt. Professionelle Didaktik heißt eben, ... Dilettantisch ist es aber,... Genau das ist falsch. Kästchenübungen bringen fast nichts. Abgesehen davon, können dann auch den Lehrer abschaffen, die Teile kann man nämlich ziemlich simpel programmieren. Zu den Europaschulen gibt es nichts zu sagen. Ich kenne die persönlich, bzw. Schüler. ...Es gibt ein Problem mit der Didaktik, nicht mit den Schultypen.
Piri, Daniela und vergleichbare, lasst es. Ihr habt es hier mit einem Bildungsexperten zu tun. Panda war am einen Ende der Skala, dieser ist am anderen.
Es bringt nix, nur Energieverschwendung.

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Didi55 19.11.2009, 18:06
967.

Zitat von serdna
Es geht aber nicht darum, was Ihnen als Individuum behagt. Professionelle Didaktik heißt eben, verschiedene Lernstrategien zu respektieren, aufzuzeigen und einzuüben. Dilettantisch ist es aber, außer der Befähigung Vokabel abzuprüfen nichts auf der Pfanne zu haben.
Sie scheinen ein ganz heller Kopf zu sein. Erkären Sie dem Forum freundlicherweise, wie Sie dies in der Praxis bewerkstelligen? Das würde mich schon interessieren - vor allem die Erfolge in der Arbeit mit täglich -geschätzt- 150 10 - 19jährigen Kindern und Jugendlichen.

Vorauszusetzen, Arbeit mit intrinsisch motivierten und sozial pflegeleichten Erwachsenen sei gleichzusetzen mit der Pflichtversanstaltung Schule ist äußerst unprofessionell.

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Coroner 19.11.2009, 18:06
968. Macht bitte nicht auch noch unsere Gymnasien kaputt!

Das Gymnasium ist die einzige noch halbwegs funktionierende Schulform, bei der den Schülern wenigstens noch in gewissem Umfang Wissen und ein bisschen Bildung beigebracht wird.
Diese Schulform sollte intelligenten Schülern nach der 4. Klasse zugänglich sein.
Mein Sohn musste in Berlin die 5. und 6. Klasse in der Grundschule rumhängen, bevor er dann aufs Gymnasium konnte.
Diese beiden Jahre in der Grundschule war der Unterricht tödlich langweilig und weitgehend inhaltsleer. Auf dem Schulhof war er Attacken eines Schülers ausgesetzt, der ihn mit Stahlnadeln stach. So sieht es aus, wenn Schule die Schüler nicht genug fordert (es ist immer die Rede von Fördern. Die Schule muss in erster Linie was von den Schülern einfordern, und zwar Leistung.)

Woher nehmen unsere "Bildungspolitiker" eigentlich ihre Selbstüberschätzung, unser Bildungssytem, das über Jahrzehnte gewachsen ist, "verbessern" zu können?
Alles, aber wirklich alles, was sie in den letzten beiden Jahrzehnten angefasst haben, haben sie erheblich verschlechtert.
Von den Schulen bis zur Bologna-Katastrophe an den Universitäten.

Bezahlt sie meinetwegen mit stattlichen Gehältern, aber jagt sie um Gottes Willen auf den Acker, wo sie keinen Schaden anrichten können. Und lasst endlich gute Lehrer in Ruhe ihre Arbeit machen, anstelle sie mit ständig neuen durchs Bildungdorf getriebenen Säuen zu belästigen.

Macht bitte nicht auch noch unsere Gymnasien kaputt!

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DoktorMS 19.11.2009, 18:07
969.

Zitat von Colonel Panic
Kann ich überhaupt nicht bestätigen. Ich habe Abitur in Baden-Württemberg gemacht, mit Zentralabitur, Leistungskurs u.a. Physik. Wir haben massenhaft Klausuren aus den 80ern geübt. DAS war trivial. Der Schwierigkeitsgrad hat sich in allen Belangen (auch in der dafür nötigen Mathematik) bis Ende der 90er mindestens verdoppelt. Zum anderen muss ich sagen: Ich habe überhaupt gar kein Verständnis für den Egoismus des Bürgertums, die um jeden Preis die Gymnasien erhalten wollen, weil sie ihre Sprösslinge übervorteilt. Ich selbst war, wie gesagt, auf dem Gymnasium, habe das Abitur mit Note 1,3 abgeschlossen, und bin absolut für die Abschaffung des Dreigliedrigen Schulsystems. Wer wirklich clever ist und Leistung bringt, der braucht keine überkommenen Privilegien, um sich von der offensichtlich als Feind wahrgenommenen unprivilegierten Schichten abzuschotten. Aber wie gesagt: Der Egoismus des privilegierten Bürgertums kennt keine Grenzen.
Massenhaftes Üben ist Pauken. Und damit kann man dann das Abitur bestehen, auch noch sehr gut?

Herrje, von soviel "Ahnung" muss ich kapitulieren. Gute Abituraufgaben zeichnen sich dadurch aus, dass man in der Prüfung selbst gefordert wird und sein breites Wissen zusammen mit einer gewissen Kreativität zeigen muss.

Das Zentralabitur gibt so etwas gar nicht mehr her. Zwangsläufig. Und leider auch beabsichtigt.

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