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Kinderbetreuung: Kostenlose Kitas - wer wirklich profitiert
DPA

Künftig sollen Eltern möglichst wenig für die Betreuung ihrer Kinder zahlen. Das kommt vor allem Besserverdienern zugute. Kommunen warnen vor steigenden Kosten, und manche überlegen sogar, Kitaplätze zu streichen.

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eulenspiegel1979 10.04.2018, 15:40
80. Auch so ein Thema

Zitat von toranaga747
Unfassbar dämlich diese Politiker.
Meine Schwägerin streikt gerade in Kassel. Dort hat man in aller Weisheit beschlossen, dass Erzieher quasi zu beaufsichtigendem Personal degradiert werden, da man es für zumutungsfähig erachtet, das ein Erzieher allein für 23 Kinder ausreicht. Das diese 23 Kinder (insbesondere in Kassel) nicht selten mehrere verschiedene Muttersprachen sprechen und abweichende kulturell geprägte Verhaltensweisen an den Tag legen, ebenso die Eltern, ist nochmal ein ganz anderes Thema.

Und das alles für einen Job, der mies bezahlt wird und dessen Ausbildung unvergütet (!) - der größte Treppenwitz aller Zeiten - erfolgt.

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yogi65 10.04.2018, 15:56
81. Das liegt in der Natur der Sache

Die Abschaffung von Kita-Gebühren als "sozial ungerecht" zu bezeichnen ist schon ziemlich abstrus. Wenn ich die Kosten oder Gebühren für etwas senke, dann kann natürlich nur der profitieren der auch etwas bezahlt hat. Das gilt auch für Steuersenkungen. Kann diesen Sichtweise nicht nachvollziehen. Schließlich werden die Kitas über Steuergelder finanziert, die auch wieder von den Leuten kommen die vorher Gebühren bezahlt haben und nicht von denen die sowieso schon befreit waren. Oder wollen die jetzt auch noch Geld dazubekommen, wenn sie ihren Nachwuchs in die Betreuung geben? Also manchmal....

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eulenspiegel1979 10.04.2018, 16:02
82.

