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Kulturkampf: Warum Ungarn das Fach Gender Studies an Unis abschafft
REUTERS

Die ungarische Regierung will den Studiengang Geschlechterforschung an staatlichen Universitäten verbieten. Was absurd anmutet, ist Teil einer kulturpolitischen Offensive gegen regierungsunabhängiges Denken.

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lajtorja 21.08.2018, 20:28
10. Nicht nur CEU

Herr Verseck hat leider vergessen zu erwähnen, dass die University of Notre Dame aus Indiana auch ein Genderfakultät in Ungarn darbieten wird. Für ein Land mit 10 Millionen Einwohner reichen 2 Unis für Gender Studien. Nota bene, in Deutschland wird Gender Studium lediglich in 4 Hochschulen/Uni (Oldenburg, Bielefeld, Konstanz und Freiburg) angeboten. Pro Einwohnerzahl immerhin 75% weniger...
Herr Verseck sollte sich lieber in Deutschland um mehr Gender-Studienplätze werben. Ein souveränes Staat kann sich schon entscheiden in welchen Bereiche staatliche Nachwuchsbildung notwändig ist. Ungarische Journalisten mischen sich auch nicht in das Bildungssystem von Deutschland ein.

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heike65 21.08.2018, 20:57
11. @Arnonym

Zitat:
Ungarn ist zwar leider auf dem "besten" Weg in eine Autokratie, aber hier muß ich eine Lanze für die ungarische Regierung brechen: Es mutet *nicht* absurd an und hat mit regierungskritischem Denken genau Null zu tun. Dieses Gender-Geschwurbel ist etwas, was nur eine sehr kleine Minderheit interessiert (wahrscheinlich weit weniger als 5%), fast alle Bürger belästigt und darüberhinaus auch noch deren Geld kostet. Ich wäre daher froh, wenn auch hierzulande die staatliche Unterstützung für Gender-Geschwurbel, das niemandem auch nur den geringsten Vorteil bringt, entzogen würde. Basierend auf privater Finanzierung können die Aktivisten dann ja immer noch "forschen", soviel sie wollen.


Sorry, hab du mal Jemanden in deiner Familie der Transsexuell oder Intersexuell ist,
dann wärest du froh um jeden euro der da ausgegeben wird.
Nicht das man das ändern könnte, aber damit die Politik und ein Teil der Bevölkerung
endlich begreift das es einfach so ist das es solche Menschen gibt und man ihnen
auch den gesezlichen Schutz zugesteht der geboten ist.
(Die Operation von Intersexuellen Kindern ist in Deutschland immer noch erlaubt)
und das wird sich dank Herrn Seehofer wohl so bald auch nicht ändern.

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obersterhofnarr 21.08.2018, 22:44
12. Was für ein Geschwafel

Orban und all die anderen reaktionären osteuropäischen Regierungen haben ein Machtgeilheitsproblem. Und zwar haben all die Pappnasen Angst daß Toleranz zu Machtverlust führt, weil Toleranz immer mit eigenständigem Denken verknüpft ist. Denn nur wenn man das Andersartige als nicht bedrohlich wahrnimmt, kann man es tolerieren.
Und dafür muß man erst einmal das Gehirn ein bißchen laufen lassen. Und wenn einmal die Rübe läuft, kommt man vielleicht auch noch auf andere Gedanken, nämlich, daß die ach so tollen Nasengesichter in Wirklichkeit kleptokratisch, nepotisch und korrupter als Sepp B. sind.
Die Agenda von all den Spezial-Canaillen angefangen bei Trump und endend bei Orban ist immer gleich: den Wähler mit Pseudopopulistischem Geschwurbel ködern und dann wenn man an der Macht ist, dafür sorgen, die eigenen Taschen und die der Spezikorona zum Platzen zu bringen.
Lock them up!!!

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deppjones 21.08.2018, 22:54
13. Und was hat das mit Forschung zu tun?

