Forum: Leben und Lernen
Künstliche Intelligenz: "Wenn wir Roboter wie Sklaven behandeln, werden sie rebellier
AFP/Nadia Thalmann

Deutschland soll ein führender Standort für Künstliche Intelligenz werden. Entsprechende Studiengänge gibt es bereits, aber was lernt man da eigentlich? Ein Professor für Humanoide Robotik erklärt.

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xxzxcuzx me 19.07.2018, 10:33
30. Naiv

Zitat von MtSchiara
Ein Roboter kann keine eigenen Ziele entwickeln, sondern verfolgt die Ziele, die ein Mensch ihm einprogrammiert hat. Er besitzt lediglich die Fähigkeit, selbständig zu lernen, wie er besonders effizient und effektiv die Ziele erreichen kann, die .....
Oha.
Und was ist Bewusstsein? Hat der Gorilla ein Bewusstsein weil er sich im Spiegel erkennt und das daher Pferd keines? Der Gorilla verfolgt ergo Ziele und das Pferd nicht.

Und wie sieht es mit Ihrem Bewusstsein aus? Schonmal vom Libet-Experiment gehört? Wo genau ist der Unterschied zwischen Ihnen und einem autonomen Roboter?

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wardawas? 19.07.2018, 10:34
31. Gratulation !

die besten Kommentare sind aus meiner Sicht die 10 und die 20. Was eine Gesellschaft wirklich nach vorne bringt, sind eben nicht immer tollere Maschinen (=Roboter), sondern hochwertige Bildung für alle. Dann entsteht nämlich fast von alleine auch eine Aufwertung der Ethik.

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Markus Landgraf 19.07.2018, 10:40
32. keine Angst

Solange "Künstliche Intelligenz" daraus besteht, das auf der CeBit computergesteuerte Schaufensterpuppen gezeigt werden, mache ich mir da keine Sorgen.

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der Guru 19.07.2018, 10:41
33. Naive Vorstellung von autonomen Robotern

dass ein Humanoide durch Autonomität das Gegenteil von einem virtuellen Assistenen sein soll ist kaum haltbar.
Selbst bei der autonomen biologischen Einheit "Mensch" wird Wissen seit Jahrhunderten in Form von Büchern (oder Nachfolgemedien) outgesourct. Warum sollten Humanoide diesen evolutionären Rückschritt vollziehen?

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hps 19.07.2018, 10:42
34. emerging properties

AI, die Artificial Intelligence, ist die eine - die kalte - Seite der Robotik.
Sie ist nicht zwangsläufig gepaart mit Artificial Consciousness, einem innewohnenden Bewustsein, oder mit Artificial Wisdom, der darauf aufsetzenden Klugheit.
Es ist im höchsten Maße entscheidend, bei autonom handelnden Agenten sich darüber im Klaren zu sein, ob diese mit Artificial Morality und Artificial Responsibility ausgestattet werden können, oder ob die Moralität und die Verantwortung dieser neuen Wesen aus den zugrunde gelegten Strukturen aufkommen, ob es also emerging properties sind.

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prometheusxl 19.07.2018, 10:43
35. Die Kommentare...

Zitat von Cleartarga
... Man sollte sich also - als Gesellschaft - mit dem Thema beschäftigen.
... spiegeln doch recht gut die Spreizung des Kenntnisstandes, Haltungen und Erwartungen an die Entwicklungen wider.
Dass Maschinen selbstständige Entscheidungen treffen werden und eine gewisse Form von Bewusstsein bilden können, unerwartet reagiere und agieren, scheint vielen zu abstrakt und "unglaublich" - was sehr gut die Haltung beschreibt. Bewusstsein kann nur ein Mensch entwickeln - glauben viele. Doch genau da liegt der Hase im Pfeffer. Hier ist wohl eher der Wusch der Vater des Gedankens.
Bei Politopia diskutieren wir diese Themen und die Implikationen bereits seit Jahren. Es ist und bleibt ein spannendes Thema, das von großer Brisanz für die Entwicklung de Gesellschaften bleibt, eben weil so vieles nicht kalkulierbar und vorhersehbar ist und durchaus auch negativ überraschend daher kommen kann...

