Forum: Leben und Lernen
Kooperation mit Kindergärten: Was will die Bundeswehr bei Kita-Kindern?
dpa

Lampionumzug durch die Kaserne, Spendenaktionen, Vorlesetage: Die Bundeswehr pflegt enge Kontakte zu Kitas und Schulen. Die Linken fordern einen Stopp der Aktionen.

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whugo 22.03.2018, 11:08
50. Gehört die Bundeswehr zu Deutschland?

Wenn man hier so manchen Kommentar liest, könnte man sich diese Frage stellen.

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locust 22.03.2018, 11:10
51. @comfortzone #23

Nein. Das ist in Zeiten des Wettrüstens, der nationalen Bestrebungen, des zunehmenden Protektoraten Denkens und der allgemeinen Kriegsrhetorik nicht ok! Unsere Kinder sollten dahingehend erzogen werden an einem friedlichen Miteinander zu arbeiten statt der romantisch-verklärten Militärfolklore alle Türen zu öffnen. In kriegerischen Auseinandersetzungen, so lehrt uns die Geschichte, hat niemals Gewinner, sondern immer Leid und Katastrophen erzeugt. Es ist vollkommen unmoralisch Kinder auf gewalttätige Aggressionsreduktion zu trimmen, stattdessen sollte das kindliche Bedürfnis nach Harmonie, Frieden und Geborgenheit gefördert werden. Was 'der freie Wille' später entscheidet, unterliegt nur dem selbigen.

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amishunderground 22.03.2018, 11:10
52. Mehr Respekt...

... für unsere Mitbürger in Uniform ist angebracht. Leider wurde der Bsbyboomer ideologisiert. Ihm wurde eingetrichtert das Militär etwas schlechtes ist. Heute stehen wir vor einem Scherbenhaufen. Die Politik ist nicht in der Lage den NATO Verpflichtungen nachzukommen, materiell noch finanziell. Wir sollten lernen dem Soldaten für seine Tätigkeit zu danken! Deutschland hat die Mittel den materiellen Missstand zu beenden. Es fehlt der politische Wille. Wenn ich einen Mitbürger in Uniform sehe sage ich ihm: „Danke das Sie unserem Land dienen.“ Es ist so einfach Respekt zu zollen.

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NauMax 22.03.2018, 11:14
53.

Zitat von frankasten
Kein Personalproblem. Meine Freiheit braucht nur hier in Deutschland verteidigt zu werden und nicht in Afghanistan...ach was weiß ich, wo die überall angeblich "verteidigt" wird. Dann brauchen die Soldaten auch nicht mehr AgitProp in Schulen und Kindergärten zu machen.
Was ist denn ihre Antworten auf Spinner wie der IS, der sich schon durch unsere bloße Existenz dermaßen provoziert fühlt, dass er hier Anschläge verüben lassen will und als er noch mächtiger war offen von der Unterwerfung Europas fabuliert hat? Oder was machen wir mit organisierter Kriminalität in internationalen Gewässern (auch Piraterie genannt)? Als eine der größten Handelsmächte der Welt ist Deutschland selbstverständlich in der Pflicht, seinen Beitrag zur Offenhaltung und Sicherheit dieser Handelswege zu leisten, darüber sollte es eigentlich keinen Diskussionsbedarf geben.

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Stefan Sx 22.03.2018, 11:15
54. Echt jetzt?

Zitat von Atheist_Crusader
Das gesagt: für Kinder ist es dennoch viel zu früh, mit diesen Themen in Kontakt zu kommen. So ab 14 Jahre scheint mir ein gutes Alter zu sein.
Ich selbst wäre mit 14 definitiv nicht in der Lage gewesen, Militärwerbung adäquat einzuschätzen. PR für einen Job, in dem das eigene Leben auf dem Spiel steht, ist nichts für Kinder und auch nichts für Jugendliche. In heranwachsenden Bewusstseinen gezielt frühe Anker zu setzen mit netten PR-Soldaten ist eine absolute Perversion. So ab 14 wäre eher ein gutes Alter, den Kids nahe zu bringen, was Krieg TATSÄCHLICH bedeutet und dass Hollywood und das Fernsehen in der Regel ein völlig realitätsfernes Bild von bewaffneter Gewalt zeigen. Die sollen lieber Remarque lesen, bitte.

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pepe83 22.03.2018, 11:27
55. Das erinnert mich an die DDR

Dort waren in den Kindergärten auch oft Soldaten zu Gast. Ich halte das nicht für sinnvoll. Wenn Soldaten in weiterführenden Schulen über ihren Alltag berichten, ist das sicher wissenswert und okay. Aber in Kindergärten und Grundschulen sollte das nicht sein.

