Forum: Leben und Lernen
Jung-Akademiker im Glück: Ich studiere, also bin ich erfolgreich
DPA

Die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit: ein Studium. Zehn Jahre nach ihrem Abschluss ist nur ein Prozent der Akademiker ohne Job, zeigt eine aktuelle Studie. Zufriedenheit gibt es obendrauf - und viel Geld für jene, die das richtige Fach studiert haben.

Seite 15 von 15
dickebank 26.07.2013, 10:44
140. Überqualifiziert

Zitat von spon-facebook-10000121915
...sind aber auch in ihrem Beruf festgefahren und halten nicht mehr mit der Flexibilität ihrer jungen Kollegen mit. In den Vereinigten Staaten ist es völlig normal auch bis ins hohe Alter den Job zu wechseln. Familie, Haus, Gewohnheiten halten sie fest, was ja auch verständlich ist. Allerdings wird das auch nicht ewig so weitergehen können bei der Überalterung der Bevölkerung. Dann WIRD man eben auch mit 50 vom Chemiker vielleicht doch noch mal zum Biochemiker oder Pharmareferent. Alles keine "Schleckerfrau-zu Altenpfleger"-Wechsel und m. M. nach durchaus vertretbar, gerade wenn man mehr mit dem Kopf arbeitet.
Ihr Wort in die Ohren deutscher HR-Manager.

Ältere Facharbeiter und auch akademisch qualifizierte Mitarbeiter werden bei Bewerbungen auf andere Stellen, die unterhalb ihres nachgewiesenen Qualifikationsniveaus angesiedelt sind, gerne aussortiert.

Das Kriterium ist natürlich nicht das Alter, das ist nicht justiziabel, der Absagegrund liegt in der Überqualifizierung. Haben Sie einen Studienabschluss gewährt ihnen die Bundesagentur für Arbeit nicht einmal eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme. Sie haben ja die höchst-mögliche Qualifizierungsstufe innerhalb der beruflichen Ausbildung mit einem Hochschulabschluss und akademischen Grad abgeschlossen. Kein Betrieb wird den arbeitslosen Diplom-Ingenieur auf einer meisterstelle beschäftigen, die IHK wird wegen der fehlenden Meister-Qualifikation dies nicht zulassen.

Sie können zwar mit dem meisterbrief ein Studium beginnen, aber Sie können mit einem Bachelor-Abschluss keine Meisterausbildung beginnen, es fehlt eben an der beruflichen Qualifikation - es fehlt der Gesellenbrief.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
xehris 26.07.2013, 12:08
141. Regierung setzt auf Zuwanderung

Zitat von spon-facebook-10000121915
In den Vereinigten Staaten ist es völlig normal auch bis ins hohe Alter den Job zu wechseln. Familie, Haus, Gewohnheiten halten sie fest, was ja auch verständlich ist. Allerdings wird das auch nicht ewig so weitergehen können bei der Überalterung der Bevölkerung. Dann WIRD man eben auch mit 50 vom Chemiker vielleicht doch noch mal zum Biochemiker oder Pharmareferent. Alles keine "Schleckerfrau-zu Altenpfleger"-Wechsel und m. M. nach durchaus vertretbar, gerade wenn man mehr mit dem Kopf arbeitet.

In den USA bekommt man vermutlich auch noch mit 50 einen neuen Job, in Deutschland nicht. Hierzulande ist nicht einmal mehr die Hälfte aller Arbeitnehmer, die 55 Jahre und älter sind, noch berufstätig. Dies liegt nicht im Willen der älteren Arbeitslosen, von denen selbst Hochqualifizierte zunehmend im Elend von Hartz-IV landen, sondern sie haben keine Chancen, weil die Regierung lieber auf Zuwanderung von jungen "Fachkäften" setzt, statt Ältere zu fördern. In Deutschland gibt es Tausende von älteren arbeitslosen Ingenieuren und unsere Regierung erfindet die Blue Card, um als Konkurrenz für deutsche Akademiker Ingenieure aus aller Welt nach Deutschland zu holen, hauptsache jung und billig, denn die Leute dürfen auch schon bei niedrigen Löhnen in Deutschland arbeiten und sind deshalb für die Unternehmen attraktiv.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
izmirübel88 26.07.2013, 14:10
142. haha

84500 Euro Brutto im Durchschnitt der WiWi's :-D !? Ich lach mich schlapp! 42250 Euro kämen da wohl eher in Frage...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BurningChrome 26.07.2013, 15:12
143. Ja, ein Selektionseffekt

Zitat von **Kiki**
Was war denn für Sie so schwierig daran, den Link zu der Studie anzuklicken, daß Sie das nicht fertiggebracht haben, da er schon einmal ausnahmsweise direkt im Artikel enthalten war? Mich hat vor allem die Datengrundlage interessiert. Den Fragenbogen erhielten im Jahre 2001 33.000 frischgebackene Absolventen. Von denen antworteten 8.123. Die zweite Befragung war 2006. Die wurde an 7.433 von jenen 8.123 Leutchen verschickt. Von den anderen war keine Anschrift mehr zu ermitteln. 5.427 füllten ihn aus. Die dritte Befragung fand online statt. 4.718 wurden dazu eingeladen. Beteiligt haben sich 3.845. Trotzdem sollen die Ergebnisse angeblich repräsentativ sein. Daran habe ich aber doch meine Zweifel.
Kurz gesagt: Dreien von vieren ging es so beschissen, dass sie sich geschämt haben, den Fragebogen überhaupt zurückzuschicken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
RioTokio 26.07.2013, 17:04
144.

