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Kritik des Rechnungshofs: Diese Länder erhielten Geld aus dem Hochschulpakt - und hor
Rolf Vennenbernd / DPA

Mehr Studienplätze, bessere Lehre an Unis und FHs: Dafür gibt der Bund jedes Jahr Milliarden aus. Doch der Hochschulpakt erfülle seine Ziele nicht, kritisiert der Bundesrechnungshof. Horrende Summen lägen ungenutzt herum.

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claus7447 10.05.2019, 17:13
1. Der Nachteil des föderalen Systems

Die landesfürsten kämpfen immer um ihre föderale Unabhängigkeit. Das verhindert, dass Zahlungen die der Bund bei Schulen und Universitäten nur an die Länder ausführen kann. Das zeigt sich das es nicht im wirtschaftlichen Sinne zweckmäßig ist. Diese Zahlungen sollten durch den Bund erst erfolgen, wenn diese fällig werden, ggf direkt.

Wir haben nicht nur Miet-, Steuer- und Infrastruktur Probleme, nein auch die föderale Struktur muss auf den Prüfstand. Warum brauchen die Länder mit ihrer landespolizei eigene Soft und Hardware, warum kann die Trennung nicht aufgehoben werden. Würde auch unterm Strich mit nur einer polizeistruktur Geld sparen.

Und das zeigt sich im schulprogramm genau so.

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checkitoutple 10.05.2019, 17:27
2. Ganz einfah, Gelder welche nicht in x Monaten ausgegeben werden müssen

zurück gezahlt werden. Ausnahmen müssen begründet werden und dürfen weitere x Monate überschreiten.

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Leser1000 10.05.2019, 18:07
3. merkwürdig

Alle demokratischen Parteien predigen das Mantra von der Bildung- gerne auch bei Wahlen. Nun steht Geld zur Verfügung. Allerdings will wohl nicht jeder den Eigenanteil zahlen.Dann gibt es halt Haushalt sreste. Logisch. Ich bin auch dafür, wer sich nicht anstrengt sollte das Geld zurückzahlen.Auf jeden Fall muß es zweckgebunden bleiben.

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hlschorsch 10.05.2019, 18:09
4. Lehre ist komplett unwichtig

Das Hauptproblem dabei ist, dass die Lehre in der Praxis völlig unwichtig ist. Nach aussen kann man sich diese Einstellung natürlich nicht (mehr) leisten, aber intern wird es ganz real so immer gemacht. Deshalb werden auch viele HSP-Stellen halbiert - dann kann man sie schön mit Doktoranden besetzen, die hauptsächlich Forschung machen und nebenbei halt noch ein paar Stunden mit den Kindern im Labor verbringen. Die Qualität der Lehre ist in den letzten Jahren nochmal schlechter geworden, gleichzeitig ist das Niveau der Studierenden erheblich gesunken. Da müsste man jetzt eigentlich pädagogisch drauf reagieren - aber das Niveau an der Uni auch zu senken ist halt erheblich stressfreier.

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ctrader62 10.05.2019, 19:38
5. Vertragstreue und Bildung - ein Auslaufmodell ?

Wenn viele überbürokratisierte Behörden Geldbeträge hin und herschieben, an der Spitze eine Bildungsministerin die sich "in ihr Thema einarbeiten und gut zuhören" wollte, dann sollte man nicht mit einem Erfolg rechnen. Dafür liegen wirklich empirisch genügend Belege vor.
Man könnte jetzt noch 5 Kontrollgremien und 3 Kontrollbeauftragte der Kontrollgremien einsetzen oder man zerschlägt den ganzen Bürokratiewahnsinn und es ist nur noch 1 Behörde zuständig.
Kreatives Bescheißen sollte auch bei Beamten nicht als Tugend, sondern als Straftat gelten.
Wie soll unsere Jugend - Thema Bildung - daran glauben, dass Verträge einzuhalten sind, wenn es ihnen fast täglich vorgemacht wird, dass das in der EU und in unseren Gebietskörperschaften oft eine nette Kann-Vorschrift, aber keine Muss-Vorschrift ist ?
Man erzählt der Jugend seit Jahrzehnten fast täglich etwas von den Bildungsanstrengungen. Wie sollen sie aus der umgesetzten Praxis dieser Dauerphrasen ein inniges Vertrauen in unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung gewinnen ? Das gelebte Praxis jenseits von Vertragstreue und Einhaltung von Versprechen ist schon fast aktive Wahlkampfhilfe für Populisten aller Seiten. Alles egal ???

