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Konflikt um Bafög-Reform: SPD stellt sich gegen Unions-Pläne
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Wenn's um's Geld geht: SPD und Union wollen das Bafög erhöhen. Doch die Koalitionspartner können sich nicht einigen, wer das bezahlen soll - Bund und Länder oder nur der Bund? Die Sozialdemokraten haben ihre Haltung jetzt in einem Beschluss festgeschrieben.

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einwerfer 03.02.2014, 18:31
1. Warum eigentlich

soll der Bund, der in der Bildung nichts zu sagen hat (dank Müntefehring, Stoiber und Co.) das BAFöG zahlen ? Wenn die Länder in der Bildungspolitik autonom sein wollen, dann sollen sie das auch mal schön autonom finanzieren.

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stewie_griffin 03.02.2014, 19:14
2. Reiche Eltern für alle!

Durch den Bologna-Prozess und der damit verbundenen Umstellung auf Bachelor/Master ist die Hochschule als Institution zu einem Filter- und Reproduktionsmechanismus einer wohlhabenden Mittel- und Oberschicht geworden: Als Kind von sozial schwächeren Eltern ist man an deutschen Unis so gut wie erledigt. Der BAFÖG-Satz ist angesichts der wuchernden Miet- und Lebenspreise in Städten wie Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt ein Witz (man bekommt max. 244 € / Monat für die Unterkunft). Dazu kommt, dass das Angebot an studentischen Unterkünften massiv zurückgegangen ist. Es bleiben den Studenten oft nur teure Wohnungen, häufig auch nur vom Makler. Und wer bekommt solche Wohnungen? Papis kleines Blondchen mit der goldenen Kreditkarte oder doch die Arbeiter-Kinder-WG? Die Wohnungssuche ist somit häufig schon der erste Filter, der sozial schwächere Kinder effektiv davon abhält, ein Studium aufnehmen zu können. Die eigentliche Schweinerei ist aber nicht der Wohnungsmarkt. Die eigentliche Sauerei ist die Regelstudienzeit (beim Grundstudium Bachelor idR 6 Semester = 3 Jahre). Diese legt fest, dass ein Studium in einer bestimmten Zeit beendet werden muss. Man hat zwar die Möglichkeit zu verlängern, jedoch erlischt mit der Regelstudienzeit der BAFÖG-Anspruch des Studierenden. Kinder wohlhabender Eltern können es sich so leisten, 1-2 Semester länger zu studieren. BAFÖG-Empfänger müssen hingegen häufig kurz vor dem Ziel abbrechen. Für sozial schwache Familien ist es einfach unmöglich, ihr Kind in so einem Fall mit 800 - 1000 € im Monat zu unterstützen. Diese Studenten sind ohnehin häufig Nebenjobber. Man arbeitet auf 450€ Basis nebenher, um sich das Studium zu finanzieren, weil das BAFÖG niemals reicht. Darunter leidet das Studium, für das immer weniger Zeit bleibt. Ganz zu schweigen von gesellschaftlichem oder politischem Engagement: Dafür bleibt einfach keine Zeit. Was zurückbleibt, sind Hörsäle voller panischer Studenten, die Angst haben, durch die nächste Klausur zu fallen, da sonst eventuell die Regelstudienzeit verlängert werden muss. Für Einige das Ende der Träume von Studium und Karriere. Das Bafög muss länger gezahlt und unbedingt den Lebensrealitäten entsprechend erhöht werden. Zur Zeit beträgt dieser (ohne Krankenkasse) 597€. Davon soll ein Student monatlich seine Wohnung, sein Essen, seine Bücher, seine Klamotten bezahlen?! Es ist evident, dass Kindern aus sozial schwachen Familien so der effektive Zugang zur Hochschulbildung und somit zu gleichen Chancen auf dem späteren Arbeitsmarkt verwehrt wird. Gesellschaftliche Schichten können sich auf diese Weise reproduzieren. Das ist skandalös und einer Bildungsrepublik im 21. Jhd. nicht würdig. Daher fordert Stewie Griffin: REICHE ELTERN FÜR ALLE!

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romanpg 03.02.2014, 19:42
3.

nicht jeder, der kein Bafög erhält hat reiche Eltern. Ich hab zwei Geschwister und wir studieren alle in verschiedenen Städten und keinen Anspruch auf Bafög, obwohl unsere Eltern uns nicht annähernd soviel unterhalt zahlen können, wie viele unserer Komolitionen an Bafög erhalten. Als Konsequenz musste jeder von uns einen KfW Kredit aufnehmen und ist jetzt, mit Anfang 20 mit ca. 30t€ verschuldet und müssen diese voll zurück zahlen. Warum? Bafög für alle!!

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cosmoschaos 03.02.2014, 19:52
4. BAFÖG besser verwalten

Aus mehreren Artikeln in der Vergangenheit gewinnt man den Eindruck, daß die BAFÖG-Rückzahlungen nicht sehr genau kontrolliert und eingefordert werden.
gibt es da nicht ein vielleicht auch geringes Einsparpotenzial?
Im übrigen muß BAFÖG nicht so konzipiert werden, daß alle Kosten abgedeckt werden müssen.

