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Jobs für Geisteswissenschaftler: Mach immer, was dein Herz dir sagt
Paula Troxler

Geistes- und Sozialwissenschaftler werden alle Taxifahrer oder Thekenkraft? Kommt zwar vor, ist aber nicht die Regel. Viele finden gut in den Arbeitsmarkt, leicht haben es Historiker und Co. trotzdem nicht.

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greentiger 14.03.2013, 12:46
10. Hmmm - prozentuale Anteile...

Zitat von sysop
Doch unter Geisteswissenschaftlern und Pädagogen arbeiteten nur etwa 50 Prozent in einem Beruf, der entsprach.
...kann ich nicht nennen, aber dass jemand, der ein Studium abgeschlossen hat, genau in einem der Ausbildung entsprechenden Beruf unterkommt, ist meiner Erfahrung nach eher selten (ausser vielleicht bei sehr spezialisierten Berufen, wie Ärzten).

Ich hatte seit 1972 mit der EDV/IT zu tun, sowohl im Forschungsumfeld, als auch später im industriellen Rahmen. Überwiegend traf ich dort Personen an, deren Studium (Fachhochschule oder Hochschule, Mathematik, Nachrichtentechnik, Lingustik, etc.) höchstens am Rande mit dem Beruf zu tun hatte, die jedoch ihre Kenntnisse hervorragend einsetzen konnten.
In einem etwas anderen Umfeld, nämlich der Übertragungstechnik, haben auch ein grösserer Teil der mir persönlich bekannten studierten Nachrichtentechniker eher mit Organisation und Vertrieb zu tun.
Es ist im mir bekannten beruflichen Umfeld eher so, dass kaum jemand genau entsprechend seiner Ausbildung arbeitet.

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E_SE 14.03.2013, 12:46
11. Geisteswissenschaftler ... ; )

Zitat von mmh_23
... War nur ein konstruiertes Bsp. Entfaltung etc. klingt sehr idealistisch und hat m.E. mit der Praxis nur bedingt etwas zu tun. Egal. Es war nur ein konstruiertes Bsp., das implizit auf ein ziemlich desaströses Schemadenken zielt. (2) ......
Sie sind sehr erfrischend in Ihren Äusserungen und gehen mit viel Herz und Gefühl an das Thema heran. Sie mögen keine Erbsenzählerei, erstellen aber eben Beispiele, die nichts taugen und irgendwie konstruiert sind. Dann gehen Sie auf Selbständige als spätere Angestellte ein (war nicht das Thema), und haben da was gehört .. und keine Ahnung warum ... und mutmassen.(In jedem Bewerberbuch werden Sie die Antwort finden, Selbständige gelten als wieder schwer integrierbar in eine Unternehmensstruktur, da gelten ähnliche Bedenken wie der Ex-Chef, der wieder als Sachbearbeiter arbeiten soll.).
Und das Rechnugswesen gehört auch irgendwie zum Projektmanagement oder "guten Projektleitung". Was denn nun ? Projektleiter und Rechnungswesenmitarbeiter ? Kommunikationsexperte, Netzwerker vs. Rechnungsprüfer ?
Nochmals: Unternehmen sehen das nicht binär. Warum auch, so kreativ und mit soviel Herzblut können Sie natürlich artfremde Jobs avisieren. Nur besser nicht Rechnugsprüfung ... ; )
Spieleentwicklung für Computer schreien nach Ideengebern, die gesamte Unterhaltunsbranche benötigt Menschen wie Sie, es gibt einen riesigen Markt. Kommunikationstrainer, Mitarbeiterentwicklung, Ergonomieberatung ... ? Worin sind Sie denn gut ? Was passt denn zu Ihnen UND dem Unternehmen ? Sie gehen auf einen Arbeitsmarkt. Was bieten Sie, was sucht man ?
Nur - den müssen Sie letztlich selber (aus)suchen oder vielleicht sogar eine Firma gründen. Konstruieren Sie Beispiele die zu Ihen passen. Und seien Sie nicht zu pessimistisch wenn es in bestimmten Bereichen nicht klappt, man kann einem Nilpferd kein Tangotanzen beibringen (Nichts persönliches).

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Herr Hold 14.03.2013, 12:47
12. Gender-Pay-Gap

Zitat von separatist
Soviel zum Thema Gender-Pay-Gap.
Das bezieht sich auf gleiche Leistung und gleiche Position. Also auf das Gehalt von Theaterwissenschaftlerin Gwendolin zu dem des Theaterwissenschaftlers Lennard.

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ehf 14.03.2013, 13:09
13. Geistes- und Sozialwissenschaftlen schuld am Verfall Deutschlands

Mal ehrlich, wer braucht diese Heere von Laberfächlern? Für diese Fächer sollte eine empfindliche Studiengebühr eingeführt werden, während das Studium echtwissenschaftlicher Fächer kostenlos sein sollte. Politologen und Soziologen nützen niemandem etwas.

