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Kinderfotos bei WhatsApp und Facebook: Was Eltern posten dürfen - und was nicht
Getty Images/Westend61

Ein lustiges Babybild in der WhatsApp-Gruppe, der Kindergeburtstag auf Facebook: Viele Eltern teilen regelmäßig Fotos von ihrem Nachwuchs. Und verstoßen dabei oft gegen geltendes Recht.

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vitalik 03.06.2019, 11:22
20.

Zitat von bakiri
An den Kommentaren sieht man das fehlende Verständnis für Gefahren im digitalen Zeitalter. Oder es ist wie beim Umweltschutz die Einstellung "mir doch egal, das ist das Problem unserer Kinder". Aus meiner momentane Erfahrung als Vater eines knapp Dreijährigen gehe ich bei den Kommentaren weitgehend von Großeltern aus. Ich arbeite im Bereich Bibliotheks- und Informationswissenschaft und liebe Leute lasst Euch sagen: Die Geschichte mit den (insbesondere) Kinderbildern ist wirklich ein großes Problem. Im besten Fall geht es nur um einen Vestoß gegen Persönlichkeits- und Urheberrechte und die Bilder werden nicht weiter unkontrolliert im Netz verbreitet. Im schlimmsten Fall wird das Bild später auf der Festplatte von Pädophilen gefunden oder zwecks Mobbing von Klassenkameraden hervorgeholt. Der naive Umgang mit Bildern ist ein riesiges gesellschaftliches Problem, wer das nicht erkennt sollte bitte keine Bilder von anderen mehr machen. Manchmal sollte man auch vielleicht einfach die Kamera weglegen und den Moment genießen, anstatt wichtige Augenblicke nur durch die Linse einer Kamera zu sehen. Den verlorenen Moment, weil man mehr mit Bildermachen als anwesendsein beschäftigt war, gibt einem auch das Bildmaterial nicht mehr wieder. Bilder anderer (auch der eigenen Kinder) zu posten ist doch meist eh nur ein Ausdruck der Bedeutungslosigkeit der eigenen Person.
Zitat: "Bilder anderer (auch der eigenen Kinder) zu posten ist doch meist eh nur ein Ausdruck der Bedeutungslosigkeit der eigenen Person."
Jetzt sind Sie neben "Bibliotheks- und Informationswissenschaft" auch noch ein Psychologe, der pauschal Urteile fällen kann. Beeindruckend.
Dass Bilder auch Erinnerungen sind, kommt Ihnen nicht in den Sinn.

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villazurfroehlichenkatze 03.06.2019, 11:31
21.

Zitat von olli0816
Ich stelle mir die Situation vor, das ich auf einer Hochzeit Bilder knipse und da fremde Menschen (das kann ich sowieso bei großen Hochzeiten kaum einschätzen) mit auftauchen. Ich habe selber keinerlei großen Ambitionen, diese weiter zu verbreiten und jemand anderes kommt dann an die Bilder und stellt sie ins Netz. Na prima, nach der Prämisse dürfte ich keine Bilder mehr aufnehmen, wenn ich so etwas fürchte.
Bei Festivitäten wird normalerweise darauf hingewiesen, dass jemand Photos macht. Ich kenne es so, dass all denen, die photographiert wurden, auch "Abzüge", in diesem Fall also digital, zugesandt werden. Gleichsam werden sie gefragt, ob sie mit einer Veröffentlichung einverstanden sind - was wäre daran schlimm?

Genauso bei einem Klassenphoto. Wenn sich Kind xy dahingehend äußert, dass es nicht auf dem Photo sein möchte, was spricht dagegen? Die Eltern können es zwar "überstimmen", ab einem gewissen Alter jedoch nicht mehr. Das halte ich auch für legitim, denn nicht jeder möchte eben so viele Photos von sich in allen Lebenslagen im Internet haben.

Auch das beliebte "Töpfchenphoto" war schon zu DIA-Zeiten etlichen Menschen unangenehm weil sie schlicht und ergreifend nicht so begeistert davon waren, dass alle sie, egal wie alt sie da waren, sehen können, wie sie auf der Toilette sind. Es ist doch nicht verkehrt, wenn etwas mehr Bewusstsein dafür entsteht, dass es nicht so ist, dass jeder einfach über die Veröffentlichung von Bildern von jederman entscheiden kann.

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villazurfroehlichenkatze 03.06.2019, 11:36
22.

