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Kita-Betreuung: "Zwischen den alten und neuen Bundesländern verläuft eine Grenze"
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Das Erbe der DDR wirkt bis heute nach: Erzieher im Osten müssen sich im Schnitt um deutlich mehr Kinder kümmern. Bildungsforscher Kai Maaz erklärt, warum das nicht immer falsch sein muss.

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dirsch 01.10.2019, 11:01
10. @6

..doch, gibt es „im Osten“ auch schon.
Die Betreuungskosten sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich, im Speckgürtel um Berlin in der Regel recht hoch (gestaffelt nach Einkommen und Betrungszeit) Schliesszeiten kann jede Kita selbst festlegen. Bei uns im Ort verzichtet eine Kita weitestgehend drauf, andere haben Schließzeiten von 7-14 Tage am Stück. Es gibt je Bedarf 20-50 Betreungsstunden/Woche.. Bei uns ist nach 17 Uhr die Kita praktisch zu. Bekannte mit langem Arbeitsweg haben aber schon Mühe, die 50 Std einzuhalten.
Wo man einen Platz bekommt, ist Glückssache und so kann es eben auch vorkommen, dass Geschwister in unterschiedlichen Kitas sind.

Gerade im Speckgürtel ist in vielen Gemeinden der Zuzug aus Berlin so stark, dass die Kitas aus allen Nähten platzen. Diese Entwicklung wurde nicht gesehen oder ignoriert. Für neue Kitas fehlen Baugenehmigungen und/oder Geld.
Eine Elterninitiative fordert jetzt vom Brandenburger Landtag eine Vereinheitlichung der Regeln und Satzungen.

Was es dafür in unserer Kita gibt, sind engagierte Erzieher - Ausnahmen gibt es natürlich. So gibt es regelmäßig Ausflüge in den Wald, Besuche im Seniorenheim oder Besuche von den „Vorlese-Omis“. Es werden im Rahmen (seltener) kleiner Aufführungen z.B. zu Weihnachten, Lieder und Gedichte gelernt, über Bilder gesprochen, gebastelt. Zum Kinderfest kommt die Feuerwehr, letztens war die Polizei da und die Kinder konnten sich das Auto ansehen und alles erklären lassen.
Es gibt in der Kita einen „Oma und Opa Tag“ und im Frühjahr gab es um Himmelfahrt herum eine Einladung für die Väter, mit den Kindern Nistkästen zu basteln.

Das Klingt mir jetzt schon fast zu viel, es ist aber natürlich übers Jahr verteilt. Bei den größten, die im nächsten Jahr zur Schule kommen, gibt es jetzt (immer mehr) Vorbereitung auf die Schule.
Es wird wert auf persönliche Begrüßung und Verabschiedung gelegt und auf andere Dinge, die eigentlich normal sein sollten, wie Bitte und Danke.
Zum Übergroßen Teil wird aber das gemacht, was sich in diesem Alter meiner Meinung nach gehört: es wird gespielt! Es wird dabei natürlich auch gestritten und gezankt und es wird sich wieder vertragen.
Den Erziehern kann ich jedenfalls nur Dankbar sein!

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rjb26 01.10.2019, 12:57
11. die haben

ggf ja nicht solch idiotische Yuppie Eltern ie im dchlimmdzen Fall auch noch Juristen sinf wie im Westen, dann geht das und für die Kinder eher gut

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three-horses 01.10.2019, 15:08
12. In Erwartung.

Meine Frau war eine der Erzieherinnen der alte Zeit. Es war ziemlich schlecht bezahlt und 35 Kinder zu betreuen,
auch in die Natur hinaus, war eher so Standard als Ausnahme. Ist immer wütend wie gut die Erzieher bezahlt sind und über die immer weniger Leistung. Hier vor Ort sind schon 4 Kinder zu viel für die Damen. Ist wie in der Schule, nur weniger sind dazu geboren mit Kindern umzugehen. Ich selbst bin auch so eine Niete. Aber warum nicht, ist gut bezahlt, wenig bis keine Mühe, nur die Kinder, wenn man die weg bekommt, was für ein schönes Beruf könnte es dann sein.

