Forum: Leben und Lernen
Karrierefrau, 35, Single: "Wenn ich Männer treffe, haben die alle schon eine Frau"
UIG via Getty Images

Annika hat promoviert, Preise gewonnen und schnell Karriere gemacht. Leistung macht glücklich, dachte sie immer - bis jetzt.

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rieberger 20.03.2017, 16:58
120.

Jeder Lebensentwurf hat zwei Seiten. Wer die Vorteile seines Lebensentwurfes genießen will, muß zwangsläufig mit den Nachteilen klarkommen bzw. in Kauf nehmen. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht oder eher die alte Weisheit: man kann nicht alles haben. Dies gilt für Männer und Frauen.
Was meint die Dame mit einem Partner auf Augenhöhe? Ist ein Handwerker oder ein Angestellter weniger Wert? Man kann auch an seinen eigenen Ansprüchen zu Grunde gehen - oder deswegen Single bleiben.

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Educa15 20.03.2017, 16:58
121. Ansprüche und mangelnder Realitätssinn

Es ist nun mal nicht so einfach, auf der einen Seite eine Mann zu finden, von dem frau bewundert wird und deren Karriere respektiert wird, und gleichzeitig zu erwarten, dass er so wohlhabend und unabhängig ist, dass er ihr die Möglichkeit des Ausstiegs aus Stress und Job bieten kann.
Wenn schon Karriere, dann bitte auch akzeptieren, dass der Mann Bock auf Teilzeit, Haushalt und Kindererziehung hat, und die Frau für das Einkommen der Familie sorgt.
Diese Modelle gibt es, aber leider ist die Emanzipation da noch nicht weit genug fortgeschritten.
Denn das Risiko für den Mann am Ende hilflos und verarmt dazustehen, wenn sich die Frau von ihm trennt, ist heutzutage noch viel zu groß. Selbst die Chance auf Mitleid der Gesellschaft als alleinerziehender Vater zu bauen ist gering.
Aber vielleicht helfen solche Bücher auf dem Weg zur Selbsterkenntnis.

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ruhepuls 20.03.2017, 17:00
122. Unsinn...

Zitat von Sibylle1969
Der Artikel macht einen schon nachdenklich. Denn wieder mal zeigt sich an diesem Beispiel, dass "frau" nicht alles haben kann: eine tolle Karriere, Partnerschaft, Kinder... Es scheint, dass eine Frau für viele Männer umso unattraktiver wird als potenzielle Partnerin, je erfolgreicher sie ist. Will "frau" also lieber Partnerschaft und Kinder, dann ist das in vielen Fällen nur möglich durch den Verzicht auf eine Karriere. Für Männer ist es selbstredend kein Problem, alle drei Dinge auf einmal zu haben. Männer werden umso attraktiver, je erfolgreicher sie sind und je mehr Geld sie verdienen.
Niemand kann ALLES haben. Das ist heute genau das Problem. Der perfekte Partner soll den perfekten Job ergänzen. Und alles was nicht perfekt ist, wird erst gar nicht in Erwägung gezogen. Beziehungen sind immer auch Kompromisse zwischen Realität und Idealvorstellungen. Wer das nicht akzeptiert bleibt (besser) allein.

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Bondurant 20.03.2017, 17:01
123. Idealisierung der Erwebsarbeit

Zitat von schockschwerenot
Arbeit ist ganz überwiegend Anstrengung, oft eintönig, gelegentlich frustrierend und dient in den meisten Fällen "nur" dem Broterwerb. Das gilt für "Typen" genauso wie für Frauen, auch für solche mit Promotion.
ist ein gutes Stichwort. Eine Bekannte hat mir mal gesagt: ein großer Irrtum der Frauenbewegung war der Glaube, "die Männer" würden sich "im Beruf verwirklichen". Das galt schon immer nur für eine ganz kleine privilegierte Minderheit. Die meisten Männer haben erwerbsgearbeitet, damit sie sich eine Familie leisten konnten, innerhalb derer sie dann das Gefühl haben konnten, sie selbst zu sein. Die Frauen lernen gerade, dass Erwerbsarbeit als solche eben nicht selbstbewusst und glücklich macht, oft gar das ganze Gegenteil: tägliche Plackerei mit Demütigung. Anerkennung eher selten, dafür oft Kritik. Wohl dem oder der, dessen sonjniges Gemüt von Hause aus alles abprallen lässt. Die anderen reiben sich verwundert die Augen und fragen sich, wo denn die ganzen Träume vom selbstbestimmten Leben geblieben sind. Und dann auch noch keine Partner. Langsam schleicht sich der Verdacht an, man könnte nur ein Übel gegen ein anderes eingetauscht haben.