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zynik 14.03.2013, 13:12
14.

Zitat von BettyB.
Man sollte wirklich alle Bedenken hintenanstellen, denn wenn es nicht klappt,steigt wenigstens das Wissensniveau der HartzIV-Empfänger. Und sollte es dazu kommen, dann kann man sich beim Klagen bestimmt auch gewählter ausdrücken...
Die Feindseligkeit gegenüber Geisteswissenschaftlern bestimmt zwar momentan den Zeitgeist, das macht die Ergebnisse der Ökonomie-Dogmatiker allerdings nicht besser. Deswegen fällt es auch ziemlich schwer mit Leuten zu diskutieren, die Leistung und Erfolg nur noch in monetären Werten messen können.
Nebenbei habe ich oft das Gefühl, dass bei den konformen "auf Arbeitsmarkt" getrimmten Absolventen ein Minderwertigkeitskomplex durchscheint, wenn es um die nutzlosen Geisteswissenschaften geht.
Vom nachhaltigen Wissensstand und dem kritische Denkvermögen unserer erfolgreichen "Leistungsträger" kann man sich ja täglich in diversen Medien überzeugen. Oder geht es dort etwa darum wie gut man eine bestimmte Ideologie verinnerlicht hat? ;-)

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InesH 14.03.2013, 13:20
15.

Zitat von BettyB.
Man sollte wirklich alle Bedenken hintenanstellen, denn wenn es nicht klappt,steigt wenigstens das Wissensniveau der HartzIV-Empfänger. Und sollte es dazu kommen, dann kann man sich beim Klagen bestimmt auch gewählter ausdrücken...
Mit Verlaub, liebe BettyB - Sie gehören wohl auch zu der Sorte Mensch, die unter *Kultur und Geschichte(n)* diverse Vorabendserien, DSDS, Frau Klum und illegales Downloaden versteht.
Sie haben sicherlich auch das Zweitbuch im Regal stehn.
Wer non-MINT studiert, wäre wohl beim Sprung von der Brücke der Gesellschaft von größerem Nutzen?

Jeder Mensch, der sich für ein geisteswissenschaftliches Studium entscheidet, weiß, daß er hinterher nur in den allerseltensten Fällen reich werden kann. Na und?
Lebensunterhalt reicht, den definiert ohnehin jeder anders.

Diese Menschen als potentielle Harzt IV Empfänger hinzustellen, sagt aber mehr über Arroganz und evtuelle all-for-free-Mentalität aus als Sie vielleicht denken.
Habe ich Ihnen gegenüber vielleicht Vorurteile? Ach was. Kann gar nicht sein, denn Sie haben doch auch keine...
PS. MINT. Mann auch MINT, Tochter Magister Literaturwissenschaft, ohne Hartz.

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lindenbast 14.03.2013, 13:23
16.

Zitat von sysop
Geistes- und Sozialwissenschaftler werden alle Taxifahrer oder Thekenkraft? Kommt zwar vor, ist aber nicht die Regel. Viele finden gut in den Arbeitsmarkt, leicht haben es Historiker und Co. trotzdem nicht.
Die Entscheidung nicht "Medizin oder Mathematik" studieren zu wollen, könnte allerdings auch mit anderen Dingen zu tun haben als einem vitalen Interesse an den Theaterwissenschaften...im Übrigen kann man bieden den Vorwurf einer gewissen Blauäugigkeit nicht ersparen. Dass man auf jeden Fall einen Job findet, sofern man nur gut genug ist, ist einfach Blödsinn. Und das gilt auch für die Universitätslaufbahn, die sich der Historiker vorstellt - dem ich dringend anraten würde, eine Lehrerin zu heiraten für den Fall, dass es mit dem Lehrstuhl nicht klappt. Das Risiko, mit Anfang 40 dauerhaft in Hartz IV zu versacken, ist ansonsten einfach zu hoch.

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ehf 14.03.2013, 13:24
17.

Zitat von zynik
Die Feindseligkeit gegenüber Geisteswissenschaftlern bestimmt zwar momentan den Zeitgeist, das macht die Ergebnisse der Ökonomie-Dogmatiker allerdings nicht besser. Deswegen fällt es auch ziemlich schwer mit Leuten zu diskutieren, die Leistung und Erfolg nur noch in monetären Werten messen können. Nebenbei habe ich oft das Gefühl, dass bei den konformen "auf Arbeitsmarkt" getrimmten Absolventen ein Minderwertigkeitskomplex durchscheint, wenn es um die nutzlosen Geisteswissenschaften geht.
Was leisten die denn so? Haben Sie ein Beispiel? Haben diese Massen an Sülziologen, Politologen oder ähnlichen Quatschern Hartz IV verhindern können, oder den "ESM", oder für weniger der täglichen Gewaltverbrechen sorgen können? Irgend etwas? Nein, diese Leute sind maximal dazu da, diese Dinge auch noch schönzureden oder zu rechtfertigen, sobald sie selber im Apparat sitzen, den sie zu Studentenzeiten noch so angeprangert haben. Der typische Verlauf eines dieser Weichspülrevoluzzer.

