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Krise im US-Bildungssystem: "Sie gucken die Kinder an und sehen Dollarzeichen"
REUTERS

Schulen als Profitcenter, Bildung nur für Reiche - in Michigan kann man schon besichtigen, was auf die Amerikaner zukommt. Der Heimatstaat von Trumps Bildungsministerin Betsy DeVos leidet massiv unter ihrer Schulpolitik.

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MarcVain 19.03.2017, 23:33
80. Rassismus

was steckt also dahinter ? "america first" ? Bildung für die weisse Rasse. Es ist leider nur schrecklicher Rassismus. Der Trump würde nicht diese wählen, wenn die nicht ganz auf der Linie ist, die Weissen in US yu bevorzugen. Das steckt ja auch hinter dem Slogan "america first"...

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Marut 19.03.2017, 23:43
81. Nicht nur vordergründiges Profitstreben

Es wäre zu einfach, als Motiv einer solchen Schulpolitik in der vordergründigen Profitmaximierung zu sehen.
Indem Bildung zun teuer wird für weite Kreise der Bevölkerung, schotten sich die Wohlhabenden auch ab. Es wäre ja auch ein Skandal, wenn ein nur mittelmäßig intelligentes Kind aus wohlhabenden Kreisen sich an der Uni damit konfrontiert sähe, das das Kind aus der Unterschicht ihm weit überlegen ist und ihm später auch noch den lukrativen Job wegschnappt.
Da ist es doch besser, der Intelligenz aus der Unterschicht den Zugang von vorneherein zu versperren, weil die Eltern es sich nicht leisten können. So ist sichergestellt, das auch die dööfsten Kids aus der Oberschicht später ihren lukrativen Job bekommen, weil die echte Konkurrenz schon früh auf der Strecke geblieben ist. Man könnte es auch Selektion nennen!!

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barstow 19.03.2017, 23:44
82. Zahlen

Hat die Schließung der Schulen vielleicht auch damit zu tun, das Detroit nur noch ca.30% seiner ursprünglichen Einwohnerzahl hat? Welche Schule in DE bekommt mehr Geld, die in München Schwabing oder Duisburg Marxloh? Warum nicht erstmal vor der eigenen Haustür kehren? Zu schmutzig und unangenehm?

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bon scotch 19.03.2017, 23:50
83.

Zitat von gigi76
Nach Lesen des Beitrages habe ich nicht verstanden worin das Problem mit Charter Schools liegen soll? Im Gegenteil, das Leistungsprinzip ist doch Kern des Fortschritts und das trifft auch für das Bildungsangebot zu wenn. Warum sinkt denn das Leistungsniveau der public schools? Das müsste doch hinterfragt werden, aber vermutlich kommt man dann auch wieder zum gleichen Ergebnis. Das Leistungsprinzip...
Es ging darum, dass es die Charter Schools nicht überall gibt, da sie sich nur dort ansiedeln wo die Schülerzahlen ausreichend hoch sind, um profitabel zu bleiben. Im Grunde gibt der Staat mit diesem Modell seine Verantwortung an Unternehmen ab. Dass dies nicht zur Verbesserung der Lehrqualität und des Leistungsniveaus führt, wurde im Artikel auch erwähnt! Unternehmen den Bildungsauftrag für Kinder zu überlassen, sehe ich eher skeptisch. Wer garantiert, dass Schüler nicht im des unternehmensparteiisch unterrichtet werden? Was wenn diese Unternehmen für Wahlkämpfe spenden und ihre Kinder nach Grundlage einer bestimmten politischen Haltung unterrichten. Man stelle sich vor der Privatinvestor steht einer der zahlreichen religiösen Sekten in den USA nah, und ordnet an im Biologieunterricht die Evolution zu leugnen! Auch besteht hier die Gefahr die Schulen als Werbeplattform für Produkte der Investoren zu missbrauchen.

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Ökofred 19.03.2017, 23:53
84. ... aber es geht um Michigan

Zitat von flexier
...diese Art von Journalismus (wenn man das so nennen kann) ist wirklich unter aller Kanone (Metapher um nicht Zensiert zu werden). Detroit ist seit eine seit Jahrzehnten sterbende oder zumindest dahinsiechende einstige Metropole, die weder nur Probleme mit seinen staatlichen Schulen hat, noch das diese seit der Wahl Trump's erstanden wären. Fleissige SPON Leser werden sich mit Sicherheit an den einen oder anderen Artikel über Detroit (mit selbigen oder ähnlichen Bildern) erinnern. Und die Krönung ist der Titel des Artikels. Es gibt keine passende Kategorie in der man diesen Schund einordnen könnte.
Es geht nicht um Detroit sondern um den Staat Michigan, steht zumindest so im Artikel. Wenn Ihnen das hier zu krawallig oder zu voreingenommen ist, lesen das selbe hier vlt im moderateren Tonfall, allerdings mit der gleichen Message... http://www.zeit.de/video/2017-02/5315734804001/betsy-devos-bildungsministerin-moechte-us-schulsystem-grundlegend-veraendern

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amishunderground 20.03.2017, 00:04
85. Das Problem sind die Lehrergewerkschaften.

