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Jeden Tag "Girl's Day": Mütter, wechselt öfter mal den Reifen
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Bisher ist der "Girl's Day" vor allem eines: gut gemeint. Jetzt gilt es, starre Rollenbilder bei der Berufswahl noch mal ganz neu zu überwinden.

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VormSpiegel 29.03.2019, 12:20
10. Sinnfreie Aktion

Wenn das Ziel sein soll das man Frauen zu mehr MINT Jobs "motivieren" will, dann bedeutet das unweigerlich das diese Frauen nicht in die ansonsten "typischen" Frauen Berufe gehen und erzeugt automatisch dort einen Mangel.

Wenn man nun Männer motivieren will aus den MINT Jobs doch in die Pflege-Berufe zu gehen, bedeutet das genauso das der Mangel in den MINT Jobs nur vergrößert wird.

Man investiert also Geld nur damit ein Mangel herum geschoben wird.
Lösen tut das gar kein Problem, wenn es schlichtweg zu wenige passende Menschen für einen Job gibt, kann man die Flicken auf den Lücken herum schieben wie man will, es gibt einfach zu wenige.

Am Ende macht das jede Firma schon allein weil es eine Notwendigkeit für die PR ist, weil jede Firma die da nicht mitmacht natürlich sofort von toxischen Angriffen belagert wird.

Komplette Zeit und Geld Verschwendung.

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großwolke 29.03.2019, 12:22
11. Ursache und Wirkung verwechselt

Die typischen Vorlieben und die daraus folgenden Ungleichverteilungen von Frauen und Männern auf die Berufsfelder erfolgen gerade WEIL die Berufswahl absolut frei ist. Was man da sieht ist nichts weiter als das realweltliche Ergebnis geschlechtstypischer Präferenzen. Und auch die Werbewelt versucht mitnichten, den Menschen Klischees überzustülpen. Sie bewirbt vielmehr ihre Zielgruppen auf die Art, die bestmöglich wirkt. Junge Frauen können schon seit Jahrzehnten tun und lassen, was sie wollen in Sachen Berufswahl. Ich kenne genug Frauen, sogar ein paar in Handwerksberufen, die in "Männerdomänen" ihren Weg gegangen sind. Wenn sie aber partout lieber in die Pflege gehen wollen und in der Freizeit ein Pferd haben wollen, dann lasst sie doch. Die Beschäftigungsquote vor allem junger Frauen ist inzwischen doch bereits so hoch, dass wir durch das reine Umverteilen der Geschlechter keine Arbeitskraft-Engpässe beheben können.

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Peer Pfeffer 29.03.2019, 12:23
12. Neue Perspektiven zu öffnen

Zitat von JungUndFrei
Beim Lesen des Artikels stellt sich mir eine Frage, es ist bekannt das Hormone sich auf unsere Handlungen auswirken. Es ist außerdem bekannt, dass Männer und Frauen unterschiedliche Hormonhaushalte haben. Ist es nicht möglich das bestimmte Eigenschaften / Vorlieben dadurch beeinflusst werden? Das heißt natürlich nicht, dass das für alle gilt, aber im statischen Mittel eben keine Gleichheit besteht.
Ob Sie das an Hormonen festmachen, oder ganz allgemeingültig an biologischer Determination: das ist ja grade Inhalt der Debatte, die Einen sagen, das soziale Geschlecht sei komplett sozial konstruiert, andere Leute sagen, dass auch mehr oder weniger biologische Tendenzen mit zum Tragen kommen. Ich selbst denke, beides stimmt, und die Leute an den Extrempolen der Debatte sind borniert. Das heißt aber auch, dass eben die vermeintlich geschlechtsbezogenenen Vorlieben von Frauen für softere Skills, Sozialberufe etc., zum Teil sozial konstruiert sind, und daher finde ich Girls- und Boys-Days gut, um neue Perspektiven zu öffnen.

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vincent-april 29.03.2019, 12:28
13. Frauen können fast alles

wenn sie wollen und Lust dazu haben. Es gibt mittlerweile genügend Beispiele dafür. Warum also sollten Frauen einen besimmtem Beruf ergreifen, nur "starre Rollenbilder aufzubrechen"? Es ist doch besser, wenn jeder Mensch den Beruf ergreift, der ihn interessiert. Das dieser Berufswunsch nur durch die Gesellschaft anerzogen wird, daran glaube ich nicht.

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kaiser.friedrich 29.03.2019, 12:52
14.

