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Konflikte in der Öffentlichkeit: "Eltern schreiben ihren Kindern weniger vor"
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Ein Restaurant auf Rügen erklärt sich abends zur kinderfreien Zone. Wird unser Land kinderfeindlicher? Im Gegenteil, sagt eine Psychologin - und verrät, was Kinder für eine gute Erziehung brauchen.

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kanyamazane 17.08.2018, 18:38
50. Alles richtig gemacht

Der Wirt hat alles richtig gemacht. Ich bin Vater zweier Kinder und bin zwar traurig, dass ich damit auch raus bin in dem Restaurant, aber ich kann ihn verstehen. In letzter Zeit durfte ich beobachten, wie Kinder vor den Augen ihrer Eltern trotz Verbotsschildern einem Senioren beim Schwimmen direkt vor die Nase gesprungen sind und die Eltern guckten tatenlos zu, wie zwei Kinder im Restaurant Fangen gespielt haben durch die Tische der anderen Gäste hindurch, wie ein Kind während eines Fluges immer fröhlich schreiend im Flugzeug durch den Gang lief und nicht auf seine Mutter hörte, die mit zarter Stimme rief: "Lass das bitte." Ein Kind,was lachend seiner Mutter ins Gesicht schlug und die Mutter lachte mit und sagte immer wieder "Aua, das tut jetzt echt weh, höre doch auf". Eltern setzen den Kindern immer weniger Grenzen, besonders auch bildungsnahe Eltern. Das Kind wird alles gefragt! Heute lieber den blauen oder den roten Becher? Möchtest du da sitzen? Doch lieber den roten Becher? Es wird nicht von Seiten der Eltern reagiert, wenn das Kind Grenzen überschreitet. Wohin das noch führt, sieht man ja. Jugendliche werden respektloser und egoistischer Erwachsenen gegenüber,
Kinderlose Freunde von mir fahren im Urlaub in Hotels nur für Erwachsene. Sie mögen Kinder, wollen selbst welche haben, aber halten die Unfähigkeit und Hilflosigkeit vieler Eltern in der Erziehung ihrer Kinder nicht mehr aus. Ich finde, dass es besonders ein Problem in Deutschland ist. In Frankreich wirkt die Erziehung viel strenger nach klaren Regeln. Und Regeln und Grenzen sind so wichtig für ein Kind!

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Broko 17.08.2018, 18:39
51.

Warum dieser Aufschrei? Jede Schule kennt derlei Geschehnisse schon seit Jahren - und wenn ein mutiger(!) Lehrer dagegen einschreitet, haben Eltern und Bezirksregierungen nichts Besseres zu tun, als diesem die Gerichte auf den Hals zu hetzen! Wer sich da noch wundert, hat die Zeit verschlafen ...

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hosenmatz15 17.08.2018, 18:40
52. Leider traurige Wahrheit

So schlimm das zunächst für einen Familienmenschen klingen mag so viel Wahrheit steckt in der aktuellen Gesellschaft der Intoleranz. Erst kürzlich wurde ich von einem Familienvater tätlichen angegriffen als ich sein Kind ruhig und höflich gebeten hatte etwas mehr Abstand zu halten und mich nicht beim Spielen Regelmässig zu rammen.

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spmc-125536125024537 17.08.2018, 18:42
53. Anders gehts wohl nicht mehr

ich bin mir sicher, dass dem Wirt die Entscheidung nicht leichtfiel, zumal ihm klar gewesen sein muß, welcher shitstorm ihn erwartet. Er hats ja auch versucht: Kinderkarte, Buntstifte, Malbücher, er hat die Regeln für Kinder (die man eigentlich als selbstverständlich vorraussetzten sollte) sogar auf seine Bierdeckel gedruckt - alles umsonst. In seinen Tripadvisor Bewertungen steht sogar die Beschwerde eines Mannes, der sich über die nicht angespitzten Buntstifte für seine Kleinen aufgeregt hat. Die Tische sind mit Stoffdecken eingedeckt, das Preisgefüge eher gehoben, die Mahlzeiten aus frischen und regionalen Zutaten frisch zubereitet, da möchte man als auch Gastgeber eine gewisses Ambiente herstellen und sein Arbeit gewürdigt sehen. Die Bewertungen bei Tripadvisor sind übrigens überragend, ohne Reservierung kaum ein Tisch zu bekommen, zu gewissen Zeiten stehen die Leute Schlange. Also wenn man es soweit gebracht hat, kann man sich die Gäste eben aussuchen und wenn man sich keine Respektlosigkeiten von McDonalds Publikum oder Helkioptereltern mehr bieten lassen will - bitte schön. Ps: ich habe selbst zwei Kinder

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elgar 17.08.2018, 18:42
54.

Zitat von thanatos666
"Er sollte von vornherein klare Regeln definieren, anhand derer das Miteinander trainiert werden kann, ..." Ich habe immer gedacht, dass Erziehung in der Familie stattfindet. Wenn das die Erkenntnisse einer Professorin für Erziehungswissenschaft sind, braucht man sich nicht zu wundern.
Es scheint ja gerade das Problem zu sein, dass Erziehung eben nicht in jeder Familie stattfindet, sonst wäre das Problem ja nicht da.
Die Schuld daran trägt bestimmt nicht die Erziehungswissenschaftlerin, eher die Eltern. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, im Akutfall die Eltern direkt und sehr freundlich anzusprechen und nicht erst damit zu warten, bis mir die Hutschnur reißt.

