Forum: Leben und Lernen
Jobstart: Berufswahl überfordert fast jeden zweiten Schüler
DPA

Jungen wollen Ingenieur werden, Mädchen Tierärztin - und die meisten haben keine Ahnung. Obwohl sie kurz vor dem Berufseinstieg stehen, zeigt eine neue Studie.

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Freier.Buerger 26.11.2014, 09:06
70. Gratuliere !

Zitat von ondrana
Wir machen mittlerweile so viel Berufsorientierung; - ist in den Erlassen vorgeschrieben - dass der Regelunterricht darunter leidet. Das Problem ist jedoch: je mehr wir als Schule an Informationen, Veranstaltungen, Berufspraktika, Begtriebserkundungen, Bewerbungsunterstützung......
Danke, das ist der beste Beitrag hier im Forum.

Die Schule sollte breites und allgemeines Wissen vermitteln, Fakten, keine Meinungen und Interpretationen, die Schule sollte das Lernen lehren.
Nur so können sich selbstständig denkende, verantwortliche Menschen entwickeln, die selbst Verantwortung für ihr eigenes Leben und die eigene Berufswahl übernehmen. Das kann man nicht delegieren.

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Sencs 26.11.2014, 09:20
71.

Das was diese Generation nun ertragen muss, sind die Auswüchse der industriellenn Revolution. Ja, es ist ein Problem, wenn der Auszubildende ein weitaus weitreichenderes Weltbild hat wie sein Ausbilder. Dieser fühlt dieses Ungleichgewicht. was dabei heraus kommt sind Hasstiradenn wie "Sollen die doch mal lernen wie man richtig arbeitet, so wie ich damals".

Das geht aber vollkommen an der Realität vorbei. Diese Jugend weiß ganz genau wie die Zukunnfnt aussieht. Krieg, Ozonlöcher, Umweltverschmutzunnnng, Raubtierkapitalismus. Wie kann man diesen Jugendlichen nicht zugestehenn, dass sie wichtigeres zu tun haben, als jeden Tag ins Büro zu fahren? Diese Welt, in die diese Kinnder gesetzt wurden ist kalt. Sie ist düster. Das Allerschlimmste: die Jugendlichen spüren dies deutlich heftiger wie die, die sich schon auf ihre Rente und ihr abtreten vorbereiten. Wen wunderts?

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lindenbast 26.11.2014, 09:22
72.

Zitat von Praktikant2000
Ich finde es bemerkenswert, wie viele sich hier über das Problem beschweren, aber wenige über Lösungsansätze nachdenken. Meiner Meinung nach muss die Schule viel mehr auf das Berufsleben vorbereiten. Wie kann das gehen? Pflichtpraktika in regelmäßigen Abständen. Besuche bei Unis und zB der ihk oder messen als Pflichtprogramm.
Eigentlich wäre es doch dann das Beste, dieweiterführenden Schulen gänzlich abzuschaffen. 4 Jahre Lesen, Schreiben, Rechnen - und dann ab in die Betriebe. Mit der Uni stelle ich es mir allerdings momentan noch ein wenig schwierig vor, da die verbeamtete Professorenschaft es sich nur schwer abgewöhnen lässt, auf Vorkenntnissen zu beharren, anstatt jeden Studenten da abzuholen, wo er steht. Aber das wird sich sicherlich im Laufe der Jahre noch einspielen.

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abby_thur 26.11.2014, 10:02
73. Rückblickend

Das Thema Berufsstart ist wirklich eine große Herausforderung für junge Menschen.

Mir ging es damals genauso. Anfang der Nullerjahre gab es noch mehr Azubis als Ausbildungsplätze, es war schwierig "irgendwas" zu kriegen.

Ich habe damals Kauffrau i.E. gelernt, der beliebteste Beruf mittlerweile. Obwohl fast alle ahnen, das der Einzelhandel nicht mehr lange Bedarf haben wird an so vielen Fachkräften.

Von meiner Berufsschulklasse sind gefühlt nur noch 1/3 in Geschäften tätig, der Rest hat entweder etwas anderes gelernt oder arbeitet was anderes.

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peddersen 26.11.2014, 10:02
74.

...irgendwie lustig, wie hier einige bis viele den Gedanken hinterherrennen, Schule sollte auf das Wirtschaftsleben vorbereiten.

Der Mensch sollte in der Schule eben NICHT zum perfekten Rädchen im Getriebe der Firmen ausgebildet werden, sondern zum Denken, Fühlen und Wissen. Das ist unliebsam für Ausbeuter, klar. Aber nützlich für die Gesellschaft.

Denn nur dann hat er die Chance, A****löcher als solche zu erkennen und sich von ihnen fernzuhalten. Und wenn der "Preis" dafür dann ist, daß er beim ortsansässigen Dachdecker in die Lehre geht, statt heiße Luft zu wedeln, dann ist das eher ein Erfolg - auch in Bezug auf Respekt und Ehrlichkeit und Freiheit.

Klar - Rechnen sollte man lernen, Schreiben und Lesen und andere weitere Dinge sollte man lernen. Aber nicht nur für den Nutzen im Beruf - weil schreiben kann man wahlweise Briefe und Kurzgeschichten - oder Abmahnungen.

