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Kampf gegen Lehrlingsmangel: Regierung will mehr Abiturienten arbeiten sehen
DPA

Abiturienten in die Betriebe! Die Bundesregierung fürchtet den Lehrlingsmangel und will in Schulen stärker für Lehrberufe werben. Eine überraschende Kehrtwende, denn bislang wurden mit Milliardensummen immer mehr Studienplätze geschaffen.

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henrik-flemming 15.04.2014, 14:32
240. Besitzstandswahrer

Man muss sich mal angucken aus "welcher Mühle" Marquardt und Hippler (dessen Vater war selbst ein Professor an der Uni Göttingen) kommen.

Es geht denen nur um eins: unliebsame Konkurrenz von sich fern zu halten.

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henrik-flemming 15.04.2014, 14:53
241. Verdumm-Daddelung

Zitat von vantast64
so oder so ähnlich klang es bei den '68ern, jetzt kommt auch unsere bildungsferne Regierung zurück zum Schlachtruf der Arbeiterschaft gegen die Studenten. Die Regierung will keine weitgehende Bildung, sie würde ihr Wählerpotential schwächen. Die Taliban gehen noch weiter, bei ihnen heißt es: "Westliche Bildung ist Teufelswerk!"
Vollkommen richtig. Diese reduktionistische Denken muss ein Ende haben. Ein normaler Lehrling kann keine CNC Maschine programmieren, keinen Roboter steuern. Dafür braucht es eine dezidierte Fach(hochschul)ausbildung.

Was Marquardt und Hippler (der ähnlich Argumentiert) nicht begreifen, ist, dass die Hochschulausbildung in Deutschland so weit von dem, was am Arbeitsmarkt gefragt ist, divergiert, dass man eigentlich die Hochschulplaner dafür bestrafen sollte, und nicht die Studierenden.
Nehmen wir mal die Physik als Beispiel. Da werden die Studies schon am Anfang mit Funktionentheorie (complex analysis) verworren, dass die sich fragen, ob sie sich im Hörsaal vertan haben.

Was zählt ist eine Anfängervorlesung, wo erst einmal der Stoff der Physik umrissen wird ohne gleich in die Tiefsee zu stechen. Keiner der Lehrenden in Deutschland ist in der Lage klassische und Quantenmechanik in einer vergleichenden Vorlesung abzuhandeln, wo die Studies erst einmal etwas über die Materie erfahren. Stattdessen wird wie zu Kaiser Wilhelms Zeiten immer noch Experimentalphysik, Theoretische Physik und weiterführende Physik angeboten. Die wichtige Statistik wird missachtet und die Computermethoden in der Physik kommen viel zu kurz (so etwas müssen sich die Studies im Zweifelsfalle selbst beibringen).

Klar es kommt auf die Mathematik (Rechenmethoden) an. Aber diese ist wie Rezepte, die man auf jede spezielle physikalische Situation unterschiedlich anwenden muss, und die man nicht in einer Siszphos Dateikastenvorlesung den Studies beibringen kann.

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belzeebub1988 15.04.2014, 16:39
242. na

wenn ich mal überlege wer aus meinem jahrgang noch studiert dann sind das 85 % und vor allem was da studiert wird...wundert mich nur das keiner altägypischen paarungstanz studiert...und sich dann wundern wenn man bei McDonalds an der kasse steht weil mal mit philosophie und politik außerhalb von schulen nichts anständiges arbeiten kann....

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ambulans 15.04.2014, 16:50
243. >lieber mitforist,

Zitat von skm3718
nun fällt unserer lieben Regierung auf es gibt zu viele Abiturienten und zu wenige Auszubildende. Herzlichen Glückwunsch für diese Erkenntnis. Nunja wenn man systematisch das Schulsystem ......
seit wir diese dame aus deutschlands wild-wüstem nord-nord-osten an der "spitze", i.e. an der macht haben, erinnert zunehmend mehr an die doch eigentlich verblichene DDR - finden sie nicht auch?

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mr.feelgood 15.04.2014, 16:52
244.

Zitat von medermark
Wenn die Politik -wie jetzt- bevormundend tätig wird, heißt es in ein paar Jahren einpacken. jetzt treibt man die jungen Leuten vom Studium weg, und in ein paar Jahren fehlen dann wieder die Studierten. Und überhaupt: Warum gibt es bei immer noch 6 Millionen Arbeitslosen und Unterbeschäftigten eigentlich nicht die Möglichkeit dieses Reservoir -eventuell durch Fortbildung und Umschulung unterstützt- zu mindestens teilweise anzuzapfen, wenn man schon Personalmangel beklagt? Aber da eine immer noch hohe Arbeitslosigkeit ja aus Sicht gewisser neo-liberaler Kreise disziplinierend wirkt und das Volk vom Aufmucken gegen immer größere soziale Ungerechtigkeit abschreckt, ist das wohl aus Sicht dieser besagten Kreise keine wünschenswerte Option. Armes Deutschland!
Allerdings: armes Deutschland.
Wir haben eine Regierung, die wir nicht abwählen können, weil alle Parteien sie darstellt und es gleichgültig ist, wer das Sagen hat.

Das Leben von reichgeborenen ist nicht nur im Testament mehr wert.
Arme haben keine Chance, kein Recht auf ein gutes Leben und brauchen auch keine Hoffnung mehr zu nähren, daß für sie durch harte Arbeit ein goldenes Krümelchen herabfällt vom Tisch der Unternehmen, Politiker und Manager.

Aus dem jetzt gebeutelten Drittel wird mehr werden.

Aber: das ist so gewollt- politisch.
Und den Arbeitgebern kann ja nichts besseres passieren.

