Forum: Leben und Lernen
Kompetenzen von Viertklässlern: "Nicht die Kinder sind das Problem, sondern das Bildu
DPA

Das Leistungsniveau von Viertklässlern hat sich verschlechtert, gleichzeitig ist der Anteil der Förder- und Zuwanderkinder gestiegen. Gibt es einen Zusammenhang? Antworten von der Leiterin des Vergleichstests.

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hoeffertobias 14.10.2017, 08:27
60. Sehr gut auf den Punkt gebracht!

Zitat von horst1109
deshalb werden die Lehrer auch immer mehr auf Vielfalt und Inklusive eingestimmt. Strenge, stringente Pläne, Ordnung, lehrgangsorientierter Unterricht gelten als verpönt. In den Köpfen dieser Lehrerausbilder gibt es nur "Lernchancen" und "selbstgesteuerte Lernprozesse", die aufgrund der Unterschiedlichkeit der "Lernenden" besonders günstige Voraussetzungen schafft. Kinder, die aus fernen Ländern zu uns kommen und kein Wort Deutsch sprechen, werden in die 5. Klasse eines NRW Gymnasiums aufgenommen, weil sie die Klassen kulturell bereichern. Intelligente Kinder werden geschlagen, die Schläger verwahrt und in Schutz genommen, "eine Klassengemeinschaft muss das aushalten". Egal wie viel Geld man in die Schulen steckt, es wird sich unter diesen ideologischen Voraussetzungen nichts verbessern. Selbst wenn doppelt so viele Lehrer eingestellt werden und noch so viele Computer in Schulen installiert werden, so wird der Erfolg in der Umsetzung ausbleiben, denn Schüler können mit dem Konzept des selbstgesteuerten Lernens nichts anfangen. In Unterrichtsprojekten lässt man die Lehrer Versuche auf Kosten der Schülerinnen und Schüler machen, weil sich niemand mehr traut Mindeststandards zu fordern, statt dessen füllen leere Worthülsen die Lehrpläne. "Kurze Beine, kurze Wege", "Fordern und Fördern", "Wir lassen keinen zurück", "mehr Geld für die Schulen", "Bildungsgerechtigkeit", sind abgedroschene Phrasen, die Eltern beruhigen sollen. Dieser Mist der linken Bildungsmacher offenbart sich besonders in den linken Hochburgen, Berlin und Bremen. Fünfzig Jahre linke Bildungspolitik haben auch NRW zu einem Bildungsverlierer gemacht. Am Sonntag haben die Wähler in Niedersachsen die Möglichkeit, die Experimente zu beenden, es wird aber daran festgehalten, da man sich an diese Form der leistungslosen Hängematte gewöhnt hat.
Im übrigen kann ich das Lob bezüglich der Hamburger Schulen nicht einmal im Ansatz nachvollziehen. Vor 3 Jahren, waren wir mit unserer Weigerung, Hamburger Schüler zu Vorstellungsgesprächen einzuladen, fast alleine. Mittlerweile sind diverse Unternehmen nachgezogen, wohlgemerkt Hamburger Unternehmen!

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toc-ra 14.10.2017, 08:34
61. Lehrer sind Schuld

Ich habe 27 Schüler in der 8. Klasse. In der Klasse befinden sich 3 Schüler die kein Deutsch sprechen und 5 Förderschüler. Von den verbleibenden 19 Schülern haben 17 einen Immigrationenshimtergrund und beherrschen die deutsche Sprache auch nicht wirklich. Es bleibt mir ein Rätsel, wie man in 4 mal 45 Minuten in der Woche diese Gruppe Deutsch bei bringen soll. Mehr Deutsch Stunden gibt es nicht.

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hotgorn 14.10.2017, 09:07
62.

Zitat von andiommsen
Im Freundeskreis wird über die Förderschule und deren Schüler geschimpft und gelästert. Dass aber das eigene Kind bei der Förderschule auf der Liste steht und in der Grundschule gefördert wurde konnte 1.) erfolgreich verdrängt werden oder aber 2.) man hat es dem Elternteil nicht erzählt weil der zweite Elternteil immer zum Sprechtag geht und sich schämt ....
Wie sieht es Materiell für das Kind aus wenn das Kind die Förderschule verlässt und durch das Stigmata keine Arbeit findet. Ich komme aus einem konservativen Elternhaus das hat mir in vielen Bereichen geschadet aber in machen Bereichen auch Vorteile gebracht aber auf eine Förderschule hätten mich meine konservativen Eltern nie, weil es mir besser gehen sollte als anno 1950.

