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Jobkrise in den USA: Vom Bachelor zum Briefträger

Die Studiengebühren in den USA steigen rasant, und damit auch die Schulden der Uni-Absolventen. Auf die meisten warten derzeit aber nur Jobs in Sekretariaten oder*Kneipen, jeder achte US-Briefträger ist inzwischen ein Bachelor. Für sie wird die teure Ausbildung zum Verlustgeschäft.

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spdf 26.03.2011, 15:50
20. re

Zitat von NablaQuabla
Ist dieser Post jetzt so herrlich sarkastisch, dass ich ihn nicht verstehe, oder sind das wirklich ihre Ansichten bezüglich der Berufsqualifikationen von Mathematikern und Physikern? Für Mathematiker kann ich selbst nicht so viel sagen, jedoch sind sie was Physiker anbelangt doch sehr auf dem Holzweg. Physik besteht nicht nur aus der ART, Supergravitationstheorie, M-Theorie und wie sie noch alle heißen. Das sind alles Aufgabenfelder, welche sich Physiker gesucht haben, die ganz genau wissen, dass sie nur an einer Universität forschen werden. Was aber ist mit anderen Aufgabenfeldern? Allein die Festkörperphysik birgt hier so gigantisches industrielles Potential welches wir noch nichtmal im Ansatz ausschöpfen. Gleiches gilt für die Optik, neue medizinische Apparate etc. pp. Auch findet die Denkweise eines Physikers dadurch, dass er in seiner Ausbildung stets darauf gedrillt wurde Probleme zu lösen in vielen weiteren Bereichen anklang. Was denken sie, warum sehr viele Consulting Firmen gerade Physiker engagieren? Weil die sich mit Schwarzen Löchern beschäftigen? Mitnichten. Sollte ihr Post daher ernst gemeint sein, so bitte ich sie vor ihrem nächsten Post sich erst zu informieren, dann zu denken und erst DANN zu posten. Mit freundlichen Grüßen, NablaQuabla
Mein Post war halb sarkastisch gemeint. Ich gehe davon aus, dass wer Physik studiert auch als Physiker arbeiten will. Ich defeniere den Bedarf also sehr eng. Der tatsächlich gezeigte Bedarf ist von der Seite aus momentan aber nicht da. Sehr viele die hinterher noch ansatzweise etwas mit Physik zu tun haben wollen werden Lehrer. Ich kenne aber ebenso Physiker die jetzt Homepages programmieren.

Den Sinn von Unternehmensberatungen kann man kontrovers diskutieren. Ebenso ob der Sinn dieses Studiums darin liegt für diesen Sektor auszubilden.

Bei den Chemikern ist es ähnlich. Laut Aussage einiger Chemiker die ich kenne, schaffen es unter den Absolventen mit Promotion nur 25 Prozent dauerhaft in dem Fachbereich zu arbeiten. Der Rest muss schauen wo er/sie bleibt. Wenn aber ein promovierter Chemiker hinterher bei einer Bank arbeitet, stellt sich die Frage, ob ein BWL Studium nicht wirtschaftlicher gewesen wäre. Und zwar sowohl für den Chemiker als auch für die Gesellschaft.

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cd1001 26.03.2011, 15:52
21. Die Realität tut weh

Zitat von Andreas Rolfes
Oder ist tatsächlich der Bedarf da? (An einem Industriestandort, der seine Industrie weder mit Strom aus Kernenergie, Kohle noch Gas versorgen will.)
MINT-Berufe sind nun mal das Rückgrat deutschen Wirtschaft. Schlaue Politikkonzepte (gibt's die wirklich? ;-) lassen sich leider nicht exportieren.

Zitat von Andreas Rolfes
Aber natürlich sind Juristen, BWL und besonders alle X-logen unwichtig. Weil Techniker so viel Ahnung von Gesetzen, Wirtschaft und sonstigen gesellschaftlichen Zusammenhängen haben. Ausdifferenzierung und Arbeitsteilung braucht der gebildete MINT-Absolvent natürlich nicht.
Doch braucht er, aber weil er rechnen kann, ist ihm klar, das er nur einen Bruchteil von den armen Diskalkulikern benötigt, die deutsche Hochschulen pro Jahr ausspucken. Und im Zweifel kann er sich B-Noten-Kompetenzen wie -logien oder Turbo-Schwurbeln drauf drücken. Einem Politologen rechnen beizubringen, dürfte ungleich schwerer sein.