Zitat von SusiWombat
Die allgemeine Wahrnehmung ändert sich nicht durch einen Sonstwie-Day und auch nicht dadurch, dass Frauen ihre Reifen welbst wechseln. In den Köpfen sind die Rollenbilder noch so hart wie Beton. Beispiel? Klar: Der "Assistent der Geschäftsführung" hat einen Uniabschluss und ist für Strategieentwicklung verantwortlich, die "Assistentin der Geschäftsführung" kocht Kaffee und plant Termine. Daran ändert weder ein "Girls Day" etwas noch ein "Boys Day" irgend etwas.
Warum kann man nicht einfach akzeptieren, dass Maenner und Frauen unterschiedliche Neigungen und Interessen haben? Was soll diese staendige Gleichmacherei? Wollen Sie, dass wir am Ende alle nur noch Neutrums sind?

Meine Schwester ist nebenbei Reitlehrerin, in ihrem Verein sind die Schueler zu 95% Frauen. Da habe ich noch nie gehoert, dass sich irgendjemand beschwert.

An den Fachbereichen Biologie und Veterinaermedizin sind die ueberwiegende Anzahl der Studenten weiblich, juckt auch niemanden. Aber ausgerechnet in Informatik und Physik muss es ein riesiges Problem sein, dass die Mehrheit da Maenner ist.

Man tut immer so, als ob irgendjemand die Frauen dazu zwingt, irgendwelche Berufe zu ergreifen. Wir leben in einem freien Land und selbst in Laendern wie Norwegen, in denen der Staat komplett ueber sich hinausgeht, um Frauen zu foerdern, sind die meisten Studenten in STEM-Faechern nun mal Maenner.

Uebrigens: Boys- und Girls-Days sind nichts anderes als eine abgespeckte Variante des UTP, Unterricht in der Produktion, wie man es aus der DDR kennt. Glueckwunsch!

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Richard.M 29.03.2019, 12:59
15. Und was wäre, wenn...

...wenn man mal ernsthaft die Möglichkeit durchdenken würde, dass Männer und Frauen tendenziell unterschiedliche Wesenszüge und Interessen haben und dass selbst nach Abbau aller Vorturteile und Diskriminierungen die Verteilung auf Berufe nicht 50/50 sein wird? Wenn man mal aufhören würde, Mädchen einzureden, dass sie typische Männerberufe ergreifen müssen, um was wert zu sein, und Jungs einzureden, dass alles typisch Männliche zumindest grenzwertig toxisch ist und sie es doch alle mit Emotionalität und Fürsorge versuchen sollten? Wie wäre es, wenn wir die altüberlieferte Weisheit "Jeder Jeck ist anders" würdigen würden und Kinder und Jugendlichen die Gelegenheit gäben, rauszufinden, was ihnen individuell liegt, ohne sie mit Propaganda in die eine oder andere Richtung schubsen zu wollen? Ich finde, einen Versuch wär's wert...

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yabba-dabba-doo 29.03.2019, 13:00
16. Typisch SPON, mal wieder alles schlecht machen

Meine Tochter ( noch 11 Jahre alt ) war gestern bei einem großen deutschen Industrieunternehmen und war begeistert.
So bekam sie immerhin eine kleinen Einblick in die „männliche „ Berufswelt. Ob der Girls Day den Mädchen hilft nicht Influencerin , Spielerfrau oder Schmuckdesignerin werden zu wollen, wer weis das schon? Ich glaube es kommt zum großen Teil auf die Bildung und auf das Elternhaus an, wenn Mädchen einen bestimmten Beruf bzw. Lebensweg wählen. Ich meine der klassische Männerberuf stirbt mit wenigen Ausnahmen aus.

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Pickle__Rick 29.03.2019, 13:15
17.

Im Artikel stehen ja einige gute Ideen. Im Alltag gewisse Rollen zu tauschen ist wahrscheinlich keine Schlechte Idee. Allerdings gibt es am Ende des Tages noch immer das Gender-equality paradox. Einfach zusammengefasst: Je mehr darauf geachtet wird, dass möglichst genderneutral erzogen und gehandelt wird, desto eher entscheiden sich Indviduen für die ihrem Geschlecht zugeordneten Berufe. Diese Beobachtung konnte in einigen Ländern gemacht werden. Interessant dazu ist natürlich der Film Hjernevask des Soziologen Harald Eia.

