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Kritik an Abi-Zensuren: "Diese Noteninflation ist nicht zufällig"
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Früher war alles besser? Das gilt nicht für die Abiturnoten, denn mit denen geht es aufwärts. Den Gymnasiallehrern gefällt das nicht. Der Vorsitzende des Philologenverbandes Meidinger vermutet: Die Noteninflation hat Methode.

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frankfurt1970 17.07.2014, 14:53
1. Die Noten werden besser, die Schüler werden schlechter

Neben der Noteninflation ist mir als Hochschulmitarbeiter noch ein weiterer Aspekt aufgefallen. Die Studenten sind heute wesentlich weniger leistungsfähig als noch vor zehn und insbesondere vor 20 Jahren. Mathe, Deutsch und methodisch-kritisches Herangehen an Probleme haben stark abgenommen. Dies war auch Konsens unter den Kollegen. Es gibt heute also bessere Noten für schlechtere Leistungen.

Am Ende wird es wie im Artikel beschrieben dazu führen, dass Noten irrelevant werden und Beziehungen, Herkunft (Wohngebiet, Familie), persönliches Auftreten und Blendertum statt Leistung über das Weiterkommen der Schüler und Studenten entscheiden werden.

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Tr1ple 17.07.2014, 14:55
2. Man will im OECD-Ranking aufsteigen

Ganz einfach. Ekelhaft aber dein eingachste weg. Weg mit dem BA/MA und zurück zum Humbolt- System... Mit einem Abitur in dem der Schüler sich im 12 und 13 Jahr Spezalisieren kann von mir aus auch In ganz Deutschland einheitlich. Ist Teuer aber lohnt sich in der Zukunft. Ich zahle auch gerne mehr Steuern dafür!

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frosch1992 17.07.2014, 15:20
3.

@frankfurter1970
Die Frage die ich mir als Studenten stelle: Wann werden wir denn zum kritischen Denen angeregt? Während in der Schule noch diskutiert wurde und die eigene Meinungsbildung im Vordergrund stand, erhalten wir im Studium eine vorgekaute Meinung. Kritik? Selbststandiges Denken? Fehlanzeige! Lernt man für die Klausuren nicht Wort für Wort die Meinung des Dozenten, sondern möchte differenziert eine eigene Meinung bilden, erhält man die Konsequenz in Form einer schlechten Note. Schlechte Note = Kein Masterplatz = Schlechte Jobchancen!

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wie_weiter_? 17.07.2014, 15:20
4. Aber, aber....

...da ist doch bestimmt noch Luft bei der Notenvergabe. Solange es nicht die Einheitsnote 1 gibt ist jede Bewertung diskriminierend. Welche Note in Deutsch hatte denn z.B. der Spiegelautor der bei Johnny Winter von einer "heißeren Stimme" schrieb ? Mir fallen in letzter Zeit immer mehr solcher Fehler auf. Da schreibt in einer Zeitung ein Journalist von einer Gradwanderung. Vergisst aber anzugeben um wieviel Grad. Der Beispiele sind viele und deshalb sollten wir das von der Bewertung her nicht so schlimm sehen und die Notenspanne komprimieren auf einen Notenpunkt.

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propagare 17.07.2014, 15:21
5. Homeschooling ftw

Woran scheitert es? Am Menschenbild.

Sehr bedenklich, besonders seitens der Regierung.

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yshitake 17.07.2014, 15:22
6. Der Weg des geringsten Widerstands

Kein Lehrer hat heutzutage mehr Lust sich mit den Anwälten von Helikopter-Eltern zwanghaft hochbegabter Kevins auseinanderzusetzen...Verständlich. Wenn da die Politik keinen Rückhalt gibt, stehen die Lehrer als Frontlinien-Fußvolk auf verlorenem Posten.

Da gibt man halt irgendwann jedem was er will, alle sind glücklich...der Balg ist aus der Schule und fortan nicht mehr Problem des Lehrkörpers.

Die Wirtschaft siebt dann eben mit den eigenen Methoden die Guten und die Schlechten aus:
Praktikum bis zum St. Nimmerleinstag, befristete Verträge, Maximale Probezeiten...der Werkzeugkasten ist gut gefüllt.
Was nach der politsch verordneten Gleichmacherei auf unterstem Niveau, am Ende wieder zählt:
Herkunft, Schule, Stadtteil, Stand der Eltern...all das was man doch eigentlich abschaffen wollte.
Wenn man schwache fördern will indem man alle die was leisten bestraft...kriegt man was man bestellt.

Aber die Wirtschaft hilft sich selbst, und die Politik hat auch lieber mehr blöde als schlaue Bürger an der Wahlurne.

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rst2010 17.07.2014, 15:31
7. noch mehr studenten

in einem land, wo du als einigermaßern guter handwerker jeden akademiker gehaltsmäßig abhängst. denn von denen gibts inzwischen zu wenige.

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sf49ersftw 17.07.2014, 15:38
8. #2

Normalerweise halte ich mich mit Kritik an anderen Usern sehr zurück, aber hier muss ich doch etwas loswerden. Also sie, #2,wollen sich ernsthaft darüber aufregen, dass die deutschen Schüler immer schlechter werden? Sorry, aber ihre Rechtschreibung, Grammatik und der Satzbau sind jetzt auch nicht gerade vorbildlich. Oder haben sie in den letzten Jahren Abitur gemacht? Das würde es erklären. Ähnliche Aussagen zur Jugend kamen im Übrigen auch schon von Platon, Cato etc und die Menschheit ist nicht ausgestorben

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Sibylle1969 17.07.2014, 15:40
9.

Bei uns (NRW, 1989) hatten 20% ein Einser-Abitur und 6% davon besser als 1,5. Gesamtschnitt war ca. 2,6. 30% hatten ein 3er-Abitur.

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