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Jugendliche und Mindestlohn: Das haben wir uns verdient
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Der gesetzliche Mindestlohn soll kommen - allerdings nicht für Praktikanten, Auszubildende und unter 18-Jährige. Ist das gerecht? Jugendliche und junge Erwachsene erzählen von ihren Jobs, ihrem Verdienst und worauf sie sparen, wenn sie können.

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quabah 05.04.2014, 11:06
140.

Zitat von pekaef
Ich schätze, es wird in Zukunft eine Menge Langzeitarbeitslose geben, die genau sechs Monate arbeiten dürfen und anschließend wieder "freigestellt" werden, wie es so schön euphemistisch heißt.
Genau die "einfachen" Jobs gehen jetzt eben an die, die vom Mindestlohn ausgenommen sind.

Ich habe vor 25 Jahren als Schülerin 10 DM für das Auffüllen von Regalen und 9 DM + Freikarten als Aushilfe im Kino bekommen. Vor 20 Jahren als Studentin 15 DM (Samstags 20 DM) im Copy-Shop. Ich habe das Geld für Disco, Kleidung und CDs gebraucht. Von den Leuten die als Jugendliche viel gejobbt haben,die ich kenne, hat kaum einer Probleme mit Arbeitslosigkeit...Wir sind eben nicht arbeitsmarktfern, sondern konsumgeil und flexibel

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dickebank 05.04.2014, 15:17
141. Ausbildungsvergütungen

Zitat von lehmann.ingo
Das Anspruchsdenken hier ist unfassbar. Bei einem Mindestlohn kann von 'verdient' keine Rede sein. 'Verdient' ist der Lohn, den der Unternehmer seinem Mitarbeiter aus freien Stücken für dessen Leistung zahlt. Wenn der Staat den Unternehmer hingegen unter staatlicher Gewaltandrohung dazu zwingt, einen höheren Lohn zu zahlen, dann ist das nicht verdient. Und der Unternehmer wird den Arbeitnehmer dann einfach nicht mehr einstellen. Und plötzlich werden alle ganz überrascht sein, dass die Jugendarbeitslosigkeit steigt, ach wie ungerecht! Wie in Frankreich, wo es den Mindestlohn schon gibt.
Azubis erhalten kein Gehalt sondern eine Ausbildungsvergütung. - Und die reicht in der Regel nicht einmal aus, um die Fahrten zur Berufsschule bzw. die erforderlichen Lehrmaterialien zu bezahlen.

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tatsache2011 05.04.2014, 17:37
142. Leistung und Gegenleistung

Zitat von Mysterios
....Minderjährige haben, sogar bis sie 27 sind (oder bis zum Abschluss der ersten Ausbildung), ein Recht auf Unterhalt von ihren Eltern. Das Argument, dass sie ihren Eltern nicht auf der Tasche liegen sollen, ist schön und gut, aber greift für mich nicht wirklich, da es wie gesagt eine Verpflichtung für die Eltern ist dem Kind Kost und Logie zu bieten (oder entsprechend dafür zu zahlen). ....
Weil die Eltern soviel zahlen müssen, gibt es so wenige Kinder.

Eigentlich muss der Generationenvertrag die Kinder versorgen einschließlich einer guten Ausbildung.

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5mark 05.04.2014, 18:35
143. Konkreter bitte!

Zitat von alpuku
Wer in den Semesterferien ein Praktikum machen muss und dafür nicht ordentlich entlohnt wird, kann seinen Lebensunterhalt nicht finanzieren und für einen Nebenjob ist keine Zeit. Das kann einem das Studieren unmöglich machen. Nicht jeder bekommt Bafög, oder hat gut verdienende Eltern, die einen unterstützen können.
Wie kommt derjenige denn außerhalb der Semesterferien über die Runden?
Und warum bekommt "Nicht Jeder" denn kein Bafög?

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Kejo111 05.04.2014, 18:44
144. Vergessen wird in dieser Diskussion ...

... dass Azubis bzw. ihre Eltern außerdem noch Kindergeld bekommen! Wer also "Mindestlohn auch für Azubis" fordert, müsste konsequenterweise auch für eine Abschaffung von Kindergeld für Azubis sein, ganz zu schweigen von staatlichen Leistungen wie BAB (Berufsausbildungsbeihilfe).

