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Jungs als Bildungsverlierer: Wenn du denkst, du bist schlecht, dann bist du auch schl
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Jungs haben schlechtere Noten als Mädchen und besuchen seltener ein Gymnasium. Und Jungs, die das wissen, werden in Prüfungen noch schlechter. Bildungsforscher Martin Latsch erklärt im Interview, warum Klischees oft selbsterfüllende Prophezeiungen sind.

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Zitrone! 19.11.2013, 09:11
40. Danke!

Zitat von liliane66
Ich kann von mir als Frau erzählen. ... Nun, war es so, das ich in Mathe, Geometrie und Algebra immer besser war als meine Brüder. ... Also weg mit sämtlichen Geschlechterklisches, es lebe das Individuum!
Mein Reden!
Nur leider ist mein entsprechender Beitrag mal wieder verschollen.

Es ist eben so, dass unter der Ausrichtung nach einem Mädchenklischee nicht nur die Jungen leiden, sondern auch die naturwissenschaftlich / mathematisch begabten Mädchen.

Da nützt dann auch "mach MINT" ( Komm, mach MINT - mehr Frauen in MINT-Berufen - Bildung - BMBF ) nicht mehr viel.

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and_one 19.11.2013, 09:15
41. Ergebnis einer Verfehlten Politik und – so leid es mir tut – auch Schuld der Frauen

Die Politik ist dafür verantwortlich, dass die Tätigkeiten von ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen unterbewertet und schlecht bezahlt sind. Weil man als Familie von den Gehältern nicht leben kann, sind es mehr 90% Frauen, die diese Berufe ausüben. Die Ausbildung und die Qualitätssicherung sind völlig unzureichend. Jungen sind ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen wegen fehlender fachlicher Instrumente schon in den Kitas zu anstrengend und man macht die Schulvorbereitung lieber mit den ruhigeren Mädchen. Deshalb können gerade die Jungen bei der Einschulung nur unzureichend „längere Zeit“ (d.h. 10 Minuten) konzentriert arbeiten. Das setzt sich dann in der Grundschule fort (Zitat Grundschullehrerin 1. Klasse: „Wir sind froh, wenn die Kinder bis zu den Herbstferien einmal 15 Minuten auf ihren Stühlen sitzen bleiben und arbeiten“). Die Zeche zahlen primär die Jungen, langfristig aber die gesamte Gesellschaft.

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Klixklax 19.11.2013, 09:17
42. Junge, Du bist gut.

Der Bildungsforscher hat sich ja um die Aussage gedrückt, wer, an welcher Stelle den Jungen das Gefühl gibt, dass sie in der Schule schlecht sind.
Ein naheliegendes Experiment könnte ähnlich sein, wie in der oben angegebenen Studien. Nur sollte der Text vorgelesen werden und zwar einmal von einem Lehrer und ein anderes Mal von einer Lehrerin.
Eine schnelle Interpretation von Leistungsdefiziten von Jungs ist ja , dass in der Schule die weibliche Lehrkräfte überwiegen. Das könnte in solchen geschlechterspezifischen Untersuchungen angegangen werden.
Aus meiner eigenen Beobachtung wäre das in der Tat wichtig. Platt gesagt, hat eineLehrerin keine eigenen Erfahrungen über das Sozialverhalten und die Leistungmotivation von Jungs. Höchstens mittelbar, wenn sie selber Söhne hat. D.h. klarerweise ist heute notwendig, neben Förderungen, die spezifisch für Mädchen angeboten werden, selbstverständlich auch Förderungen spezifisch für Jungs anzubieten. Aber nicht - und das kommt oben ja gut heraus - nicht für die angeblich leistungsschwachen Jungs.

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Zitrone! 19.11.2013, 09:22
43.

Zitat von SasX
Vielleicht liegt es auch an den Themen, denn die Schulen richten sich immer mehr auf die Mädchen aus. Ein schönes Beispiel hatte letztes Jahr ein Schüler aus Hesser erwähnt, der seine Abiturprüfungen schrieb.
Ein weit weniger krasses, aber sonst ähnliches Erlebnis hatte mein Sohn bei einem Aufsatz (6./7. Klasse?): Es ging um einen Streit zwischen einem Jungen und einem Mädchen, erzählt von einem Außenstehenden. Aufgabe im Aufsatz war, die Geschichte aus Sicht des Mädchens umzuschreiben. Bei der Bewertung hieß es später, er habe sich nicht ausreichend in die Situation des Mädchens hineinversetzt.

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mike.bauer 19.11.2013, 09:24
44. Da bleibt uns ja wohl nur eine Quote

Also, liebe Politiker: Jungs-Quoten fürs Gymnasium. Mindestens 40%. Für die totale Angleichung, und gegen jede Berücksichtigung individueller Interessen.