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werner-brösel 19.07.2018, 10:54
36. Eher bedenklich

da vermischt der Professor Robotik mit künstlicher Intelligenz und schlimmer noch, er geht davon aus, daß künstliche Intelligenz nicht kommuniziert, sich nicht vernetzt, wo doch Kommunikation eine wesentliche Rolle für die Entwicklung der menschlichen Intelligenz gespielt hat. Hier sollte der Herr Professor sicher zunächst noch etwas (Quellen -) Forschung betreiben, bevor hier ein weiterer Studiengang entsteht mit den ewig gleichen Mathematik- und Psychologievorlesungen, aber ohne Zusammenhang und ohne Bezug auf den derzeitigen Stand der Wissenschaft. Schon ein Jahr Rückstand sind in diesem Fachbereich bereits Welten. Sollte die Meinung des Professors allgemeine Lehrmeinung in Deutschland werden und seine Absolventen am Ende erstaunt sein, wie schnell deren Werke mangels Interface sich dann eben mit ihren Augen durch Webseiten scrollen und Tweets schneller versenden als Donald Trump, dann hat Deutschland definitiv keine Chance, führender Standort für KI zu werden. Schlimmer noch: Das wird zur Gefahr für unsere Sicherheit.

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dirk.resuehr 19.07.2018, 11:12
37. war zu befürchten

Das wundert wirklich nicht, ein nicht IT-ler hat so seine Vorstellungen von Intelligenz im Computer. Klarer Fall, der Mann hat zu viele Hollywoodfilme gesehen. Er möge einen Rechner zeigen, der nach nicht vorgegebenen Algorithmen zumindest logische Entscheidungen fällen kann, moralische lassen wie besser außen vor.
Hier wird eine Vorstellung projiziert, die jeder Realität widerspricht, den "intelligenten" Domputer nach unserer Definition gibts nicht, schon weil man die enorme Summe von Erfahrungen weder programmieren noch erwarten kann. Die Fähigkeiten sind begrenzt!

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Andraax 19.07.2018, 11:12
38.

Zitat von MtSchiara
Ein Roboter kann keine eigenen Ziele entwickeln, sondern verfolgt die Ziele, die ein Mensch ihm einprogrammiert hat. Er besitzt lediglich die Fähigkeit, selbständig zu lernen, wie er besonders effizient und effektiv die Ziele erreichen kann, die der .....
Schon mal daran gedacht, dass die "die Fähigkeit, selbständig zu lernen" zwangsläufig irgendwann in ein Bewußtsein mündet? Wie wird man damit umgehen? Welche Rechte gesteht man künstlicher Intelligenz zu?
Ein gute Aufarbeitung dieser Problematik findet sich auch in Star Trek: The Next Generation in der Folge "Wem gehört Data / The Measure of a Man".
Es gibt sogar Theorien, dass die menschliche Existenz nur ein Zwischenschritt der Evolution ist, und künstliche Intelligenz zwangläufig den nächsten Schritt darstellt (C. bresch "Zwischenstufe Leben").

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der_mick 19.07.2018, 11:14
39. Wir müssen es nicht verstehen

Unabhängig davon wie weit der Stand der Technik ist und ob ein Bewusstsein in einem Roboter entstehen kann, möchte ich mal anmerken, dass wir durchaus nicht zwingend verstehen müssen, wie das Bewusstsein funktioniert um es entstehen zu lassen. Es ist durchaus denkbar, dass ab einer gewissen komplexität des Eindrücke verarbetenden Organs, ein Bewusstsein "entsteht", und zwar von ganz allein. Wir wissen nicht wie Bewusstsein entsteht und wir wissen nicht, wozu selbst organisierende Systeme in der Lage sind. Allein das reicht aus, um ein Bewusstsein im Robotor nicht als unmöglich zu bezeichnen (erst recht nicht mittel- und langfristig). Hätte ich jemandem vor 30 Jahren vom heutigen Internet oder den Funktionen eines Smartphones erzählt, hätte er genau so reagiert wie mancher "bodenständige" Forist.

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