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Jugend und Politik: Interessiert euch für das, was uns interessiert!
dpa

Kinder und Jugendliche sind gar nicht so politikverdrossen: Bis zum 15. Lebensjahr wächst sogar ihr Wunsch, sich zu engagieren. Das ändert sich erst in der Pubertät, zeigt eine neue Studie. Die Forderung an die Politik: Senkt das Wahlalter, damit ihr die Jugendlichen nicht verliert.

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carlitom 21.03.2013, 17:26
1. Reife zählt

Schön und gut, wenn das Interesse an Politik tatsächlich mit 14 am größten sein sollte (was ich für Unsinn halte und auch nirgendwo beobachten kann), aber ist das das entscheidende Kriterium?
Gehört zu einer Entscheidung nicht auch die Reife, diese Entscheidung wirklich in ihrer Umfassenheit zu begreifen und damit auch treffen zu können?

Und dass ein Kind von 14 - das sich in den seltensten Fällen tatsächlich mit Politik beschäftigt - die nötige Reife haben sollte, Parteien, ihre Programme, Botschaften oder Glaubwürdigkeit einschätzen zu können, wird ja wohl keiner behaupten.

Auch mit 16 Jahren ist das noch zweifelhaft.

Nur, was das Kind allein will, kann nicht entscheidend sein. Autofahren würde es auch gerne schon mit 12 und darf es nicht. Alkohol trinken ebenfalls nicht oder Kettensägenmassaker-Filme schauen. Für alle diese Altersgrenzen gibt es gute Gründe.

Fakt ist doch, dass etwas ganz anderes die politische Entscheidung zur Herabsetzung des Wahlalters bestimmt: der Wille der linken oder linkeren Parteien, auf diese Weise Wählerpotential abgreifen zu können, von dem sie eben - zu recht - annehmen, dass es eher ihnen als den konservativeren Parteien zu Gute kommt. Allein darum geht es.

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lagger-jg 21.03.2013, 17:40
2. Schülerparlamente gründen!

Wie schon im Beitrag erwähnt ist Fakt, dass Jugendliche in der Kommunalpolitik sehr wenig wahrgenommen werden. Auch an Schulen wären mehr Möglichkeiten zur Mitbestimmung für Jugendliche angebracht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Schülerparlamente eine sehr gute Möglichkeit sind, das Demokratieverständnis der Jugendlichen zu stärken und ihnen mehr Mitbestimmung zu gewährleisten. Das klappt an unserer Schule sehr gut und man sollte sich überlegen, ob so etwas vielleicht nicht an allen Schulen Sinn machen würde.

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mpitt 21.03.2013, 18:24
3. Nicht bevormunden

Zitat von sysop
Kinder und Jugendliche sind gar nicht so politikverdrossen: Bis zum 15. Lebensjahr wächst sogar ihr Wunsch, sich zu engagieren. Das ändert sich erst in der Pubertät, zeigt eine neue Studie. Die Forderung an die Politik: Senkt das Wahlalter, damit ihr die Jugendlichen nicht verliert.
Erwachsene sollten grundsätzlich vorsichtig sein, Jugendlichen erklären zu wollen, wie sie die Welt zu sehen haben. Obwohl die Zeit bei mir schon gut 40 Jahre zurückliegt, kann ich mich daran erinnern, daß ich damals allergisch auf so etwas reagiert habe. Es waren schließlich auch die frühen siebziger Jahre und da waren solche Reaktionen selbstverständlich. Es war richtig, daß Ende der sechziger Jahre das Wahlalter auf 18 Jahre gesenkt wurde und bei diesem Status quo sollte man es vernünftigerweise auch belassen. Eine erneute Absenkung, etwa auf 16 Jahre, löst das Problem der seit Jahren sinkenden Beteiligung bei Wahlen auf allen Ebenen nicht, sondern verschiebt es nur.

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lehrerstuhl.de 21.03.2013, 18:44
4. Das ist ja nicht nur ein Phänomen in der Politik...