Zitat von rieberger
Die Gesellschaft soll die Kinder erziehen, ernähren und finanzieren. Das Kindergeld wird gerne "mitgenommen", Konsum kostet ja Geld. Und die mühseligen undankbaren Arbeiten wie Erziehung und Ernährung, natürlich biologisch vom Feinsten, machen und bezahlen andere. Klappt es, war alles richtig, wenn nicht, sind die Kinder von der Gesellschaft verhunzt. Verantwortung ist lästig und bäh. Sollen sich doch andere kümmern. Feierabend- und Wochenendelternschaft ist angesagt. Und wir wundern uns . . .
Interessante Wahrnehmung haben Sie da und vermutlich selbst keine Kinder. Dann würden Sie nämlich merken, wie schlecht durchdacht Ihr Kommentar ist. Kindererziehung ist und war schon immer Aufgabe der Eltern und der Gemeinschaft / Gesellschaft. Ohne diese beiden Pfeiler ist eine Sozialisierung gar nicht möglich, also bringt es auch nichts, eine davon auszuhebeln. Mit dem Kindergeld hat das ürbigens rein gar nichts zu tun. Niemand bekommt Kinder wegen Kindergeld. Dafür ist es viel zu niedrig. Was der Konsum in Ihrer Argumentataionskette zu suchen hat, ist ebenfalls schleierhaft. Dürfen Eltern also nicht mehr konsumieren? Hätten Sie Kinder, dann würden Sie feststellen, was heutzutage alles konsumiert / angeschafft werden muss, um ein Kind gesund groß zu bekommen. Ich kenne auch keine Eltern, die das Thema Erziehung und Ernährung freiwillig outsourcen. Dazu ist man viel zu sehr auf das Wohl der eigenen Kinder bedacht. Natürlich ist dazu erforderlich, dass man sein Kind auch liebt und geistig in der Lage ist bis Drei zu zählen. Natürlich ist Verantwortung anstrengend, aber weder zäh noch lästig. Es ist eine Herausforderung, die einem nicht beigebracht wird. Dafür beherrsche ich aber perfekt das mathematische Thema Kurvendiskussion, was ich nie wieder in meinem Leben benötigt habe. Fazit: Es sollen sich also nicht andere kümmern, aber es ist beruhigend, wenn es die Möglichkeit gibt, das Kind einige Stunden am Tag ab dem 2. Lebensjahr in eine Kita zu geben. Zumal das für die Entwicklung des Kindes förderlich ist, wenn diese mit anderen Kindern regelmäßig in Kontakt treten. Da das mit 20 Kindern zu Hause oder spontanen Treffen auf Spielplätzen nicht klappt, ist so eine Kita ganz hilfreich. Zumal man in unserem wunderschönen Land aus Kostengründen nahezu gezwungen wird, recht bald wieder arbeiten zu gehen, anstatt zu Hause zu bleiben, um 24/7 für die Kinder zu sorgen. Und das nicht, wegen Konsumgeilheit. Es reicht einfach schon der Umstand, die teilweise abartigen Mieten für eine Wohnung mit 3+X Zimmern bezahlen zu können. Klar, ich könnte mit meiner Familie auch in einen 2-Zimmer Abferkelbox ziehen, damit Komödianten wie Sie mich dann als asozial bezeichnen können. Aber glücklicherweise ist es nicht mein Credo, Ihre Weltanschauung zu befriedigen. Und was an einer Feierabend- und Wochenendgesellschaft falsch sein soll, kann nur jemand verstehen, der aufgrund mangelndem Beschäftigungsverhältnisses ohnehin jeden Tag Wochenende und Freizeit hat. Ich freue mich nach harter Arbeit auf meinen Feierabend. Den hab ich mir verdient und lasse ich mir von Ihnen nicht madig machen.

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reichsvernunft 10.04.2018, 16:21
83. kostenlos...

...ist gut. Flächendeckend organisiert und einheitlich finanziert, gut aufgestellt bei Personal und Ausstattung, und vor Allem in ausreichender Menge verfügbar wäre aber das Mindeste, und damit besser. Wer auch nur das Wort "Frauenquote" in den Mund nimmt, hat gefälligst dafür zu sorgen, dass die Betreuung verfügbar und hochwertig ist, und das überall. Vielleicht ein Bisschen weniger Geld an die Finanzwirtschaft riestern und ein Bisschen mehr für die Bürger ausgeben, egal welcher Schicht an Angestellten die hier wieder gegeneinander ausgespielt werden sollen das nun mehr zu Gute kommt.

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trex#1 10.04.2018, 17:10
84.

Was für eine seltsame Logik. Mit dem gleichen Argument kann man gebührenfreie Schulbesuche von Kindern Besserverdienender abschaffen, oder auch den kostenlosen Besuch des Stadtparks.

Von Kita-Gebühren, die Besserverdienende zahlen, profitieren übrigens die Besserverdienenden ohne KInder, weil sie dadurch weniger Steuern zahlen müssen, um die Kitas zu finanzieren.

Gebührenpflichtige Kinder darf es einfach nicht geben, da müssen alle Kinder gleich behandelt werden. Kita-Gebühren sind für ein reiches Land wie Deutschland blamabel. Darum sollte sich das Bundesverfassungsgericht mal kümmern und diese verbieten.

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trex#1 10.04.2018, 17:16
85.