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siora 06.04.2014, 02:28
145. @Kejo111

die staatlichen beihilfen hätten sich dann automatisch erledigt weil die eh nur kriegt wer eh schon ein sozialer problemfall ist überspitzt gesagt. und weil die ans einkommen gekoppelt sind. kindergeld im übrigen auch.

und wer kein bafög kriegt? leute wie ich z.b., deren vater abgetaucht ist und man so an keine unterlagen ran kommt. ohne die gibts aber keinen cent bafög. und wehe dem, der neben der uni arbeiten muss weil 550? bafög im großteil deutschlands nicht mal für miete+unibücher reicht, der kriegt ab der überschrittenen regelstudienzeit auch keine unterstützung mehr.

bildung ist nach wie vor ein privileg der bessersituierten menschen. als arme sau kriegt man noch steine in den weg geworfen wenn man was aus sich machen will.
mindestlohn im nebenjob wär da wenigstens mal ein schritt in die richtige richtung.

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dickebank 06.04.2014, 11:06
146. Kindergeld

Zitat von Kejo111
... dass Azubis bzw. ihre Eltern außerdem noch Kindergeld bekommen! Wer also "Mindestlohn auch für Azubis" fordert, müsste konsequenterweise auch für eine Abschaffung von Kindergeld für Azubis sein, ganz zu schweigen von staatlichen Leistungen wie BAB (Berufsausbildungsbeihilfe).
kindergeld wird ja nur für die erste Berufsausbildung gezahlt. derzeit ist ja noch unklar, wie es aussieht, wenn jemand nach mehrjähriger Berufsphase noch seinen Masterabschluss machen will. Ähnliches gilt ja ebenfalls für eine spätere meister- oder Techniker/Fachwirtausblidung. Klar gibt es das Meister-BAFöG, aber für Elternteile in der Ausbildung wird das dann finanziell gaaaaanz eng.

Alle Welt schreit nach lebenslangem Lernen, nur die meteriellen Voraussetzungen sind noch an der mittelalterlichen Innungsordnung angelehnt. Wie sieht den die finanzielle Förderung von Auszubildenden so mit etwa 50 Lebensjahren aus? Minimal abgesichert sind doch nur diejenigen, die infolge von Krankheit (Erwerbsminderung) oder Behinderung (Unfallversicherung) oder Umschulung (BA) staatliche leistungen erhalten. Wie sieht es aber mit dem Personalsachbearbeiter (HR-Manager) mit Mitte 50 aus, der aus freien Stücken einen anständigen Beruf erlernen möchte?

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Kejo111 06.04.2014, 12:47
147. @ siora

Nein, das Kindergeld wird eben nicht einkommensabhängig gezahlt. Es gibt seit ein paar Jahren keine Einkommensgrenze mehr. Selbst wenn der Azubi 1.200 Euro verdient (z. B.), gibt es Kindergeld für die Erstausbildung.

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thomas.b 07.04.2014, 10:16
148.

Zitat von lehmann.ingo
Das Anspruchsdenken hier ist unfassbar. Bei einem Mindestlohn kann von 'verdient' keine Rede sein. 'Verdient' ist der Lohn, den der Unternehmer seinem Mitarbeiter aus freien Stücken für dessen Leistung zahlt.
Den Verdienst bestimmt auch der Unternehmer nach wie vor aus freien Stücken. Allerdings nicht mehr willkürlich nach unten tendierend, denn Arbeit hat einen Wert. Wenn der Wert zu sehr verfällt, muss nachgeholfen werden. Das nennen wir soziale Marktwirtschaft.

Zitat von professorA
Leistung ist Arbeit geteilt durch Zeit, und nicht Arbeit mal Zeit. Da verwundert auch der Rest Ihrer Beiträge nicht mehr.
Jup, habe mich vertan. Welchen Rest meinen Sie?

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schokoladenherz 22.04.2014, 12:48
149. Azubis aus H4 Famile

Ich bin auch Azubi (17 Jahre) und mache eine Ausbidlung zur Tourismuskauffrau, eig. sollte ich mich nicht beschweren den ich verdiene 520 € Brutto ...Netto bekomme ich ca 415€ .
Anfangs hatte ich mich gefreut, doch dan kam das Amt, ich soll mit zur Miete beitragen mit Rund 200 €.
So etwas finde ich eine unverschämtheit das der Staat hier den Auszubildenden und anderen Jugendlichen das Geld abzieht. Ich würde auch gerne sparen, mein Vater lebt in den USA ich hab ihn das letzte mal vor 14 Jahren gesehen und den ich gerne Besuchen würde. Maxx-Ticket, Führerschein und Co kostet auch alles Geld.
Ich finde gerade hier sollte man Ausnahmen machen was das Anberechnen von Amt betrifft.
Klar wünsche ich mir den Mindestlohn, aber was würde er mir bringen, wenn das Amt alles einzieht?

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