Das Problem, dass hier angesprochen wird, erfasst doch alle Bereiche der Gesellschaft. Jugendliche im Alter ab 13 beginnen ihre Interessen zu verlagern. Da nützt auch nicht die Herabsenkung des Wahlalters. Man wird die Jugendlichen dann genauso verlieren wie vorher, weil andere Dinge interessanter werden. Ich erfahre es tagtäglich in der Schule und Eltern werden es auch bestätigen können. Egal wie engagiert, vernünftig und mustergültig sich das eigene Kind bis zum 12. Lebensjahr verhalten hat - danach ist es Glückssache, wie sich das Kind entwickelt und welche Interessen dabei auf dem Weg bleiben. In dem Alter treten sie schließlich auch aus Vereinen aus und hören auf Musikinstrumente zu spielen.
Die Politik hat dazu auch noch das Problem, dass es tatsächlich nicht attraktiv ist, dort mitzumischen. Was um alles in der Welt soll denn einen Schüler an Kommunalpolitik reizen? Welcher Jugendliche fühlt sich denn wert geschätzt, weil sich vielleicht einmal im Jahr ein Dorfpolitiker zu irgend einem Anlass bei ihm anbiedert.
Vielleicht sollte man erst mal über allgemeine Politikverdrossenheit reden, die alle Altersstufen angeht. Ich müsste jetzt auch gucken, wer gerade mein Bürgermeister ist und was sich in den letzten Jahren kommunal getan hat - Aber eigentlich interessiert es mich auch nicht...

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Forumkommentatorin 21.03.2013, 19:40
5. Ich gründe die Kunterbuntpartei

Programm: Kostenlos Smarties für alle! Jeder darf bei DSDS mitmachen! Schulpflicht abschaffen!
Wahlalter heruntergesetzt ab 8 Jahre. Volle Geschäftstüchtigkeit ab 8 Jahre.
Und Strafmündigkeit auch ab 8 Jahre, das entscheideide ich aber erst, wenn ich König von Deutschland bin.

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lambo5 21.03.2013, 20:04
6. sehr amüsant

"Und dass ein Kind von 14 - das sich in den seltensten Fällen tatsächlich mit Politik beschäftigt - die nötige Reife haben sollte, Parteien, ihre Programme, Botschaften oder Glaubwürdigkeit einschätzen zu können, wird ja wohl keiner behaupten. Auch mit 16 Jahren ist das noch zweifelhaft."

Ich finde es immer wieder amüsant, wie weise sich manche Leute fühlen. Ich wäre auch nicht unbedingt für Wahlen ab 14, aber ich würde nie behaupten 14-jährige könnten Glaubwürdigkeit oder Botschaften etc. nicht einschätzen. Die sind auch nicht ganz blöd und man sollte vielleicht nicht von seinen eigenen Kindheitserfahrungen auf alle anderen schließen!

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dxolotl 21.03.2013, 20:31
7. Sehr geehrte/-r carlitom,

ich bin 15 und beschäftige mich sehr wohl mit Politik, ich behaupte dass ich mich besser auskenne als manch ein Erwachsener. Und ich behaupte ebenfalls ´´diese Entscheidung wirklich in ihrer Umfassenheit zu begreifen und damit auch treffen zu können´´.Wir Jugendlichen beschäftigen uns nicht nur mit ´´Alkohol trinken oder Kettensägenmassaker-Filme schauen´´, wie es HAUPTSÄCHLICH Erwachsene tun.
Und das hier, tut mir leid, reine Vorurteile:
Fakt ist doch, dass etwas ganz anderes die politische Entscheidung zur Herabsetzung des Wahlalters bestimmt: der Wille der linken oder linkeren Parteien, auf diese Weise Wählerpotential abgreifen zu können, von dem sie eben - zu recht - annehmen, dass es eher ihnen als den konservativeren Parteien zu Gute kommt. Allein darum geht es. Ich würde nicht zwangsläufig eine linke Partei wählen, sondern die, die sich um Jugendarbeit bemüht und sie aktiv betreibt.

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Florentinio 21.03.2013, 22:44
8. ohne Logik

Zitat von carlitom
Schön und gut, wenn das Interesse an Politik tatsächlich mit 14 am größten sein sollte (was ich für Unsinn halte und auch nirgendwo beobachten kann), aber ist das das entscheidende Kriterium? Gehört zu einer Entscheidung nicht auch die Reife, diese Entscheidung wirklich in ihrer Umfassenheit zu begreifen und damit auch treffen zu können?
Wenn das so ist wie sie beschreiben, müsste es aber auch ein entsprechendes Wahlverbot für ältere Menschen geben. Meine Oma ist 93 Jahre alt, lebt seit 10 Jahren im Heim, hat Alzheimer, hört kein Radio, liest keine Zeitung, kein Fernsehen. Sie redet wie eine zwölfjährige und wenn ich sie besuche sagt sie mir sie würde mich lieben. Wenn ich ihr sage, Metz gehört nicht mehr zu Deutschland sondern sei jetzt französisch, guckt sie mich verwundert an. Wählen darf sie trotzdem.

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zitherhero 22.03.2013, 00:16
9.

Es ist einfach so, das sich viele junge Menschen nicht wahrgenommen fühlen und das Gefühl haben, sowieso nicht verändern zu können. Es ist einfach so das die Politik momentan sehr wenig Kontakt zur Jugend aufbaut.

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