Forum: Leben und Lernen
Konflikte in der Öffentlichkeit: "Eltern schreiben ihren Kindern weniger vor"
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Ein Restaurant auf Rügen erklärt sich abends zur kinderfreien Zone. Wird unser Land kinderfeindlicher? Im Gegenteil, sagt eine Psychologin - und verrät, was Kinder für eine gute Erziehung brauchen.

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canUCme 19.08.2018, 11:12
560. Die Situation ist doch ...

heute die: Menschen, die selbst nicht richtig erzogen wurden, bekommen Kinder und kümmern sich in der Öffentlichkeit nicht darum, wenn diese andere Menschen stören oder belästigen. Bei der ganzen antiautoritären Geschichte wurde ein Grundsatz missachtet, der ja aus der Hippie- und 68er Bewegung selbst kommt: Du sollst deine Freiheit haben, aber diejenige der anderen auch respektieren. Da Kinder immer ihre Grenzen ausloten, müssen sie lernen zu erkennen, wann ihr Tun anderen Mitmenschen unangenehm oder lästig wird. Da sie das nicht von alleine lernen, brauchen sie klar aufgezeigte Grenzen. Eltern, die drastisches Fehlverhalten ihrer Zöglinge ignorieren, kommen ihren Pflichten nicht nach und dokumentieren, dass sie selbst nicht reif genug sind um Kinder zu haben und ins Leben zu führen. Konsequenz ist das Schlüsselwort, aber die muss eben bei allem gelten. Wenn ich meinem Kind fünfmal verspreche, heute Abend mit ihm Fußball spielen zu gehen, dann aber immer irgend eine Ausrede von wegen Job oder ähnlichem habe, wird es mich irgendwann nicht mehr ernst nehmen. Wenn das Kind im Supermarkt regelmäßig quengelt, weil es irgendwelche Sachen will und ich meine Absage ständig selbst über den Haufen werfe, weil ich meine Ruhe will, wird mich das Kind auch nicht ernst nehmen. Niemand will zu den autoritären Zeiten der 1950er/60er zurück, aber eine positive Entwicklung, wie die Liberalisierung von Erziehungsmethoden, kann auch ins Gegenteil umschlagen, wenn sie überzogen wird.

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Aberlour A ' Bunadh 19.08.2018, 11:51
561. keinen Max & Moritz-Teller

Zitat von Garda
Ich bin häufig in Italien, in verschiedenen Regionen. Mir fällt auf, dass es dort eben kein angeschlossenes "Kinderparadies" und auch keine lustigen Kindermenüs gibt - keinen Max & Moritz-Teller und keine Piraten-Pommes. Dagegen stelle ich fest, dass sich die Kinder in der meisten Fällen sehr gut benehmen. Dass sie das in Italien übliche Ritual mit mehreren Gängen und vor allem viel Zeit nicht stört, und dass sie am Gespräch auch teilnehmen. Eben, weil die Eltern bzw. die Gesellschaft sie frühzeitig in diese Welt integrierten. Passen Sie auch mal auf, dort trinken Kinder Mineralwasser, kann mich nicht erinnern, dass Softdrinks wie Cola auf dem Tisch stehen. Das nur nebenbei zur "Esskultur". Es ist also eine Frage der "Kultur". Kinder werden in Italien auch verwöhnt, aber sie kennen die Spielregeln und werden vor allem - da gebe ich Ihnen recht - nicht nur von den Eltern sondern auch der Gesellschaft mit Sympathie bedacht - auch fremde Kinder übrigens (habe das oft genug mit meinen eigenen dort erlebt). Italiener sind Smartphone-verrückt. Aber beim Abendessen ist dieses Teil meist tabu, da konzentriert man sich auf sich bzw. die Familie, die Runde am Tisch. Nicht umsonst findet man in Italien selten McD & Co. Und wenn doch, wie neulich in Rom, sitzen dort nur ausländische Touristen. Fazit; wenn Kinder den Aufenthalt im Restaurant als etwas besonderes empfinden (das sollte es ja auch sein, sonst bleibt man zu Hause und haut sich ein Schnitzel in die Pfanne), dann klappt das sehr gut. Nur muss man es rüberbringen, und viele Eltern haben das nicht auf der Platte. Vermutlich weil sie ähnlich erzogen wurden... vor 25, 30 Jahren gab's ja bereits die ersten Zombies..
Dass Italiener in der Regel mehr für Essen übrig haben als Deutsche und die Kinder entsprechend beeinflussen, sei konstatiert, ändert aber nichts an der Tatsache, dass es hier um ein rein kommerzielles Unterfangen geht, Kinder und ihre Eltern gleichsam nur als Feigenblatt vorgeschoben werden. Warum wären die Kinder sonst in besagten Lokalitäten am Mittagstisch erlaubt, aber ab 17 Uhr ausgesperrt? Weil die Abendgesellschaft eben kinderfrei sein soll und will und es dafür eine kommerzielle Nische gibt. Der profane Grund ist also ein rein pekuniärer. Und beim besten Willen, ich sehe keine Zombies in Kindgestalt in Deutschland. Ein Bekannter von mir ist Grundschullehrer und auch der kann über den Mythos vom besagten Zombie nur müde lächeln. Im Gegenteil: Die Kinder sind sogar sozial kompetenter als früher. Seiner Meinung nach. Das sich Kinder in der Pubertät manchmal verändern können, wissen wir aus eigener Erfahrung. Komischerweise haben aber gerade die Zutritt in den besagten Lokalitäten. Warum eigentlich?