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fritzyoski 26.03.2011, 15:54
22. Peinlicher Ingenieur

Zitat von madre
Als Ingenieur finde ich es wirklich peinlich, wie wenig Ahnung Sie vom Leben haben. Sie kennen nicht annährend die Aufgabenbereiche derer, über die Sie hier so vom Leder ziehen. Von wirtschaftlichen Zusammenhängen wollen wir hier gar nicht sprechen. Würde mich mal interessieren, wie Sie einen Betrieb rentabel halten wollen.
Man haelt einen Betrieb rentabel indem man moeglichst viele Mitarbeiter hat die was produzieren und moeglichst wenige Schmarotzer.
Woher wissen sie in welchen Aufgabenbereichen ich mich auskenne? Sind sie ausser Ingenieur auch noch Hellseher oder einfach nur Besserwisser?

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c++ 26.03.2011, 15:57
23. .

Soviel mal zu den "Experten", die erzählen, D hat zu wenig Akademiker. Auch bei uns bedeutet ein Studium nicht immer einen guten Job. Aber scheinbar will man den großen Überschuss an Überqualifizierten, um die Gehälter zu drücken.

Soviel auch zu dem Thema, die USA nehmen jeden Akademiker mit offenen Armen auf, während D die Akademikerschwemme der Welt an sich vorbeiziehen lässt.

Alles nur Unsinn, der da von Kapitalinteressen geredet wird, wenn man sorgfältig analysiert.

Deutschland sollte daraus lernen und sich auf die traditionelle Stärke besinnen, ein sehr gut ausgebildeten Stamm an Facharbeitern und Fachangestellten zu produzieren, die Basis für Wohlstand und Zukunft.

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fritzyoski 26.03.2011, 15:57
24. Keine Ahnung

Zitat von spdf
Wer stellt den Mathematiker ein? Das höchste was die erreichen können ist bei einer Versicherung Risiken auszurechnen oder bei einem sonstigen Finanzdienstleister Risiken verschleiern. Ist natürlich super wichtig. Bei Physikern ist das ähnlich. Was wollen sie mit einem Experten für Schwarze Löcher?
Tja, wenn man von Technik und Mathe keine Ahnung hat ueberschreite das natuerlich das Vorstellungsvermoegen.
Gentechnik, Energieerzeugung, Computer, Autos, Flugzeuge, haben alles nichts mit Mathe zu tuen, gelle?

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polyglotter Kosmopolit 26.03.2011, 15:58
25. Wer ist hier der Dünnbrettbohrer?

Zitat von fritzyoski
Natuerlich brauchen wir Duennbrettbohrer die sich Gedanken ueber den Kruemmungswinkel von Bananen machen. Oder mehr Juristen die Verordnungen erlassen um die Wirstschaft auszubremsen. Ja, Politikwissenschaftler auch gaaanz wichtig! Warum nicht gleich Einkaufen und Schminken studieren?
Wie Ihre Rechtschreibung und Zeichensetzung verdeutlicht, bräuchte man mehr Germanisten.

Die Verordnungen werden übrigens von gewählten Politikern erlassen. Juristen haben diese Verordnungen umzusetzen. Schon mal etwas von Gewaltenteilung gehört (Legislative, Judikative, Exekutive)? Nein? Dann sollten Sie mal zum Politologen gehen. Der erklärt es Ihnen.

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spdf 26.03.2011, 16:12
26. re

Zitat von fritzyoski
Tja, wenn man von Technik und Mathe keine Ahnung hat ueberschreite das natuerlich das Vorstellungsvermoegen. Gentechnik, Energieerzeugung, Computer, Autos, Flugzeuge, haben alles nichts mit Mathe zu tuen, gelle?
Seit wann kann Ernergie erzeugt werden?

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Hercules Rockefeller 26.03.2011, 16:19
27. Ist doch super

Postbote ist doch ein krisensicherer Job, bei dem man sogar noch das Druckmittel des Streiks sinnvoll einsetzen könnte, wenn Bedarf besteht. Klar, die Briefpost wird wegfallen, aber bei Paketdiensten wird es boomen, alleine wegen der längeren Arbeitszeiten und vermehrten Onlinebestellungen, sehr bald kaufen die Leute gar nicht mehr persönlich ein und bestellen sogar die Lebensmittel online.

