Forum: Leben und Lernen
Konflikte in der Öffentlichkeit: "Eltern schreiben ihren Kindern weniger vor"
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Ein Restaurant auf Rügen erklärt sich abends zur kinderfreien Zone. Wird unser Land kinderfeindlicher? Im Gegenteil, sagt eine Psychologin - und verrät, was Kinder für eine gute Erziehung brauchen.

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blickindiewelt 17.08.2018, 20:09
190. Wieso soll ein Restaurantbetreiber Eltern Erziehungsarbeit abnehmen

Zitat von thanatos666
"Er sollte von vornherein klare Regeln definieren, anhand derer das Miteinander trainiert werden kann, ..." Ich habe immer gedacht, dass Erziehung in der Familie stattfindet. Wenn das die Erkenntnisse einer Professorin für Erziehungswissenschaft sind, braucht man sich nicht zu wundern.
Wenn der Inhaber ein sozialpädagogisches Erlebnisrestaurant hätte eröffnen wollen, hätte er das sicher getan, unterstelle ich. Will er aber offenbar nicht. Ich plädiere dafür, den Wunsch Erwachsener zu respektieren, einen Abend in Ruhe zu genießen. Es schreit ja auch niemand auf, wenn Menschen ins Kammerkonzert streben statt zum Heavy Metal Konzert oder auch nicht neben einer Startbahn tafeln wollen. Diese Gruppen der Ruhe müssen auch Platz zum Sein haben!! Ich weiß, dass vielen Eltern das Geschrei der eigenen Lieben musikalisch klingt, aber Respekt für anders Hörende muss sein. Was hat das mit Bankrotterklärung zu tun? Immerhin nötigen Eltern ungehemmt tobender Kleiner anderen Menschen ihre Lebensart auf, ungebeten, ungefragt. Das scheint mir eher eine Frage elterlicher Manieren.

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harlekin307 17.08.2018, 20:11
191. Kinder als "Symptomträger"

Ich habe selbst( mehrere ) Kinder.
Das Verhalten des Restaurantbetreibers kann ich verstehen.

Profan ausgedrückt: Die individuelle Freiheit des Einzelnen endet dort wo sie Freiheit des Anderen unterbindet.

Da ist was dran.

Allerdings sollte jeder sich Mal an die eigene Nase fassen,wenn es darum geht, wann,wie und wo Kindererziehung stattfinden soll.
Mehrfach erlebt: Bei Ermahnen, Zurechtweisen eines eigenen Kindes in der Öffentlichkeit gab es nicht nur ein " Zusammenzucken" von Anwesenden - es fand Einmischung von " Ach,lassen Sie das arme Kind doch!" - bis hin zu : " Dem gehört aber Mal ordentlich der Hintern versohlt".
Liebe Mitbürger: Wohlerzogene Kinder wünscht sich doch jeder..
Dazu gehört auch der Respekt vor Eltern,die bereit sind, dafür liebevoll UND konsequent zu sorgen....ohne Symboltische Abwandlungen von Mitmenschen oder Psychoñogen.
Danke

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Schartin Mulz 17.08.2018, 20:12
192. Zu einfach

Zitat von egyptwoman
Meine Tochter hat nicht einmal was auf die Finger bekommen und trotzdem hat sie sich benommen, weil ich nicht einfach: "Hör auf" oder "Nein" oder "Das darfst du nicht" gesagt habe, sondern auch die dazu nötige Erklärung WARUM dazugegeben habe. Kinder müssen wissen, warum sie bestimmte Dinge nicht dürfen, das lernen sie aber nicht, wenn man ihnen nur ein Verbot vorsetzt, dieses aber nicht erklärt und Kinder verstehen auch mit 2 oder 3 Jahren schon mehr als manche Glauben. Man muss diese Erklärungen öfter tun, ja, aber so ist das eben wenn man Kinder hat, man muss mit ihnen reden und sich mit ihnen beschäftigen.
Wissen Sie, wie viele Eltern ich schon erlebt habe, die pausenlos auf ihre Kinder einreden, um ihnen alles zu erklären?
Und es funktioniert doch nicht.

Es ist nicht repräsentativ, was man selbst als Eltern erlebt hat. Ich fand das fast amüsant, Bekannte von uns mit zwei Vorzeigekindern erklärten auch immer allen, warum das alles so toll läuft. Und dann kam Nr. 3 und der war der absolute Problemfall. Obwohl sie alles genauso gemacht hatten.

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vera gehlkiel 17.08.2018, 20:12
193.