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schleimoewe 19.08.2018, 13:00
562. Druck auf die Eltern

Ich finde den Druck auf die Eltern ohnehin schon sehr hoch. Es wird immer und ueberall im oeffentlichen Raum erwartet, dass sich die Kinder ordentlich und unauffällig verhalten und vor allem niemanden irgendwie stoeren duerfen. Der Erwartungsdruck auf Eltern ist sehr hoch . Mit unfreundlichen Blicken und Bemerkungen wird nicht gespart. Zum Beispiel im Bus. Kleine Kinder verhalten sich nicht immer berechenbar und koennen/wollen auch nicht immer hundertprozent unter Kontrolle gehalten werden, sobald man das Haus verlässt. Bitte, liebe Mitbuerger, Eltern sind schon gehetzt und gestresst genug.

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rubberducki 19.08.2018, 16:23
563. Kindererziehung bedeutet Rahmenparameter vorgeben!

Wenn Eltern nicht kapieren, dass SIE einem Kind beibringen sollen, dass es für ALLES soziale, ethische, ökonomische, logische oder/und moralische Grenzen gibt, dann haben sie ihren Zweck im Leben des Kindes nicht verstanden und mißachten den Sinn der Aufsichtspflicht. Kinder brauchen mit einen begrenzten Freiraum auf eigene Erfahrungen aber vorrangig Anleitung, denn die Zusammenhänge unserer Lebensgrundlagen und kulturellen Maßstäbe können sie einfach nicht durch Selbstfindung erlernen ... hier ist Vorleben und Abgucken ebenso gefragt, wie das verständnisorientierte Erklären.
Vielen Eltern ist das aber leider ein viel zu großer Aufwand ... die sind schon glücklich, wenn ihre kleinen, bewusst dumm gehaltenen Sprösslinge schon mit kosequenter Zufuhr von Nahrungsmitteln von selbst groß und stark (fett) werden. Und dann wundern sie sich, dass sich der natürliche elterliche Respekt mit Einritt in die Pubertät verflüchtigt und mehr oder weniger kleine Psychopathen ihr eigenes bequemes Leben aufmischen. Nur Disziplin, Konzentrationsvermögen und klare konsequente Regeln sichern den Kindern einen wünschenswerten Platz in unserer Gesellschaft. Und lasst die Kinder so lange es geht ohne streng durchgetaktete Wochenaktivitäten einfach mal Kinder sein ... Frischluft tut nicht weh und ohne Smartphone hat die Welt eine viel abwechslungsreichere und höher Auflösung zu bieten als JEDES Super-Display. Und wer weiß ... vielleicht klappt's dann ja auch in der Öffentlichkeit viel besser?!

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toll_er 19.08.2018, 16:27
564. verbaler Müll

Niemand hat von "immer hundertprozentig" und "immer und überall" geredet. Nur Sie!
Menschen wie Sie polarisieren gewollt oder aus Dummheit. (Natürlich gibt es da auch Zwischenschritte...
Dennoch sage ich: " Bitte, liebe Mitbuerger, manche Forumisten/Innen wissen nicht, was Sie von sich geben. Aber vielleicht denken sie irgendwann mal über ihr Geschalle nach.." Einen schönen Sonntag noch.

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toll_er 19.08.2018, 16:34
565.

Zitat von lyko123
Aber ich möchte dann auch, dass es Restaurants gibt, wo solche Erwachsene keinen Zutritt haben, die sofort mit den Augen rollen, sobald ein Kind ein Mucks von sich gibt. Ehrlich gesagt, wäre es für mich als Elternteil auch entspannter, dort mit meinen Kindern zu essen.
Super! Mit einem Buchenwald-Spruch das Posting überschreiben... na, sicherlich einfach nicht nachgedacht... SOLCHE Erwachsene.... schaun Sie, machen Sie doch so einen Laden auf. Fände ich gut. Das wäre ein Ausdruck von Toleranz. Jeder darf den Laden aufmachen, den er gerne hätte.