Zitat von
Vom nachhaltigen Wissensstand und dem kritische Denkvermögen unserer erfolgreichen "Leistungsträger" kann man sich ja täglich in diversen Medien überzeugen. Oder geht es dort etwa darum wie gut man eine bestimmte Ideologie verinnerlicht hat? ;-)
Haben denn die Grünen etwa nicht sehr oft genau diese Fächer studiert? Tja, und was für eine Politik machen die? Dann sind mir Ingenieure, Physiker, Chemiker, Naturwissenschaftler und Biologen schon wesentlich sympathischer.

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Nania 14.03.2013, 13:24
18.

Zitat von sysop
Geistes- und Sozialwissenschaftler werden alle Taxifahrer oder Thekenkraft? Kommt zwar vor, ist aber nicht die Regel. Viele finden gut in den Arbeitsmarkt, leicht haben es Historiker und Co. trotzdem nicht.
Leider lohnt sich der Artikel kaum. Die Informationen sind nicht hilfreich und tuten im Endeffekt in das selbe Horn, in das auch diejenigen tuten, die sagen, jeder Geisteswissenschaftler wird Taxifahrer oder Kellner. Ich kennen keinen, der eine GW studiert hat und jetzt als solcher arbeitet.

Ich glaube auch, dass die Tatsache, dass immer noch mehr Frauen als Männer in den Geisteswissenschaften sitzen (übrigends: hier kommt es ganz stark darauf an, in welcher. Es gibt nicht nur eine Geisteswissenschaft) liegt auch an den immer noch an Männer gestellten Erwartungen. Frauen sind halt eher die künstlerischen, die besser mit Sprache... ach - wenn ich mich umschaue, dann finde ich immer wieder junge Männer, die zuerst Maschinenbau (hier ganz groß) studiert haben (oder Elektrotechnik, Informatik, BWL) und dann eingesehen haben, dass das nicht das Fach ist, welches sie ihr Leben lang begleiten soll, weil es ihre Interessen gar nicht stützt.

Und Geisteswissenschaftler sind auch in der Gesellschaft wesentlich weniger angesehen als Dip.-Ings. und BWLer. Leider gibt es unter diesen dann eine relativ hohe Anzahl von "Fachidioten" (bitte nicht auf alle beziehen, ich kenne auch Leute, bei denen das nicht so ist) und sich für wenig bis gar nichts kulturelles außerhalb ihrem Studium interessieren und wenn, dann nur in einer bestimmten Sparte. Viele Geisteswissenschaftler hingegen (auch hier gilt: nicht alle) haben ein recht umfassendes Interessengebiet. Der Politologe interessiert sich auch für Geschichte, der Germanist hat vielleicht auch ein Interesse an Philosophie. Es gibt Leute, mit einem guten Verständnis für Mathematik und sogar solche, die einen Computer programmieren oder zusammenbauen können.

Die Geisteswissenschaftler arbeiten anders als die Naturwissenschaftler, denken vielleicht auch in anderen Bahnen. Und DAS müsste nicht nur von den Unternehmen, sondern auch von der Gesellschaft mehr unterstützt werden. Wer zum Beispiel nach schnellen Lösungen der Politik verlangt, verpasst, auch über die langfristigen Folgen nachzudenken (nur als Beispiel). Und dann stehen am Ende alle da und schreien, die Politologen verweisen auf die Aufsätze und Texte, die sie schon Jahre vorher geschrieben haben.

Sicherlich ist eines wahr: Die Geisteswissenschaftler verdienen weniger. Und sicherlich ist auch wahr, dass man "den Fuß in der Tür" haben muss um schnell Anschluss zu finden. Praktika, Erfahrung usw. zählen vielleicht für den GW viel mehr als für den Ingenieur. Aber ich denke, über die Jahre hinweg können alle gleich glücklich werden.

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lindenbast 14.03.2013, 13:26
19.

Zitat von InesH
Jeder Mensch, der sich für ein geisteswissenschaftliches Studium entscheidet, weiß, daß er hinterher nur in den allerseltensten Fällen reich werden kann. Na und? Lebensunterhalt reicht, den definiert ohnehin jeder anders. Diese Menschen als potentielle Harzt IV Empfänger hinzustellen, sagt aber mehr über Arroganz und evtuelle all-for-free-Mentalität aus als Sie vielleicht denken.
Gegen ein geringeres Einkommen ist nichts zu sagen, aber die Gefahr, keinen Weg in den Arbeitsmarkt zu finden, scheint mir doch mittlerweile sehr groß. Ich würde, hätte ich kein Kind, mit allen Mitteln versuchen, es von einem geisteswissenschaftlichen Studium abzubringen.

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