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hdwinkel 19.11.2013, 09:25
45. Sozialisation

Zitat von kenterziege
....scheint eher auf Mädchen ausgerichtet zu sein. Es wird auch von Mädchen beherrscht. Da gehen Mädchen zu Gymnasium, dann studieren sie artig und dann werden sie Lehrerin. An der Grundschule gibt es ja keine Männer mehr. In den Kitas sowieso nicht. Die entscheidende Sozialisattion wird nur von Frauen vollbracht...
Und? Ist das der Wille der Frauen? Oder ist es nicht doch eine Konsequenz aus einem Geschlechterrollen-tradierten Wertesystem, daß z.B. vermeintlich männliche Tätigkeiten und Berufe attraktiver macht als schnöde 'weibliche' Erziehung?
Wer will denn Lehrer werden? Von Grundschullehrern ganz zu schweigen, oder gar Kindergartenerzieher.
Das was passiert, war vorhersagbar: Aus einer männerdominierten Gesellschaft, in der die Männer arbeiteten und in der Männer in Erziehungsfragen gesetzlich das letzte Wort und die Frauen 'Mütter' zu sein hatten, ist eine zivilere, gleichberechtigtere Welt geworden. Das Umfeld hat sich verändert, die Rollen sind geblieben, der höhere Lohn für 'männlicheres' auf der einen, der Mutterkult auf der anderen Seite.
Ein Zurück zur 'heilen Welt' von früher gibt es nicht. Nur der mühsame Weg in die Moderne:
- Aufräumen mit dem Mutterkult, nur Mütter wüssten was für ihre Kinder das beste ist, inclusive der entsprechenden Gesetzgebung
- Gleichzeitiges Aufräumen mit dem Klische des Mannes als Bedrohung
- Aufräumen mit der Bevorzugung des Hausfrauen-Modells und Durchsetzung des Selbstverantwortungsprinzips
- Aufräumen mit den immer noch männlich dominierten Werte- und Entscheidungsstrukturen.
- usw.
Das dauert, aber es kann funktionieren.

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Zitrone! 19.11.2013, 09:30
46. Nein! Nein! Nein!

Zitat von Klixklax
D.h. klarerweise ist heute notwendig, neben Förderungen, die spezifisch für Mädchen angeboten werden, selbstverständlich auch Förderungen spezifisch für Jungs anzubieten. Aber nicht - und das kommt oben ja gut heraus - nicht für die angeblich leistungsschwachen Jungs.
Nein, sondern es ist notwendig, Förderungen anzubieten. Punkt.

Weder spezifisch für Jungs, noch spezifisch für Mädchen. Wie wollen wir denn Geschlechterklischees überwinden, wenn wir sie immer wieder zum Vorsortieren benutzen?

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spon-facebook-10000009156 19.11.2013, 09:32
47. Jungs als Bildungsverlierer

Jeder hat seine Fähigkeiten, Mädchen wie Jungs. Die Mädchen sind halt ehrgeiziger als Jungs, sollen sie doch, doch wer am Ende den Mann steht, ob Mädchen oder Jungs, darauf kommt es an. Im Leben zurechtzukommen.
Doch mit dem heutigen Schulsystem tut man den Kindern nichts gutes an.
Der neue Film von ERWIN WAGENHOFER
98% aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt. Nach der Schule sind es nur noch 2%.
http://www.alphabet-derfilm.at/

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Blaufrosch 19.11.2013, 09:34
48. Benachteilgung mit systemischen Vorsatz!

Es ist wirklich nicht verwunderlich, dass in einem absolut durch weibliche Erzieherinnen und Pädagoginnen geprägten Kindergarten und Grundschulbereich die Jungs eben nicht oder nur zu wenig gefördert werden. Jungs wollen auf Bäume klettern und Grenzen erfahren. Es wird aber immer nur gesungen, gebastelt und Handarbeit angeboten. Alles schön und gut, aber Frauen verstehen die Bedürfnisse von Jungs eben nicht. Ich hab es selber erlebt. Was hätte ich mich gerissen um eine männliche Bezugsperson im Kindi…. nix wars! Zwischenzeitlich ist man allerdings soweit zuzugeben, dass diese Entwicklung eben schädlich für Jungs ist und die Mädchen alles mögliche sind, aber bestimmt nicht benachteiligt in diesem System. Gleichberechtigung ist aber in der Wahrnehmung von Frauen nach wie vor eine Einbahnstrasse. Nur Frauen und Mädchen werden gefördert, der Rest kann schauen wo er bleibt!
p

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Dr.Fuzzi 19.11.2013, 09:35
49. Och Joh!

"Die Gemeinsamkeiten zwischen den Geschlechtern überwiegen, aber dort, wo es Unterschiede gibt, muss eine Gleichheit hergestellt werden - das ist Aufgabe der Schule." - welch grandios hanebüchene Aussage eines sogenannten Bildungsforschers!

Ich wüßte nicht, mit welcher Begründung eine "Gleichheit" der Geschlechter erstrebens- oder nur wünschenswert sein sollte.

Es sollte doch eher konstatiert werden, es gibt Unterschiede im Lernverhalten und wo diese bestehen, ist in Zukunft deutlicher darauf einzugehen und nicht einseitig, wie heutzutage in den überwiegend gemischten Schulen üblich, Mädchen zu bevorzugen.

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