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Kommentar: Neuer Verteilungsplan, altes Problem
DPA

Die Kultusminister haben sich auf neue Zugangsregeln für das Medizinstudium geeinigt. Künftig soll die Wartezeit kein entscheidendes Kriterium mehr sein. Klingt gut, löst aber nicht das grundlegende Problem.

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DogHoliday1 11.12.2018, 19:58
50. Wie Sie schon sagten...

Zitat von sushifighter
Wenn ich mir die Statistiken ansehe (1992: 251.900 Ärzte; 2017: 385.100 Ärzte ==> +53 %) mit der Bevölkerungszahl ansehe (1992: 80,97 Mill. Einwohner; 2017: 82,79 Mill. Einwohner ==> +2,25 %), dann wage ich die These, dass es ausreichend Ärzte in Deutschland gibt! Ich denke, dass sehr viele ein Medizinstudium anfangen primär mit der Aussicht auf ein hohes Einkommen. Menschen zu helfen ist ein sekundäres Ziel. Unterstelle ich mal vielen. Die Arztdichte (niedergelassene Ärzte) ist in Deutschland weltweit sehr hoch. Auch bei Besuchen von Arztpraxen in den letzten Jahren habe ich mich eigentlich immer wieder gefragt, wo den die ganzen Patienten sind (ich war [außer beim Allgemeinarzt während der jährlichen Erkältungshochphase] mit der einzige Patient in den Wartezimmern). Naja ist jetzt ein subjektives Empfinden. Bei Besuchen in Krankenhäusern sah das wieder etwas anders aus. Ob ein Medizinstudium "schwer" ist, kann ich nicht beurteilen, jedoch wurde in einigen SPON-Artikeln darauf hingewisen, dass kaum ein Anfänger hinschmeißt und nahezu alle bis zum Ende durchhalten.
ein rein subjektives Empfinden - denn Ahnung steckt hinter Ihrer Aussage überhaupt nicht.
Und bar jeglicher Ahnung einfach mal die These raus zu hauen, daß viele ihr Medizinstudium anfangen mit der Aussicht auf ein hohes Einkommen spricht für sich. Als Arzt kenne ich naturgemäß viel viel mehr Ärzte als Sie und habe jetzt keinen einzigen vor Augen, den die Aussicht auf ein hohes Einkommen zur Aufnahme des Studiums gebracht hätte. Alle (mich eingeschlossen) hat die Aussicht auf Ausübung des unseres Erachtens interessantesten Berufs dazu geführt.
Sollte für einen potentiellen Studienanfänger tatsächlich der Wunsch nach möglichst hohem Verdienst die Triebkraft sein, wäre er besser beraten, einen anderen Beruf zu ergreifen - und das wissen die potentiellen Kollegen schon längst.
Wie das mit der Statistik so ist, macht sich differenziertes Denken immer gut. Mal abgesehen, daß dasArbeitsaufkommen pro Patient enorm gestiegen ist, füllten 1992 nahezu alle Ärzte komplette Stellen aus (bzw. Überstunden ohne Ende, die natürlich im Gegenatz zur Pflege, wo jede 5 Minuten als Über''stunden'' notiert wurden, für Ärzte weder bezahlt noch in frei abgegolten),. Heute ist die Medizin weiblich, d. h., viele Kolleginnen haben 1/2 oder 1/4-Stellen.
4x 1/4- Stelle eine ganze Stelle. Eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen, oder? Und die leerenWartezimmer, die zeigen Sie uns doch mal. Ich denke, alle Mitlesenden wissen, daß dies nicht richtig ist.

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