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doctor_holliday 20.03.2017, 17:02
124. Guter Rat!

Würde ich Anna, 35, aus Schmalkalden nicht für ein völliges Kunstprodukt aus der Feder von Christine Färber und Simone Unger halten, würde ich darüber hinaus kaum davon ausgehen, dass Sie es sich antut, die vielen dümmlichen Sprüche und Meinungen dieses Forums über sich ergehen zu lassen. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein ernsthaftes Problem, dass umso virulenter werden wird, je mehr Frauen in die leider noch immer männerdominierten heiligen Hallen der Wissenschaft vordringen. Mein Rat an diese Frauen und damit alle Annas unter den deutschen Akademikerinnen: Orientieren Sie sich bei der Partnerwahl nicht nach oben! Selbstverständlich kann man vom Durchschnitt nicht auf den Einzelfall schließen, doch im Allgemeinen zeigen sexualwissenschaftliche und soziologische Studien immer wieder, dass sich Männer in der Partnerwahl sozial, bildungs- und altersgemäß nach unten und Frauen in der Regel nach oben oder wenigsten zur Seite hin orientieren und zwar unabhängig von ihrem Bildungsstand. Liebe Anna, Sie sind jetzt promoviert und Leiterin eines International Office in einer thüringischen Kleinstadt. Da gibt es nur noch wenig Luft nach oben. Und dass das skizzierte Problem auf Sie, Anna - erfunden oder real -, zutreffen könnte, zeigt sich auch im Text: "Ich habe doch auch Wünsche und Träume und bin nicht weniger wichtig als mein Mann, der Professor ist oder eben Ingenieur." Richtig und zutreffend, aber diese Wünsche lassen sich kaum mit jemandem realisieren, der diesem "Beuteschema" entspricht. Warum sollte ein Professor, der möglicherweise schon eine Frau und Familie hat, erstens diese verlassen und zweitens seine Karriere zu Ihren Gunsten hintanstellen? Überdies würden Sie mit dieser Orientierung ein hohes Risiko eingehen, verließe er zu Ihren Gunsten bspw. seine Familie, was garantiert Ihnen, dass er Sie nicht irgendwann auch durch eine noch jüngere, attraktivere Partnerin ersetzt? Und das der Ingenieur sich Ihren Karrierewünschen nicht unterordnet, haben Sie bereits leidvoll erfahren.
Tun Sie das und zwar genau das, was Ihre männlichen Kollegen seit Jahrzehnten tun! Was glauben Sie, warum so viele deutsche männliche Professoren mit ehemaligen Studentinnen oder Sekretärinnen verheiratet sind? Und wo und wann Sie diese kenngelernt haben? Meist während der eigenen post-doc-Phase bzw. kurz vor oder kurz nach der Habilitation. Es wird doch auch in Schmalkalden oder anderen kleinen deutschen Universitätsstädtchen junge Studenten, Mitte bis Ende 20 geben, die Ihnen intellektuell gewachsen sind und dennoch zu Ihnen aufsehen und daher auch in der Partnerschaft deutlich weniger dominant auftreten als Ihr Expartner. Wagen Sie bitte den nächsten Schritt auf dem Weg der weiblichen Emanzipation und drehen Sie auch in der Partnerwahl den Spieß um. Hunderte vielleicht sogar tausende Ihrer männlichen Kollegen mögen sich vielleicht fachlich irren, doch die auf diese Weise geschlossenen Partnerschaften halten oft überdurchschnittlich lange!

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theswiss 20.03.2017, 17:02
125. Pragmatisch

Ich will das Dilema nicht herunterspielen, aber ein Teil ist auch ganz einfach pragmatischer Natur:
Ist ein Mann auf einer einsamen friesischen Hallig Vogelwart, wird es auch schwer die passende Partnerin zu treffen... dort.
Hier muss man einfach sagen: egal ob Mann oder Frau, hat man -völlig ok und berechtigt- den Wunsch eine(n) Partner/Partnerin mit einem urbanen Lebensentwurf zu treffen, dann hilft es nicht, einen Job in einer Kleinstadt auf dem Lande anzunehmen. Das dürfte für Männer wie Frauen gleichermassen gelten.

