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Jura-Studenten und die Todesstrafe: Woher kommt diese Grausamkeit, Herr Streng?
AP

Wie kann es sein, dass ein Drittel der Jurastudenten an einer deutschen Uni die Todesstrafe befürworten? Der Kriminologe Franz Streng hat die Zahlen erhoben und erklärt: Schuld sind Medien und Fernsehserien.

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stoffi 12.02.2015, 14:35
110.

Zitat von kinngrimm
Während ich es als ein von vielen Qualifikationen ansehe, so ist sie doch nicht die unwichtigste, die Emphatiefähigkeit. Wo könnte man Milde erwarten wenn man etwas falsch gemacht hat uns auch Einsicht zeigt? Nur vom erfahrenen Richter der dies zu erkennen und deuten weiß! Für Politiker, Beamte wie jegliche andere Staatsdiener gehört ein psychologisches Gutachten her, so das von Anfang an mögliche Soziophaten ausgeschlossen werden können.
was reden sie denn da für einen Stuss. Soll der Richter sich in einen bestialischen Kindermörder hineinversetzen um dann mit dem Finger zu drohen, weil der Arme doch Reue zeigt?
Viel zu oft schon wurden Mörder zu lasch behandelt, was zur Folge hatte, das der nächste arme Mensch sein Leben verlor.
Ich wohne in Bochum und hier wird bald ein Satanistenmörder wieder auf freien Fuss gesetzt. Mir wird schon bei dem Gedanken übel und es wäre mir wohler, es gäbe für solche eindeutigen Fälle die Todesstrafe.

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stoffi 12.02.2015, 14:38
111.

Zitat von ky3
Die Studenten haben Mitleid mit den Opfern und sind deshalb für die Todesstrafe?!? Sind denn die Opfer von Fehlurteilen etwa nicht bemitleidenswert? Speziell bei der Todesstrafe ist eine spätere Wiedergutmachung unmöglich. Haben diese "Studenten" denn keinen Verstand, schliesslich können wir in den USA immer wieder erleben dass unschuldige in den Todeszellen landeten.
Sie haben da wohl die Opfer der Wiederholungstäter vergessen. Ich denke, das die Anzahl erheblich höher ist als die der Irrtümer

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korbburg 12.02.2015, 14:53
112. Vor längerer Zeit,

habe ich mal einen Kommentar zur Todesstrafe gelesen, der nach meiner Meinung nicht unbedingt von der Hand zu weisen ist.
Es ging um einen Mörder, der, wie bei uns leider üblich, trotz Verurteilung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, eben nicht lebenslang hinter Gittern blieb. Während die Familie des Opfers tatsächlich lebenslang mit den Folgen des Mordes leben muß, wurde der Täter aus der JVA entlassen. Eine Garantie, dass der Täter eine solche Tat
nicht wiederbegehen wird, gibt es nicht. Dazu schrieb
ein Kommentator: Die Todesstrafe kann abschreckend wirken. Eine Tat gänzlich verhindern kann sie nicht.
Sie kann aber zumindest verhindern, dass ein Täter
wieder zu einem Wiederholungstäter wird.

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kratzdistel 12.02.2015, 14:54
113. bringt nichts

viele sind für härtere strafen angesichts der Brutalitäten
vieler Ganoven, die im tv gezeigt werden. je mehr angst der bürger davor hat, desto eher wird er für die Todesstrafe sein. wer weg ist, kann nicht mehr rückfällig werden. dabei wird aber übersehen, dass der Täter vor der angst strenger Bestrafung zur verdeckung seiner Straftat, wenn er vom opfer wieder erkannt werden kann, eher dieses töten oder die augen ausstechen wird.die tötungsdelikte in den USA sind trotz strenger Bestrafung nicht rückläufig.

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syracusa 12.02.2015, 14:56
114.

Zitat von besserwisser-ffm
Ehrliche, offene Frage: Es würde mich interessieren, ob Sie selber Richter sind oder in diesem Umfeld als Jurist arbeiten? Ihre Position hört sich für mich nämlich an, wie die eines wissenden Insiders. Vor allem auch, wenn ich Ihren letzten Satz lese.
Ich bin betroffener Bürger, und musste wegen extremer Voreingenommenheit, vollkommener Ignoranz und juristischer Inkompetenz von zwei Einzelrichtern in Hauptverhandlung und Berufung 10 Tage Ordnungshaft absitzen und musste dann wegen Verhängung weiterer 100 Tage Ordnungshaft ins Ausland fliehen. Vor dort aus konnte ich die vom OLG-Richer ausgeschlossene Revision beim BGH erreichen, der mir in allen Punkten recht gab.

Das Problem ist: weil mir sowohl der LG- als auch der OLG-Richter Prozesskostenhilfe verweigerten, hatte wegen ausstehender Honorare mein Anwalt meine Interessenvertretung auf das absolute Minimum eingeschränkt. Vor LG und OLG herrscht Anwaltszwang, aber mein Anwalt beschränkte sich dann nur noch darauf, die Schreiben der Gerichte an mich durchzureichen.

Insgesamt hat mich der Prozess bisher etwa das dreifache des deutschen Medianvermögens gekostet. Ein normaler Bürger, der für eine Familie sorgen muss, kann sich das unmöglich leisten und hätte sich schon lange vorher dem Unrecht beugen müssen. Darauf beruht meine Aussage, dass v.a. im deutschen Zivilrecht teilweise keine rechtsstaatlichen Verhältnisse mehr gegeben sind.
Mehr über diesen Justizskandal finden Sie hie: www.ant-ecojet.de

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Olaf 12.02.2015, 14:57
115.

