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Jungs als Bildungsverlierer: Wenn du denkst, du bist schlecht, dann bist du auch schl
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Jungs haben schlechtere Noten als Mädchen und besuchen seltener ein Gymnasium. Und Jungs, die das wissen, werden in Prüfungen noch schlechter. Bildungsforscher Martin Latsch erklärt im Interview, warum Klischees oft selbsterfüllende Prophezeiungen sind.

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quader 19.11.2013, 13:19
120. Man schafft eben das Ergebnis, das man erwartet.

Man hat die Schüler beim zweiten Test einfach in Deutsch schlechter benotet,
dadurch konnte man das erwartete Ergebnis erzielen!

Wenn die Jungs wirklich schlechter geworden wären, dann wären sie das auch in Mathematik!

Der Hintergrund ist, dass in Mathematik die tatsächliche Leistung bewertet wird
(die Lösung einer Aufgabe ist richtig oder falsch) in Deutsch hingegen wird ja nur
eine Meinung gedeutet? Da kann der Lehrer draus machen was er will. Insbesondere
wenn der Lehrer schon vorher weiß, was erwartet wird.

Eine typische Untersuchung, wo man sich nur selbst bestätigt habe will.

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neurobi 19.11.2013, 13:29
121.

Zitat von Zitrone!
Danke! Es freut mich wirklich, dass sich hier immer mehr "untypische" Frauen zu Wort melden und dass es offenbar auch einige Männer gibt, die kein in Stein gemeißeltes Frauenbild mit sich herumtragen. Ich glaube aber trotzdem, das wir noch werden müssen.
Also ich habe eine technische Ausbildung durchlaufen und arbeite in einem technischen Beruf.
Die Frauen dennen ich in dem Bereich bisher begegnet bin lagen fast immer über dem Schnitt.
Umgekehrt habe ich oft gehört, dass Männer in typischen Frauenberufen (vom Krankenpfleger bis zum Grundschullehrer) meist auch zu den besseren gehören.
Ich würde mal schätzen, das diejenigen, die ihren Interessen und Begabungen gefolgt sind und einen für das eigen Geschlecht eher untypischeb Beruf gewählt haben, in diesen auch überdurchschnittlich gut sind.

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Whitejack 19.11.2013, 13:30
122.

Zitat von quader
Man hat die Schüler beim zweiten Test einfach in Deutsch schlechter benotet, dadurch konnte man das erwartete Ergebnis erzielen! Wenn die Jungs wirklich schlechter geworden wären, dann wären sie das auch in Mathematik! Der Hintergrund ist, dass in Mathematik die tatsächliche Leistung bewertet wird (die Lösung einer Aufgabe ist richtig oder falsch) in Deutsch hingegen wird ja nur eine Meinung gedeutet?
Unsinn, die Zahl an Rechtschreib- oder Grammatikfehlern lässt sich auch in Deutsch objektiv messen. Sie merken doch auch, ob ein Forist schlechtes oder gutes Deutsch schreibt.

Übrigens gibt es die Untersuchung mit dem Stereotype-Threat auch bei Mädchen in Bezug auf Mathematik, dort mit demselben Ergebnis wie bei Jungen in Deutsch: Erinnert man die Mädchen vor dem Test daran, dass sie Frauen sind und Frauen kein Mathe können, schneiden sie schlechter ab.

Eigentlich ist das ein simples Resultat, das fast jeder selbst kennt: Wer einen miesen Lehrer in einem Fach hatte, der einen auch noch auf dem Kieker hatte, dann waren die Leistungen im Fach eher schlecht.

Ist übrigens auch aus dem Schach bekannt: Wenn man glaubwürdig Leuten versichert, dass eine Stellung gut ist, finden sie bessere Züge. Wenn man ihnen hingegen sagt, die Stellung sei aussichtslos, dann machen sie schlechtere Züge. Dass vor diesem Effekt nicht einmal Weltmeister gefeit sind, sieht man am aktuellen Verlauf der WM.

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Whitejack 19.11.2013, 13:35
123.

Zitat von neurobi
Also ich habe eine technische Ausbildung durchlaufen und arbeite in einem technischen Beruf. Die Frauen dennen ich in dem Bereich bisher begegnet bin lagen fast immer über dem Schnitt. Umgekehrt habe ich oft gehört, dass Männer in typischen Frauenberufen (vom Krankenpfleger bis zum Grundschullehrer) meist auch zu den besseren gehören. Ich würde mal schätzen, das diejenigen, die ihren Interessen und Begabungen gefolgt sind und einen für das eigen Geschlecht eher untypischeb Beruf gewählt haben, in diesen auch überdurchschnittlich gut sind.
Das dürfte richtig sein. Wenn ein Mann als Erzieher oder eine Frau als Ingenieurin arbeitet, dann hat er oder sie auf dem Weg eine Menge Vorurteile abbekommen und musste sich immer wieder gegen Widerstände behaupten. Das macht man nur, wenn man es wirklich will, und das geht meistens mit einer Begabung für den Job einher.

