Forum: Leben und Lernen
Kinderfotos bei WhatsApp und Facebook: Was Eltern posten dürfen - und was nicht
Getty Images/Westend61

Ein lustiges Babybild in der WhatsApp-Gruppe, der Kindergeburtstag auf Facebook: Viele Eltern teilen regelmäßig Fotos von ihrem Nachwuchs. Und verstoßen dabei oft gegen geltendes Recht.

Seite 4 von 4
astromarkus 03.06.2019, 19:54
30. @sammilch

„Achso, der Grund: Man ist einfach stolz auf seine Kinder wenn sie etwas tolles tun, sagen oder besonders niedlich spielen. Kennen Sie wahrscheinlich nicht, aber ok.“

Naja, ganz so ist es ja nun doch nicht, ich bin sehr stolzer Papa einer Zwei- und eines Vierjährigen. Wenn meine Kinder etwas tolles tun, sagen oder niedlich spielen, dann schau ich mir das einfach an, genieße den Augenblick und sauge die Eindrücke in mich auf, damit ich mich später auch ohne Smartphone an die Zeit erinnern kann. Aber jedem, wie es zu seinem Mitteilungsbedürfnis passt...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Karla Winterstein 03.06.2019, 20:24
31. Das hat nichts mit dem Internet zu tun

Zitat von michael_pfeiffer
Im Internetzeitalter ist es also möglich, dass jemand in Deutschland ein Bild des nächtlich beleuchteten Eiffelturms bei Facebook hochlädt, und dafür in Frankreich nach französischem Recht wegen einer Urheberrechtsverletzung verurteilt wird, da Frankreich keine Panoramafreiheit kennt.
Wenn jemand vor 30 Jahren ein Foto des beleuchten Eiffelturms aufgenommen und dieses in Deutschland in einer Zeitung veröffentlicht hätte, konnte das für ihn durchaus problematisch werden: Diese Zeitung hätte nur auf Bahnhöfen oder Flughäfen in Frankreich zum Verkauf angeboten werden müssen.

Das ist kein prinzipieller Unterschied zur heutigen Situation, nur dass man von überall auf Daten im Web zugreifen kann, wenn man diese allgemein freigegeben hat. Es ist also nur verfahrenstechnisch deutlich einfacher geworden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SusiWombat 04.06.2019, 07:47
32.

Zitat von sammilch
Vielleicht kennen Sie das, vielleicht auch nicht, manche Kinder sind beim spielen sehr putzig. Das mit der Familie und im Freundeskreis zu "teilen" fnd eich nicht verwerflich.
Sie haben, wie die Mehrzahl der Menschen, die Nutzungsbedingungen von Facebook wohl nie gelesen. Dort steht schon von Beginn an, dass Sie alle Rechte am hochgeladenen Bild an Facebook abgeben. Das Bild darf also für beliebige Zwecke selbst dann noch genutzt werden, wenn Sie ihren Account längst gelöscht haben.

Sie "teilen" es eben nicht mit "Familie und Freundeskreis", Sie veröffentlichen das Bild.

Ich selbst habe in der Regel kein Problem damit, wenn jemand Partybilder veröffentlicht, auf denen ich zu sehen bin. Ich habe ein Problem, wenn jemand mein Gesicht taggt und dazu schreibt "das ist Susi Wombat und wir kennen uns von da und da" - denn das geht nun einmal niemanden etwas an.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
realheadache 04.06.2019, 15:56
33. warum sollte ich private Bilder posten?

Wenn ich wirklich mit einer handvoll Leute ein Bild teilen möchte muss ich es wohl da ablegen wo nur diese handvoll Personen Zugriff habe. Und nicht bei Facebook/Snapchat/Whatsapp. Früher habe ich meine Photos auch nur in einem Album für mich oder meine Freunde im Zugriff gehabt und trotzdem überlebt. Nur weil es heute auch anders geht, und manche Leute auch noch denken es sei eine gute Idee persöhnlichste Photos mit wildfremden Menschen zu teilen, heisst das noch lange nicht, dass dies legal ist.
Also, den eigenen Narzismus/Darstellungssucht/Geltungsbewusstsein ein wenig runterregeln und schon ist die Problemlage deutlich einfacher zu lösen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fabe86 05.06.2019, 16:20
34.

Dem kann ich mich nur vorbehaltlos anschließen. Dazu sei angemerkt, dass ich selbst, Jahrgang 1986, in das digitale Zeitalter einigermaßen mit hineingewachsen bin. Das deutsche Urheberrecht ist DAS Lehrbuchbeispiel schlechthin für ein urdeutsches Problem nicht nur der Jurisprudenz, aber eben gerade dieser: Nämlich, alles und jedes immer gnadenlos durch Bestimmungen und Gesetze von staatlicher Seite aus kontrollieren und vorabregeln zu wollen. Als ob Menschen komplett unfähig wären, selbst Entscheidungen zu fällen und Probleme im Alltag zu lösen. Und an genau diesem - dem Alltag der Menschen - gehen die im Artikel genannten Bestimmungen komplett vorbei.
Dabei sind mehrere Dinge zu bedenken:

1) Ein Argument wurde schon mehrfach genannt: Dass nämlich das Fotographieren gerade großer Menschenansammlungen feiern, Konzerten, im Urlaub etc., einfach NORMAL ist und war. Sehr viele Menschen haben das schon vor der Einführung von Facebook und Co. als Hobby betrieben und wollen es jetzt nicht aufgeben. Das ist ja wohl VERSTÄNDLICH. Oder??? Und NATÜRLICH sind Bilder auch Erinnerungsobjekte. Ich kann wirklich nicht verstehen, wie Einzelne hier das leugnen können.

2) Nein, mann ist nicht gezwungen, diese Bilder bei Facebook oder auf WhatsApp zu posten. Aber das ist die neue Form des "Weiterreichens". Ganz ehrlich: Kein Mensch lässt sich das noch Ausdrucken und klebt es ein. Die Digitalisierung hat die Dinge vereinfacht und ein interessantes (Neben-)Hobby - nämlich die Fotographie - ERWEITERT: Jetzt kann man bearbeiten, Bilder kommentieren, in thematische Kontexte setzen - z.B. auf Blogs. Das ist BESSER und KREATIVER, als ein Fotoalbum es je hätte sein können. Ja, Digitalisierung hat Vorteile!

Dabei müssen keine moralischen Regeln verletzt werden. Werden sie, in 99% aller Fälle, übrigens wirklich nicht. Sollen jetzt all diese Menschen, die ihrer Kreativität gerne Ausdruck verleihen, MAL WIEDER bestraft werden, weil 1% Scheiße baut. NEIN! Da liegt der Fehler in Deutschland und Europa - und übrigens nicht nur beim Urheberrecht.

In den USA gibt es Fair Use. Die bauen auch viel Scheiße, aber da wissen sie, wie's richtig geht. Sollten wir uns 'ne Scheibe von abschneiden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 4