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Karrieredoktoren: Promotion in eigener Sache

Der Doktor ist ein wissenschaftlicher Grad, doch für die Elite des Landes bedeutet er vor allem eines: mehr Prestige. Jeder fünfte Bundestagsabgeordnete führt den "Dr." im Namen, elf Kabinettsmitglieder und jeder zweite Spitzenmanager. Was ist der Titel noch wert?

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oida_ouden_eidos 20.02.2011, 22:21
220. Vielleicht haben diese armen Menschen Anfang der 80er Jahre promoviert,

Zitat von reuanmuc
Hauptsache Widerspruch, auch wenn es trivial und sinnlos ist. Sind die Ressourcen auch gut angelegt, wenn der Dr. der Chemie oder Physik dann lebenslang Computer in einer Bank administriert, wie etliche Bekannte von mir?
wo man selbst mit sehr guten Prüfungsergebnissen nicht immer auf einen Job hoffen konnte. Nicht wegen eines Überangebots an Absolventen sondern weil anstelle der Innovation plötzlich der Cashflow das Handeln steuerte.

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MrMr 21.02.2011, 10:30
221. Dr. admin.

Zitat von reuanmuc
Hauptsache Widerspruch, auch wenn es trivial und sinnlos ist. Sind die Ressourcen auch gut angelegt, wenn der Dr. der Chemie oder Physik dann lebenslang Computer in einer Bank administriert, wie etliche Bekannte von mir?
AAH, jetzt hab ich's - warum ich da nicht eher drauf gekommen bin.
Diese "etlichen Doktoren, die Sie kennen" und in "Banken Computer administrieren" - das sind gar nicht Bekannte von Ihnen, das sind SIE SELBST!! Oder? Hab ich Recht?
Damit wird auch auf einen Schlag klar, weshalb sie soviel Zeit haben, ständig in den SPON-Foren zu schreiben und auf 13.000 Einträge kommen. Klar, Sie sind ja auch quasi dauerhaft online.
Und dass Sie als Dr. admin. einen Brass auf diejenigen haben, die mit dem Titel Karriere machen, ist nur eine völlig logische Konsequenz und nachvollziehbar.
Das hätten Sie doch auch gleich sagen können. Irgendwann hat man Ihren Beiträgen einfach angemerkt, dass Sie in Wirklichkeit einer von "Uns" sind.

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hellefisk 21.02.2011, 11:19
222. ganz genau! ...

Zitat von oida_ouden_eidos
und damit auch der Professoren, Forschung zu betreiben, da die Ergebnisse dieser Forschung der Konkurrenzfähigkeit Deutschlands als exportorientiertem Land, das von der hier entwickelten Spitzentechnik lebt, dienen. Und Forschung wird nicht zuletzt von Doktoranden in den Universitäten und Forschungsgesellschaften geleistet. Die Resourcen sind deshalb sehr gut angelegt.
... mal ganz davon abgesehen, dass jeder Professor seinerzeit auch mal Doktorand war.

Über den volkswirtschaftlichen Nutzen oder Schaden von Promotionen zu debattieren, ist ohnehin ein Witz. So etwas Undifferenziertes und Dämliches (@reuanmuc) habe ich schon lange nicht mehr lesen müssen, dabei wurde hier im Sog der Plagiats-Affäre schon einiges an Grütze verzapft. Ohne Promotionen könnten wir gleich den ganzen universitären Betrieb einstellen. Darüber hinaus gibt es genug Menschen, die für weniger qualifizierte Arbeit mehr verdienen.

Ich selbst promoviere gerade in einem typischen "Laberfach", eine Bezeichnung, die ich zwar unverschämt finde, die aber auch nur von jemandem kommen kann, der noch nie ein geisteswissenschaftliches Seminar von innen gesehen hat. Allerdings bin ich auch der Ansicht, dass es eine Milchmädchenrechnung ist, den Wert von Wissenschaft nur an (wirtschaftlichen) Effekten zu bemessen und dafür den kulturellen Stellenwert von Bildung zu unterschlagen.
Natürlich hat jeder, der sich durch die harte Zeit der Promotion durchbeißt, dafür Anerkennung verdient. Ich z.B. habe keine feste Stelle an der Uni (wenn man von unterbezahlten Lehraufträgen für ein Taschengeld absieht) und muss mir das Nötigste mit einem eher unglamourösen Nebenjob dazu verdienen. Ich werde wahrscheinlich nicht in der Wissenschaft bleiben und promoviere vor allem deshalb, weil mich mein Thema fasziniert und ich gerne zur Forschung in diesem Bereich meinen Beitrag leisten will. Das geht zwar niemanden was an, aber so wie das Ansehen des Doktors gerade im öffentlichen Bewusstsein den Bach runtergeht, wollte ich mich dann doch auch mal geäußert haben... Unglaublich.