Hingegen gibt es etliche Leute, die nur in einem bestimmten Beruf gelandet sind, weil sie von klein auf schon in der Richtung bestärkt wurden und sich nie etwas anderes vorstellen konnten. Dann wird man halt Automechaniker oder Tierärztin auch ohne entsprechende Begabung.

(Die Aussagen gelten natürlich nur im Schnitt. Auch ein exzellenter Automechaniker oder eine hochbegabte Tierärztin können von klein auf in diese Richtung gegangen sein. Aber es gibt eben auch viele, die nur in dem Job landen, weil der Kumpel oder die Freundin es auch machen oder die Eltern es so wollen. Und die ziehen den Schnitt meist nach unten.)

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quader 19.11.2013, 13:45
124. Die Unterschiede überwiegen

Meiner Lebenserfahrung nach sind Jungen und Mädchen unterschiedlich veranlagt.
Trotzdem gibt es natürlich Ausnahmen und es sollte natürlich die vorhandene
Befähigung den Ausschlag geben, wer welche Ausbildung und welchen Beruf
ergreift.
Aber eine Gleichheit wird sich meines Erachtens nach nie schaffen lassen.

In der Masse betrachtet, wählen Mädchen eben doch eher Germanistik und Jungs
eher doch Informatik. In der Masse betrachtet sind Mädchen nicht so bereit
um ihre Karriere zu kämpfen (da ist die Quote beliebter). Jungs schauen
eben von Anfang an häufiger, womit kann man Geld verdienen, und sind dann
auch bereit diese Fächer zu belegen.
Daher produzieren wir im Augenblick viele gut ausgebildete Mädchen, die dann
aber später nicht die höheren Positionen besetzen wollen.

Während Männer gewöhnt sind, für die Erreichung von Zielen kämpfen zu müssen,
und es hinnehmen, dass andere Männer ihnen Fähigkeiten aberkennen, haben
Frauen eher die folgende Empfindung:
"Als jemand (Frau), die ihr Leben lang darunter gelitten hat, dass meine Fähigkeiten
mir von (mächtigen) Männern aberkannt wurden, die diese Fähigkeiten nicht hatten".

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retmar 19.11.2013, 13:49
125.

Zitat von Ratzbär
Im Unterricht (Mathematik) merke ich sehr oft, dass die Mädchen einfach "mehr Biss" und Ehrgeiz haben, sich besser konzentrieren können und über deutlich mehr Ausdauer verfügen.
Den Jungen fehlt der körperliche Ausgleich in der Schulzeit. Eine Doppelstunde Sport in der Woche ist dafür zu wenig. Am Nachmittag ist Vereinssport für lernbereite Jungen wegen der Hausaufgaben kaum möglich. Wettbewerb und Leistung werden sowieso scheel beäugt. Wie Ordnungsbereitschaft oder Disziplin als zu fördernde Eigenschaften auch. Man erinnere sich an den Spruch des Herrn Oskar Lafontaine.

Zitat von Ratzbär
Aber hier in Dtld. darf man ja von einem getrennten Unterricht für Jungs und Mädchen nur hinter vorgehaltener reden.
Das ist wohl die einzige Möglichkeit, die abzusehende Katastrophe noch abzuwenden: zwar nach Geschlechtern getrennte Schulen, aber diese mit völlig gleichen Inhalten. Dann wollen wir doch mal sehen, wie das mit unseren Jungs so läuft.

Zitat von Ratzbär
Alles stumpf gleichmachen - mit der Empathie einer Mörsergranate.
Eine absolut zutreffende Bemerkung.

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magetasalex 19.11.2013, 13:52
126. Ich sehe das genau wie Sie auch.

Zitat von tvinnefossen
Gut wenn ich Menschen nur als Humankapital einer globalisiert wirtschaften Welt betrachte, dann klingt das sehr nachvollziehbar. Wenn ich aber annehmen möchte, daß Menschen Individuen sind, die ganz genau spüren wann Sie benachteiligt oder bevorteilt werden und die erkennen, was das für ihre Chancen und Träume bedeutet, so kann man diesen Einwand zwar leicht als Gefühlsduselei wegwischen, für viele bleibt er aber bestehen und ist der eigentliche Antrieb sich für oder gegen etwas zu engagieren.
Ich sehe das genau wie Sie auch. Allerdings sehen das nicht die Führer der weltweit herrschenden Wirtschaftsordnung. Um die vollautomatisierte Weltproduktion aufrecht zu erhalten, brauchen sie eben (wie ich heute schon hier schrieb) nur 450 Millionen Menschen.

