Forum: Leben und Lernen
Kritik an Lehrerverband: "Wir brauchen kein Moratorium bei der Inklusion"
DPA

Der Lehrerverband fordert eine Verschnaufpause bei der Inklusion. Die Leistungen der Schüler seien in Gefahr. Aus den Bundesländern kommt Widerspruch, aber auch Zustimmung.

Seite 4 von 6
lachina 06.02.2018, 15:27
30.

Zitat von Tom4Weide
Schonmal Mehrfachschwerstbehinderte, Taubstumme, Blinde in einer "normalen" Grundschule gefunden? Wohl nicht, weil weder Infrastruktur, Sicherheit, Betreuung gewährleistet werden kann
Doch, ich hatte bereits Anfang der Neunziger einen fast blinden Schüler. War gar kein Problem, weil der Junge freundlich und gut erzogen war, und - vielleicht noch wichtiger - ich vorher eine Schulung bekommen und sämtliche Hilfsmittel vorhanden waren.
Außerdem wurden die Kinder der Klasse auf die Inklusion ( damals nannte man das noch Integration) vorbereitet und entwickelten Stolz darauf, dem neuen Klassenkameraden behilflich und seine Freunde zu sein.
Fünfzehn Jahre später kam ich dann in eine Inklusionsklasse mit mehreren geistig und emotional behinderten Kindern. Keiner erklärte mir was, die anderen Schüler fanden alles nur "laut" und "blöd" - besonders wenn einer der Jungen - autistisch - unterm Tisch saß und minutenlang schrie, weil er überfordert war; Unterricht war schwierig, aber das vielgerühmte soziale Lernen fand ebenso wenig statt.
In dieser Klasse wurde ich krank und hatte einen Nervenzusammenbruch.
Wem das irgendwie genützt hat - durch meinen Totalausfall kostete ich auch noch Geld - weiss ich nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leser161 06.02.2018, 15:29
31. Wortverdreherei

Inklusion bedeutet benachteiligten Menschen dieselben Möglichkeiten zu bieten wie anderen. Dazu muss man Ihnen halt besonders helfen. Das bedeutet dann aber grade nicht, dass man sie mit nicht Benachteiligten zusammensteckt und einfach mal schaut was passiert. Oder noch besser, wenn es nicht klappt den Lehreren die Schuld gibt, weil die halt nicht zaubern können.

Das das gute und menschliche Ziel der Inklusion auf dem Rücken derer die von ihr profitieren sollten um Geldsparen missbraucht finde ich weit schlimmer als wenn Trump sich imaginäre Inaugurationsbesucher ausdenkt. Trump ist ainfach nur stumpf. Diese Wortverdreherei hingegen ist geradezu perfide.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ardbeg17 06.02.2018, 15:33
32.

Wer nach der Klatsche für Rot-Grün bei der NRW-Wahl Frau Löhrmann abends im Interview beim WDR gesehen hat, musste jeden Glauben an die guten Absichten der Inklusionsbefürworter verlieren. Keine Einsicht, es sei zu schnell angegangen worden, es habe Personal gefehlt etc., nein, es war alles richtig, "die Leute haben es nur nicht verstanden." Vor diesem Hintergrund muss man sagen, dass der gesunde Menschenverstand im Zweifel immer ideologisch motivierte und/oder modische Pädagogikkonzepte ausbremsen muss.
Einen ähnlichen Fall wie hier schon beschrieben - Regelschule unmöglich, Förderschule rundum alle zufrieden - kenne ich auch. Und die Klagen der mit der Inklusion völlig überforderten Lehrer sind mehr als verständlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
toc-ra 06.02.2018, 17:43
33. @ Schwelle

In diesem Forum haben mehrmals Lehrer geschrieben, dass Inklusion nicht funktioniert. Und fragen Sie mal die Lehrer in ihrer Schule, ob Inklusion funktioniert. Ich wette das Sie hier das Halbwissen haben. Ich unterrichte jetzt seit 6 Jahren als Lehrer mit der Inklusion. Und es funktioniert nicht. Die Eltern müssen ihre Kinder mal begleiten und sich mal Inklusionsunterricht ansehen und dann ihre Meinung bilden. Eltern haben das Recht dazu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schwelle 06.02.2018, 17:59
34. @Tom4Weide

Bei uns in der Nachbarstadt gibt es ein taubstummes Kind, dass die Regelschule besucht. Das Kind hat einen Gebärdendolmetscher und das klappt ganz hervorragend. Die anderen Schüler haben überhaupt gar kein Problem damit und lernen ganz freiwillig Gebärden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
domino3116 06.02.2018, 18:10
35. Guter Beitrag!

