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KMK-Chef Dorgerloh: "Wenn das Elternhaus ausfällt, müssen Schulen Anregungen bieten"
DPA

Sozial abgehängte Kinder sind die größte Herausforderung für die Bildungspolitik. Sozialdemokraten wie KMK-Chef Stephan Dorgerloh setzten darum auf staatliche Erziehung, weil die Familie vielerorts versagt. Im Interview erklärt er, warum die größten Sorgenkinder in der ostdeutschen Provinz leben.

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klaus meucht 11.11.2013, 15:24
10. Schule kein Gefängnis

Zitat von malhinterfragt
Was kommen wird ist klar: wegen ein paar Prozent Problemkindern wird bald versucht werden, alle (!) Kinder in Ganztagshaft zu zwingen.
Schule = Haft? Antwortet hier jemand aus einer bildungsfernen Schicht?

Es wird weiterhin verschiedene Schulformen geben, und man kann Schulen auch so organisieren dass die Hausaufgabenhilfe nur für die schlechten Schüler verpflichtend sind.
In Frankreich, Schweden, Norwegen und anderen Länder mit überwiegend Ganztagsschulen laufen nicht nur Psychopaten herum.
Viele Schulen haben heute schon eine Ganztagsbetreuung, weil viele Eltern tagsüber arbeiten.

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boeseHelene 11.11.2013, 15:25
11.

Zitat von malhinterfragt
Eltern sind das Beste für Kinder, Freizeit und Freunde sind essentiell. "Schockierend dumm" ist nur, wer als Bildungspaniksopfer glaubt, dass ALLE Kinder von Ganztagsverwahrung profitieren. Das Gegenteil ist der Fall. In Ganztagskontrolle verkümmern Kreativität und Selbstfindung!
Eltern arbeiten meistens tagsüber wenn die Kinder in der Schule sind, Freunde besuchen oft die selbe Schule. Und Vereine können mit der Schule zusammenarbeiten. Eine gute Ganztagsschule ist keine Verwahranstalt sondern hat ein Konzept, dass die Kinder beschäftigt und sie nicht überfordert. Und so manch überehrgeizige Eltern schaden ihren Kinder mehr als die Ganztagsschule es je könnte.

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Schäfer 11.11.2013, 15:38
12. Schuldauer nach Leistung

Zitat von sysop
Sozial abgehängte Kinder sind die größte Herausforderung für die Bildungspolitik. Sozialdemokraten wie KMK-Chef Stephan Dorgerloh setzten darum auf staatliche Erziehung, weil die Familie vielerorts versagt. Im Interview erklärt er, warum die größten Sorgenkinder in der ostdeutschen Provinz leben.
Man könnte den Nachmittagsunterricht so gestalten, dass Bildungsinhalte vertieft werden. Wenn man dann Schüler mit Durchschnittsnote 1 um 13:00 Uhr nach hause gehen lässt und entsprechend solche mit Durchschnittsnote 6 um 18:00, ist allen geholfen.

Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass die Schule neben der Bildung noch weitere Aufträge (Soziales etc.) hat.

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MDen 11.11.2013, 16:53
13. Das Überl mal bei der Wurzel packen

Das Grundübel wird auch hier in den Beiträgen erkennbar: Schule, Lehrer, Pädagogen und Bildung haben generell einen schlechten Ruf. Übliche Grundeinstellung: Während Éltern und Erwachsene überhaupt anscheinend von Natur aus Bildungs- und Erziehungsexperten sind, schafft man es bei den Lehrern und Pädagogen, diesen natürlichen Instinkt durch Fachkenntnisse so zu vernichten, dass am Ende mehr oder weniger ungeeignete Fachidioten erschaffen wurden. Zweite Konsequenz: Bildung hat kaum einen wirklichen Stellenwert. Es wird zwar viel über unser Bildungssystem geredet, und gerne wird herumreformiert. Aber immer mit dem Ziel, eher weniger als mehr Geld in die Bildung zu investieren. Und ein Letztes: Wenn wir Schule als unangenehme Unterbrechung der Freizeit von Kindern verstehen, wenn Lernen nicht als interessante Arbeit (!), sondern allenfalls akzeptiert wird, wenn es als Spiel verkleidet daherkommt, dann ist schon der der falsche Weg eingeschlagen worden. Wirklich erfolgreiche Menschen haben Erfolg, weil sie bereit sind, sich in eine Aufgabe wirklich hineinzuknieen und sich anzustrengen. Und das leben immer weniger Eltern ihren Kindern heute vor.