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kika2012 01.10.2019, 17:44
13. SasX

OMG ein Traum. Hier war im Kiga um 16:30 Schluss (ab 7:30). Unmöglich, Vollzeit zu arbeiten. Jetzt in der Grundschule noch schlimmer (von 8-16). Ich kann das ohne privaten Babysitter gar nicht leisten. Aber das ist halt Deutschland. Meine ausländischen Kollegen sind jedes mal geschockt. .

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georgishukow 02.10.2019, 12:09
14. Bin voll bei ihnen!

Zitat von krumbi
ein sinnfreier Artikel! Nicht eine konkrete Aussage.
Fiel Geschwafel ohne Aussage! Kriegt der Mann Herr dafür Geld? Wenn ja,schade drum.

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dt73479939 02.10.2019, 15:33
15. Als Wessi im Osten

Im Westen war ich selber früher in der norddeutschen (Halbtags-)Kita. Natürlich hatte ich Vorbehalte wegen meiner Kinder in der Krippe.
Alles wie weggeblasen.
Im Westen existiert noch finsteres Mittelalter. Und dass sage ich nach vielen, vielen Gesprächen mit meinen Freunden, die im Westen sind und dort Kinder haben.
Unter König Kurt wurde versucht die drei K auch in Sachsen durchzusetzen. Zum Glück ohne Erfolg.
Ich bin sehr, sehr dankbar über die 40 Jahre Vorarbeit in Verbindung mit dem schwedischen Vorbild/Abschauen was hier entstanden ist.
Niemals (sic!) würde ich mein Kind mir der (imho völlig bekloppten) bayerischen Herdprämie zu Hause lassen. Warum? Ich kann meinem Kind in keiner Form das bieten, was in der Krippe/Kita dem Kind als Sozialisation geboten wird. Und jetzt komme mir bitte keiner mit Mutter-/Vaterliebe. Die bekommt das Kind auch außerhalb der Einrichtung.
Wie schon gesagt. Trotz "linker" Regierungen befindet sich der Westen bezogen auf Kinderbetreuung immer noch im finsteren Mittelalter - und das sage ich als Wessi.
Mein Dank gilt hier allen Müttern, die für den Erhalt der Einrichtungen gekämpft und gewonnen haben - trotz aller konservativen Widerstände in der rechten Politik

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anngret.vorbroecker 03.10.2019, 16:10
16.

Die Überschrift "zwischen Ost und West verläuft eine scharfe Grenze" ist mal wieder typisch. Dieses "Ost gegen West - Gerangel" heizt die Gemüter nur noch mehr auf. Statt gegeneiander sollten wir endlich mal miteinander. Von der rückschrittlichen DDR haben wir ja nun genug gelesen. Aber die DDR hatte auch gute Seiten u. ev. kann man auch davon lernen. Das wäre d. eigentliche Thema - die Kindergärten. Ich war eine ausgebildete Kindergärtnerin u. unsere Ausbildung war streng, aber gut. Es war ein Fachschulstudium u. abgesehen von dem "roten Faden" (ja, wir hatten auch ein Fach "Marxismus - Leninismus"), der sich durch die Ausbildung zog, waren wir gut gebildete u. geschulte Erzieherinnen, die sich ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewusst waren. Es war damals so selbstverständlich, dass Kindergarten - u. Krippenplätze für jedes Kind zur Verfügung stand. Es gab nicht diese Diskussionen wie heute, es gab keine Schliesszeiten in d. Ferien, ich weiss nicht mehr, wie viele Kinder auf eine Erzieherin kam, jedenfalls lag der Schlüssel damals auf alle Fälle höher.
Kann sein, dass es wegen dieser Vorgeschichte heute im Osten teilweise besser mit den "Kitas" läuft. Warum auch nicht. Die DDR bestand nicht nur aus Stasi, verfallenen Städten, duckmäusigen u. weinerlichen Menschen und und und. Ich kann es nicht mehr lesen. Hatte gedacht, das Thema "Ossi" u. "Wessi" hätten wir hinter uns gelassen. Warum schreibt eine so tolle Zeitung wie d. SPIEGEL (ich bin voller Hochachtung - das ist keine Häme) ständig über den Osten wie über einen (psychisch) Kranken, warum wollen die "Wessis" jetzt unbedingt herausfinden, was mit uns "Ossis" nicht stimmt und was damals schiefgelaufen ist. Es ist manchmal schon demütigend.

