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Kita-Krise in Berlin: "So schlimm war es noch nie"
Monika Skolimowska/dpa

Vor einem Jahr demonstrierten Tausende verzweifelte Eltern in der Hauptstadt für mehr Kindergartenplätze. Bis heute hat sich die Situation nicht verbessert - im Gegenteil.

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Preclare 26.04.2019, 08:12
1. So ist das ...

... mit einem grün, rot, roten Senat. Keine Schulen, keine Lehrer (gerade wieder gegen Verbeamtung gestimmt), keine Erzieher, keine bezahlbaren Wohnungen. Dafür eine neue Autobahn durch den Treptower Park und an jeder Ecke entstehen “exklusive Eigentumswohnungen” in der sich keine Kita die Miete leisten kann.

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tom2strong 26.04.2019, 08:18
2. Der kostenlose Kitaplatz

Irgendwann scheint es den Verantwortlichen in der Politik klargeworden zu sein, dass man Erzieher nicht herzaubern kann. Was macht man also in der Causa Kita um die Situation für viele Eltern zu verbessern und das dann als Erfolg zu verkaufen? Man macht Kitas (fast) kostenfrei. Was jedoch nützt der kostenfreie Kitaplatz, wenn er nicht existiert?

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unglaeubig 26.04.2019, 08:20
3. Wie oberflächlich...

Ich habe selber ein 2 Monate altes Kind und stehe in Berlin vor dem selben Problem. De facto ist es z.B. unmöglich einen Kita-Platz zu einem anderen Termin als im August zu bekommen, wo wegen der Einschulung Plätze frei werden. Da muss das Kind dann aber schon maßgerecht im Juli geboren werden, damit man die 14 Monate incl. Eingewöhnung mit Elternzeit überbrücken kann, sonst wird‘s teuer mit dem unbezahlten Urlaub. Das funktioniert natürlich alles hinten und vorne nicht (wie so vieles in der Hauptstadt des erfolgreichsten Landes der EU, Stichworte: Nahverkehr, Flughafen, Wohnungsmarkt).
Trotzdem ist es für ein Leitmedium wie SPON schon sehr oberflächlich, diese Kita-Situation an einem einzigen Beispiel, wo ja sogar noch alles gut gehen kann, darzustellen. Kann man machen, aber ein Artikel, der auch auf einem Gespräch mit 'ner Freundin am Kaffeetisch basieren könnte, hat nicht die journalistische Qualität und Tiefe, die ich mir von einem Top-Artikel bei SPON wünschen würde.

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DerAndereBarde 26.04.2019, 08:38
4. Absurde Zustände

Hinzu kommt, dass die Berliner Jugendämter den Gutschein, der für die Bewerbung bei einer Kita Voraussetzung ist, nur gegen Vorlage einer Meldebescheinigung ausstellen. Wer nach Berlin zieht, kann also am Wartelistenpoker gar nicht teilnehmen. Eine nahezu unüberwindbare Hürde. Meine Frau, selbst Erzieherin, hat das durch kreative Erpressung gelöst: Annahme eines Jobangebots nur gegen zwei Plätze für die eigenen Kinder. Andere gucken in die Röhre, Prenzelberg oder nicht.

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offonline 26.04.2019, 08:39
5. Es sollte generell mehr KITA Plätze geben,

vor allem sollte es mehr SPON Berichte über das Totalversagen der beteiligten POLITIK an diesem Dielemma geben!

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kraut&ruebe 26.04.2019, 08:42
6. Elections have consequences

Nicht-existente Kita-Plätze werden kostenfrei angeboten. Das ist schon genial von RRG, vielleicht nicht ganz so von deren Wählern. Aber in Berlin darf die SPD ja auch seit 23 Jahren den Schulsenator stellen, anscheinend sind die Verhältnisse so gewollt.

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liberaleroekonom 26.04.2019, 08:51
7. Falsche rot-rot-grüne Politik trägt nicht zur Lösung von Problemen bei

Wem aus ideologischen Gründen nahezu kostenlose Kita-Plätze wichtiger sind als sich erst einmal um ausreichende Quantität und hinreichende Qualität zu kümmern, darf sich über der derartige Zustände eigentlich nicht wundern.
Mit falschen Lösungsvorschlägen (kostenlos wichtiger als Quantität/Qualität) durch die Politik des Berliner Senats werden die Probleme im Kita-Bereich nicht besser sondern schlimmer. Aber das kennt man ja bereits aus anderen Bereichen (Stichwort: Wohnungsmarkt).

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stefan1904 26.04.2019, 08:53
8. Erzieher müssen genauso viel verdienen wie Grundschullehrer

Der Beruf des Erziehers muss akademisiert werden. Jemand, der Soziale Arbeit studiert und danach als Street Worker arbeitet verdient deutlich mehr als ein Erzieher. Ähnliches gilt für Grundschullehrer. Die jungen Menschen entscheiden sich nach der Schule immer öfter für ein Studium und gegen eine Ausbildung. Angesichts von steigenden Mieten und stagnierenden Löhnen sicher nicht die dümmste Entscheidung.

Kurzfristig könnte es helfen Rentner zu ehrenamtlichen Engagement in KITAs zu ermutigen, indem man ihnen die Steuern auf ihre Rente erlässt oder diese staatlich bezuschusst wenn sie ehrenamtliches Engagement nachweisen können.

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Das Pferd 26.04.2019, 08:54
9.

Zitat von Preclare
... mit einem grün, rot, roten Senat. Keine Schulen, keine Lehrer (gerade wieder gegen Verbeamtung gestimmt), keine Erzieher, keine bezahlbaren Wohnungen. Dafür eine neue Autobahn durch den Treptower Park und an jeder Ecke entstehen “exklusive Eigentumswohnungen” in der sich keine Kita die Miete leisten kann.
Die A100-Planung führt nicht durch den Treptower Park, sondern an diesem vorbei. Und das auch erst im nächsten Bauabschnitt, der beim derzeitigen Wahlverhalten der Berliner praktisch ausgeschlossen ist.

Daß der Müller Senat nichts vernünftiges auf die Reihe bekommt stimmt aber.

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