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Dokoqueen 22.03.2018, 11:29
56. Polizei- und Feuerwehrleute kann man nicht mit Soldaten vergleichen

Polizei und Feuerwehr gehören zu unserem Alltag und begegnen uns ständig.
Natürlich müssen auch kleine Kinder bereits wissen, an wen sich sich wenden müssen, wenn sie in Not geraten, sich z.B. verlaufen haben, bedroht werden, irgendwas Auffälliges bemerken - nämlich an einen Polizeibeamten. Deshalb ist es wünschenswert, dass ein solcher Beamter mal in einer Kita erscheint und den Kindern Ratschläge und Verhaltenstipps erteilt.
Ebenso verhält es sich mit Feuerwehrleuten. Kinder müssen frühzeitig lernen, wie gefährlich Feuer ist, was man tun kann um Brände zu verhüten und was man tun muss, wenn es doch einmal brennt. Aus diesem Grunde wäre ein Feuerwehrmann als gelegentlicher Gast in einer Kita durchaus zu begrüßen.
Aber welche Erkenntnisse soll ein Soldat den Kindern vermitteln?
Gott sei Dank sind Soldaten hierzulande zur Zeit nicht im aktiven Einsatz (und das bleibt auch hoffentlich für ewig so). Welchen Benefit haben Kinder dann wohl durch den Vortrag eines Soldaten zu erwarten? Keinen!
Es geht foglich ausschließlich darum, bereits bei den Kleinsten das Interesse für den Beruf des Soldaten zu erwecken.
Das ist abzulehnen.
Kinder müssen lernen Konflikte gewaltfrei zu lösen. Dies sollte zu den obersten Prinzipien jeder Erziehung, egal ob in Kita, Schule oder Elternhaus, gehören. Die frühzeitige Werbung für die Bundeswehr steht dem diametral entgegen.

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upalatus 22.03.2018, 11:31
57.

Wer geht denn in voller Erwartung des Todes im Kriegsfalle oder überhaupt mit Bewusstsein eines möglichen Krieges in EU zur BW? Eher zb. die Beschäftigten der Verkehrswirtschaft/Post-Logistik/Telekommunikation müssten sich ganz unmittelbar Gedanken um Leib und Leben machen, bei über 80 Unfalltoten in '16.

Die Bundeswehr besteht längst nicht mehr nur aus ausschließlich knallenden Aufgaben. Und so wie zb auch unsere Polizei mal Schulbesuche macht, kann/darf/sollte es auch unsere Bundeswehr machen. Und es ist weiss Gott nicht so, dass dabei kleinen Kindern die Faszination und Liebe zu schicken Uniformen, Waffenstahl, Drill, Hörigkeit und vor allem dickverstaubten dickeirigen Männlichkeitsphantasien eingebläut würde (manche verquervergeilten Staaten auf unserem Erdball machens so, leider).

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benmartin70 22.03.2018, 11:34
58.

Zitat von Stefan Sx
Ich selbst wäre mit 14 definitiv nicht in der Lage gewesen, Militärwerbung adäquat einzuschätzen. PR für einen Job, in dem das eigene Leben auf dem Spiel steht, ist nichts für Kinder und auch nichts für Jugendliche. In heranwachsenden Bewusstseinen gezielt frühe Anker zu setzen mit .....
Hollywood? Schonmal Soldat James Ryan oder Hacksaw Ridge angeschaut?
Glaube kaum dass man danach noch von Verherrlichung sprechen kann.
Stimme aber zu dass 14 sicher kein geeignetes Alter für Promotion in Sachen Bundeswehr ist. Meiner Meinung nach hat diese auch auf Veranstaltungen wie der Games Con nichts zu suchen.

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von_hintendrop 22.03.2018, 11:36
59.

Wenn brummbrumm und bummbumm die Werte sind, die wir unseren Kindern vermitteln, dann müssen wir uns nicht über die Brut wundern, die eine Verteidigung mit Waffen völlig normal findet. "Ich möcht in einem Zirkus ziehn mit vielen bunten Wagen, die meine Welt und deine Welt auf ihren Rädern tragen" - das waren die Werte, die ich als Kind vermittelt bekam. Diese Werte haben mich Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre vor dem Hintergrund von Kaltem Krieg und Pershing 2 geprägt. Wenn heute das Militär Heldengeschichten in Kindertagesstätten erzählt, dann packt mich der kalte Schauer und ich wäre sehr dafür, den Kindern vorm Zubettgehen die "Ballade vom toten Soldaten" zu singen.

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