Zitat von noname2250
Ich unterrichte seit über 3 Jahren an australischen Regelschulen und kenne mich sowohl im Mainstream (Gesamtschule) als auch in der Sonderpädagogik aus, die den Schulen hier räumlich und organisatorisch angegliedert ist. Inklusion ist hier schon seit Jahren angestrebt. Dabei sehe ich tagtäglich, dass gerade die Schüler mit geistiger Behinderung in separaten kleinen Klassen mit qualifiziertem Personal und zusätzlichen Unterrichtsassistenten deutlich mehr und besser lernen als jene, die in eine 'normale' Gesamtschulklasse müssen, weil die Eltern Angst vor Stigmatisierung haben. Die kommen dort ohne jegliche Hilfe völlig unter die Räder. Es geht eben darum, auf die (verschiedenen) Bedürfnisse der Kinder einzugehen und nicht der Eltern oder gar der ideologisierten Politik, die zwar ständig neue Luftschlösser realisieren will, aber möglichst ohne was zu bezahlen.
Nur: Das habe ich schon vor mehr als 50 Jahren in Erfahrung gebracht. Das ist nichts Neues und wie die UNO-Resolution zu verstehen ist, dafür spende ich jährlich an eine afrikanische Schule.
Dort gibt es immer noch Gegenden, da sind 4 Wände und ein Dach bereits eine Schule. Da sind behinderte Kinder eine Strafe der Götter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
domino3116 06.02.2018, 18:20
36. Das ist doch starker Tobak!

Zitat von dialogischen
... würden Lehrerlobby und Parteischranzen ihr tumbes Gegröle vor Scham sein lassen - und Profis (ohne Parteibuch und ohne Alimenrationshintergrund) mit der Kontrolle ihrer Inklusionsmassnahmen betrauen. Es rächt sich halt, wenn man den Staat den Minderbefähigten und Willfährigen der Partei ausliefert.
Lesen Sie Beitrag Nr.10. Das ist eine sachliche Argumentation.
Wenn Sie Andersdenkende so von Ihrer Meinung überzeugen wollen, dann ist Ihnen das glänzend daneben gelungen. Übrigens: Förderschullehrer haben ihren Beruf studiert. Was für Profis wollen Sie noch herbeizaubern?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PSBBM 06.02.2018, 19:02
37.

Wie funktioniert das in der Praxis? Sind alle Unterrichtsstunden gemeinsam oder nur ein bestimmter Anteil? Die Idee, dass Menschen mit Behinderung mit ihren Altersgenossen ohne Behinderung in die Schule gehen finde ich erst mal nicht schlecht. Aber wenn es soweit geht, dass Schüler, die dem Stoff nicht folgen können mit einem Extra-Lehrer im selben Klassenzimmer anderen Unterricht machen, dann ist das ein Irrweg. Das stört doch alle anderen Schüler, oder nicht? Das macht für mich dann einfach keinen Sinn. Da kann doch in einer Förderschule viel mehr getan werden. Oder wie muss man sich das Vorstellen? Interessiert mich?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vatters-abo 06.02.2018, 19:27
38. Gymnasiallehrer gegen Inklusion

Im Deutschen Lehrerverband sind Gymnasiallehrer, Real- und Berufsschullehrer organisiert, alles Lehrer, die von Inklusion keine Ahnung haben. Aber, dass der jeweilige Vorsitzende sich zu Themen äußert die hinter seinem Horizont liegen, ist Tradition.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
austenjane1776 06.02.2018, 20:29
39. UNsinn

Zitat von vatters-abo
Im Deutschen Lehrerverband sind Gymnasiallehrer, Real- und Berufsschullehrer organisiert, alles Lehrer, die von Inklusion keine Ahnung haben. Aber, dass der jeweilige Vorsitzende sich zu Themen äußert die hinter seinem Horizont liegen, ist Tradition.
Was meinen Sie denn, wohin die "Inklusions"-Schüler NACH der SekI gehen?--------- In die Berufsbildung natürlich. Mit mehr oder weniger großem Erfolg. ----PS Die deutsche Berufsbildung wird durch nachlassende Qualität der Schüler/innen immer mehr zur "Komplett"-"Inklusion" und zu Deutschlands größtem Förderschulsystem. Bitter. Die vielen Schüler, die keine Duale Ausbildung bekommen, landen alle "unten" in der Berufsbildung und werden dort "geparkt". Dann wird der ganze Grundschul- und SekI - Stoff nochmal gemacht. Teuer und frustrierend. Manche schaffen es irgendwann doch - viele nicht. Ein teures Staatsversagen. Leider.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 6