Insofern, beklagen muss man sich da nicht, wenn man dort nen Job bekommt. Ist immerhin besser, als als unbezahlter Praktikant zu versauern-cash bleibt cash!

Dagegen sind doch die Scharen an "Beratern" eher zu bemitleiden. Briefträger ist nichts ehrenrühriges, während die ganzen Dampfplauderer aus der Beraterszene keine große Zukunft haben. Es wird wieder eine Zeit der echten Unternehmer geben, da braucht es dann keine Consultants mehr...nur, das die ein Paket von A nach B bringen können, ist eher selten der Fall, es sieht also düster aus.

Und wenn Obama meint, dass in zehn Jahren nur noch Jobs für Uniabsolventen entstehen, dann dürfte das Ende Amerikas nahe sein. Denn die überwiegende Mehrheit der Amerikaner ist nicht besonders schlau-keinesfalls dumm, aber Akademiker ist der Amerikaner vom Grunde her nicht, Amerikaner sind praktisch orientierte Menschen, die anpacken und erst nachdenken, nachdem sie etwas getan haben oder wenn das, was sie schon immer gemacht haben, nicht mehr funktioniert.

Dieses Land wird Probleme bekommen, wenn es für seine Bevölkerung keine Arbeitsplätze mehr generiert. Amerikanern ist Freiheit sehr wichtig, auch in Punkto Bildung. Den Zwang zum Akademiker wird der Amerikaner nicht hinnehmen. In Deutschland funktioniert das ja auch nur leidlich wegen Hartz4, dürfte aber in naher Zukunft zum Problem werden, wenn 2/3 hartzen. Die Tendenz bei den Leistungsempfängerzahlen geht ja stetig nach oben und wird noch beschleunigt durch jeden neuen Rentner.

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sponleser_2011 26.03.2011, 16:34
28. Man sollte nicht alles nachmachen, was aus den USA kommt

Bei 70% Studierenden ist es leider alles kein Wunder, da sicher niemals 70% aller Jobs einen Hochschulabschluss erfordern (da bringt auch die ganze Diskussion um MINT oder -logen - Fächer wenig)
Und das ist ja grundsätzlich auch gar nicht tragisch, wenn ein Bachelor als Briefträger arbeitet. Schlimm ist nur, dass er für seine Ausbildung Zehntausende Dollar Schulden hat - und vermutlich wird man als Briefträger gerade soviel verdienen, um den eigenen Lebensunterhalt decken zu können. Es kann nicht Sinn und Zweck der Bildung sein, die Leute mit einem riesigen Schuldenberg ins Berufsleben zu entlassen. Denn niemand kann es vorher wissen, ob er/sie wirklich gut genug sein wird, um einen gut bezahlten Job zu ergattern; und selbst etwas schlechtere Absolventen einer Top-Uni verdienen nicht automatisch Spitzengehälter.

Aber genau das wird vom Staat/von den Unis versprochen: Die Investition lohnt sich, ihr werdet alle hinterher ein Vielfaches verdienen. Doch Garantien gibt es keine. Wäre Bildung eine Kapitalanlage, würde die amerikanische Uni-Ausbildung wahrscheinlich zu den Hochrisikotypen zählen. Klar, dass eine 21-jährige optimistisch ist, wer wäre das nicht in dem Alter? Und natürlich kann man verstehen, dass die Collegezeit verlockender ist als sofortige Arbeitsaufnahme, vor allem wenn die Versprechungen sich so großartig anhören. Aber zehntausende bis über hunderttausend Euro Schulden für 3 (oder mehr) interessante Jahre?!

An dem Beispiel sieht man jedenfalls wieder, dass wir nicht alles nachmachen müssen, was aus den USA kommt. Die Tendenzen gehen leider auch bei uns in Richtung "studierte Sekretärin", aber zum Glück sind die Studiengebühren durch Proteste wieder auf dem Rückzug; und eine solide Ausbildung gilt noch immer als vernünftige Entscheidung und Grundlage für ein gutes Berufsleben mit oftmals besserem Einkommen als wenig gesuchte Hochschulabgänger.

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README.TXT 26.03.2011, 16:36
29. Meine Briefträger sind

eine Historikerin aus der Zone,
ein Architekt aus Rheinland-Pfalz,
ein Student,
eine Altlast von der Bundespost der bald in Rente geht.

So viel anders siehts bei uns also auch nicht aus.

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