Forum: Leben und Lernen
Junge Deutsche mit Migrationshintergrund: "Ich kenne Özils Gefühl"
Joy Kröger

Sie sind hier geboren, aufgewachsen - und haben doch manchmal das Gefühl, nicht dazuzugehören: junge Menschen mit Migrationshintergrund über ihren Blick auf Özils Rassismusvorwürfe.

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rockogranata 24.07.2018, 16:42
1. Selbst, wenn die Eltern hier geboren sind...

..., deutsche Namen tragen, man selbst auch deutsche Namen hat und die Familie seit Jahrhunderten nachvollziehbar deutsch ist: Sind sie nicht atheistisch oder christlich, wird einem das Deutschsein von vielen prinzipiell abgesprochen. Die Frage ist nicht so sehr, wo man her kommt, sondern viel mehr, ob man ins Bild der breiten Masse passt. Deutschlands Minderheiten bekommen immer mehr ein Problem in Deutschland.

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prisma-4d 24.07.2018, 16:57
2. ...wie der Schwabe in Berlin.

Auch er wird nie richtig zu Berlin gehören... Der Schwabe also Rassismusopfer der Berliner? Und was mir besonders auffällt: die Befragte geben an in Deutschland aufgewachsen zu sein ich aber plötzlich nicht mehr als dazugehörig fühlen. Scherze werden als Diskriminierung gefühlt... die armen Bayern oder Sachsen... Auch ich hätte eine tragische Ausgrenzungsstory zu erzählen. Meine Kritik geht nicht an die Erzähler sondern an den Autor. Die Welt redet von Özil-Äpfeln und sie Berichten von Birnen...

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clara1337 24.07.2018, 16:58
3. Unglaublich

Ich bin "Urdeutsch", aber aufgrund der Karriere meiner Eltern zum Teil im Ausland aufgewachsen. Als wir zurück nach Deutschland kamen, war das das Erste was mir auffiel: Wir wurden im Ausland gut aufgenommen, jedes Gefühl von Akzeptanz durch die "Einheimischen" war für uns ein kleiner Erfolg und Ansporn und der Umgang generell sehr warm und herzlich. In Deutschland hörte ich dann z.B. "der Türke aus der anderen Klasse" oder so was. Ich war wie gesagt ja "neu" in Deutschland und wäre nicht mal auf die Idee gekommen, dass der Gemeinte hier geboren sein könnte (und länger hier lebte als ich). Warum sollte man ihn dann "den Türken" nennen? Traurigerweise war es aber nur das "kleine bißchen" Fremdenfeindlichkeit, die in Deutschland überall anzutreffen ist (war hoffentlich?!), und manchmal sogar "gut gemeint". Als dann die Forderung nach mehr "Integration" aufkam, war mir das mehr als peinlich.

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spon-facebook-10000012354 24.07.2018, 16:58
4. Migranten in Deutschland

Deutschland als Nation ist erst sehr spät entstanden und insofern sind Migranten immer Teil Deutschlands gewesen. Erinnert sei an die "Ruhrpolen" und "Hugenotten" in Deutschland.
Mit „Ruhrpolen“ sind die Menschen und deren Nachfahren gemeint, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts teils mit ihren Familien aus dem früheren Königreich Polen, aus Masuren, der Kaschubei und auch aus Oberschlesien ins Ruhrgebiet eingewandert sind und dort meist als Bergleute gearbeitet haben.
Tatsächlich ist jedoch nur noch eine Minderheit der Nachkommen der Ruhrpolen in Deutschland ansässig. Etwa ein Drittel kehrte in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in den wiederhergestellten polnischen Staat zurück. Ein weiteres Drittel der Ruhrpolen wanderte im Laufe der 1920er Jahre in die nordfranzösischen Kohlereviere von Lille und Lens ab. Die Assimilation des verbliebenen Drittels gelang – auch wegen der stark antipolnischen Züge der staatlichen Politik – allerdings komplett. Da die polnische Sprache nicht gepflegt wurde, sind die Nachkommen der Einwanderer heute außer an den vielen polnischen Nachnamen im Ruhrgebiet und einigen letzten kulturellen Resten kaum noch von der angestammten Bevölkerung zu unterscheiden.
Die Situation ist jetzt jedoch eine andere, weil das Konzept des Multikulturalismus inzwischen in der BRD weitgehend bestimmend ist. Dies ist der Oberbegriff für eine Reihe sozialphilosophischer Theorieansätze mit Handlungsimplikationen für die Gesellschaftspolitik eines Staates. Multikulturalisten treten für den Schutz und die Anerkennung kultureller Unterschiede ein: „Multikulturalismus ist die Idee, dass Menschen ‚nicht trotz ihrer Unterschiede gleich, sondern wegen dieser Unterschiede verschieden‘ zu behandeln seien“. Die Theorien stehen dem Gedanken einer dominanten Nationalkultur ebenso entgegen wie dem in den USA weit verbreiteten Gedanken des Melting Pot, der von einer Angleichung der verschiedenen Kulturen und der daraus resultierenden Herausbildung einer gemeinsamen, nationalen Kultur ausgeht.
Dies Skepis ist groß: Bereits Daniel Cohn-Bendit als Gründer und erster Leiter des Frankfurter „Amtes für Multikulturelle Angelegenheiten“ hatte auf die erheblichen Konfliktpotenziale der multikulturellen Gesellschaft hingewiesen, wenn diesen nicht vorbeugend begegnet wird: „Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt (…)“ Dies wurde von konservativer Seite schon bald – etwa vom damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber in seiner Regierungserklärung am 8. Dezember 1994 – aufgegriffen. Viele Gegner des Multikulturalismus sehen diesen als gescheitert an.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hugenotten#Hugenotten_in_Deutschland
https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrpolen
https://de.wikipedia.org/wiki/Multikulturalismus