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monro 19.08.2018, 16:43
566.

Prinzipiell kein Problem, nur macht der Ton dir Musik und der Herr Gaststättenbesitzer hat sich gehörig in diesem vergriffen. Kein Wunder, dass Gegenwind kommt

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toll_er 19.08.2018, 16:47
567.

Zitat von canUCme
heute die: Menschen, die selbst nicht richtig erzogen wurden, bekommen Kinder und kümmern sich in der Öffentlichkeit nicht darum, wenn diese andere Menschen stören oder belästigen. Bei der ganzen antiautoritären Geschichte wurde ein Grundsatz missachtet, der ja aus der Hippie- und 68er Bewegung selbst kommt: Du sollst deine Freiheit haben, aber diejenige der anderen auch respektieren. Da Kinder immer ihre Grenzen ausloten, müssen sie lernen zu erkennen, wann ihr Tun anderen Mitmenschen unangenehm oder lästig wird. Da sie das nicht von alleine lernen, brauchen sie klar aufgezeigte Grenzen. Eltern, die drastisches Fehlverhalten ihrer Zöglinge ignorieren, kommen ihren Pflichten nicht nach und dokumentieren, dass sie selbst nicht reif genug sind um Kinder zu haben und ins Leben zu führen. Konsequenz ist das Schlüsselwort, aber die muss eben bei allem gelten. Wenn ich meinem Kind fünfmal verspreche, heute Abend mit ihm Fußball spielen zu gehen, dann aber immer irgend eine Ausrede von wegen Job oder ähnlichem habe, wird es mich irgendwann nicht mehr ernst nehmen. Wenn das Kind im Supermarkt regelmäßig quengelt, weil es irgendwelche Sachen will und ich meine Absage ständig selbst über den Haufen werfe, weil ich meine Ruhe will, wird mich das Kind auch nicht ernst nehmen. Niemand will zu den autoritären Zeiten der 1950er/60er zurück, aber eine positive Entwicklung, wie die Liberalisierung von Erziehungsmethoden, kann auch ins Gegenteil umschlagen, wenn sie überzogen wird.
Die Verantwortung einfach nach hinten schieben, machen Sie es sich da nicht sehr, sehr einfach? Nicht die Eltern sind verantwortlich, nein, deren Eltern schlagen Sie den schwarzen Peter um die Ohren! Die ja, wie wir alle wissen, alle 68er waren und die antiautoritäre Einstellung wie eine Monstranz vor sich her trugen. Könnten Sie in Ihrer ganzen Wut auf die 68er vielleicht man einen Augenblick innehalten und über so etwas Eigenverantwortung nachdenken? Ja, man bekommt sehr viel von den Eltern mit, aber irgendwann sollte jeder Mensch begreifen, dass ich er ein eigenverantwortliches Wesen in einer sozialen Gemeinschaft ist und den Staffelstab der Verantwortung übernommen hat.

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Smeagel 19.08.2018, 17:06
568. "klare Regeln ?"

Wo bitte ist denn jetzt genau der Unterschied zwischen einem Verbot des Inhabers (das ja angeblich eine "Niederlage" darstellt) und "klaren Regeln", die das Fangenspielen verbieten?

Stellt doch nach dieser "Logik" dann genauso eine Niederlage dar, weil man mit der Situation des Fangenspielens "nicht zurecht kommt".

"Regeln" hört sich nur besser an als "Verbot", das ganze ist also reine Wortkosmetik. Das heißt im Endeffekt doch nur, dass die Frau Professorin auch keine bessere Lösung weiß, es aber nicht zugeben will.

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friwi1 19.08.2018, 18:01
569. ???

Wieviele? der maennlichen Kommentatoren ? haben das Leben derer Kinder ?
aktiv begleitet, in akkumulierten Stunden/Tagen/Monaten/Jahren ? bis einschraenkend zum 14. Lebensjahr ?
"Sache" der Mutter, der Schulerzieher, des Vereintrainers ?
Glauben diese genuegend praegend das allgemeine Kultur-Leitbild, deren spezifisches Kulturleitbild,ausreichend liberal und fair dem jeweiligem Kinde
dargelegt zu haben ?
Oder nach einer strikten Ranking-Positionierung, der persoenlichen Stellung in der Gesellschaft, dem Ranking der nationalen Gesellschaft im Weltenbund ?
" dabei sein ist alles" oder " nur der Sieg zaehlt"
Deutschland nun 15. im F.I.F.A. Ranking, bemerken aber ohne wirkliche Existenz-relevanz.Platz 100. ? Why not

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