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Blaue Fee 11.11.2013, 17:51
14. Ana, Lernstoffzentrierung nicht erwünscht.

Ist dem tatsächlich so?

Wieso sollten die Eltern etwas dagegen haben, wenn die Kinder Lernstoff vermittelt bekommen?
Wieso sollten die Lehrerverbände etwas dagegen haben, wenn sich ihre Mitglieder wieder aufs Wesentliche konzentrieren können?

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mindcrime 11.11.2013, 18:27
15. Zumindest

in BW stimmt diese Aussage nicht:

"Es ist doch fragwürdig, dass der Hauptschullehrer fachlich und didaktisch weniger gut ausgebildet wird als der Gymnasiallehrer."

Die Päd. Hochschulen vermitteln zwar weniger fachwissenschaftliche Inhalte der jeweils studierten Fächer, jedoch deutlich mehr Didaktik als die Universitäten, an denen hier die Ausbildung der Gymnasiallehrer durchgeführt wird.

Tatsache ist jedoch, dass Grund- und Hauptschullehrer weniger verdienen - ein Unding, weil bei jüngeren Schülern meiner Meinung nach deutlich mehr falsch gemacht werden kann als in der Oberstufe...

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Blaue Fee 11.11.2013, 18:31
16.

Zitat von klaus meucht
Die von der Leyen hätte auch ohne Kindergeld ihre vielen Sprösslinge bekommen. Ich bin aber erstaunt welches Menschenbild hier verbreitet wird.
Sie würden eine Arztfamilie als bildungsfern bezeichnen?

Es wäre bestimmt nicht falsch sich Singapore als Vorbild für eine sinnvolle Familienpolitik zu nehmen.

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Blaue Fee 11.11.2013, 18:33
17.

Zitat von malhinterfragt
Eltern sind das Beste für Kinder, Freizeit und Freunde sind essentiell. "Schockierend dumm" ist nur, wer als Bildungspaniksopfer glaubt, dass ALLE Kinder von Ganztagsverwahrung profitieren. Das Gegenteil ist der Fall. In Ganztagskontrolle verkümmern Kreativität und Selbstfindung!
Sie haben eine komische Vorstellung wie gute Ganztagsschulen funktionieren.
Gerade am Nachmittag wird Kreativität gefördert.

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twaddi 11.11.2013, 19:51
18. malhinterfragt

Wiederholung macht bornierte Aussagen nicht wahrer.

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hjm 11.11.2013, 21:03
19.

Zitat von Blaue Fee
Sie haben eine komische Vorstellung wie gute Ganztagsschulen funktionieren. Gerade am Nachmittag wird Kreativität gefördert.
Also, in meiner Schule wurde Kreativität vor allem am Vormittag gefördert. Zum Beispiel im Mathematikunterricht beim Beweisen von Sätzen, oder im Geschichtsunterricht beim Erkennen von historischen Zusammenhängen. (Letzteres war nicht so mein Ding, ersteres dafür umso mehr.)

Aber was die aktuelle Situation an deutschen Schulen betrifft, haben Sie durchaus recht: Unter „Kreativtät“ versteht man eher sowas wie Ausdruckstanz oder das Bemalen der Schulaula am Nachmittag. Wobei ich nichts gegen derlei Aktivitäten habe. Nur dagegen, „Kreativität“ synonym zu „geistig anspruchslose Tätigkeit“ und antonym zu „Fachunterricht“ zu verwenden, wie es derzeit üblich ist.

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