Forum: Leben und Lernen
Jungs als Bildungsverlierer: Wenn du denkst, du bist schlecht, dann bist du auch schl
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Jungs haben schlechtere Noten als Mädchen und besuchen seltener ein Gymnasium. Und Jungs, die das wissen, werden in Prüfungen noch schlechter. Bildungsforscher Martin Latsch erklärt im Interview, warum Klischees oft selbsterfüllende Prophezeiungen sind.

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analyse 20.11.2013, 06:04
170. Immer wieder dieser Irrweg der Gleichheit !

Und das auch noch als Ziel auszugeben,statt möglichst individuelle Förderung je nach Begabung !Selbstverständlich sollte bei der Erziehung Lob den auch notwendigen Tadel überwiegen !

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Galik 20.11.2013, 06:27
171.

Zitat von muellersusanne
Das Interview ist sehr interessant, bis zu diesem Punkt "die Gemeinsamkeiten der Geschlechter überwiegen". Hier wird die Realität endgültig auf den Kopf gestellt. Die individuellen Unterschiede zwischen Menschen und ihren Begabungen sind enorm, während Ergebnisse zu Messungen über Begabung und ......
DANKE!
Ihr Beitrag ist so wahr. Das Problem ist, dass Durchschnittswerte zu zwanghaften Stereotypen gemacht werden. Mal ein an den Haaren herbeigezogenes Beispiel:
Wenn z.B. bei einer Studie rauskommt, dass in einer Schule 70% der Jungen und 40% der Mädchen besser in Mathe als in Deutsch sind andersherum 70% der Mädchen und 40% der Jungen besser in Deutsch als in Mathe, dann wird direkt gesagt: Jungen sind besser in Mathe, Mädchen in Deutsch - Punkt. Dann wird über Maßnahmen zur gezielten Geschlechterförderung geredet.
Die 30% der Jungen, die besser Deutsch, und die 30% der Mädchen, die besser Mathe können, werden nun völlig vergessen und falsch gefördert. Sie entsprechen halt leider nicht dem Stereotyp.

Das gleiche gilt übrigens auch bei der Verhaltenspsychologie. Die sagt dann verallgemeinerten Mist, wie z.B., dass viele Jungen sich auch mal körperlich austoben müssen um ihre Aggressionen abzubauen. Schön, dass es keine aggressiven Mädchen gibt...

Erinnert mich an das eine Jahr getrennten Sportunterricht, wo die Jungen hauptsächlich Ballsport und Leichtathletik gemacht haben und die Mädchen auf den Schwebebalken und andere Turngeräte mussten. Ein Mädel aus dem Fußballverein war dann die erste, die mit Druck der Eltern zu den Jungs in die Gruppe kam. Gut, dass es nur ein Jahr war, mir war das damals schon suspekt.

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Gerdd 20.11.2013, 07:11
172. Triumphismus?

Zitat von Karl der Haarige
Dass Jungs Probleme in einer völlig feminisierten Schulwelt haben, ist seit Jahren bekannt, wird nur nicht thematisiert außer mit dem üblichen weiblichen Triumphismus: "Jungs sind faul und dumm!" Ging mir nicht anders. Sobald diese dummen Jungs aber diese Frauenwelt (von Frauen für Frauen) verlassen, braucht man plötzlich eine Frauenquote, weil sich die Verhältnisse dann schlagartig umkehren und Triumphismus dann eben ein bisschen komisch aussieht. Aber was in der Schule funktioniert, funktioniert in der freien Wirtschaft ja sicher auch und dann passt mit dem weiblichen Selbstwertgefühl wieder alles und das ist ja das Wichtigste... Ist nur eine Frage der Zeit, dann ertönen Lobpreisungen auf das weibliche Geschlecht, das zwar keine Unternehmen gründet, aber überall in deren Aufsichtsgremien vertreten ist. Wie es da hingekommen ist... Einerlei. "Narzissmus" ist ja grad in aller Munde - und das nicht umsonst.
Nun ja, warten wir's ab, wie lange es dauern wird, bis die ersten Forderungen nach einer Schutzquote fuer Maenner laut werden: "Mindestens 30% Maenner in allen Aufsichtsraeten!"

Aber dafuer muessen sie dann mindestens drei Generationen kaempfen ...

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kfp 20.11.2013, 08:59
173.

Zitat von Schäfer
Ein seriöser Test hätte eine dritte Gruppe gebildet, in der die Schüler einem Artikel ausgesetzt werden, der ein schlechteres Abschneiden der Mädchen propagiert.
Dazu gibt es schon genug Studien, die dasselbe gezeigt hatten. Hier wurde ausnahmsweise mal der umgekehrte Fall (benachteilte Jungen) getestet.

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pineping 20.11.2013, 09:51
174. Vorverurteilung

Anscheinend ist hier nicht eine Person im Forum vertreten, die einer weiblichen Erzieherin/Lehrkraft etc. zutraut Jungs anständig zu bewerten/erziehen/fordern.
Warum sind denn kaum Männer in diesen Bereichen vertreten? Vielleicht könnte schon eine größere Geschlechterausgewogenheit in diesen Berufen für Abhilfe sorgen -oder können das Männer etwa nicht???
Vielleicht wollen sie das auch nicht, da die Bezahlung nicht ausreicht um eine Familie zu ernähren? Ach Moment, Männer bekommen hier sicher eine höhere Bezahlung bei gleicher Arbeitsleistung -das ist nämlich in Deutschland in vielen Berufen immer noch weit verbreitet! Armes Deutschland, alle heulen, keiner bekommt's wirklich richtig hin...

