Forum: Leben und Lernen
Kettenverträge an Unis: "Mein Chef versprach mir eine feste Stelle - sie kam nie"
Privat

Alfons Hester, 48, arbeitet seit mehr als zehn Jahren an der Uni Gießen - mit 16 Zeitverträgen. Seine Klage auf Festanstellung wurde abgelehnt. Wie lebt es sich als prekär beschäftigter Wissenschaftler?

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westerwäller 12.08.2015, 21:34
110. Die Web-Seite ist ja noch nichtssagender ...

Zitat von mlehn
Das ist allerdings auch nicht seine aktuelle Seite. Sondern diese: https://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb08/Inst/iaac/spengler/coworkers/hester
... und hat noch nicht mal ein lustiges Alf-Bild ...

Machen Sie Scherze?

Das ist ein Zwangseintrag für das Uni-Personal der Arbeitsgruppe des Fachbereichs ...

Die Visitenkarte meines Winterreifenverkäufers ist aussagekräftiger ...

Und wie lustig: Klickt man in der Personalübersicht der Arbeitsgruppe auf unseren Doktoranden, dann kommt man wieder auf seine Web-Visitenkarte ...

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karlsonimdach 12.08.2015, 21:37
111.

Zitat von Kieler Mathematiker
Praktisch alle Stellen an deutschen Hochschulen mit Ausnahme der Professoren/Professorinnen sowie des Labor- und Verwaltungspersonals sind dafür vorgesehen, der Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses zu dienen, schließlich handelt es sich um Schulen, nicht um Unternehmen.
Mit den Ausnahmen beschreiben sie mehr als 50% der Landesstellen an einer Uni.

Die Uni ist für Forschung und Lehre zuständig. Der Großteil der Personen, die diesen Zweck ausführen sind befristet. Der Witz ist: Die Personen, die Verwalten oder andere Zulieferungen zur Ausführung der Haupttätigkeit liefern sind unbefristet.

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politik-nein-danke 12.08.2015, 21:39
112.

Zitat von Malshandir
naja der Mann kann dann ja am letzten tage seiner Tatetigkeit der Uni Giessen einen Lizenzvertrag aufbrummen fuer die Software oder diese halt am letzten Tage komplett loeschen.
Das würde warscheinlich keine Sau an der Uni interessieren.....weil am Ende keiner die Software wirklich brauch.....steht doch schon in der Einleitung....."die Chemiker wollten"....naja und weil die Chemiker wollten, hat man geschaut ob man irgendwo Mittel her kriegt.....weil wenn Sie es gebraucht hätten, wäre es entsprechend im Haushaltsplan budgetiert....

Und so lange man irgendwo Mittel findet, werden die halt für das "Projekt" verblasen.....wenns keine Mittel mehr gibt, wird das Projekt ersatzlos eingestampft und keine Sau interessiert es....

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alphabit 12.08.2015, 21:58
113.

Na wenn die Software wirklich so toll ist hätte er sie auch schon lange vermarkten und an andere Chemie Institute weiterverkaufen oder lizenzieren können. Das hätte wohl noch mehr als nur finanzielle Unabhängigkeit eingebracht und ist jedenfalls an Nordamerikanischen der Normalfall um Geld einzutreiben.

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spon-facebook-10000210271 12.08.2015, 22:08
114. Die Software wird demnächst neu erfunden

Es gibt nur zwei Wege: Der Gute Herr macht sich selbstständig und verkauft die Software mit Support und Weiterentwicklung. Der zweite Weg wäre sich eine Festanstellung zu suchen und dort sein wissenschaftliches Wissen zu Geld umzusetzen. Ich empfehle Zweites.

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gsm900 12.08.2015, 22:30
115. Wir schaffen das moderne Deutschland

und faseln dauernd von Bildung, erkennen Sie aber nicht an.
Altersdiskriminierung ist ja auch nur (offiziell) der Privatwirtschaft verboten.

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einschrittweitergedacht 12.08.2015, 22:33
116.

den selben job als freiberufler weitermachen und die uni einfach ausnehmen

wenn man ein programm 13 jahre lang entwickelt blickt da keiner so schnell durch :-D

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mrotz 12.08.2015, 22:36
117.

Zitat von mue3333
Kein Geld für Mitarbeiter, aber Millionen für Prestigeprojekte wie Höchstleistungsrechnern, Förderung von prosperierenden Automobil-Konzernen etc.
Es ist eben nicht der Algorithmus zu dumm, sondern der Rechner zu schwach ;)

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dergarnelenkönig 12.08.2015, 22:37
118.

Zeitverträge and aber sehr gut für die Wirtschaft, da sie die Produktivität hoch halten. Ich finde dass sehr gut

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realist29 12.08.2015, 22:39
119. Wissenschaft, nein danke!

Nachdem ich mein Studium an einer wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in der Regelstudienzeit und mit Auslandserfahrung als Jahrgangsbester beendet hatte bot mir mein Prof. eine Promotionsstelle an. Ich habe aus Höflichkeit einen Tag verstreichen lassen bis ich ihm abgesagt habe. Ich interessiere mich wirklich sehr für mein Fachgebiet und auch die Lehre hätte mir Spaß gemacht. Ich bin aber kein Idiot. Mit einer halben Stelle, und das ist die Regel, verdient man netto in etwa das Gehalt eines Mindestlohnsempfängers. Im Grunde bekommt man Hartz 4 plus 400€. Wenn einem das genügt gibt es gewiss einfachere Wege. Vermutlich ist sogar das professionelle Sammeln von Pfandflaschen ertragsstärker.
Ich bin gespannt, wohin uns diese Bildungspolitik noch führen wird. Vermutlich wird die Lehre an den öffentlichen Unis noch schlechter und private Universitäten wachsen kräftig. Privat vor Staat ist ja auch das Credo der neoliberalen Blockparteien, insofern passt ja alles. Ich finde es Schade, das nicht mehr die Besten promovieren. An der Hochschule bleiben nur absolute Idealisten (10%) und Leute die nichts anderes finden bzw. nicht wegziehen wollen (90%).

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