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spon-457-jg4i-3 24.07.2018, 17:01
5. Es reicht mit Özil

Gibt es in diesem Land keine anderen Probleme und Themen, die wichtig sind. Özil ist ein Multimillionär, der die Nationalmannschaft zur Imagepflege benutzt hat, in den letzten Jahren hat er sich kaum mehr eingebracht, weil ihm das nichts mehr brachte. Jetzt ist er raus, Ende damit. Was soll diese ganze Aufregung ?

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vondech 24.07.2018, 17:02
6. Corinna Ostheim - Joy Kröger

Hören Sie - die Medien und die Presse - endlich auf, uns "Urdeutsche", oder wie immer wir verunglimpft werden, uns dauernde einzureden, dass wir (alle, die meisten oder viele?) Rassisten sind und die armen
Menschen mit Migrationshintergrund ständig verletzen, ausgrenzen, scheel angucken. Sie alle, die Medien,
treiben nur damit den Hass, den manche vielleicht in ihrer berechtigten Furcht vor Überfremdung haben, zu neuer Stärke.
Wenn ich z. B. bei dem türkischen Taxifahrer im Auto sitze, unterhalten wir beide uns auf meine Betreiben
(ehrliche Neugier) über sein Heimatland, wo er herkommt, ob er noch Verwandtschaft dort hat und was er von Erdogan hält (den mit den vielen Morden und Freiheitsberaubungen). Am Ende der Fahrt bedanken wir uns beide, jeder bei jedem, dass wir uns so sehr unterhalten haben und ich mich so sehr für Ostanatolien interessiert habe (als ich vor Jahren es mit dem PKW durchmessen habe und seine Menschen so wunderbar fand).

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frodo111 24.07.2018, 17:05
7. klick klick klick

jetzt werden mutmaßliche Opfer zur Schau gestellt...
hauptsache jammern...
Endlich mal eine offene Diskussion zulassen ohne gleich Nazi oder Gutmensch zu sein.
Das Klima ist nicht rauer geworden und Deutschland erlebt auch keinen rechtsruck.
Die Menschen haben einfach nur die Faxen dick und machen ihren Mund auf anstatt zu schweigen!

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Newspeak 24.07.2018, 17:05
8. ....

Die Alltagserfahrung von den vorgestellten Menschen unbenommen, aber wenn man nacj persönlichen Befindlichkeiten fragt, dann sollte man vielleicht mal ALLE fragen, wie sie sich fühlen. Dann würde man vielleicht realisieren, dass Vieles, was eine Gruppe der Gesellschaft auf Rassismus zurückführt, vielleicht auch anderen Gruppen so oder so ähnlich passiert. Dass manches auch gar kein Rassismus ist, sondern nur dumme, aggressive Menschen betrifft, die auch Deutsche beleidigen, weil alle Menschen in ihren Augen Feindbilder sind. Dann könnte man vielleicht auch mal sowas wie gruppenübergreifende Solidarität in dieser Gesellschaft entwickeln, anstatt dass sich jeder nur wieder auf seine Gruppe, Ethnie, Religion, etc. zurückzieht und sich als Opfer darstellt. Früher, als es weniger politisch korrekt zuging, scheint die Gesellschaft irgendwie besser funktioniert zu haben? Da konnte man auch mal gegenseitig sprachlich austeilen und einstecken und danach trotzdem friedlich zusammenleben. Heute wird die individuelle Befindlichkeit zum absoluten Maßstab erhoben und man kommt kaum zur Ruhe von einem aufgeregten shitstorm zum nächsten.

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dr.acula77 24.07.2018, 17:05
9. Bin auch Deutscher mit Migrationshintergrund

... Und finde man sollte aus einem beleidigten Özil, der die Rassismuskeule bemüht, kein zu großes Thema machen. Sportlich habe ich nie viel von ihm gehalten und er kommt einer bevorstehenden Nichtnominierung einfach nur vor. Das eigentliche Thema des Rassismus sollte bitte mal gelöst werden von der Person Özil. Viele Flüchtlinge, die AFD und die Bild Zeitung sind nun mal eine Kombination mit der die (leider) schweigende Mehrheit fertig werden muss.

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