Forum: Leben und Lernen
Jungwissenschaftler-Befragung: "Ich habe Schlafstörungen"
Corbis

Sie sind jung und schlau - und sie haben heftige Existenzängste. Die Arbeitsbedingungen für junge Wissenschaftler an deutschen Unis und Forschungsinstituten sind prekär, belegt eine neue Studie. Konkurrenzkampf und Unterfinanzierung verleiden einem die Lust am Forschen.

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malte.b 08.11.2013, 11:27
1. versperrter Fortschritt

Der Artikel ist ein trauriger Beleg dafür, dass wir auf dem Weg der Gleichstellung und Quotierung an den Universitäten noch längst nicht weit genug vorangeschritten sind. Wenn unsere Kultusminister nicht fähig sind, hier für Abhilfe zu schaffen, sollte Brüssel mit entsprechenden Initiativen helfend zur Seite stehen.

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Helene Ebalt 08.11.2013, 11:34
2. dieselbe öde Platte

Zum x-ten Mal will SPON, wissend, dass es viel von Uni-Leuten gelesen wird, mit demselben Thema Leser ködern. Wie langweilig. Deutsche Unis sind schlecht finanziert, aha. Wer dort Karriere machen will geht hohes Risiko, aha. Fazit: Wer wirklich (!) schlau ist und sogar erwachsen wurde, der hört irgendwann auf, den kindischen Forschertraum zu träumen - und kehrt der Uni den Rücken. Und siehe da: Es gibt ein Leben außerhalb verrotteter Uni-Betonklötze! Und gar kein schlechtes!

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forschung 08.11.2013, 11:38
3. optional

Oh Mann, und ich bin drauf und dran in diese Maschinerie einzusteigen. Wenn man solche Artikel liest, fragt man sich als wissenschaftlicher "Nachwuchs", ob man sich das überhaupt antun will.

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lizenz 08.11.2013, 11:39
4. Auch nur eine Folge unseres Schneeball-Geldsystems

Denn Unternehmen und Privathaushalte müssen das Geld erwirtschaften, dass bei Kreditvergabe aus dem Nichts entsteht, da sie es nicht einfach - wie die Zentralbank - auch aus dem Nichts generieren können. Das Geld aus dem Nichts wird also erst etwas wert, wenn irgendjemand was Brauchbares produziert hat. Sollte dieser jemand trotzdem nicht in der Lage sein, den Kredit zurückzuzahlen, werden eben die Sicherheiten/Sachwerte "gepfändet". Sprich: die Bank bekommt einfach so für Geld aus dem Nichts echte Werte wie Häuser, Infrastruktur oder Produktionsanlagen. Völlig leistungs- und risikofrei. Denn was als Kredit vergeben wurde ist ja noch nichts wert. Genialer Plan. Nur leider ist dieses System zum Untergang verurteilt weil es dank der Zinsen automatisch zum Schneeballsystem wird, das zum Existieren immer mehr Güter und Dienstleistungen produzieren muss. Dinge, die letztendlich kein Mensch mehr braucht und zu sinnloser Zerstörung führen (Abwrackprämie war da nur ein Anfang). Aufgrund dieser gemeinschädlichen Wirkung sind Schneeballsysteme ja auch verboten. Nur beim größten wird eine Ausnahme gemacht: Dem Geldsystem. Dem wird sogar alles untergeordnet. Absurde Welt.

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Zaunsfeld 08.11.2013, 11:41
5.

Kann das aus meiner Studienzeit ebenfalls bestätigen aus dem Bereich Physik/Technische Physik/Ingenieurwissenschaften.

Bei uns gab es eine Menge Doktoranden. Die meisten von ihnen bekamen nur eine halbe oder bestenfalls mit viel, viel Glück nur eine Zwei-Drittel-Stelle. D.h. die Stelle wurde nur zur Hälfte bezahlt. Inoffiziell wurde aber gefordert und ist es auch für die Erstellung einer Dissertation, vor allem bei zeitaufwändigen Experimenten, nötig und auch von den Institutsleitungen gefordert, dass man Vollzeit da ist, am liebsten 50 Stunden plus ... und das wie gesagt bei Bezahlung von nur 20 Stunden. Da wird auch eine Menge Druck ausgeübt. Wer dem nicht folgt, ist irgendwann draußen.
Unser Prof. hätte gerne allen die Stellen auch voll bezahlt, aber bei streng begrenztem Budget ist nunmal nicht viel zu machen. Am besten hatten es noch die Doktoranden, die über irgendein Unternehmen am Lehrstuhl promoviert haben. Die sind zwar von Unternehmensseite auch meist gezwungen 50 oder 60 Stunden die Woche dafür zu schieben, aber dafür wird ihnen wenigstens eine 40-Stunden-Woche regulär vom Unternehmen bezahlt, weil sie ja da angestellt sind.

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Zaunsfeld 08.11.2013, 11:44
6.

Zitat von forschung
Oh Mann, und ich bin drauf und dran in diese Maschinerie einzusteigen. Wenn man solche Artikel liest, fragt man sich als wissenschaftlicher "Nachwuchs", ob man sich das überhaupt antun will.
Guter Rat von mir: Viele, vor allem recht große Unternehmen haben auch Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Falls Sie also aus dem Bereich Naturwissenschaften/Ingenieurwissenschaften kommen, gehen Sie lieber dort hin, wenn Sie die Möglichkeit haben, da eine Stelle zu bekommen.
Als Geisteswissenschaftler sieht's natürlich mau aus in der Wirtschaft.

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temp1 08.11.2013, 11:44
7. Situation

Ja, Arbeit in der Wissenschaft ist so wenn man nicht fest angestellt ist - und das ist die Normalität:

- Sehr viel Leistungsdruck
- unverhältnismäßig wenig Entlohnung
- kontinuierliche Unsicherheit bzgl. Zukunft
- hohe Arbeitszeitbelastung, kaum Freizeit
- Notwendigkeit zu Beantragung von neuen Projekten während man das alte noch nicht einmal halb bearbeitet hat
...

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mulbrich 08.11.2013, 11:44
8. Stimmt genau

Dem Beitrag kann ich als Junior-Professor nur zustimmen. Der Druck, schnell Resultate zu bringen, ist enorm. Auch meine Kollegen, egal ob Juniorprofs oder sonstige Nachwuchsgruppenleiter, klagen über dieselben Probleme. V.a. die ständige "eventuelle" Vertragsverlängerung ist schrecklich und steht in keinem Verhältnis zur finanziellen Vergütung. Der einzige Grund, von USA nach Deutschland zurückzukommen, waren die besseren Chancen, Forschungsanträge bewilligt zu bekommen. Das ist aber leider auch nicht mehr so einfach, da die DFG immer weniger Einzelförderung macht und immer mehr Geld in grosse Verbundprojekte steckt, die sich dann die grossen etablierten Gruppen untereinander aufteilen. Die Förderquoten für Einzelanträge sind in den letzten Jahren erschreckend gefallen. Dies ist der falsche Weg in der deutschen Forschung. Dann eben doch wieder zurück ins Ausland...

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Jürgen Hubert 08.11.2013, 11:45
9.

Ich habe nach meinem Doktor der Uni den Rücken gekehrt, und das war die beste Entscheidung meines Lebens.

Jetzt arbeite ich an einem Fraunhofer-Institut. Ich weiß zwar noch nicht genau, was ich im Anschluss machen werde, aber ich bin über meine Karriere jetzt weitaus optimistischer, als ich es an der Uni jemals war.

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