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Newspeak 10.05.2019, 19:42
6. ....

Deutsche Unis werden systematisch kaputtgespart, in einem Land, das ausser Technologie nichts zu bieten hat, aber interessieren tut es keinen.

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austromir 10.05.2019, 20:56
7. Bekannte missstände

Jeder der an einer Universität arbeitet kennt diese Missstände. Erstaunlich ist, dass sie veröffentlicht werden.

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Skakesbier 10.05.2019, 21:18
8. Unis werden nicht prinzipiell 'kaputtgespart',

sie verwenden aber flächendeckend die durchaus beachtlichen Mittel für irrsinige Zwecke, die absolut nix mit einer auch nur marginalen Verbesserung ihrer Hauptaufgaben, nämlich Forschung und Lehre, zu tun haben!
Typisch:
a) Wo es früher für die Uni 2 Prorektoren und für die einzelnen Fakultäten 2 Prodekane (jeweils einen für Forschung, einen für Lehre, gab, leisten sich große Unis längst mindestens 4 oft 5 dieser von Lehraufgaben nahezu oder völlig befreiten 'Pros'.
b) Erst baut man/frau ein Institut für 'Gender-Studies' auf, dann wird die im Lauf der Zeit mit 10-20 stets MitarbeiterInnen gesegnete Chefin ProdekanIn und tut außer lautstarker PR nix mehr. Das Geld fließt längst in Hülle und Fülle.
c) Weil 'gender' längst nicht mehr zur weiteren Instituts-Aufblähung reicht, integriert man das Thema 'Divers'.
d) Und weil's dann immer noch nicht genug ist, entdeckt man/frau als 4. Standbein dann auch noch 'Familie'.
e) Gleichzeitig will dieselbe Uni, die diesen Wahnsinn maximal finanziert, alle in 'sonstiger' Forschung und Lehre tätigen wissenschaftlichen Mitarbeiter aufgrund 'finanzieller Engpässe' auf 3/4-Stellen reduzieren, Professuren streichen etc.etc!

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kayakclc 13.05.2019, 07:42
9. Die Logik des Rechungshofs...

Die Logik des Rechungshofs ist machmal unergründlich. Bund und Länder Finanzminster haben entschieden die Hochschulpaktmittel für mehrer Jahre als eine Pauschalüberweisung an die Universitäten durchzureichen. Da die Mittel über mehrer Jahre abfliesen sollen, werden sie auf Konto geparkt. Was soll die Uni den sonst damit machen? Aktien kaufen und an der Börse spekulieren?
Ein Problem der vielen Studies ist natürlich der Platzmangel. Damit beschlossen einige Unis neue Gebäude zu bauen. Anscheindend haben die Rechnungshofleute noch nie ein öffentliches Gebäude errichtet. Es gibt nach der Entscheidungphase eine Planungs- und eine Bauphase. Da fließt das Geld eben auch nur nach und nach je nach Bauabschnitt ab. Betreuungsverhältnis: Da die Hochschulpakte immer nur 4 Jahre laufen, kann man keine permanten Leute (Professorinnen und Dauerstelleninhaber) für 30 Jahre einstellen. Dazu ist das Program nicht gemacht. Es kann nur einen temporären Aufwuchs für 4 Jahre geben. Da gibt es eine Diskrepanz zwischen der Erwartung der Rechungshofbeamten und der Realität, die ganz andere Zwänge hervorbringt. Vielleicht ist die Kritik auch an die Regierungen und Palamente gerichtet, die vielleicht weltfremde Vorstellungen beim Verkaufen der Pakte propagiert haben, weil sie eben nicht das Haushalts- und Vergaberecht mit berücksichigt haben, denen die Universitäten unterliegen.

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