Aber für die Berufsausbildung sind in erster Linie die Firmen zuständig - die sich in den letzten Jahrzehnten sich ihrer Verantwortung massivst entziehen. Und für gewisse Praxisorientierung auch das Elternhaus. Und da hilft es enorm, wenn man mit dem Nachwuchs auch mal in den Hobbykeller geht, ein Gartenhaus baut, das Fahrrad repariert und ähnliches, statt Disneyausflüge zu machen.

Aber auch das ist ein Teil des Problems - angepasste, denkfaule und bequeme Leute ohne Kompetenz und Wissen und Bandbreite, die selbst nur schauen, wo es am wärmsten herweht, sollen Kinder zu richtigen Menschen erziehen. Das kann eigentlich nicht klappen.

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abby_thur 26.11.2014, 10:09
75. Berufswahl

Zitat von stefanbanach
Ich sehe es als eine Art Intelligenztest- wer schlau ist begreift früh genug dass es da um die eigene Zukunft geht. Wer es nicht begreift muss eben teures Lehrgeld zahleb und etwas daraus lernen.
Das sehe ich nicht so: Die Schüler sind bei der Wahl der Richtung in die es gehen soll einfach zu unerfahren.
Das ist kein Vorwurf.

Ich kann nicht von einem 15-16 jährigen erwarten, dass er weiß, was er die nächsten 50 Jahre arbeiten will, während man Gymnasiasten nach dem Abi gerne ein Jahr zur "Selbstfindung" lässt.

Die Erkenntnis kommt mit den Jahren und entweder man ist zufrieden oder man bildet sich dann weiter/ lernt etwas anderes.

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peddersen 26.11.2014, 13:00
76.

Zitat von abby_thur
Ich kann nicht von einem 15-16 jährigen erwarten, dass er weiß, was er die nächsten 50 Jahre arbeiten will....
Natürlich nicht. Und das wird sich auch durch unzählige Vorbereitungsversuche nicht ändern. Wieviele Berufe können da angesprochen/durchgenommen werden? 50? Und wieviel stehen im Berufsverzeichnis? Über 25000.

Und davon weiß niemand, was das genau ist, wie das im Firma a und B reell aussieht usw usw.

Nöh, man schaut, was einen so grundsätzlich interessiert, guckt nach ner passenden Stelle, die auch Kriterien wie Standort, Bezahlung, Sympathie usw berücksichtigt und macht das halt. Und wenn es einem gefällt, bleibt man dabei, bildet sich fort, spezialisiert sich - oder switscht zu irgendetwas ganz anderem.

Das alles ähnelt ein wenig der Partnerwahl. Die Illusion, man würde aus allen auf der Welt zur Verfügung stehenden Partnern den einzig richtigen aussuchen, ist ne Illusion. Und das ist durch noch so sorgfältige Vorbereitung nicht zu stemmen :)

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jupp78 26.11.2014, 14:40
77.

Zitat von peddersen
Nöh, man schaut, was einen so grundsätzlich interessiert, guckt nach ner passenden Stelle, die auch Kriterien wie Standort, Bezahlung, Sympathie usw berücksichtigt und macht das halt. Und wenn es einem gefällt, bleibt man dabei, bildet sich fort, spezialisiert sich - oder switscht zu irgendetwas ganz anderem.
Und viele stellen im Anschluss fest, dass sie mit ihrer Auffassung, was sie interessiert bzw. wie so Job dann in der Praxis aussieht gründlich daneben gelegen haben.

Andere wieder wissen überhaupt nicht, was sie eigentlich so grundsätzlich interessiert.
Darum sehe ich es schon als sinnvoll an, einfach im Vorfeld reinzuschnuppern, ob das etwas für einen ist.
Ich denke schon, dass man damit etwas ändern kann.

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lachina 26.11.2014, 18:48
78. liebe junge Leute,

da wir "Alten" es jedesmal verkackt haben mit unseren Ratschlägen - "mach was Sicheres!" " Bänker werden immer gesucht!" "Geh zu Schlecker!" " Lehrer gibt es viel zu viele!" "Deutschland braucht Ingenieure" etc. , bin ich zu dem Schluss gekommen:
"Mach , was dir wirklich Freude macht!" Und wenn es dir eines Tages keine Freude mehr macht, mach was Neues!
Es ist wirklich egal, ob du ein arbeitsloser Musiker oder ein arbeitsloser Informatiker bist .

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jupp78 27.11.2014, 08:08
79.

Zitat von lachina
da wir "Alten" es jedesmal verkackt haben mit unseren Ratschlägen - "mach was Sicheres!" " Bänker werden immer gesucht!" "Geh zu Schlecker!" " Lehrer gibt es viel zu viele!" "Deutschland braucht Ingenieure" etc. , bin ich zu dem Schluss gekommen: "Mach , was dir wirklich Freude macht!" Und wenn es dir eines Tages keine Freude mehr macht, mach was Neues! Es ist wirklich egal, ob du ein arbeitsloser Musiker oder ein arbeitsloser Informatiker bist .
Ganz klar nein, das reicht nicht.
Die Jungen haben es schon begriffen, mache nicht nur etwas, was dir Spaß macht, sondern mache auch etwas, was am Arbeitsmarkt gebraucht wird. Denn letzteres sorgt dafür, dass eine gewisse Sicherheit entsteht und es vernünftig bezahlt wird.
Sprich am Ende ist es immer ein Kompromiss aus Spaß machen, guter Bezahlung und Arbeitsplatzsicherheit.
Aber das prinzipielle Streben nach diesen drei Dingen, ist an sich erst einmal gut und richtig.

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