Zitat von heike65
Zitat: Ungarn ist zwar leider auf dem "besten" Weg in eine Autokratie, aber hier muß ich eine Lanze für die ungarische Regierung brechen: Es mutet *nicht* absurd an und hat mit regierungskritischem Denken genau Null zu tun. Dieses Gender-Geschwurbel ist etwas, was nur eine sehr kleine Minderheit interessiert (wahrscheinlich weit weniger als 5%), fast alle Bürger belästigt und darüberhinaus auch noch deren Geld kostet. Ich wäre daher froh, wenn auch hierzulande die staatliche Unterstützung für Gender-Geschwurbel, das niemandem auch nur den geringsten Vorteil bringt, entzogen würde. Basierend auf privater Finanzierung können die Aktivisten dann ja immer noch "forschen", soviel sie wollen. Sorry, hab du mal Jemanden in deiner Familie der Transsexuell oder Intersexuell ist, dann wärest du froh um jeden euro der da ausgegeben wird. Nicht das man das ändern könnte, aber damit die Politik und ein Teil der Bevölkerung endlich begreift das es einfach so ist das es solche Menschen gibt und man ihnen auch den gesezlichen Schutz zugesteht der geboten ist. (Die Operation von Intersexuellen Kindern ist in Deutschland immer noch erlaubt) und das wird sich dank Herrn Seehofer wohl so bald auch nicht ändern.
Das Gesetzt zu ändern hat doch wohl nichts mit Genderforschung zu tun. Es kommt mir fast so vor, als ob Sie sich ein Heilmittel in Ihrer Familie wünschen würden. Vielleicht mag ich mich irren aber ich habe noch nichts (stimmt nicht ganz aber sehr wenig) von Homosexuellenforschung gehört. Die haben doch ihre Rechte auch ohne staatlich bezahlte Lehrstühle erstritten.

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wasnu23 21.08.2018, 23:03
14. Naja

Zitat von Stillner
Was wir hier in Ungarn erleben, ist die Herausbildung eines neuen Totalitarismus. Der Staat gibt vor, was gelehrt werden darf und was nicht. Bildung wird nur noch zweckrational oder instrumentalisiert erlaubt. Andersdenkende werden eingeschüchtert oder vertrieben. Dem korrespondiert die antisemitische und xenophobe Propaganda, die man von Regierungsmitgliedern und vor allem, wenn es um Flüchtlinge geht, vom Regierungschef selbst, dem Lieblingsgast der CSU, hört. Wenn die EU dieser Entwicklung tatenlos zusieht, dann erledigt sie sich selbst. Alle möglichen Mittel sind nun geboten, um den hier sich herausbildenden Faschismus neuer Prägung zu stoppen. Es geht hier längst nicht mehr darum, ob "Gender Studies" als Disziplin an der Universität gelehrt werden dürfen oder nicht. Ihr Verbot ist nur ein weiteres Exempel, das diese Regierung in ihrem Kampf gegen die Freiheit des Geistes statuiert. Egal, wie man zu Gender Studies steht, hier gilt es, für die Freiheit der Wissenschaft, die freie Meinungsäußerung und damit letztlich die Grundlagen von Demokratie zu kämpfen.
Faschismus kann jeder nur bei sich selber besiegen, ihn bei anderen herauszuoperieren, wie eine Krankheit funktioniert eher nicht.

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naklar261 21.08.2018, 23:40
15. Guter Schritt in die richtige Richtung

Das mit dem Abschaffen dieses unsinnigen Studiums ist tatsächlich mal eine positive Meldung! Davon gibt es leider viel zu wenige. Diese gesamte Gender“Wissenschaft“ hat meiner Meinung nach nichts an einer Universität zu suchen, weil sie einfach nicht wissenschaftlich fundiert ist. Daran ändern auch die tausenden pseudowissenschaftlichen Artikel und Veröffentlichungen der letzten Jahre nichts. Das ganze setze ich auf eine Ebene mit Creationism...auf den ersten Blick scheint es auf wissenschaftlichen Methoden zu beruhen, der Kern und Ursprung hingegen basiert ist jedoch auf einer vollkommen aus der Luft gegriffen Annahme, welche sich nicht belegen oder widerlegen lässt.