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fördeanwohner 14.10.2017, 09:08
63. -

Zitat von brucewillisdoesit
Weil der "gesunde Menschenverstand" eben nicht recht hat. Die Annahme je kleiner die Klasse umso höher Leistung ist schlichtweg falsch, auch wenn sie noch so oft wiederholt wird. So deuten u.a. Ergebnisse darauf hin, daß die optimale Klassengröße bei ca. 25 Schülern liegt, u.a. weil hier auch gruppendynamische Prozesse mit hineinspielen. Davon mal abgesehen daß eine class size 1 absolut nicht bezahlbar ist. ...
Ganz ehrlich, ich habe leider (für Sie) über 20 Jahre Erfahrung. Und wennn Sie mir nicht glauben, dann glauben Sie jedenfalls Schüleraussagen.
Wir sprechen hier nicht von einem Schüler-Lehrer-Verhältnis von 1:1, ja, nicht einmal von 10.1, weil das tatsächlich nicht zu finanzieren ist.
Aber 25 ist bereits zu groß. Dass das sogar die BIldungsexperten und Politiker erkannt haben, sieht man daran, dass Inklusionsklassen ja nur 20 SuS aufweisen, jedenfalls in meinem Bundesland.
Ich denke einige Menschen haben immer nur brave Gymnasialklassen vor Augen, die dann eben auch mit 33 Kids ruhig und leistungsstark sein können. Mit 20 wäre das aber ebenso.
Aber heterogene Klassen (Leistungsniveau) mit zwei-drei verhaltensauffälligen Kindern und zwei-drei Kindern mit anderen Problemen sind sehr dankbar (nicht die Lehrkräfte!), wenn sie nicht mit 25 in einen Raum gequetscht werden. Und das finden wir eben an den Grundschulen sowie an Gemeinschafts-/Gesamt-/Stadteilschulen vor.

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Vorzeichen 14.10.2017, 09:41
64. Früher war es auch nicht besser

Zitat von Miere
dass man zu seiner Zeit noch ordentlich rechnen gelernt habe, während die Leute aus meiner Generation ohne Taschenrechner hilflos seien und schon mit Dreisatz oder Logarithmentabelle Probleme hätten. (Da hat er recht.)
Hat er nicht. Fragen Sie Ihren Vater mal, ob er überhaupt sagen kann, was ein Logarithmus ist. Kann er garantiert nicht. Und er wird auch nicht erklären können, warum man mit Logarithmentabellen umgehen können muss. Nur, weil er so etwas in der Schule hatte?

Ich bin auch nicht einverstanden mit dem Lehrplan im Fach Mathematik. Aber das liegt bestimmt nicht am schriftlichen Wurzelziehen oder an Logarithmentabellen.

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rambazamba1968 14.10.2017, 09:59
65. die Politik

wo ist eigentlich die Politik in dieser Diskussion. Ganz ehrlich. Ich erwarte nach so einem desaströsen Ergebnis, dass die Politik am Montag einen runden Tisch eröffnet und Konsequenzen zieht.
Und die Konsequenz kann nur sein. Milliarden in die Bildung zu investieren, am besten morgen, mehr Lehrer und jeder Baustein in der Bildung wird umgedreht und hinterfragt.
Stattdessen muss ich mir bei jeder beschi... Wahl anhören, wir müssen mehr für Bildung machen. Dann los. Es wird Zeit. Ich höre mir diesen Mist seit Jahrzehnten an und die Schulen sind marode, wir haben seit Jahrzehnten zu wenig Lehrer und die Schüler werden immer schlechter statt besser.
Ach nein, unsere Politik zerbricht den Kopf wie wir unsere Lobbyisten befrieden können und dann hat man keine Zeit mehr für unsere Kinder. Es ist zum .....

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tharimar 14.10.2017, 10:03
66. Programmieren?

Zitat von mali123
Schon zu meiner Zeit hatten wir Rechner. Wir hatten nur keine Lehrer, die damit wirklich umgehen konnten, geschweige denn programmieren.
Ich weiß ja nicht, wann Ihre Zeit war. Aber ich mich würde mal interessieren, warum ein Lehrer programmieren können muss. Wenn er das denn könnte, wäre er Programmierer, aber nicht Lehrer.
Um überhaupt programmieren zu können, muss man außerdem erst einmal die Grundlagen beherrschen - sprich lesen (verstehend), schreiben und übers Rechnen Mathematik.