Zitat von egyptwoman
Danke, Danke, Danke - der bisher beste Kommentar den ich gelesen habe. Ja mich hat das auch immer genervt, wenn ich mit meiner Tochter (mittlerweile 29 J.) unterwegs war und jeder mit ihr gesprochen hat, als wäre sie geistig minderbemittelt. "Gucci, gucci; mam mam 'für essen'; heja 'schlafen'; wauwau, mieze, gagag" etc waren mir sowas von zuwider. Hab ich nie gemacht und tue es auch heute nicht. Kinder sind menschliche Wesen mit denen man normal reden sollte (sie lernen auch schneller richtig sprechen). Weder meine Tochter noch meine Enkel wären jemals auf die Idee gekommen mit Essen zu werfen und das musste ich noch nichtmal erklären. Ich war auch öfter mit ihr in einem Restaurant, aber ich hatte auch immer was zum Beschäftigen für sie dabei. Ausmalbuch, Buntstifte, ein Buch oder ich hab eben mit ihr am Tisch aus Servietten was gebastelt (welches Kind lernt sowas heute noch).
Ich hab eine kleine Nichte, die jetzt eingeschult wird, und die immer noch gerne "Baby" spielt. Sie schreibt auch gerne Buchstaben falsch rum, weil sie das ästhetisch situativ bedingt als so angemessen empfindet, und wenn sie mit ihrer kleinen Schwester zusammen isst, wird auch das Essen aus dem Mund geholt und den andern gezeigt, notfalls auch mal damit geworfen. Wenn ich mit der Kleinen unterwegs bin ist mir komplett Latte, falls die Menschen mich für verblödet halten, wenn ich auf das "Babyspielen", ganz und gar bei ihr und mir seiend, eingehe, oder wir uns eben im Eiscafe dauernd die Zungen voll mit matschigem Eis rausstrecken. Die Kleine wurde jetzt wg. Einschulung begutachtet, und es wurde verlautbart, dass sie wegen ihrer überschäumenden Phantasie und ihrem hohen kreativen Potential vermutlich Stress in der Schule bekommen würde, von wegen der Anpassung und so. Ich bin sehr eng mit der allein erziehenden Mutter, und wir haben uns entschlossen, uns erst mal keine Sorgen darum zu machen. Sondern Sorge dafür zu tragen, dass die Kleine noch viel Spass hat, bevor der Schuldruck dann so oder so, angepasst oder unangepasst, losgeht. Und dass wir dann bedingungslos, aber nicht kritiklos, auch ihr gegenüber nicht, an ihrer Seite sein werden, egal wie es kommt. Was ich damit sagen will ist, dass Kinder solange Freiheit haben sollen, wie es möglich ist, und auch soviel Freiheit, wie möglich. Wobei die Freiheit immer ihre Grenze findet, wenn sie die Freiheit anderer tangiert, oder natürlich eine manifeste Selbstgefährdung damit einhergeht. Ich habe noch niemals erlebt, dass irgend ein Kind, egal wie alt, dies nicht hätte verstehen können. Jedenfalls, solange man ihm nicht mit sinnfreien Verboten das Leben frühzeitig unnötig schwer macht, und sein "Ohr" für die wirklich wichtigen Ansagen damit unnötig zukleistert. Mit der Kleinen würde ich übrigens nie in ein Restaurant gehen, wo es aus Kindersicht allzu "steif" zugeht. Dabei geht es mir gar nicht um so einen missbilligenden Kellner. Das wäre für sie schlicht eine Zumutung, die ich ihr gar nicht anzutun brauche.

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Thomas Friedrich 17.08.2018, 20:13
194. Hunde und Kinder dürfen nicht rein.

Bin ich der einzige der das krass findet? Wer in andere Länder gelebt hat, weiss dass das Verb "nerven" nur in der deutsche Sprache so oft gebraucht wird.

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karlo1952 17.08.2018, 20:13
195. Wo liegt denn das Problem?

Ein Gastwirt ist selbstständiger Unternehmer und darf sich doch sein Geschäftsmodell selbst aussuchen. Da gibt es nichts zu bemängeln. Es verhungert niemand dadurch, da es doch noch genügend Alternativen gibt.

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alter Schwede 1965 17.08.2018, 20:14
196. Ratloser Vater von drei Kindern

Ich bin oft fassungslos über die permissive Haltung einiger Eltern. Wieso lassen sie ihren Nachwuchs anderen Menschen so auf die Nerven gehen? Die einzige Erklärung für mich ist die wie ein Popanz von einigen Eltern vor sich hergetragene Wichtigkeit aufgrund ihrer vollzogenen Fortpflanzung. Jeder kennt die neuen Mütter oder Väter, die sich in jeder Hinsicht über alle anderen überlegen fühlen und es diese spüren lassen. Jedes Wort des Tadels von Dritter Seite wird als Generalangriff auf die Eltern gewertet, obwohl der Tadeln oft angemessen und anscheinend notwendig ist. Nein, wir brauchen Kinder und ich habe mein Soll mit drei sicher erfüllt. Aber Kinder sollen sich nicht wie „ungelenkte Raketen“ benehmen dürfen und jedem anderen aufs Schwein gehen dürfen. Denn auch Kinder müssen einen gewissen Grad an Rücksichtnahme erlernen (dürfen). Das bedeutet nicht, dass die Kinder kuschen müssen.