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Rick73 22.08.2018, 01:47
16. Ist streitbar

ich würde es ebenfalls begrüßen wenn dieses Fach zurück in Soziologie, Anthropologie und Ethnologie kehrt und nicht als Fachrichtung bestand hat, so kann es meiner Meinung nach besser glänzen als Spezialisierung innerhalb eines Fachbereichs.

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FocusTurnier 22.08.2018, 06:49
17. Absolut richtig

Die Entscheidung, die akademischen GS nicht staatlich finanziell und strukturell zu fördern, halte ich, auch mit der angegebenen Begründung, für vollkommen richtig und nachvollziehbar. Studierte der GS schaffen keinen gesellschaftlichen Mehrwert, es sind eigentlich an staatlichen Unis ausgebildete Polititoffiziere, die vorgeben, wissenschaftlich zu arbeiten, dies aber nicht tun. Das kann man, und so macht es Ungarn ja auch, an privaten Unis weiterhin erlauben (im Rahmen der Freiheit von Forschung und Lehre), an staatlichen Unis.
Diese Überlegungen werden auch spätestens mit dem Anwachsen der Zustimmung zur AfD auch in Deutschland weiter gedeihen. Ich kann durchaus erstehen, daß da die Angst im Gender-Sektor herrscht, verlöre man dann doch gutbezahlte Posten und Pfründe. Wer aber die Zustände an amerikanischen Unis kennt, der weiß, zu welchen Problemen es führt, wenn man öffentliche Einrichtungen der Lehre und Wissenschaft mit diesen Leuten flutet:

https://www.nzz.ch/meinung/political-correctness-in-den-usa-hexenjagd-auf-dem-campus-ld.90416

Die GenderStudies haben in letzten Jahren in Deutschland eine massive politische Förderung erfahren, die Ergebnisse der dortigen "Forschung" kann man bei jeder Bundestagspartei abfragen: Angeblich verdienen Frauen 21% weniger als Männer bei gleicher Arbeit und Leistung, angeblich gibt es keine häusliche Gewalt gegen Männer uswusf. GS sind politische "Wissenschaften".
Gegen wissenschaftlich arbeitende Forscher hätte ich nichts vorzubringen, aber genau das passiert in den GS nicht. Wer sich mal aktuelle Arbeiten aus den GS anschauen möchte, der kann dem Twitter Account "The New real peer review" folgen.

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fsteinha 22.08.2018, 07:33
18. Selbstzweck

Wissenschaft hat die Aufgabe zu forschen, auch in Bereichen, deren Sinn oder Unsinn uns nicht immer erschließen. Die Feststellung das das Geschlecht biologisch oder sozial ist, ist genau Gegenstand der Forschung, die Ungarn Mal eben abschafft. Hätte die Kirche die Hochseeschifffahrt abgeschafft um die Entdeckung Amerikas zu verhindern, wer weiß, vielleicht würden wir immer noch in den seligen Zeiten schwelgen, die sich diverse Foristen und Ungarns Regierung erhoffen.
Auf den Weg dahin wird sicher auch dieser "Quatsch" von den universalen Menschenrechten abgeschafft.

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robinlott 22.08.2018, 08:16
19. @deppjones

Sie irren sich. Über Homosexualität ist seit vielen Jahren intensiv geforscht worden und gottlob konnte bewiesen werden, dass es ein ganz normales Phänomen ist, das akzeptiert werden sollte.
Und allgemein: Demokratie misst sich auch am Umgang mit Minderheiten.

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