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jber 03.02.2014, 19:59
5. Komolitionen?

Muhahaha. Sic est.

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Urzweck 03.02.2014, 21:17
6. Bäfog hoch genug

Ich habe den Artikel nicht gelesen.

Ich hatte Ende der Neunziger selbst den Höchstsatz bekommen. Der war damals schon zu hoch. Heute ist er noch stärker zu hoch. Ein Student muss sich nicht jeden Abend ein Bier in einer Bar leisten können. Wenn er es will, soll er arbeiten gehen! Wenn er in einer Schickimickistadt studieren will, in der es hohe Mieten zu bezahlen gilt, soll er ebenfalls arbeiten. Im Osten gibt es günstigen Wohnraum und gute Unis. Das hat mir gereicht, das soll auch den heutigen Studenten als Grundausstattung reichen!

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stewie_griffin 03.02.2014, 21:52
7. Bafög nicht hoch genug!

@Urzweck: Du sagst nichts anderes als "kannste dir nicht leisten, dann geh arbeiten (obwohl vollzeitstudent) oder in osten" - genau dagegen richtet sich die kritik. wenn ich arbeite, leidet mein studium. geh ich in osten, werd ich (als) migrant einen kopf kürzer. in leipzig schwadronieren schon neonazis und haben als ihr neues hobby die jagd auf ausländer wiederentdeckt. die unis sind da nicht annähernd so gut aufgestellt wie im westen, ganz zu schweigen von deren ruf auf dem arbeitsmarkt. so einfach, wie du dir die welt denkst, ist sie deswegen noch lange nicht. warum werden denn ständig die hartz 4 regelsätze angepasst? kann man die nicht auch alle in den osten schicken?!

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zaktb77 03.02.2014, 22:10
8. Der Bund sollte zahlen weil,...

Zitat von einwerfer
soll der Bund, der in der Bildung nichts zu sagen hat (dank Müntefehring, Stoiber und Co.) das BAFöG zahlen ? Wenn die Länder in der Bildungspolitik autonom sein wollen, dann sollen sie das auch mal schön autonom finanzieren.
Der Bund sollte zahlen, weil es BundesAusbildungsFörderungsGesetz heist. Und das sollte der Bund meiner Meinung nach 100% zahlen und nicht 65%. Oder es sollte halt pro Land Ausbildungsförderungsgesetze geben, dann halt nicht unbedingt bundeseinheitliche Niveaus.
Aber das ganze ist ja auch nicht Bildungspolitik, sondern Sozialpolitik (SGB).

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nr.42 03.02.2014, 23:21
9.

Ich bin voll dafuer, dass wir das ganze Bafoeg-System schlicht und ergreifend entsorgen sollen, da es voellig ungerecht ist. Ich studiere auch, meine Eltern sind nicht reich und dennoch habe ich laut dem Amt auf das Recht auf eine Foerderung von ca. 200 Euro im Monat. Das ist bei mir die HAELFTE meiner Miete hier in FFM und ich lebe in keiner Luxuswohnung. WG's kommen bei vielen meinen Kommilitonen auf eine aehnliche oder gar hoehere Summe. Gerechter waere es ein Modell ala Norwegen oder Privatuni einzufuehren. Gerade bei den privaten Unis ist es vielerorts sehr gerecht verteilt. Man bekommt einen Betrag der auch zum Leben reicht. Spaeter zahlt man prozentual von seinem Einkommen wieder an die Uni und finanziert dort den Nachwuchs. Verdient man viel, zahlt man mehr, verdient man weniger, dann zahlt man eben etwas weniger.
Das Bafoeg foerdert vor allem die Ungerechtigkeit! Mein Ex-Chef hat relativ viel Geld, seine Tochter duerfte eigentlich nichts bekommen, Papi zahlt sowieso alles, aber der Steuerberater rechnet ihn so arm, dass seine Tochter ca. 300 Euro Bafoeg bekommt! Das ist fuer sie einfach mal so bissl Taschengeld, wie gesagt, der Papi zahlt bei ihr aber ehe alles und ich sitze hier, so wie viele andere auch und bekomme einen Satz, von dem ich nicht einmal die Wohnung zahlen kann. Und die Regelstudienzeit schafft nur ein Bruchteil der Studierenden, die meisten brauchen 2 Semester mehr, das ist die Realitaet aus dem anderen Artikel und man bekommt fuer diese Zeit auch keinen Bafoeg mehr, also muss man sich entweder verschulden oder zieht das Studium noch laenger hin. Egal wie man dreht und wendet, das Bafoeg ist zwar toll gedacht, passt aber so gut wie an keiner Ecke mehr auf unsere Realitaet! Daher weg damit und ein anderes Modell einfuehren, zumal es bei der Reform dann ehe wieder vll um 10-20 Euro mehr pro Person geht, und ob ich dann nun 200 oder bis 220 bekomme bringt mir und vielen anderen absolut nichts. Wir koennen damit nicht einmal das Wohnen in den ganzen Uni-Staedten bezahlen!

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