Zitat von quark2@mailinator.com
Man kann eben nicht die Einschulung des eigenen Kindes vernünftig "dokumentieren", weil irgendwer (zurecht) etwas dagegen haben könnte, daß er oder sein Sprößling mit im Bild ist. Es ist aber absurd, solche Fotos ohne die Gruppe zu machen und es ist auch absurd, da gigantische Unterschriftenlisten machen zu wollen - und wenn ein Einziger widerspricht, kann niemand mehr in der Totale fotografieren. Ich verstehe den Sinn der Sache, aber es raubt uns etwas, daß wir schon hatten ... schade.
Also, ein einigermaßen fähiger Photograph bzw. ein nicht besonders fähiger mit einer Software, kann durchaus das Einschulungsphoto so gestalten, dass die Gesichter der anderen leicht verschwommen wirken.

Was ist daran absurd, das Recht am eigenen Bild zu achten?
Und natürlich kann jemand in der Totalen photographieren - so wie z.B. heutzutage auch Gruppenphotos möglich sind, ohne dass jeder darauf gefragt wird.

https://www.22places.de/bilder-von-personen-veroeffentlichen/

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sammilch 03.06.2019, 11:37
23.

Zitat von astromarkus
„Ich habe ein Foto von meinem Sohn gemacht, der in seinem Zimmer spielt. Darf ich das Foto auf Facebook hochladen?“ Gegenfrage: wie zum Geier lautet der Grund, genau sowas tun zu müssen?
Vielleicht kennen Sie das, vielleicht auch nicht, manche Kinder sind beim spielen sehr putzig.
Das mit der Familie und im Freundeskreis zu "teilen" fnd eich nicht verwerflich.

Achso, der Grund: Man ist einfach stolz auf seine Kinder wenn sie etwas tolles tun, sagen oder besonders niedlich spielen.
Kennen Sie wahrscheinlich nicht, aber ok.

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Gunter 03.06.2019, 11:50
24. Urheber-Richtlinie

Das Interview zeigt auf was eine Reform des Urheberschutzes wirklich hätte anpacken müssen.

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villazurfroehlichenkatze 03.06.2019, 11:55
25.

Zitat von sammilch
Achso, der Grund: Man ist einfach stolz auf seine Kinder wenn sie etwas tolles tun, sagen oder besonders niedlich spielen.
Aber muss das per Photo für alle sichtbar dokumentiert werden?
Es wäre doch auch möglich, dies ganz ohne Photo zu tun - so wie in einem Tagebuch, in dem steht "Susi ist heute das erste Mal allein auf Töpfchen gegangen, ich freue mich, dass die Windelzeit langsam ein Ende hat!"?

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zappomat 03.06.2019, 12:56
26.

Zitat von bakiri
Den verlorenen Moment, weil man mehr mit Bildermachen als anwesendsein beschäftigt war, gibt einem auch das Bildmaterial nicht mehr wieder. Bilder anderer (auch der eigenen Kinder) zu posten ist doch meist eh nur ein Ausdruck der Bedeutungslosigkeit der eigenen Person.
Puh, das dürfen Sie aber nicht vielen Menschen ins Gesicht sagen. ;)
Mir als Fotomuffel sprechen Sie damit aus der Seele, bei FB habe ich mich vor einigen Monaten abgemeldet, Fotos von Kindern/Familie sind da soweit ich mich erinnern kann nicht zu finden. Dennoch ist der ganze Quatsch übertrieben. Wenn man kein Partyfoto mehr machen kann, ohne einen Dreifachdurchschlag zur DSGVO von allen Beteiligten unterschreiben zu lassen, dann läuft was schief. Aber nicht im Leben derer, die das Foto machen, sondern im Leben derer, die daraus Profit schlagen wollen. Das Interview zeigt aus meiner Sicht sehr klar auf, dass die Regelungswut nicht zur Lebensrealität passt, die Juristen und der Gesetzgeber müssen das viel pragmatischer fassen und schlicht erklären, dass ein potentiell Geschädigter erst mal nachweisen muss, wie hoch sein potentieller Schaden ist und dass er überhaupt einen Schaden erlitten hat. Solange der Inhalt des Fotos also keine Herabsetzung der dargestellten Personen zeigt und kein finanzieller Schaden über 5T€ nachweisbar ist, müsste das als Bagatelle eingestuft werden bzw. faktisch erlaubt sein. Vor allem dann, wenn das Foto im öffentlichen Raum aufgenommen wurde und dazu zähle ich auch ein Konzert - da laufen ja in der Regel mehr Leute rum als auf einer Hochzeit, ergo kann der Veranstalter auch keine Rechte geltend machen, es sei denn, er kann (s.o.) einen Schaden von mehr als 5T€ durch dieses spezielle Foto nachweisen. Ich beschäftige auch selbst jüngere Angestellte/Schüler/Praktikanten, aber ich habe noch nie nach deren Namen/privaten Fotos gegoogelt, um darauf eine Einstellung/Ablehnung aufzubauen. Arbeitgeber die so etwas tun, müssten hart bestraft werden.