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dö-dudl-dö 14.10.2017, 10:11
67.

Zitat von zahnrad27711
Was ich seit Jahren nicht verstehe; Was macht das Geld mit den Lehrern und Schülern, dass die Lernergebnisse besser werden? Wenn die Leute Entlohnung eines Lehrers um 200€ pro Monat steigt, dann bringt er seine vorher zurückgehaltenen didaktischen Fähigkeiten in den Unterricht ein? Und der Schüler wird ab dem Tag, an dem das "Schulklo" frisch gestrichen worden ist, seine Hausaufgaben jeden Tag ohne zu murren erledigen? Es tut mir leid, es erschließt sich mir immer noch nicht...
Das ist schade... Vielleicht kann ich behilflich sein: Der wirtschaftlich denkende Mensch geht arbeiten, weil er ein Tauschgeschäft macht -seines Arbeitskraft und Wissen gegen Geld. Wird dieses Tauschgeschäft nun aufgrund zu geringer Entlohnung als schlecht/zu gering empfunden, wird der ökonomisch denkende Mensch wohl seinen Anteil am Tausch bestenfalls nur reduzieren, um in eine subjektiv wahrgenommene Gleichgewichtssituation zu kommen. Geld ist im Bereich Arbeitswesen durchaus ein Motivator.
Ebenso ist es erwiesen, dass Menschen Dinge, die neu sind oder gut in Schuss, pfleglicher behandeln. Nun sehen die meisten Schulen von innen beschossen aus. Dementsprechend handeln die Schüler...
Sie sehen, Geld ist im Bereich Schulwesen ein wichtiger Faktor. Und eins der reichsten Länder auf diesem Planeten spart im Bildungswesen geradezu wie ein Weltmeister. Das Bildungsdesaster kündigte sich seit Jahren an!

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ansv 14.10.2017, 10:15
68.

Zitat von rambazamba1968
Der Abschluss der Kinder hängt zum großen Teil von den Eltern ab. Und das ist ein ARMUTSZEUGNIS für unser Bildungssystem. Wir missachten seit Jahrzehnten, dass es ein Recht für gleiche Bildungschancen gibt.
"Das System" ist doch nicht der einzige Einfluss, der hier wirkt. Ob ein Kind an die Uni geht hängt auch in großem Maß von der Haltung der Eltern ab. Wie viele Handwerkereltern kennen Sie, die ihren Kindern ein "selbstverständlich ist das Ingenieursstudium Dein Weg" vermitteln?

Mir hat kein Lehrer gesagt, ich müsse Abitur machen - aber für meine Mutter war das immer klar. "Damit die Kinder später alle Möglichkeiten haben". Also haben wir uns hingesetzt und gelernt. Das allerdings ist heute noch so: Geschenkt bekommt man nichts im Leben.

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rambazamba1968 14.10.2017, 10:32
69. Erwartung

Zitat von ansv
"Das System" ist doch nicht der einzige Einfluss, der hier wirkt. Ob ein Kind an die Uni geht hängt auch in großem Maß von der Haltung der Eltern ab. Wie viele Handwerkereltern kennen Sie, die ihren Kindern ein "selbstverständlich ist das Ingenieursstudium Dein Weg" vermitteln? Mir hat kein Lehrer gesagt, ich müsse Abitur machen - aber für meine Mutter war das immer klar. "Damit die Kinder später alle Möglichkeiten haben". Also haben wir uns hingesetzt und gelernt. Das allerdings ist heute noch so: Geschenkt bekommt man nichts im Leben.
Ich erwarte von einem Bildungssystem, dass allen Kindern die Möglichkeit bietet am Ende eine Ausbildung oder eine akademische Laufbahn einzuschlagen und dies unabhängig der Herkunft.
Das Kind kann nichts dafür, dass es nach sechs Jahren in Deutschland bereits abgehängt ist, weil überspitzt gesagt, es bei der türkischen Oma aufgewachsen ist. Und dann muss ein Bildungssystem reagieren und die KITA zur Pflicht machen, damit auch diese Kinder die Sprache Deutsch von früh auf an erlernen.

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