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Kettenverträge an Unis: "Mein Chef versprach mir eine feste Stelle - sie kam nie"
Privat

Alfons Hester, 48, arbeitet seit mehr als zehn Jahren an der Uni Gießen - mit 16 Zeitverträgen. Seine Klage auf Festanstellung wurde abgelehnt. Wie lebt es sich als prekär beschäftigter Wissenschaftler?

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tom_tom_tom 12.08.2015, 17:20
1. Widerlich

Man kann nur bewundern wie der Herr dennoch seine Ruhe bewahrt und nicht Gift und Galle spuckt. Der Mann ist der Wissenschaft und der Uni Giessen nach dem was dieser Artikel darstellt jedenfalls ueberhaupt nichts schuldig. Er sollte zusehen, sich den besten Vertrag den er irgendwie bekommen kann zu sichern - ausserhalb dieses ausbeutenden Systems.

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tommit 12.08.2015, 17:23
2. Irgendwann fällt diese Bilanzfrisur

aller staatlichen Stellen auf die Füsse.. und dann wird es äusserst hässlich... der Staat agiert hier um Längen schlimmer als jedes privatwirtschaftliche Unternehmen... inzwischen wird es sogar wieder eine kurze Phase der Verbeamtung geben für die die sie wirklich wollen, ansonsten will da nämlich keiner hin... original Ton einer Minsiterpräsidentin

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Plasmabruzzler 12.08.2015, 17:23
3. So ist es leider

Aber der Chef hat doch nie "versprochen", ihn fest anzustellen. Er hat es nur in Aussicht gestellt, wenn eine Planstelle frei wird. Und wenn man sich vorher erkundigt, dass man an dt. Hochschulen selten eine Festanstellung erhält, würde ich solche Stellen bestenfalls s berufliches Sprungbrett ansehen. Das Verhalten das AG ist rechtlich offensichtlich vollkommen in Ordnung gewesen. Am Ende geht man ja fürs Geld arbeiten und nicht nur, weil einem die Arbeit Spaß macht. Von daher hatte ich damals auch den Hammer in der Forschung fallen lassen, als mir woanders eine Festanstellung angeboten wurde.

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fullmetalbiochemist 12.08.2015, 17:28
4.

"Das Landesarbeitsgericht sah das nun anders - in der jüngsten Entscheidung berief sich das Gericht sogar auf das Grundgesetz, das die Freiheit von Forschung und Lehre schütze."

Dann sucht euch mal 'nen anderen Dummern, der das beides für euch macht. Im Ausland nimmt man deutsche Wissenschaftler mit Kusshand. Noch. Bis auch die letzten guten Leute hier hingeschmissen haben.

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Celestine 12.08.2015, 17:28
5.

Bei den jungen Berufseinsteigern ist das Normalität an den Unis. Ein Grund, warum jeder, der etwas von sich hält, möglichst versucht, in der freien Wirtschaft eine Stellung zu bekommen, eine eigene Praxis zu eröffnen, auszuwandern oder sich sonstwie auszuklinken. Das Dumme dabei ist allerdings, dass diejenigen, die schon als Dozenten oder Lehrkraft beschäftigt haben und das Ziel haben,doch noch eine feste Stelle zu bekommen, ihre Lehrbefugnisse verlieren, wenn sie nicht zwischendurch an der Uni unterrichten. Dadurch würden sie jede Hoffnung auf eine spätere feste Stellung aufgeben.

Ein perfides System. Wer glaubt, dass nur minder qualifizierte Arbeitskräfte ausgebeutet werden, irrt sich heute gewaltig.

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Ge-spiegelt 12.08.2015, 17:28
6. Besser in die IT Industrie gehen

Erst macht er das Institut berühmt für die Auswertungs Software, dann wird ihm das nicht gedankt. Such Dir was Besseres oder werde Freiberufler, die schaffen das sowieso nicht Dein Programm zu warten oder gar weiter zu entwickeln.

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elpackito 12.08.2015, 17:29
7. Armes Dland

Schlimm, alles schon Jahre bekannt und selber erlebt. Wie soll man als Jungakademiker so überhaupt eine Familie gründen? Glückwunsch, dass Herr Hester einen Sohn hat. Kein Wirtschaftsunternehmen in Dland wird Herrn Hester mehr anstellen (Uni Schublade). Die jammern lieber über Fachkräftemangel. Sofort ab ins Ausland, wo solche Spezialisten gesucht werden!

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qjhg 12.08.2015, 17:29
8. Sicher hätte Herr Hester

als gebildeter Mann schon viel früher die Reissleine ziehen müssen und sich um eine andere Stelle bemühen müssen. Andererseits wirft es ein Licht auf unsere Bildungspolitik und deren Vertreter und die Öffentlichen Arbeitgeber überhaupt, die für sich sichere Beamtenstellungen besetzen aber Sozialkompetenz bei anderen total vermissen lassen. Bekanntlich stehen auch Lehrer aller Schulformen oft vor ähnlichen Problemen. Solange unsere Politiker aller Parteien so etwas zulassen , sind alle Aussagen zu Bildungspolitik leeres Geschwätz.

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gumbofroehn 12.08.2015, 17:29
9. Beim allem Verständnis ...

... für Herrn Hesters persönliches Drama: Mit Mitte Dreißig (so alt war er, als er initial in die Befristung ging), zwei Kindern und einem grundsätzlich marktfähigen Studienabschluss wählt man den Job besser nicht ausschließlich nach Neigung, sondern nimmt einen Job mit Breadwinner-Qualitäten. Und einem Chef sollte man nie etwas glauben, was er einem nicht schriftlich geben kann. Personalführung funktioniert ja bekanntermaßen so, dass der Chef imaginäre Dinge aus der Zukunft (Festanstellung, Beförderung, ...) gegen echte Dinge in der Gegenwart (engagierte Arbeit des Mitarbeiters) tauscht. Man kann aus Gießen übrigens auch problemlos nach Frankfurt mit dem Zug einpendeln.

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