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olli0816 03.06.2019, 13:58
27. Finde ich alles total übertrieben

Zitat von villazurfroehlichenkatze
Bei Festivitäten wird normalerweise darauf hingewiesen, dass jemand Photos macht. Ich kenne es so, dass all denen, die photographiert wurden, auch "Abzüge", in diesem Fall also digital, zugesandt werden. Gleichsam werden sie gefragt, ob sie mit einer Veröffentlichung einverstanden sind - was wäre daran schlimm? Genauso bei einem Klassenphoto. Wenn sich Kind xy dahingehend äußert, dass es nicht auf dem Photo sein möchte, was spricht dagegen? Die Eltern können es zwar "überstimmen", ab einem gewissen Alter jedoch nicht mehr. Das halte ich auch für legitim, denn nicht jeder möchte eben so viele Photos von sich in allen Lebenslagen im Internet haben. Auch das beliebte "Töpfchenphoto" war schon zu DIA-Zeiten etlichen Menschen unangenehm weil sie schlicht und ergreifend nicht so begeistert davon waren, dass alle sie, egal wie alt sie da waren, sehen können, wie sie auf der Toilette sind. Es ist doch nicht verkehrt, wenn etwas mehr Bewusstsein dafür entsteht, dass es nicht so ist, dass jeder einfach über die Veröffentlichung von Bildern von jederman entscheiden kann.
Gut, jeder hat so seine eigenen Ansichten. Bei Festen z.B. sollte es normal sein, dass dort auch Fotos gemacht werden. 100 Leute im Vorfeld zu informieren, dass das passieren kann und jeder Abzüge bekommt (will das die Mehrheit überhaupt?) finde ich völlig überzogen.

Zu dem Klassenbild ist dann der/die Schüler(in) eben nicht dabei. Zu meiner Schulzeit hat sich die Frage nicht gestellt, weil jeder so ein Foto haben wollte. Aber wenn einzelne das nicht mögen, dann lassen sie sich dort schlicht nicht fotographieren. Die Quote wird wohl bei 1% liegen, weil auch heute die Schüler das zum größten Teil möchten und es später Erinnerungen an die Schulzeit sind. Ich habe die Fotos auch noch irgendwo.

Zu dem Töpfchenfoto: Naja, klar, muss man nicht aufnehmen und nicht posten. Wird aber gemacht. Ich frage mich, wer mich mit 2 Jahren heute noch erkennen würde? Ich habe über lange Jahre als Geschäftsführer gearbeitet und sicher nicht nach Töpfchenfotos sich bewerbender Mitarbeiter gesucht. Ich kannte auch keinen, der das gemacht hätte.Wozu? Kacken tun wir alle lebenslang.

Der Vorschlag des Vorposters zappomat ist sehr lebensklug: Der Nachweis muss vom vermeintlich Geschädigten erbracht werden und eine bestimmte bedeutendere Schadenssumme nachweisen. Dann herrscht ein berechtigtes Interesse und wir müllen unsere Gerichte nicht mit Belanglosigkeiten zu. Geschäftemacher wie Abmahnanwälte wären gezwungen, wirklich vernünftigen Dingen nachzugehen.

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KevinPriegnitz 03.06.2019, 17:08
28. die Artikelüberschrift hat nur marginal

mit dem Rest vom Artikel zutun. Da wird irgendwas heraufbeschworen was nicht wirklich der Fall ist. Überall sind Fernsehkameras unterwegs und es wird nirgends gefragt ob man überhaupt gezeigt werden will. Ich war letztens bei einem Depeche Mode Konzert. Soll ich die 60.000 Besucher und die Band fragen ob ich ein Foto machen darf? Umgekehrt genauso? irrsinnig. Mir selbst ist klar das ich keine Pics meiner Nichte bei fb posten will weil sie noch minderjährig ist. Aber das ist meine eigene Entscheidung! Es wird ja auch nicht vorher gefragt wenn man geblitzt wird ;)

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Nonvaio01 03.06.2019, 17:20
29. yep

Zitat von iasi
"Der freut sich sicherlich 20 Jahre später beim Vorstellungsgespräch darüber." Weil mal ein Babybild vom ihm auf dem Töpfchen im Internet zu sehen war? Man kann es auch übertreiben. Leider neigen wir in D immer gern genau dazu. Daher kann auch der neue Hauptstadtflughafen nie eröffnet werden.
Die leute schauen auf Linkedin, nicht Facebook...

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