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erzengel1987 29.03.2019, 13:47
18. ok

Was ist jetzt an traditionellen Rollen schlimm? Ich verstehe das nicht das müsste man mir wirklich mal näher erklären.
Jeder darf leben wie sie / er möchte. Damit darf auch jeder seinen Beruf frei auswählen. Der Tag ist ganz nett aber in meinen Augen reine Symbolpolitik. Ein Tag an einer technischen Maschine stehen ist zwar gut und schön aber die Person muss sich trotzdem für die erforderlichen Fächer interessieren. Mathematik, Physik etc. müssen die Personen beherrschen, die einen technischen Beruf ausüben möchten.

Ich finde es auch nicht falsch, wenn in manchen Berufen vermehrt Frauen, bzw. Männer arbeiten. Das kann sich jederzeit Ändern. Friseur war mal ne Zeitlang ein reiner Männerberuf. Aktuell ist es ein reiner Frauenberuf. Ich verstehe derzeit nicht wieso man hier unbedingt eine gleichverteilte Geschlechterumgebung aufbauen will...

Im Bau wird es wohl rein körperlich niemals genausoviele Frauen wie Männer geben. Da Frauen körperlich nicht soviel leisten können. Dagegen sind Frauen oftmals besser darin sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Männer arbeiten wesentlich besser im Team. Frauen hintergehen wesentlich öfter und versuchen sich gegenseitig schlecht zu machen.
Es sind meine persönlichen Erfahrungen. Vor allem ich kenne viele Frauen die einfach arbeiten wollen und nicht an eine Beförderung denken. Da ist es kein Wunder wenn eben Männer befördert werden. Ich schätze das ist einfach ein Prozess der Zeit braucht. In vielleicht 100 Jahren dürften wir wirklich soweit sein, dass zumindest die Führungsetagen gleichmäßig mit Frauen und Männern durchsetzt sind.

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Pickle__Rick 29.03.2019, 13:49
19.

Zitat von großwolke
Die typischen Vorlieben und die daraus folgenden Ungleichverteilungen von Frauen und Männern auf die Berufsfelder erfolgen gerade WEIL die Berufswahl absolut frei ist. Was man da sieht ist nichts weiter als das realweltliche Ergebnis geschlechtstypischer Präferenzen. Und auch die Werbewelt versucht mitnichten, den Menschen Klischees überzustülpen. Sie bewirbt vielmehr ihre Zielgruppen auf die Art, die bestmöglich wirkt. Junge Frauen können schon seit Jahrzehnten tun und lassen, was sie wollen in Sachen Berufswahl. Ich kenne genug Frauen, sogar ein paar in Handwerksberufen, die in "Männerdomänen" ihren Weg gegangen sind. Wenn sie aber partout lieber in die Pflege gehen wollen und in der Freizeit ein Pferd haben wollen, dann lasst sie doch. Die Beschäftigungsquote vor allem junger Frauen ist inzwischen doch bereits so hoch, dass wir durch das reine Umverteilen der Geschlechter keine Arbeitskraft-Engpässe beheben können.
Was Sie da ansprechen ist das Gender Equality Paradox. Wobei es an sich auch kein Gegenargument gegen Gleichberechtigung ist. Jeder sollte von Anfang an die gleichen Chancen und Rechte haben. Wenn am Ende des Tages dann die Biologie entgegen diverser Genderideologen doch eine entscheidende Rolle spielen sollte, dann ist das wohl so. Menschen sollen frei sein und sich weder den Vorstellungen Erzkonservativer noch denen der SJWs unterwerfen müssen. Insofern macht auch der Girlsday grundsätzlich nix falsch, wenn man dabei mal in andere Richtungen schauen kann. Wenn der Sohnemann dann trotzdem Mechatroniker und die Tocher Erzieherin wird, ist das kein Versagen.
Allerdings wäre ich bei der Sache mit der Werbung vorsichtig. Natürlich spricht man die Zielgruppe so an, wie es am besten funktioniert. Allerdings sollte man dabei nicht vergessen, dass die Werbung uns allen fast immer einreden will, wie wir sein sollten und dass wir das mit Produkt XY auch können. Während es bei Frauen dann oft darum geht eine möglichst schöne Erscheinung zu sein, geht es bei Männern oft darum dynamisch und erfolgreich zu wirken. Ein Henne-Ei-Problem. Wollen Frauen von Natur aus ihre Optik optimieren oder liegt das an der Eriehung (durch Werbung)? Findet eventuell beides wechselnd statt?

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