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obelst 20.03.2017, 17:02
126. Selbstverwirklichung

Der dargestellte Fall zeigt gut die Konsequenzen von Selbstverwirklichung. Das Leben dieser Annika ist ein planvolles Projekt, zukünftige Identitäten ("Promovierte") zu verwirklichen. Erfolge sind ihre Erfolge, aber auch Risiken sind ihre Risiken. Einen angemessenen Umgang mit den emotionalen Kosten dieser Selbstverwirklichung ("es macht mich nicht glücklich") hat sie entwickelt: das Reisen. Das "Schreckliche" an dem "Scheitern" (Wegzug ohne neuen Job) ist der Verlust der bisher wahrgenommenen Kontrolle über das eigene Leben ("bisher habe ich immer alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte"). Insofern geht es in diesem Artikel gar nicht um einen Widerstand von Normen (z.B. Zwang zur Familienbildung), den sich Frauen Mitte 30 ohne Familie ausgesetzt sehen, sondern darum, dass das "den eigenen Weg gehen" immer mit extremen, auf sich selbst bezogenen Problemen verbunden ist.

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123Valentino 20.03.2017, 17:02
127. Die Freiheit...,

muss man sich schon nehmen, aber so leid es mir tut ohne Kohle ist das sehr schwer.
Sicherlich kann man Gemüse auf Mallorca Verkaufen.
Aber die Dame meint vielleicht andere Länder besuchen zu dürfen, z.B. New Zeeland , schwierig, es sei denn man hat Kohle und stellt sicher dem Sozialsystem in den ersten 2 Jahren nicht auf der Tasche zu liegen, Alternative man hat Medizin studiert, spricht ein gutes English, das kann helfen. Als Kulturschaffende hat man es da schwer, davon haben die Kiwis wirklich genug.

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adamk 20.03.2017, 17:04
128. Hmm?

Zitat von Berg
[...] Nehmen Sie die weitverbreitete Zusammenstellung: Ing. und Lehrerin. Beide mit Uni-Bildung, mit viel intellektuellem Anteil - und für das ganze Leben bereichernd, anregend, nützlich, hilfreich. Sowohl für die Kinder als auch für Haus und Hof, für Reisen und Kultur. [...]
Kann, muss aber nicht. Bei meinen beiden Ex-Lehrerinnen lief das eher so: Sie Nachmittags (nach dem Mittagsschläfchen) im Freibad oder mit Freundinnen im Cafe, gerne auch beim Shopping. Abends teilt man sich selbstverständlich die Hausarbeit, weil beide haben ja einen Job. Samstags Einkaufen und zu IKEA. Und Sonntag ist dann aber leider kaum Zeit für Gemeinsames, weil man muss ja noch Arbeiten korrigieren. Toll. :( ... Ich weiß, zwei sind keine repräsentative Größe. :)

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Ketterich 20.03.2017, 17:04
129. Wer mehr als 4 Stunden Arbeit für den Lebensunterhalt braucht, ist ein Nichtskönner.

Zitat von karin_mainz
(...) Nicht jeder möchte Karriere machen, das hängt vom Typ Mensch ab, nicht wenige sind mit einem "normalen langweiligen" (explizit überspitzt formuliert) 8-17 Uhr Job ohne Karrieremöglichkeiten durchaus zufrieden, auch mit Familie.
Ich war mit meinem 9-13-Uhr-Job sehr zufrieden. Schliesslich brauchte man ja auch Zeit für die Familie.

Ich verdiente dabei immer mehr als die Kolleginnen, die Karriere machen wollten, aber ihren Job nicht konnten. Es hat aber auch wenig Sinn, länger als 4 Stunden pro Tag zu programmieren. Weil das Gehirn aussetzt und jede Zeile, die man dann trotzdem schreibt, ein solcher Schrott ist, dass die Beseitigung der Fehler sehr viel mehr Zeit kostet, als es gleich richtig und sorgfältig zu tun. Und das hatten meine Kolleginnen nie begriffen. Ich habe es ihnen auch nie gesagt, wenn ich mich um 13.00 Uhr aus dem Büro verabschiedete, um zu "testen" . Die verbrachten dann ihre Zeit mit Fehlersuche, statt die Programme so zu optimieren, damit sie schnell laufen.

Und genau in dem Alter -um 35- fing es dann bei denen an, gewaltig zu bröckeln. Heute bin ich über 50 und weiss als einziger noch, was in den Programmen eigentlich läuft. Und warte die mit einem minimalen Aufwand und noch höherem Ertrag als ehemals. Was aus den karrieregeilen Kolleginnen geworden ist? Interessierte mich nicht. Die waren dann über 35....

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