Zitat von eulenspiegel1979
Meine Schwägerin streikt gerade in Kassel. Dort hat man in aller Weisheit beschlossen, dass Erzieher quasi zu beaufsichtigendem Personal degradiert werden, da man es für zumutungsfähig erachtet, das ein Erzieher allein für 23 Kinder ausreicht. Das diese 23 Kinder (insbesondere in Kassel) nicht selten mehrere verschiedene Muttersprachen sprechen und abweichende kulturell geprägte Verhaltensweisen an den Tag legen, ebenso die Eltern, ist nochmal ein ganz anderes Thema. Und das alles für einen Job, der mies bezahlt wird und dessen Ausbildung unvergütet (!) - der größte Treppenwitz aller Zeiten - erfolgt.
Wie angekündigt kommen demnächst Langzeitarbeitslose als Bezieher von solidarischem Grundeinkommen, um Kinder zu beaufsichtigen. Das wird dann noch mal günstiger

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katja78 10.04.2018, 17:21
86.

Zitat von stiller_denker
Kinder 'reicher' Eltern erhalten über die Steuererklärung 7.428 Euro Kinderfreibetrag x 45% Höchst-Steuersatz = 3.343 Euro im Jahr. [...]Man könnte auch einfach den Kinderfreibetrag abschaffen[...]dafür Kita, Mittagessen, Schulbücher, Taschenrechner, Klassenfahrt, Wandertag, Schwimmbad, Schwimmkurs, Sportverein, Bücherei, Musikschule etc. für alle kostenfrei stellen.
Mal ganz davon abgesehen, dass es sich bei den 45% ja um eine Summe handelt, die der entsprechende Steuerzahler vorher GEZAHLT hat und nicht um ein Geschenk (wie das Kindergeld in den niedrigere Lohngruppen):

Mit den vorgeschlagenen Änderungen würden sie die Reichen ja noch besser stellen: 3.343,-, das sind hier nicht einmal 5 Kitamonate. Ach so, Mittag, Bücher, Musikschule auch noch? Dann ist die Summe schon nach drei Monaten weg.

Es kommt den Staat wesentlich günstiger, von den "Reichen" (also z.B. Facharbeiter, gehobener Angestellter oder auch einfach nur fleißigen Leuten mit zwei Vollzeiteinkommen), neben den einkommensabhängigen, umverteilenden Steuern auch noch einkommensabhängige Kitabeiträge, Musikschulbeiträge usw, zu verlangen. Da kommen Sie u.U. auf einen schlappen 1.000er Unterschied zwischen armen und reichen Eltern - pro Monat! Das müssen Sie erst einmal ranschaffen...

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asentreu 10.04.2018, 19:07
87. abschaffen unbedingt!!!

Wäre ja noch schöner etwas für alle Familien zu tun, bei dem jede Familie spart. Geht ja gar nicht! Die Mütter können ja daheim bleiben und selbst betreuen, ssisonst hätten die sich ja keine Kinder anschaffen brauchen! Soviel zum Sarkasmus...

Meine Güte, ich wäre ja für etwas ganz anderes: Krippenoflucht ganztags ab dem 1. Jahr. Klingt brutal? Vielleicht... aber so kann man die Kinder aus den sozialschwachen Haushalten wirklich erreichen, sie lernen ein anderes Umfeld kennen, außerdem erwerben Kinder von Migranten so frühzeitig die deutsche Sprache selbst wenn diese zuhause nicht gesprochen wird. Nachteil: das wird teuer, könnten wir uns aber leisten, wenn wir nur wollten.

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kika2012 10.04.2018, 19:40
88. eulenspiegel1979

Also mein Sohn geht seit seinem 7. Monat in die Vollzeit Betreuung und nicht, weil ich es mir nicht leisten könnte, zuhause zu sein, sondern weil ich denke, dass er mit anderen Kindern besser aufwächst als mit der Mama. Ich kann und möchte das nicht leisten. Ich habe meinen Beruf und möchte auch meine Freiheit. Und das lässt dich in D sehr gut verbinden.

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kika2012 10.04.2018, 19:43
89. eulenspiegel1979

Nur 2 Jahre Elternzeit?? Mein Gott, schauen Sie mal über den Tellerrand. Dann werden sie sehen, wir gut Sie es haben. Man könnte ja auch arbeiten gehen, wie es in vielen Ländern normal ist und die Kinder viel viel weiter sind als in D.

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