Wer sich Gehälter nach 20 Dienstjahren in Höhe von über $ 100.000 pro Jahr und Arbeitsbedingungen die sich auf Frontalunterricht von 4 Schulstunden pro Tag erstreikt haben wird sich natürlich mit Händen und Füßen wehren.
Die Lehrergewerkschaft in den USA gehört abgeschafft!

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doctoronsen 20.03.2017, 00:05
86. Es ist schlimmer: nämlich eine weitere Front im Kulturkrieg der sog. ''Bewegung''

Wenn es denn nur wirtschaftliche Interessen wären, die Betsy DeVos leiten: Der US-Rolling Stone hat in diesem Artikel sauber heraus gearbeitet, dass DeVos zu den Glaubenskriegern hinter/neben Bannon zählt (welcher Glaube eigentlich - der an das, was Jesus gepredigt hat? Ich müsste lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre...): http://www.rollingstone.com/politics/features/trump-education-secretary-betsy-devos-a-win-for-the-christian-right-w470605 . Wir erinnern uns: In seiner Antrittsrede wollte Trump der Nation weismachen, nicht ein neuer Präsident sei gewählt worden, sondern eine ''Bewegung'' (''our movement'').

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Beijinger 20.03.2017, 00:14
87.

great again". Hahaha. Das ist die Konsequenz, wenn man einen geldgierigen "Unternehmer" als POTUS gewählt hat. So bad.

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maximilian.maurice 20.03.2017, 00:19
88. Beitrag Nr. 46

Dieser Kommentar trifft die Problemstellung genau, ein Grossteil der Leserreaktionen hingegen scheint eher "alternativ" : Die Charter Schools in New York erfreuen sich gerade bei der schwarzen und braunen Bevölkerung dank deren dramatisch qualitativer Überlegenheit über Public Schools einer derartigen Nachfrage, dass aus Kapazitätsgründen derzeit noch Zehntausende abgewiesen werden müssen. In erster Linie, weil der den Lehrergewerkschaftlern ungemein wohlgesonnene Bürgermeister den Charters die Expansion durch willkürlich "erscheinende" Verweigerung der Freigabe reichlich vorhandener Schulräume versagt, selbst nach Appellen des pragmatischeren, ebenfalls demokratischen Gouverneurs des Staates. Es wird hier ein schandhafter politischer Kampf auf dem Rücken der Schulkinder ausgetragen, die in Abwesenheit eines dualen Bildungswegs wie in vielen Teilen Europas umso mehr einen passablen Schulabschluss brauchen, um danach ihre schulische oder praktische Weiterbildung mit dem Ziel einer auskömmlichen Beschäftigung und Erfüllung überhaupt angehen zu können.

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scoopx 20.03.2017, 00:24
89. Es wird nach Leistung bezahlt?

Zitat von teja8961
[...] Durchweg sind die Charterschulen wesentlich besser. In der Regel ohne gewerkschaftliche Vertretung. Es wird nach Leistung bezahlt. Und nicht nach Alter, oder Arbeitsjahren. Es hat ein paar wenige Charterschulen gegeben die nicht funktioniert haben. Die neue Erziehungsministerin braucht keine Dollar, sie ist Milliardärin und hat eigenes Geld eingesetzt um die Ausbildung zu verbessern. Chicago hat z.B. eines der bestbezahlten Lehrer und liegt vom Ergebnis her ziemlich hinten. Es ist nur zu hoffen, dass sich das Erziehungswesen erheblich verbessert, sonst gehen die USA weiter den Bach runter. Aber, die Umstellung bzw, die guten Auswirkungen werden Zeit kosten. D.h. eventuell erst in einer Dekade.
Wie wollen Sie die Leistung eines Lehrers messen? Nach den Noten der Schüler oder dem Niveau des Lehrstoffes? Das sind Ziele, die sich widersprechen. An diesem Gegensatz muß der Wettbewerb zwischen Schulen generell scheitern.

Selbst wenn das funktionieren würde und die Schulen damit anfangen würden, sich gegenseitig die "Toplehrer" abzujagen, dann würde sich innerhalb von kurzer Zeit eine strenge Rangfolge der Schulen einstellen. Die "guten" Schulen könnten sich vor Anmeldungen kaum retten und die "schlechten" würden verlassen, und Eltern würden z.B. auch extrem lange Schulwege hinnehmen, damit nur ja ihre Kinder auf die "Topschule" kommen. Um die "Toplehrer" zu bekommen müßten auch öffentliche Schulen über zusätzliche Geldmittel verfügen, und dazu müßten sie die Eltern um Spenden angehen oder sich auf Sponsorensuche machen.
Die "Topschulen" müßten Anmeldungen zurückweisen, aber natürlich müssen die Schüler ja irgendwo unterkommen, und es bleibt ihnen kein anderer Weg als auf die "mittelmäßigen und schlechten" Schulen zu gehen.

Diese Schulen bekommen aber weniger Geldmittel, weil sie im Ranking weiter unten sind und/oder weniger Schüler haben. Sie werden dadurch immer schlechter, und das Ende ist, daß sie geschlossen werden und die Schüler auf die "besseren" Schulen verteilen werden müßten, die sich aber dagegen wehren würden.

So sieht es in Michigan wohl aus.

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