Wann bitte, hört dieser Wahnsinn endlich auf?

Jeder Mensch hat nur ein Leben.

Hat der Staat das Recht, auf diese Weise dem Bürger das Leben zu nehmen, indem er ihm dafür kaum eine Chance lässt?

Schöne Ostern, Deutschland.

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ali92 15.04.2014, 18:09
245.

Ich habe nach dem Abitur eine Krankenpflege Ausbildung begonnen, der größte Fehler meines Lebens.
Schlechte Löhne, schlechtes Ansehen, beschissene Löhne und Arbeitsbedinungen . Kein Wunder das kein vernünftiger Mensch mehr eine Ausbildung anfängt.

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ingenör79 15.04.2014, 18:14
246. Differenziert zu sehen

In Chemie-Konzernen hat man nur mit kaufmännischer(frau) Ausbildung eine Chance ins Management aufzusteigen. Hatten mal einen Vorstandsvorsitzenden der nur eine kaufmännische Lehre hatte Der technische und naturwissenschaftliche Bereich ist den Absolventen der UNIs vorbehalten. Absolventen von den FHs haben es auch schwer aufzusteigen. Allerdings verdient ein Schichtmeister mit Zulagen, die teilweise steuerfrei sind, 4000€ netto, damit mehr als die meisten Lehrer. Allerdings ist Schichtarbeit nicht jedermanns Sache. .

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vonabiszundweiter 15.04.2014, 19:13
247. Wir sind Teil der EU! Ohne Duale-Ausbildung geht es besser !

Das Studium Boomt. Es ist nicht verwunderlich dass immer mehr Jugendliche bzw. Eltern erkennen dass das Duale-Ausbildungssystem gescheitert ist.
Seit Jahren ist der Mangel an vernünftigen Ausbildungsbetrieben unerträglich. Das Handwerksbetriebe und die Gastronomie bzw. der Einzelhandel und andere Dienstleister klagen ändert nichts daran, das für Jugendliche bzw. Menschen die existenzsichernde Arbeit suchen es immer schwerer wird in Deutschland.
Während wir Schüler mit nicht anschlussfähigen Schulabschlüssen entlassen studieren in fast allen EU-Staaten die Schulabgänger ohne Abitur oder künstliche Barrieren wie naturwissenschaftlichen Mathe-Leistungsnachweisen.

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HerrH. 15.04.2014, 22:19
248. hmm

Es gibt zu viele Studenten die an der Uni nichts verloren haben. Es gab doch tatsächlich Leute die während des Studiums nur gemeckert haben wie viel sie tun mussten. Wobei die Standards lächerlich niedrig waren bis auf wenige Ausnahmen.
Und seien wir mal ehrlich. Egal wie viele man da zu einer Ausbildung überreden will. Ausbeutermüll will trotzdem keiner machen. Siehe dazu die Bilderreihe.

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dickebank 16.04.2014, 12:30
249. Bildung

Zitat von HerrH.
Es gibt zu viele Studenten die an der Uni nichts verloren haben. Es gab doch tatsächlich Leute die während des Studiums nur gemeckert haben wie viel sie tun mussten. Wobei die Standards lächerlich niedrig waren bis auf wenige Ausnahmen. Und seien wir mal ehrlich. Egal wie viele man da zu einer Ausbildung überreden will. Ausbeutermüll will trotzdem keiner machen. Siehe dazu die Bilderreihe.
Bildung wird in der Regel nicht dadurch nachgewiesen, dass jemand einen akademischen Grad hat.

Es ist eine deutsche Besonderheit, dass viele dem Trugschluss unterliegen, dass ein Hauptschulabschluss ein Zeichen von Ungebildetheit und eine abgeschlossene Promotion ein Zeichen von Gebildetheit darstellen könnte.

es hat Zeiten (bis in die 70er Jahre gegeben, da haben viele Abi-Enten ein bis drei Semester studiert, ein paar Scheine gemacht und anschließend einen Beruf ausgeübt, ohne das ein Personalverantwortlicher nach dem formal höchsten Schulabschluss gefragt hat. In den jahren konnten Hauptschüler nach 9 Schuljahren und beruflichm Engagement noch Hauptkassierer bei einer Bank oder Sparkasse werden.

Große Teile der bürgerlichen Mittelschicht hatten einen Volksschulabschluss oder die Mittlere Reife. Der Schulabschluss als solcher hatte so gut wie keine Bedeutung, um eine berufliche Karriere zu Beginnen. Erst die in den 70ern eihgeführte Unterscheidung zwischen höherem und gehobenen Staatsdienst hat schlaghaftig zu den Übertreibungen hinsichtlich der formalen Abschlüsse geführt.

Ja, es hat die Zeiten gegeben, in denen ein Hauptschüler eine Lehre auf dem Bau gemacht hat, in Abendkursen seinen Meister und nach einigen Jahren beruflicher Erfahrung und entsprechender Weiterbildungen als Baumeister (Architekt) arbeiten konnte. Der wusste wenigstens, was er tat. Für seine Nachfolger galt schon immer, ein Dipl-Bauing (FH) kann eine Brücke bauen, aber nicht berechnen, warum sie hält. Dipl-Ings (TH/TU) hingegen konnten bis auf 8 Stellen hinter dem Komma begründen, warum ihre Brückenkonstruktion einstürzen musste.

und wer glaubt, dass der ehemalige Kaufmannsgehilfe blöder war als ein heutiger BWL-Bachelor, der glaubt auch, dass ein zitronenfalter Zitronen faltet. Die bedeutung formaler abschlüsse hat zu einem Sinken des "Bildungsniveas" geführt. Studiert wird nicht mehr aus Interesse sondern um einen Abschluss zu machen.

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