Zitat von Leser161
Medien und Fernsehserien sind schuld an einer Meinung? Dürfen diese Studenten nicht diese Meinung haben? Muss da jetzt schon wieder jemand schuld sein?
Ja, zumal es in unseren Medien nie eine Kamapgne pro Todestrafe gegeben hat. Zumindest in den Mainstreammedien ist der Tenor doch immer recht einhellig dagegen.

Was ich auch in Ordnung finde, denn ich bin ebenfalls ein Gegner der Todesstrafe.

Wenn dann trotzdem ein Drittel des Jurastudenten für die Todestrafe sind, zeigt dies doch eher, dass der Einfluß der Medien so groß gar nicht ist.

Es gibt allerdings in den Medien und in der Öffentlichkeit eine stärkere Wahrnehmung der Opfer und ihrer Probleme. Das war in den "idealistischen" achtzigern nicht so. Dort spielten die Opfer kaum eine Rolle, sondern die Täter standen im Vordergrund.

Vielleicht ist es ja das, was den Professor wirklich stört und vielleicht könnte er ja auch mal darüber nachdenken, wieviel zusätzliches Leid diese idealistische Juristerei produziert hat.

Wieviel Menschen mussten kamen zu schaden oder mussten sogar streben, weil idealistische Juristen Tätern ihre zweite oder dritte Chance gegeben haben?

Das wäre doch auch mal interessant zu wissen, bevor man sich auf das hohe, moralische Roß setzt.

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eigene_meinung 12.02.2015, 15:10
116. keine rechtsstaatliche Verhältnisse

Zitat von syracusa
"In Teilen des Zivilrechts kann man in Deutschland bereits nicht mehr von rechtsstaatlichen Verhältnissen sprechen."
Dem kann ich aus meiner Erfahrung (persönlich, Bekanntenkreis, veröffentlichte Fälle) nur voll und ganz zustimmen.

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korbburg 12.02.2015, 15:10
117. .

Unsere jungen Kommilitonen sind dabei sich aus den Netzen der Alt-68ziger zu lösen. So wie Ehe und Familie bei vielen jungen Leuten wieder mehr in den Mittelpunkt rückt, so sehen sie auch die Realität in unserem Rechtssystem und hinterfragen dieses - mit Recht auch.
Anstatt dass das Opfer von Anfang an im Mittelpunkt steht, wird sofort beim Täter nach Rechtfertigungs- und Schuldausschließungsgründen gesucht. Die Rechte des Täters werden in aller Weite ausgebreitet, während das Opfer und Angehörige ein Schattendasein führen.
Resozialisieren kann man nur jemand, der überhaupt mal sozialisiert war.

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Ujoteff 12.02.2015, 15:16
118. Schon mal was vom Grundgesetz gehört?

Zitat von glasperlenspieler
Anstatt mit betroffenen Opfern zu sprechen oder mit Studenten persönlich zu diskutieren, verlangt er, wie angehende Juristen zu denken haben. Eigene Meinung scheint weder bei Studenten noch in der allgemeinen Bevölkerung sonderlich erwünscht zu sein. Vielleicht sollte er auch mal sein hohes Ross mit Einfamilienhaus in Erlangen verlassen und mal zusehen, wie es den Menschn ergeht, die tatsächlich Opfer von Gewalt geworden sind.
Sie befürworten also die Todesstrafe – und das sogar für Täter, die nicht einmal Mörder sind, da ihre Opfer ja noch leben.
Und dieses unzivilisierte, unmenschliche, faschistoide Gedankengut, das nicht einmal versucht, sich moralisch auch nur im Mindesten über das Denken (oder den tumben Affekt) eines Täters zu erheben, finden Sie gesellschaftsfähig?
Das Grundgesetz wurde geschrieben, um grauenhafte Menschen wie Sie daran zu hindern, unsere Gesellschaft in ihre dunkelsten Zeiten zurückzuwerfen. Und ein Juraprofessor hat die verdammte Pflicht, dafür zu sorgen, dass niemand in Deutschland Richter werden kann, der es als seinen Job ansieht, anderen Menschen das Leben zu nehmen. Oder jemand, der so dumm und verbohrt ist, dass er die Augen vor dem verschließt, was in ausnahmslos jedem Land mit Todesstrafe unabwendbar passiert: dass von Zeit zu Zeit nicht nur Unschuldige verurteilt werden, sondern deshalb sogar im Namen des blinden Volkszorns umgebracht werden.
Die Sicht der "Opfer" darf nicht die Justiz prägen, weil ihr das die Objektivität nimmt. Diese Einstellung hat in einer christlichen Kultur nichts zu suchen; sie ist von alttestamentarischer Rachsucht geprägt.

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radioactiveman80 12.02.2015, 15:38
119. @Ujoteff

ZITAT: "Sie befürworten also die Todesstrafe – und das sogar für Täter, die nicht einmal Mörder sind, da ihre Opfer ja noch leben. Und dieses unzivilisierte, unmenschliche, faschistoide Gedankengut, das nicht einmal versucht, sich moralisch auch nur im Mindesten über das Denken (oder den tumben Affekt) eines Täters zu erheben, finden Sie gesellschaftsfähig? Das Grundgesetz wurde geschrieben, um grauenhafte Menschen wie Sie daran zu hindern, unsere Gesellschaft in ihre dunkelsten Zeiten zurückzuwerfen." Nun mal langsam: 1. der Forist hat nie behauptet dass ER die Todesstrafe behauptet. 2. Ihn als "grauenhaften Mensch" zu titulieren, nur weil seine Ansichten nicht den Ihrigen entsprechen - dafür gibt es ein schönes Wort: "Intolerant". Wer hegt hier jetzt das "unzivilisierte, unmenschliche, faschistoide Gedankengut"? Setzen, Sechs!

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