"Weltweit verlassen gerade mal 600 Millionen Menschen die Schule mit einem Abschluß, der dem eines herkömmlichen Abiturs entspricht- und dies bei einer Erdbevölkerung von 7400 Millionen Erdenkindern (= 7,4 Milliarden). Die gesamte Güterproduktion der Welt benötigt rund 450 Millionen Fachkräfte vom Facharbeiter an aufwärts. Hinzu kommt Militär (wobei der Militärdienst nur einen kurzen Zeitraum währt), Ärzte, Polizei und Juristen.
Die restlichen Menschen sind grob gesprochen menschlicher Müll, zuständig für niedrige Dienstleistungsarbeiten. Die 450 Millionen "Spezialisten"...Hochbegabte.... werden weltweit in allen Bevölkerungsschichten gesucht und gefunden und in Eliteschulen und Eliteuniversitäten herangezüchtet."

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jujo 19.11.2013, 13:53
127. ...

Zitat von sysop
Jungs haben schlechtere Noten als Mädchen und besuchen seltener ein Gymnasium. Und Jungs, die das wissen, werden in Prüfungen noch schlechter. Bildungsforscher Martin Latsch erklärt im Interview, warum Klischees oft selbsterfüllende Prophezeiungen sind.
Ich glaube das ist alles zu einseitig und zu kurz gedacht.
Ich glaube der soziale Hintergrund ist der entscheidende Faktor.
Bei meiner Tochter waren in den Klassen 6 bis 10 einige Kandidaten
( Akademiker Söhne ) die in der Zeit durchhingen alles andere im Kopf hatten nur nicht Schule und Leistung. die haben alle in der Oberstufe den Turbo gestartet und ohne Probleme ein sehr gutes Abi geschafft! Im Schnellgang studiert und sind heute gut situiert und verdienen im sechsstelligen Bereich / Jahr.

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TRicKeY 19.11.2013, 14:16
128.

Zitat von muellersusanne
[...] freue ich mich, dass die Diskussion jetzt von der anderen Seite aufgerollt werden muss wegen der vielen männlichen Schulversager (die mir natürlich leid tun, und hier muss sich etwas ändern). Für alle Männer, dies nicht kapiert haben: ein mathematisch unbegabter Mann merkt nicht, wenn er in der Diskussion mit mir auf dem Schlauch steht.
Nur wird die Diskussion nicht aufgerollt, sondern abgewürgt mit ewigem Verweis auf noch bestehende Unrechtmäßigkeiten in der Gleichbehandlung oder schlicht umgekehrten Argumenten:
Bei der Quote für Grundschullehrer wurde unlängst gefragt ob man Frauen denn jetzt wohl ihre Kompetenz absprechen wolle, oder wie das denn wohl sonst gemeint sein könnte, dass man fordere mehr Männer an die Grundschulen zu holen.
Stellen Sie sich mal vor, ein Mann hätte das bei der Diskussion um die Quote in DAX-Unternehmen gesagt. Der wäre gesteinigt worden, vor dem Reichstag.
Mit der Frage war die Diskussion also gegessen.
Im wesentlichsten Punkt sind beide Geschlechter gleich: Sie wollen Macht, und diese Macht wollen sie, wenn sie sie erst mal haben, nicht mehr abgeben. Das zeigte sich bei den alten Herren die Sie unterbutterten und das zeigt sich jetzt bei den Frauen. Studien, die belegen(!), dass Frauen lieber Frauen und Männer lieber Männer einstellen werden systematisch unter den Teppich gekehrt und es herrscht gewissermaßen zitierverbot was das angeht. Beide Geschlechter bieten bei diesen Verfahren ihre jeweils eigenen Begründungsstrukturen: Wo Männer Frauen für inkompetent halten, haten Frauen Männer für unempathisch und nicht teamfähig und ganz einfach so (naja natürlich nicht "ganz einfach so") entstehen Gebilde wie Segregation.

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magetasalex 19.11.2013, 14:37
129. Der Wille zur Macht ist eine Neigung, also nicht allen Menschen gegeben.....

Zitat von TRicKeY
Im wesentlichsten Punkt sind beide Geschlechter gleich: Sie wollen Macht, und diese Macht wollen sie, wenn sie sie erst mal haben, nicht mehr abgeben. Das zeigte sich bei den alten Herren die Sie unterbutterten und das zeigt sich jetzt bei den Frauen. Studien, die belegen(!), dass Frauen lieber Frauen und Männer lieber Männer einstellen werden systematisch unter den Teppich gekehrt und es herrscht gewissermaßen zitierverbot was das angeht.
Beide Geschlechter sind sich insofern gleich, als das sie bestimmte Neigungen entweder schon mit auf die Welt bringen oder diese sich im Laufe ihrer Persönlichkeitsentwicklung herauskristallisieren (in unserem Wort BERUF steckt ja das "sich berufen fühlen" drin).
Der Wille zur Macht ist eine Neigung, also nicht allen Menschen gegeben, wie meinetwegen das Gehen auf zwei Beinen. Wer diese Neigung in sich trägt, wird natürlich versuchen, eine entsprechende Lebenstätigkeit (Beruf) zu finden. Es wollen ja auch nur die gerne Förster werden, die eine starke Neigung zur Natur ihr eigen nennen.

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