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marcus tullius cicero 20.11.2013, 11:01
175. Belege

Sie haben doch sicherlich einen Beleg für ihrer Behauptung, dass Männer mehr für die gleiche Arbeitsleistung bekommen! Selbst der jährliche Gender Pay Gap Bericht spricht nicht von einer Diskriminierung, Sie verneinen das sogar.
Es ist doch jeden selbst überlassen für einen höheren Lohn zu kämpfen, es ist aber leider so das Frauen mit weniger zufrieden sind, darüber gibt es auch genug Studien.
Von Männer wird aber auch heute noch verlangt das sie die Familie ernähren und zwar von Frauen.
In anbetracht der Tatsache wie teilweise auf einen Mann als Erzieher reagiert wird und je schnell man eine Karriere mit einen Vorwurf der Pädophile konfrontiert werden.
Sogar aus den ach so fortschrittlichen Skandinavien gibt es Berichte über Erzieher die ihren Job aufgeben müssten weil Mütter ihnen Pädophile unterstellt haben.

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Bondurant 20.11.2013, 11:45
176. Die selbsterfüllende Prophezeiung

Zitat von sysop
Jungs haben schlechtere Noten als Mädchen und besuchen seltener ein Gymnasium. Und Jungs, die das wissen, werden in Prüfungen noch schlechter. Bildungsforscher Martin Latsch erklärt im Interview, warum Klischees oft selbsterfüllende Prophezeiungen sind.
findet u.a. nach dem alten Schwarzer-Motto statt: wenn wir's unsren Töchtern leichter machen wollen, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen. Und wenn von vornherein die Möglichkeit gegebener Unterschiede für ausgeschlossen erklärt wird (Gene, bah pfui) geht man gern in den Bereich der selbsterfüllenden Prophezeiung und gibt den Mädchen bessre Noten, damit man sagen kann, seht ihr, es lag an der Gesellschaft. So einfach ist das.

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Bananenblatt 20.11.2013, 13:05
177. So ein Quatsch!

Das hat mit "Jungs" oder "Mädchen" nichts zu tun. Jeder Mensch, der glaubt, dass irgendeine äußerer Faktor "zeigt", dass er "schlechter" ist, kann seine volle Leistung nicht mehr abrufen.

Vor dreißig Jahren waren das die Mädchen. Heute sind es die Jungs. Noch früher waren es die Juden, davor die Schwarzen.

Wir sollten AUFHÖREN, den Menschen einzureden, dass Gruppierungen (Geschlecht, Rasse, Religion, Nachname, Körpgergröße, Haarfarbe, ...) mit intellektuellen Fähigkeiten korrellieren - der Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiungen ist zu groß.

Das Ziel der Kiste war ja irgendwann lobenswert: Wenn wir die Menschen "richtig einordnen" können, können wir sie optimal fördern. Nur... leider beinhaltet jede Aussage "Gruppe A kann X besser als Gruppe B" auch die Aussage: "Gruppe B kann X nicht so gut" - und führt zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Diese Nebenwirkung pervertiert die ganze Herangehensweise, angelehnt an Büchners Woyzeck: eine intellektuelle Erbsendiät.

Stattdessen sollten wir ein Forschungsprojekt aufsetzen, das zeigt, dass grundsätzlich jeder Mensch jede intellektuelle Fähigkeit entwickeln kann. Vielleicht dauert es bei manchen länger als bei anderen. Vielleicht braucht der eine ein preußisches Schulsystem und der andere eine Walldorfschule. Manche lernen besser von Frauen, andere von Männern. Manche Lern-Projekte werden "wirtschaftlich erfolgreich", andere nicht.

Na und?

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spon-facebook-10000140154 20.11.2013, 13:23
178.

Zitat von pineping
Vielleicht wollen sie das auch nicht, da die Bezahlung nicht ausreicht um eine Familie zu ernähren? Ach Moment, Männer bekommen hier sicher eine höhere Bezahlung bei gleicher Arbeitsleistung -das ist nämlich in Deutschland in vielen Berufen immer noch weit verbreitet! ..
Es ist möglich dass dies in vielen Berufen so ist aber bestimmt nicht bei Lehrern oder Erziehern und bei anderen Stellen im öffentlichen Dienst auch nicht. Da gibt es nämlich Besoldungstabellen die für Männer und Frauen gleich sind. Also erst nachdenken und dann schreiben..........

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spon-facebook-10000140154 20.11.2013, 13:29
179.

Zitat von gustavsche
..... Oder aber sie schätzen ihr Potential richtig ein und wissen, wie ihre Topnoten zustandekamen. (Auswendiglernen?)
Da könnte twas wahres dran sein, genau das haben mir meine Söhne über Mitschülerinnen oft erzählt. Damit erzielt man zwar eine gute Note, hat aber den Stoff nicht undbedingt verstanden und kann das auch ein Jahr später nicht mehr reproduzieren......

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