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mescal1 17.08.2018, 20:14
197. habe selbst 2 Kinder

aber ich und meine Frau haben schon konsequent als die Kinder noch klein waren, Grenzen gezogen.
Das ging los von "jetzt ist Papa und Mama -Zeit" als die Kinder um 7 ins Bett mussten, von klaren Regeln am Tisch bis "Erwachsenen nicht ins Wort fallen und am Tisch erst reden wenn der andere ausgeredet hat".
Nie haben wir im Supermarkt, "ein Nein ist ein Nein", Probleme gehabt noch im Restaurant, "wo die Kinder eben sitzen bleiben mussten bis alle fertig waren", noch im Auto, "im Auto wird nicht gegessen und getrunken, Basta".
Mir scheint, viele haben Probleme Grenzen zu ziehen - aber unser Kinderarzt hat gleich gesagt beim ersten Kind: "Das Kind hat sich Ihrem Leben anzupassen und nicht umgekehrt!"
Hielten sich die Eltern dran, dann wäre diese Reaktion des Wirtes nicht nötig gewesen.
Ja, manchmal war es hart aber es hat sich gelohnt.

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Retired 17.08.2018, 20:14
198.

Zitat von Metternich
Dieses Jahr im Sommer. 5 Sterne-Hotel. Aber vorwiegend "All inclusive"-Gäste mit vielen Kindern. Benehmen bei Tisch? Keines. Zurechtweisungen? Nein. Laustärkepegel? Heftig. Kinder im Anarchomodus. Erziehung ist seit längerem nicht mehr im Trend. Und gilt nicht nur für deutsche Eltern, das Phänomen ist mittlerweile international.
Wir buchen auf den Kanaren immer "adults only" Hotels. Sehr angenehm. Übrigens gibt's die in Deutschland auch?

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spiegelneuronen 17.08.2018, 20:17
199. Rentenanwartschaften werden erworben - gibts nicht als Kinderriegel

Zitat von tomlex27
Wir haben selbst drei Kinder. Das jüngste ist 7. Was der Gastwirt da macht geht gar nicht! Natürlich wissen auch wir, dass viele Eltern nicht mehr in der Lage sind ihren Kindern Grenzen zu setzen und diese behandeln wie Erwachsene. Einfachste Benimmregeln werden nicht eingehalten. Dennoch kann man das anders regeln. Das Verhalten des Wirtes geht stark ins Asoziale, diejenigen die das gut finden, sollten sich mal fragen, ob sie nicht auch mal Kinder gewesen sind. Vor allem sollten sie sich fragen, was ist in deren Leben so schief gelaufen, dass man sich über Kinder im Restaurant aufregen kann. Oft sind es kinderlose Ehepaare/ Doppelverdiener die in ihrer eigenen Welt leben. Oft sind es Rentner, die meinen es müsse immer Ruhe sein. Unsere Kinder sind gut erzogen, dennoch ernten wir schon beim Betreten eines Restaurants genervte Blicke bis hin zum Augenrollen. Dieses Phänomen ist ein rein Deutsches. Vor Jahren waren wir auf Usedom und stellten massive Kinderfeindlichkeit fest. Letztes Jahr waren wir auf Rügen, das ging dort einigermaßen. Wie es komplett anders geht zeigen die Niederlande. Sehr entspannt eben! Ich habe mich mittlerweile auf diese kinder- und humorlosen Doppelverdiener, die sich schön in die soziale Hängematte dank Ehegattensplitting gelegt haben, sowie böse Rentner eingestellt. Den ersten sage ich, dass es schade ist, dass sich meine Kinder später nicht aussuchen können, wem sie die Rente zahlen und die Rentner erinnere ich daran wer ihnen ihr Essen quasi finanziert. Und bitte! Besucht dieses Restaurant auf Rügen nicht mehr.
ZITATBEGINN+++Den Aufschrei verstehe ich sowieso nicht. Wir haben über 300 Restaurants auf der Insel, von denen wird ja wohl eines für ein paar Stunden am Abend kinderfrei sein dürfen.+++ZITATENDE

So sgte der Wirt im Interview.

Bis 17 Uhr ist das Restaurant auch für Kinder zugänglich.
Nach 17 Uhr gibt es nun ebend EIN Restaurant, wo Kinder bis 14 Jahre keinen Einlass finden.
Das ist für sie ein Grund zum Boykottaufruf?

Ich glaube auch, dass die Rentner ihre Rentenanwartschaften dadurch erworben haben, das sie eingezahlt haben. Ihr Hinweis an andere Rentner wirkt da etwas fragwürdig.

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