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olivervöl 17.08.2018, 18:42
55. Unfähig

Der Restaurantbesitzer denkt wohl, mit Erwachsenen könne er mehr Umsatz machen als mit den Kinderportionen. Tatsächlich ist er genauso unfähig, mit Kindern umzugehen wie viele Eltern. Die Lösung ist übrigens ganz einfach: eine Spielecke, ein paar Kindersitze und etwas Platz zum Austoben, und das Problem löst sich von allein.

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c.burgmann 17.08.2018, 18:43
56. Die Frau Hannover

scheint in ihrem "Denken, Fühlen und Handeln" nicht in der Realität der Gastronomie auf Rügen angekommen zu sein.

Typischer Fall von Elfenbeinturm

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sebi76 17.08.2018, 18:43
57. InteressanteArgumentation...

Zitat von axel_roland
Ich habe überhaupt nichts gegen Kinder - ich habe etwas gegen Eltern, denen es völlig egal ist, dass sich ihr Kind total daneben benimmt. Es ist nur eben schade, dass solche Maßnahmen alle Eltern treffen, aber anders geht es eben oft nicht.
Ich habe überhaupt nichts gegen Ausländer, aber...
Ich habe überhaupt nichts gegen Homosexuelle, aber...
Ich habe überhaupt nichts gegen Frauen, aber...
Ich habe überhaupt nichts gegen Moslems, aber...
Ich habe überhaupt nichts gegen Juden, aber...

Sätze die so beginnen, sind immer inakzeptabel, weil eine Gruppe für die Handlungen einzelner in Sippenhaft genommen werden soll. Diese Argumentation ist Ausdruck wachsender Vorurteile und einer Konfliktscheue in unserer Gesellschaft. Ich bin selbst Vater und weiß leider zu genau, wie viele Eltern den Konflikt mit ihren eigenen aber auch anderen Kindern scheuen. Auch der Gastwirt, der Familien aussperrt, scheut doch nur den Konflikt mit den Eltern. Eine klare Hausordnung und der Hinweis, dass man sich bei Nichteinhalten ein anderes Restaurant suchen darf, sollten genügen. Ich war auch schon in Hotels/Restaurants, die uns am liebsten die Tür vor der Nase zugeschlagen hätten, als sie gesehen haben, dass wir kleine Kinder dabei hatten. Meistens waren die am Ende ganz überrascht, dass die sich ganz normal benehmen können. Und in den Fällen (ja, die gab es auch), in denen das partout nicht der Fall war, sind wir eben auch schon mal selbst gegangen. Das ist unangenehm, aber Teil der Erziehung. Kinder aus dem öffentlichen Raum zu entfernen oder ausschließlich in kinderreiche Umgebungen zu verbannen, kann ja wohl kaum zielführend sein...

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Amparo 17.08.2018, 18:44
58. Kinderfeindlichkeit? Nein! Die Eltern sind das Problem!

Nicht die Kinder, sondern die Eltern sind das Problem. Das ist nicht nur in den Restaurants zu beobachten. Wer schon mal öfter in der Ferienzeit die Flugroute Deutschland-Spanien benutzt hat, kennt das Erziehungsproblem. Es ist unglaublich, was man so alles ertragen muss. Es sind nicht nur die ständigen Stöße gegen die Rückenlehne, sondern vor allem die sportlichen Aktivitäten der lieben Kleinen, die bei ihren Wettläufen im Gang auch noch die Armlehnen der am Gang sitzenden Fluggäste als Sportgeräte benutzen. Es wundert mich immer, dass man gebeten wird, auf einen 1-2 Stunden langen Flug aus Sicherheitsgründen angeschnallt zu sitzen, wenn für Kinder diese Sicherheitsmaßnahme nicht gelten soll. Was mich auch immer wieder wundert ist die Tatsachen, dass sich vor allem deutsche Kinder nicht gut benehmen. Woran liegt das? -- Bei weinenden, schreienden Kleinkindern sollte man schon etwas toleranter sein. Für sie kann der Flug eine große Belastung sein. Sie können ihr Verhalten nicht bewusst steuern. -- Zurück zum 'Kinderverbot' im Restaurant: Hochachtung für die Restaurantbetreiber! Sie sind ja nicht kinderfeindlich, sondern ihre Maßnahme wendet sich vor allem gegen die Eltern, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu erziehen! Grüße aus Spanien, einem Land, das viele Deutsche als weniger kinderfeindlich halten.

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freigeistiger 17.08.2018, 18:44
59. Bildung ist zu Schulabschluss verkommen

Dass ist das Ergebnis von Kinder dürfen alles, kulturelle Bereicherung, Selbstbestimmtheit, Diskriminierungsverbot, Rechte haben, Unangepasstheit, kreativ sein etc.. Jede Einschränkung meiner Egomanie ist Diskriminierung. Natürlich sollen sich die Anderen mir gegenüber rücksichtsvoll und mit Respekt benehmen. Sonst werde ich aggressiv. Dass ist das Ergebnis, dass aus Bildung ein lediglich Schulabschluss haben verkommen ist. Früher hatte man Bildung und Kompetenzen, heute hat man Selbstbestimmtheit und Rechte.

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