Zitat von 5Minute
Ist natürlich nicht so, haben schon genug hier geschrieben. Aber der letzte Vorschlag ist gut. Den würde ich annehmen, wenn wir gleichzeitig aushandeln, dass die Steuerschuld absolut gerechnet für alle gleich ist (also ich bezahl geich viel Euro wie Sie) .
Sie meinen - alle zahlen die gleiche Steuer?
Wow.
Was würden Sie vorschlagen?
1000 Euro im Monat?

Den gut verdienenden Arzt wird es freuen, andere hätten Probleme - aber .... es wäre auf eine altmodische Art total gerecht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
arimahn 27.07.2013, 03:11
145.

Zitat von BurningChrome
Kurz gesagt: Dreien von vieren ging es so beschissen, dass sie sich geschämt haben, den Fragebogen überhaupt zurückzuschicken.
Man kann über die gezogenen Schlüsse sagen was man will, die Methodik sieht sauber genug aus. Bei _jeder_ Umfrage gibt es geringen und sinkenden Rücklauf.

55.000€ mit Sozialwissenschaften ist komplett an den Haaren herbeigezogen.

Davon abgesehen ist es fraglich wieso man von 10 Jahre alten Absolventen, von denen vermutlich viele noch Diplomanten waren, auf heutige Bachelor/Master schließen können sollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gerd.leineune 17.05.2014, 14:25
146.

Zitat von mw72
Wieso sollten die Akademiker, "die neue Schwemme der Arbeitslosen" sein? Auch wenn die vielen jungen Spanier, Italiener etc. NICHT studiert hätten, so wären sie heute arbeitslos. Das Problem in diesen Ländern ist nicht die Abwesenheit des "dualen Sytems", oder der Frage, ob zu viele oder zu wenige studiert haben, sondern die Abwesenheit von konkurenzfähigen Unternehmen. Es ist kein Bildungsproblem. Meinen Sie, dass die Akademiker hier und da künftig ohne Arbeit da stehen und die Facharbeiter, Handwerker und Ungelernten in Arbeit sind? Schwer vorstellbar, oder? Wenn es ganz übel kommt, sind alle betroffen (so wie in in Südeuropa). Das hat dann aber nichts mit der Frage, akademische Bildung oder nicht, zu tun...
Ein land in dem 100% der Bevölkerung aus Bauern besteht ist heutzutage einfach weniger konkurenzfähig als ein Land mit 100% Akademikerquote. Mald avon abgesehen dass Bildung vor allem dafür sorgt dass die Leute wesentlich produktiver, engagierter, gesündern, weniger kriminell und deutlich kreativer, bzw. innovationsreich sind.
Spanien und co haben ein Problem, ja. Das ist unter anderem mangelnde Einstellung und Bildung.

Zitat von xehris
Wenn man nicht gerade Abkömmling der höheren Kaste ist und Papa die entsprechenden Beziehungen, hat man es eh schwer einen lukrativen Jobs zu ergattern, von dem man gut leben kann. Da sollten sich alle jene, die nicht aus begüterten Verhältnissen stammen, keine Illusionen machen. Ohne Vitamin B läuft in Deutschland kaum etwas. Die wirklich guten Jobs gehen "unter der Hand" weg.
Die guten Jobs gehen teilweise unter der Hand weg, ja. Weil sich die Branchenspezis kennen und wissen wer was auf dem Kasten hat. Auch Vitamin B muss man sich erarbeiten. Niemand (ind er privatwirtschaft) stellt einen kostenintensiven Vollidioten ein nur weil Papi ein hohes Tier ist.
Aus Ihrem Beitrag spricht lediglich Frust. Die Frage ist ob über eigene Unzulänglichkeiten oder Ablehnungsproblemen.

Zitat von Inuk
Ich glaube kaum, dass heute noch Karrieresprünge wie beispielsweise vom Fliesenleger zum Arbeitsminister möglich sind. Um ganz nach oben zu kommen, müssen schon Abschlüsse von entsprechenden Hochschulen vorgelegt werden. Das sind nämlich die Abschlüsse, die meistens Kinder reicher Eltern, die elitäre Privatschulen besuchen durften, vorlegen können. Trotzdem wünsche ich Ihnen für Ihre Zukunft alles erdenklich Gute.
Es gibt etliche elitäre Privatschulen die jedem offen stehen. Einzige Voraussetzung, gilt für alle anderen Schüler aber auch, ist eine entsprechend gute Vorleistung, bzw. Veranlagung. Aber da sind die Eltern gefragt die Priorität rechtzeitig auf Bildung zu legen und das ist nunmal im Prekariat weit seltener anzutreffen als in Akademikerfamilien.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 15 von 15