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Kerstin_E. 22.10.2019, 18:15
17. Überschrift

Seit wann liegt Hamburg im Osten?
Wir haben hier im U3-Bereich einen Personalschlüssel von 1 Erzieher auf 7,5 Kinder. Bei den über 3jährigen sind es 12,5 Kinder auf einen Erzieher.
Und tatsächlich hat ganz oft ein Erzieher in der Krippe 15 Flöhe allein zu hüten oder 25 über 3 jährige.
Gründe sind Personalmangel und Augenwischerei.

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g_bec 23.10.2019, 15:17
18. Hach ja.

Zitat von anngret.vorbroecker
Die Überschrift "zwischen Ost und West verläuft eine scharfe Grenze" ist mal wieder typisch. Dieses "Ost gegen West - Gerangel" heizt die Gemüter nur noch mehr auf. Statt gegeneiander sollten wir endlich mal miteinander. Von der rückschrittlichen DDR haben wir ja nun genug gelesen. Aber die DDR hatte auch gute Seiten u. ev. kann man auch davon lernen. Das wäre d. eigentliche Thema - die Kindergärten. Ich war eine ausgebildete Kindergärtnerin u. unsere Ausbildung war streng, aber gut. Es war ein Fachschulstudium u. abgesehen von dem "roten Faden" (ja, wir hatten auch ein Fach "Marxismus - Leninismus"), der sich durch die Ausbildung zog, waren wir gut gebildete u. geschulte Erzieherinnen, die sich ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewusst waren. Es war damals so selbstverständlich, dass Kindergarten - u. Krippenplätze für jedes Kind zur Verfügung stand. Es gab nicht diese Diskussionen wie heute, es gab keine Schliesszeiten in d. Ferien, ich weiss nicht mehr, wie viele Kinder auf eine Erzieherin kam, jedenfalls lag der Schlüssel damals auf alle Fälle höher. Kann sein, dass es wegen dieser Vorgeschichte heute im Osten teilweise besser mit den "Kitas" läuft. Warum auch nicht. Die DDR bestand nicht nur aus Stasi, verfallenen Städten, duckmäusigen u. weinerlichen Menschen und und und. Ich kann es nicht mehr lesen. Hatte gedacht, das Thema "Ossi" u. "Wessi" hätten wir hinter uns gelassen. Warum schreibt eine so tolle Zeitung wie d. SPIEGEL (ich bin voller Hochachtung - das ist keine Häme) ständig über den Osten wie über einen (psychisch) Kranken, warum wollen die "Wessis" jetzt unbedingt herausfinden, was mit uns "Ossis" nicht stimmt und was damals schiefgelaufen ist. Es ist manchmal schon demütigend.
Hach ja, wie romantisch war die Kindergartenzeit in der verflossenen DDR. So richtig nett mit Mund zu kleben, in der Ecke stehen, Kinder durchschütteln oder bloßstellen etc sowie strikten Plänen, von denen nicht ein My abgewichen wurde. Hat sich in Teilen auch heute noch erhalten, es gab da in unserer Gegend einige Vorfälle mit solchen "altgedienten" Kräften.
Ansonsten: Es hängt am Personal. Die (kommunale) Einrichtung in Thüringen mit altgedienten "Kindergärtnerinnen" war nicht nur deutlich teurer als die (kirchliche) in Bayern (gab da halt noch nichts anderes, mittlerweile ist diese Einrichtung aber auch kommunal), das Konzept in TH war auch noch eher an Bequemlichkeit der Angestellten orientiert als am Kindswohl.

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