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viwaldi 22.02.2011, 20:04
223. Respekt gibt es nicht nur in der Streetgang

Zitat von Rainer Daeschler
Eine "Kannvorschrift" des Paß- und Ausweisgesetz führt immer wieder zu Missverständnissen. Dem Wunsch den Doktorgrad einzutragen, wird in der Regel stattgegeben, einen Anspruch darauf gibt es nicht. Wäre der Doktorgrad Namensbestandteil, bedürfe es auch keiner Erwähnung in diesem Gesetz, wäre er auch automatisch Namensbestandteil des Ehegatten, sofern er seinen Namen nicht beibehält und dürft auch nicht unterschlagen werden. Eine Stromrechnung nicht zu bezahlen, weil man nicht "Herr Müller', sondern "Dr. Müller" sei, wäre also keine gute Idee. Wann und in welchem Umfeld es angemessen ist den Doktortitel zu nennen, ist eine Frage gesellschaftlicher Konvention und des Umfelds. Einklagen: "Doktor bitte! So viel Zeit muss sein", darf der Träger es nicht. Er kann nur Macht- und Abhängigkeitsgründe geltend machen, wie z.B. er ist Vorgesetzter oder hat einen Bittsteller vor sich. Dass es ein Recht auf diese Anrede gäbe, das ist Einbildung.
Leider beziehen sich Ihre Aussagen gar nicht auf meinen Beitrag. Ich habe nicht gesagt, dass es einen Anspruch auf Eintragung im Pass gibt. Ich habe ausdrücklich betont, dass der Dr. Titel kein Namenszusatz ist. Die Stromrechnung sollte man bezahlen, man kann aber die Rechnung zurückgehen lassen und verlangen, dass der Dr. in der Rechnung auftaucht (Rechtsprechung, vgl. Wikipediaeintrag dazu).
Einklagen können sie den Doktor schon, nur nicht vor Gericht. Die Nennung des Doktors hat aber nichts mit Machtgründen zu tun, sondern mit Respekt und Höflichkeit (kennen Sie doch, oder?). Sie sagen ja auch "Herr" XY, auch wenn es gar keiner ist - eben aus Höflichkeit. Dann sollten Sie auch "Doktor" zu jemand sagen, der es wirklich ist (KTzG ist jetzt mal draussen ;-) ).

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Rainer Daeschler 22.02.2011, 20:49
224. Da liegt der Irrtum

Zitat von viwaldi
Einklagen können sie den Doktor schon, nur nicht vor Gericht. Die Nennung des Doktors hat aber nichts mit Machtgründen zu tun, sondern mit Respekt und Höflichkeit (kennen Sie doch, oder?). Sie sagen ja auch "Herr" XY, auch wenn es gar keiner ist - eben aus Höflichkeit. Dann sollten Sie auch "Doktor" zu jemand sagen, der es wirklich ist (KTzG ist jetzt mal draussen ;-) ).
Ich kann jederzeit jemanden aus Gründen der Höflichkeit als Doktor titulieren. Nur hat ein Doktor keinen Rechtsanspruch mit Doktor angesprochen zu werden. Da liegt der Irrtum.

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ATLien 15.04.2011, 11:23
225. nanana

Zitat von Periander
Ein Abschluß in Jura ist ein Bachelor. Ein Master's Degree in Law gibt es auch. JD ist der Jurist Doctor.Also eine Promotion. Sie bringen was durcheinander.
Falsch!
Abschluss des College ist ein Bachelor of Science oder Bachelor of Arts.
Anschliessend entschliesst man sich entweder eine Law School zu besuchen wo der Abschluss ein JD ist, der allerdings ein Professional Degree ist und keine Forschungsarbeit beinhaltet. Zuaetzlich kann man noch einen Master (LLM) machen der hoeher als der JD ist und darueberhinaus einen forschungsbasierten Doktor, den PhD.

Alternativ kann man eine Medical School besuchen und dort den MD machen, der wiederum keine Forschungsarbeit beinhaltet. Man kann wiederum einen PhD draufsetzen. Niedriger als den Dr. med in Deutschland wuerde ich den MD nicht einschaetzen. Einziger Unterschied ist, dass es die in Deutschland uebliche laecherliche Minidissertation nicht gibt.

In den anderen Faechern folgt die Graduate School auf das College mit den Abschluessen Master of Science bzw. Master of Arts und dem Doctor of Philosophy (PhD).

Auch wenn das D in MD und JD fuer Doctor steht, weiss hier jeder, dass ein MD und JD nicht geforscht hat, sondern ein Ausgebildeter Arzt bzw. Jurist ist und nur der PhD (in seltenen Faellen auch Doctor of Science ScD genannt) eine orginelle forschungsarbeit beinhaltet.

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